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Mafia, Geheimdienste und Politik der USA Teil 1 (1865 bis 1938)

Geschrieben von lupo cattivo - 24/01/2010

Dieser Teil der Chronik behandelt die Entstehung, Immigration und Konsolidierung der Mafia, die US-Politik in Lateinamerika und die Aktivitäten von J. Edgar Hoover, Prescott Bush, Joe Kennedy und Franklin D. Roosevelt. Quelle: US-Politik

Die zentralen Themen und Personen sind:
Entstehung der Mafia, Ermordung von Abraham Lincoln, Gründung des Secret Service, Immigration der Mafia, Lateinamerika-Politik der USA, Monroe-Doktrin, Krieg gegen Spanien, Interventionen in Kuba, Honduras, Nicaragua, Panama und Guatemala, Erster Weltkrieg, Kooperation von Prescott Bush, Averell Harriman und George Herbert Walker, Prohibition, Konsolidierung der Mafia, Die Karriere von Joseph Kennedy, Partner Frank Costello, J. Edgar Hoover beim FBI, Al Capone in Chicago, Flucht der Mafia aus Sizilien, Börsenkrise 1929 , Die Mafia in New York: Lucky Luciano, Meyer Lansky, Benny Siegel, Joe Masseria, Castellammare-Krieg, Salvatore Maranzano, Amerikanisierung der Mafia, Murder Inc, Albert Anastasia, Roosevelt und Kennedy, Das Kartell der Erdölgesellschaften, John D. Rockefeller, Aristoteles Onassis, Das Attentat auf Roosevelt, Aufhebung der Prohibition, Glückspielgeschäft, Gewerkschaften, Heroinhandel, Meyer Lansky, Upton Sinclair, Die Mafiakarriere von Carlos Marcello, Mafiaverfolgung, Hoover, die Nazis und die Mafia, Botschafter Kennedy in England.

1865: Die Entstehung der Mafia

Nach 1812 wurde der Feudalismus in Sizilien nach und nach gesetzlich abgeschafft. Da die Landadeligen und Feudalherren die Bauern nicht mehr zur Arbeit zwingen konnten, verpachteten sie ihre Latifundien an skrupellose Dorfhonoratioren, die die Bauern notfalls mit Schlägertruppen auf die Felder treiben. Gegen die Franzosen entstand eine Untergrundbewegung in Form einer Geheimgesellschaft, die mit dem Slogan “Morte Alla Francia Italia Anela!” Aufstände anzettelt.
Mithilfe der Bauern können die Truppen Garibaldis 1860 die Bourbonen stürzen und Sizilien wird ein Teil des Königreiches Italien. Aber statt der ersehnten Freiheit von den parasitären Landbesitzern folgen nach der Proklamation des italienischen Nationalstaates die Truppen und Polizisten der Bourgoisie aus dem Norden und beuten den Süden wie eine Kolonie aus. Politisch bleibt jedoch ein Vakuum, in dem lokale Herrscher sich durchsetzen können. 1865 schliessen sich die sizilianischen Grossgrundbesitzer zu einer grossen Geheimgesellschaft, der “onorata società”, zusammen. Mitglieder dieser “Ehrenwerten Gesellschaft” erobern die Kontrolle der Stadtregierungen und des Managements der Fabriken. Um 1900 gibt es im westlichen Drittel der Insel kaum eine Ecke, die sich dem Einfluss der Mafia entzieht. Der Begriff “Mafia” wird 1865 das erste Mal von einer Strafverfolgungsbehörde für Gruppen von kleinen Hehlern und Organisatoren von Verbrechen verwendet. Bald darauf wird er nur noch auf kriminelle Vereinigungen bezogen, die von einem Boss geleitet werden und über Klientel-Beziehungen ihre Umwelt beherrschen. Diese Mafiosi mit ihren Schlägertruppen hatten nie die Absicht, die Bauern und Kleingewerbler gegen Unterdrücker zu verteidigen, sondern sie wollten sie selbst ausbeuten. Das insulare Misstrauen gegen die italienische Staatsautorität hat allerdings zu einem gewissen Schutz mafioser Geschäfte durch manche Bevölkerungsgruppen geführt. Obwohl es einen capo di tutti capi gibt, um 1900 ist dies Don Vito Cascio Ferro, der bei Interessenkonflikten und Streitigkeiten oberste Autorität geniesst, bleiben die Mafiosi lokale Herrscher.

Während es in Sizilien nie eine einheitliche Organisation mit Zentralleitung gibt, hat sich in Neapel ein uniformes, straff hierarchisierstes Stadt-Gangstertum entwickelt. Im Unterschied zur Mafia besetzen Camorra-Bosse keine hohen politischen Positionen und können jederzeit ausgewechselt werden. Bei der Mafia steht die Familie im Vordergrund; dagegen rekrutiert die ‘ndrangheta in Kalabrien ihre Mitglieder aus den untersten Schichten, die gegenüber sozialrevolutionären Ideen viel aufgeschlossener sind. Ihre kriminellen Tätigkeiten liegen im Agrarsektor (Schutzgelderpressung für Plantagen, Beherrschung der grünen Märkte) und im politischen Bereich (Wahlstimmenbeschaffung und Einschüchterung von Gegnern) und haben durchaus auch gewerkschaftliche Aspekte. Der Widerstand des von Fremdherrschaft gezeichneteten Südens gegen die Zentralregierung und die damit verbundene Schwäche der staatlichen Institutionen eröffnen jenes Machtvakuum, in dem das Briganten-Gangstertum und die organisierte Kriminalität entstehen kann.

Quellen: Raith: 48-82, Davis (1994): 20-22, Best: 2.

April 1869: Ermordung von Abraham Lincoln

Präsident Abraham Lincoln wird vom 21jährigen Schauspieler John Wilkes Booth, einem angeblich verrückten Einzeltäter, am 16.4.1865 ermordet. Gleichzeitig mit Lincoln werden zwei seiner Kabinettsmitglieder an verschiedenen Orten in Washington ermordet. Die Motive des Täters und der Tathergang bleiben im Dunkeln, wichtige Beweismaterialien verschwinden, und Booth wird später im Gefängnis umgebracht. Diese Ermordung im typischen Mafiastil ist wie eine Vorlage für das Kennedy-Attentat.

Im gleichen Jahr wird der Secret Service zur Verfolgung von Falschgeldherstellern gegründet, weshalb er dem Finanzministerium untersteht. Obwohl schon am 10.1.1835 ein bewaffneter Angriff auf Präsident Andrew Jackson missglückte, wird erst 1881, nach dem Anschlag auf Präsident James A. Garfield, eine Polizeibewachung des Weissen Hauses organisiert. Secret Service-Agenten übernehmen Begleitschutzaufgaben, als Präsident Grover Cleveland 1884 Morddrohungen erhält. Und erst nach der Ermordung von Präsident William McKinley am 6.9.1901 verfügt der Kongress einen Vollzeitschutz durch den Secret Service. Nach einem Mordversuch an Harry S. Truman 1951 wird der Begleitschutz auch auf Familienangehörige und den Vizepräsidenten ausgedehnt.   Quellen: Scott (1993): 295, Marrs: 240f.

1869: Immigration in die USA

Während dem 19. und 20. Jahrhundert emmigrieren über eine Million Sizilianer in die USA. Die italienischen und sizilianischen Einwanderer haben das organisierte Verbrechen nicht als erste in die USA gebracht. Es gibt bereits irische und jüdische Gangster, die sich organisieren. Die Iren haben kein Sprachproblem und alliieren sich mit den Politikern, für die sie Wähler einschüchtern oder gegnerische Wahlveranstaltungen stören.

Die Sizilianer spezialisieren sich zuerst auf die Erpressung ihrer Landsleute und auf Falschgeldherstellung. In Louisiana formieren sich 1869 vier von der italienischen Polizei aus Palermo ausgewiesene Banditen zu einem Bund, den sie “Stoppagherra Society” nennen und der eine Art Kolonie der sizilianischen Mafia darstellt. Kurz nach dem Bürgerkrieg organisiert der Sohn eines sizilianischen Einwanderers, Joseph Macheca, die erste Familie in New Orleans, die mehrheitlich im Hafen aktiv ist. Der sizilianische Mafioso Giuseppe Esposito flüchtet nach der Ermordung seines Bosses De Leoni nach New Orleans und versucht als “Radzo” den Lokalboss Tony Labruzzo zu entmachten. Dieser schaltet die Polizisten Mike und David Hennessy ein, worauf Esposito verhaftet und nach Italien abgeschoben wird. Labruzzo wird daraufhin von Giuliano Ardotta umgebracht, und auch Mike Hennessy wird erschossen. Ende der 80er Jahre entwickelt sich die Organisation zur ersten voll organisierten Verbrecherfamilie in den USA. An ihrer Spitze stehen als Nachfolger Machecas die Brüder Charles und Tony Matranza, die mit etwa 300 Mitgliedern den French Market für die Standard Fruit Company kontrollieren und die Werften und Kais der gegnerischen Provenzanos ebenfalls unterjochen wollen. David Hennessy, alliiert mit den neapolitanischen Provenzanos, schaltet sich in den entstehenden Krieg ein und wird am 15.10.1890 umgebracht. 19 Mitglieder der Matranza-Bande werden angeklagt, aber dank Todesdrohungen und Bestechungen freigesprochen. Die erzürnte Bevölkerung stürmt unter der Führung von William S. Parkinson das Gefängnis und lyncht 11 der Mobster. Nachfolger der Matranzas wird Sam “Silver Dollar” Carolla, der die Kontrolle der Territorien der Provenzanos sichert.

Zwischen 1890 und 1920 kommen insgesamt mehr als 18 Millionen neue Bürger in die Vereinigten Staaten, darunter sehr viele Kinder, die durch öffentliche Bildung integriert werden müssen. Als das Stück des jüdischen Autors Israel Zangwill ‘The Melting Pot’ 1908 in Washington Premiere hat, befinden sich die Vereinigten Staaten mitten in der grössten Einwanderungswelle, die das Land je erlebt hat. Die Metapher des “Schmelztiegels” verweis auf eine Ideologie, weil die Schranken zwischen den verschiedenen Ethnien trotz den Anstrengungen des Schulwesens bestehen bleiben. Alle Einwanderergruppen bringen kriminelle Organisationen hervor. Beispielsweise sind die Banden von Jesse Woodson James in den Südstaaten Anglo-Saxen.

In Pennsylvania formen Stefano LaTorre und Santo Volpe “The Men of Montedoro”, da um die hundert Familien aus diesem sizilianischen Ort stammen. Ihr Einfluss auf die Kohleminenarbeiter führt zur ersten Kontrolle einer Gewerkschaft, der United Mine Workers.

In Chicago werden nach sozialistischen Agitationen auf dem Haymarket und einer Verschwörung des Managements vier Gewerkschaftsführer zum Tod verurteilt und am 1.5.86 gehängt. Dieser Tag wird seither jedes Jahr als Gewerkschaftstag begangen. Ende des Jahrhunderts entstehen die irische Organisation unter Charles Dion O’Bannion und sizilianische und italienische Gangs wie die “Camoras”, die “Secret Hands” oder die “Mysterious Hands”, die ihre Landsleute terrorisieren und erpressen.

Die bekannteste Gang wird die sizilianische “Black Hands”. Deren Chef ist ab 1905 Diamond Joe Esposito, der dank seiner Korruptionstaktik und seinen Beziehungen zur Politik zum Boss aufsteigt. Der zweite wichtige Mann ist Big Jim Colosimo, der seine Karriere bei einer Puffmutter begann und nun die Prostitution kontrolliert. Die zunehmende Konkurrenz der Gangs führt zu Kämpfen und erfordert immer wieder Verstärkung: Esposito lässt die Genna-Brüder aus Sizilien kommen, Colosimo wird Johnny Torrio aus New York holen, und die lokalen Gangs von jungen Kriminellen werden rekrutiert.

Die sizilianischen Immigranten in New York lassen sich mehrheitlich in Harlem, die neapolitanischen vor allem auf der Lower East Side nieder. Die Sizilianer Ignazio Lupo Saietta und Giuseppe Morello rekrutieren aus diesen Quartieren die Mitglieder ihrer Gang, die um die Jahrhundertwende die grösste der Stadt sein wird. Auch hier gibt es eine “Black Hand”, in die sich der Polizeileutnant Joseph Petrosino infiltrieren kann. Als er die Polizeiarbeit gegen die Mafia mit italienischen Fahndern koordinieren will, wird er in Sizilien angeblich von Don Vito Cascio Ferro persönlich ermordet. Bekannt sind auch die “Five Points” und die “James Street Gang” von Johnny Torrio, dem Neffen von Colosimo. Die Politik von New York City wird durch die Tammany Hall, ein ämterverteilender Wahlapparat der Demokratischen Partei, beherrscht. Irische und dann auch jüdische Gangster schmieren die Politiker der Tammany Hall, stellen ihnen die Wahlhelfer und Schläger zur Verfügung, damit sie von Polizei und Justiz in Ruhe gelassen werden. Nach bewaffneten Strassenschlachten im August 1903 zwischen der 1200 Mann starken jüdischen Gang von Monk Eastman mit rivalisierenden Gangs greifen die Behörden ein, allerdings nicht, um die Gangs zu eliminieren, sondern nur, um einen Waffenstillstand zu vermitteln.

Quellen: Davis (1988): 20-28, Delorme: 17-33, Giancana: 28ff, Marrs: 157, Best.

1898: Lateinamerika-Politik der USA top

Bereits am 2.12.1823 verkündete Präsident James Monroe die nach ihm bekannte Doktrin, die den Europäern jeglichen Einfluss in den amerikanischen Kontinenten verbietet. Die Briten wollen das bröckelnde Kolonialreich der Spanier beerben, was die USA zu verhindern verstehen.

  • 1824 erfolgt eine militärische Intervention der USA in Puerto Rico,
  • 1831 in Argentinien, und
  • 1845 und 1847 in Mexico, worauf die USA die Hälfte des Territoriums annektieren.
  • Nach dem Ende des Bürgerkriegs proklamierte Präsident Ulysses Grant seinen Glauben an die “offenkundige Bestimmung” der USA, den gesamten Kontinent unter ihre Vorherrschaft zu bringen. Zur “Verteidigung der Demokratie” werden laufend Unabhängigkeits-Bewegungen abgeklemmt.

Meist wird der amerikanische Imperialismus religiös legitimiert: Schon im Krieg gegen die Mexikaner in den 1840er Jahre wurde mit Rekurs auf die Prädestinationslehre behauptet, Gott selbst habe die Pferde und Kanonen der Vereinigten Staaten gesegnet.

1859 verteidigte Horace Greeley die Massaker an den Prärieindianern mit derselben Logik: “Diese Leute müssen aussterben – es kann ihnen niemand helfen. Gott hat die Erde denen gegeben, die sie sich untertan machen und sie zu kultivieren verstehen; es wäre vermessen, sich seinem gerechten Auftrag zu widersetzen.

Die Politik der USA ist von Anfang auf die Elimination der Ureinwohner ausgerichtet, denn die Kolonisation war nicht auf Herrschaft, sondern auf privatrechtliche Ansiedlung angelegt. Deshalb gab es, im Unterschied zu den spanischen Kolonien, nie eine Mestizengesellschaft.

Während Jahrhunderten grenzte man die Indianer ‚aus der Gesellschaft’ aus und verdrängte sie. Um ihnen die Lebensgrundlage zu entziehen, wurden bis 1897 fast alle Bisons (30-40 Mio. Tiere) geschlachtet.

Erst 1924 erhielten die Indianer auf dem Papier die volle Staatsbürgerschaft, was sich aber in der Praxis nicht durchsetzte.

1893 beschliesst die Königin von Hawai, den Einfluss der aus den USA eingewanderten Pflanze und Missionaren einzuschränken. Unter US-Präsident Ulysses S. Grant war mit dem König von Hawai ein “Vertrag auf Gegenseitigkeit” unterzeichnet worden, der das Königreich faktisch zu einem Protektorat der USA machte.

Mit 250 Marinesoldaten organisieren die USA 1983 einen Putsch, der die Monarchie abschafft und eine amerikafreundliche Regierung einsetzt.

Die Depression im Winter 1893/94 brachte grosse Arbeitslosigkeit, gewalttätige Streiks in den Stahlwerken von Pennsylvania und den Kohlebergwerken von West Virginia.

Der Aufruhr zwang die Oligarchen an der Ostküste, etwas zu finden, um den “Eiter aus dem anarchistischen, sozialistischen und populistischen Furunkel zu ziehen“, wie ein Banker aus Philadelphia sich ausdrückt.

Präsident William McKinley setzt auf die Idee eines amerikanischen Empire: Seit 1895 führte José Marti den zweiten Unabhängigkeitskrieg in Kuba, und McKinley organisierte die Explosion des Panzerkreuzers USS Maine im Hafen von Havanna, um Spanien den Krieg zu erklären.

McKinley untergrub alle Versuche der Spanier zu verhandeln.

Die Pressezaren Joseph Pulitzer von World und William Randolph Hearst vom New York Journal behaupteten mehrere Wochen lang, die Spanier hätten eine Mine gelegt.

Die USA erobern Puerto Rico und unterstellen es bis zur formalen Annektion von 1952 einem US-Gouverneur. Auf einer der schönsten Inseln der Karibik, Vieques, testet das US-Militär 2008 an 200 Tagen im Jahr scharfe Bomben.

Beim Feldzug auf den Philippinen massakrieren die Marines 200’000 Einwohner.

Albert Beveridge, republikanischer Senator aus Indiana, meint 1901: “Wir werden nicht klein beigeben im Auftrag, unserer Rasse, unter Gottes Wille weltweit als Treuhänderin der Zivilisation zu wirken, und wir werden mit unserem Werk weitermachen, ohne wie Sklaven, die zu ihrer Arbeit gepeitscht werden, unseren Schmerz herauszuschreien, sondern mit Dankbarkeit für ein Unternehmen, das unserer Kraft würdig ist, mit Dankbarkeit gegenüber dem allmächtigen Gott, dass er uns als sein auserwähltes Volk bezeichnet hat, das fortan seine Heilung der Welt anführen darf.”

1911 kommt eine Untersuchungskommission zum Schluss, ein Explosionsunglück im Maschinenraum habe den Untergang des Schiffes und den Tod von 260 Seeleuten ausgelöst. Die USA dirigieren die Innenpolitik und intervenieren bei Widerstand militärisch: 1906, 1912 und 1917, wonach bis 1934 eine US-Militärverwaltung besteht.

Wegen der Kontrolle der Häfen und der Hafengewerkschaften arbeiten die Import- und Exportfirmen, vor allem wenn sie mit schnellverderblichen Gütern handeln, mit der Mafia zusammen. In der Revolution von 1911 in Honduras spielt die Mafia von New Orleans eine führende Rolle. Dabei werden die europäischen Banken und Investoren zurückgedrängt, und die US-Bananenfirmen bekommen freie Hand.

Samuel Zemurray von der Cuyamel Banana Company, die später zur United Fruit gehört, finanziert den in einem Bordell von New Orleans geplanten Coup.

Bereits 1903 und 1905 haben die USA die “Ordnung wiederhergestellt” und 1919 und 1924 erfolgen erneute militärische Interventionen.

Die Kooperation von US-Firmen, dem Militär, der Mafia und lokalen Herrschern bewährt sich in ganz Lateinamerika: Nach einer ersten Intervention 1853 machte sich der Amerikaner William Walker 1855 dank seiner Söldnerarmee zum Präsidenten von Nicaragua.

1857 und 1860 intervenieren die US-Marines erneut in Nicaragua. 1909 stürzten die Marines Präsident Zelaya und die USA besetzten das Land, wobei die Mafia ihre Zusammenarbeit mit den US-Firmen institutionalisiert.

Nach der Intervention von 1912 wurde Adolfo Diaz an die Macht gesetzt, der den Amerikanern die Kontrolle des Finanzsystems Nicaraguas und den Bau einer Militärgarnison bei Managua erlaubte, wo die Marines bis 1925 blieben.

1914 erfolgte der Bryan-Chamorro-Vertrag, der den USA das exklusive Recht auf den Bau eines geplanten Kanals sicherte. Nachdem der US-Schützling Emiliano Chamorro sich an die Macht geputscht hat, greifen die Marines gegen die Unabhängigkeitsarmee von Augusto Cesar Sandino 1927 erneut ein und bauen die berüchtigte Nationalgarde auf, an deren Spitze Anastasia Somozo 1932 die Macht übernimmt.

1903 erweiterte Theodore Roosevelt die Monroe-Doktrin, indem die USA die Funktion der “Weltpolizei” übernehmen müsse bei einem “Fehlverhalten” eines Staates:Ständiges Fehlverhalten oder die Unfähigkeit, die auf eine allgemeine Lockerung der Bande der zivilisierten Gesellschaft hinausläuft, können in Amerika, wie auch anderswo, am Ende das Eingreifen irgendeiner zivilisierten Nation erforderlich werden lassen.

Da der kolumbianische Senat sich weigerte, die Nutzungsrechte des geplanten Kanals in der Provinz Panama den Amerikanern für hundert Jahre zu überlassen, organisierte Roosevelt die Revolution vom 3.11.1903 in der Provinz Panama, worauf die USA die Gebietsabtrennung erzwangen.

Eine Invasion in der kolumbianischen Provinz war bereits 1860 erfolgt. Aufgrund der offensichtlichen Manipluation zahlt der US-Kongress 1921 den Kolumbianern eine Entschädigung von $25 Mio. Trotzdem erhält Panama 1926 faktisch den Status eines Bundesstaates.

Präsident William Taft prophezeit 1912: “Die gesamte Hemisphäre wird uns gehören, da sie uns kraft der Überlegenheit unserer Rasse moralisch eigentlich schon jetzt gehört”. In den nächsten 25 Jahren folgen 12 weitere Interventionen und 8 Invasionen. 1915 wird die Republik Haiti erstickt: Unter William B. Caperton landet ein Korps in Port-au-Prince und zwingt das Land, wie schon im Falle der Dominikanischen Republik 1907, die Militär-, Zivil- und Finanzverwaltung sowie das Zoll- und Steuersystem in die Hände der Amerikaner zu übergeben. Die Amerikaner befürchteten, das hoch verschuldete Land könnte seine Schuldenzahlungen einstellen. Bis 1934 halten die USA das Militärprotektorat aufrecht.

1921 wird mit einer US-Intervention Präsident Herrera in Guatemala gestürzt, der sich gegen die Expansionspläne der United Fruit stellt.

1923 werden Pläne für eine Föderalistische Republik von Guatemala, Honduras und El Salvador vereitelt. General Smedley D. Butler schreibt am 21.8.31 in der New York Times:

  • “Ich half 1903, Honduras für die amerikanischen Fruchtfirmen zu öffnen.
    Ich half 1914 Mexico, und speziell Tampico, die Ölinteressen zu sichern.
    Ich half, aus Haiti und Kuba einen netten Platz zu machen, wo die Jungs von der National City Bank Geld verdienen können.
    Ich half ein halbes Dutzend zentralamerikanischen Republiken für die Wall Street weichzukopfen.
    Ich half 1909-1912, Nicaragua für die internationale Bank Brown Brothers zu säubern.
    Ich öffnete die Dominikanische Republik 1916 für die amerikanischen Zuckerfirmen.
    In China beschützte ich Standard Oil.

Rückblickend denke ich, dass ich Al Capone einige Tipps hätte geben können. Er betrieb seine Erpressungsgeschäfte in 3 Distrikten, ich arbeitete in drei Kontinenten.”

1927 behauptet der amerikanische Botschafter in Paris, Myron Herrick:

Die Vereinigten Staaten gieren nicht nach Land. [...] Wer uns imperialistische Absichten unterstellt, kennt die Fakten nicht oder ist unaufrichtig.

Nachdem die USA in ganz Lateinamerika totalitäre Militärregimes installiert haben, verkündet Präsident Franklin Roosevelt 1934 die “Politik der gutnachbarschaftlichen Beziehungen”. Quellen: Delorme: 17-33, CIA-Info: 15f, Davis (1988): 20-28, Best, Lemoine (2003), Ramonet (2003b), Lapham, Kinzer.

1917: Erster Weltkrieg

Der Untergang des Passagierdampfers Lusitania vor der Südküste Englands im Mai 1915 liefert Woodrow Wilson den Vorwand, gegen Deutschland in den Krieg zu ziehen.

Die Presse heizt die Stimmung an, indem behauptet wird, belgische Nonnen würden von den Deutschen über glühenden Kohlen geröstet.

Der erste Weltkrieg eröffnet ungeahnte Verdienstmöglichkeiten für Börsenspekulanten wie J. P. Morgan oder Edward H. Harriman, der 1898 mit Krediten von William Rockefeller, Otto Kahn, Jacob Schiff und Felix Warburg die Kontrolle der Union Pacific Railroad übernommen hatte. (Anm.: Alles unter Rothschilds finanzieller Deckung)

Der Bruder von John D. Rockefeller besitzt die National City Bank (später City Bank), die die Waffenindustrie für den Krieg reorganisierte.

Percy A. Rockefeller übernahm die Kontrolle der Remington Arms Company, die die USA, England und Russland mit Maschinengewehren, automatischen Pistolen und Munition beliefert.
Trotz dem Kriegseintritt der USA wegen dem Business und der Absicht, die Weltmachtstellung der Engländer zu übernehmen
, präsentiert Wilson seine “Vierzehn Punkte” auf der Friedenskonferenz in Versailles mit der Begründung: “Amerika hat das unendliche Privileg, seine Bestimmung zu erfüllen und die Welt zu retten“.

Prescotts Vater Samuel P. Bush, Präsident der Buckeye Steel Castings, wird 1918 dank Harriman direkt dem Direktor der staatlichen Waffenbeschaffung unterstellt und nützt diese Position für die Rüstungsfirma Remington.

1934 beschäftigt sich ein Untersuchungsausschuss des Senats mit den Machenschaften des als ‚Merchant of Death’ bezeichneten Waffendealers im 1. Weltkrieg. Zudem ist Samuel Bush Präsident der Federal Reserve Bank von Cleveland und Berater des Präsidenten Herbert Hoover.

Zusammen mit seinem Freund E. Roland Harriman wurde Prescott Bush 1916 in die rassistische Yale-Geheimgesellschaft Skull & Bones aufgenommen.

Der exklusivste von rund einem Dutzend Geheimbünden der Ivy-League nimmt jedes Jahr nur 15 Mitglieder auf. Zur Ivy-League gehören acht Eliteuniversitäten im Nordosten der USA: Brown University, Columbia University, Cornell University, Darmouth College, Harvard, Princeton, University of Pennsylvania und Yale (Ivy Plus unfasst noch das Massachussetts Institut of Technology und die Stanford University). Den Zugang zu diesen Universitäten gelingt fast nur nach dem Besuch teurer Privatschulen wie der Phillips Academy (die die Bushs besuchten), der ‚legacy’ (der Vater und der Grossvater haben bereits an dieser Uni studiert) und der Spendenzahlung. Harvard ist mit einem Fond von $22 Mia. die reichste Universität, gefolgt von Princeton und Yale mit je etwa der Hälfte. Die S&B wurde 1832 gegründet und umfasst heute 800 Mitglieder. In Harvard ist es der Porcellian Club und in Princeton der Ivy-Club, die das Old-Boy-Network und damit das rigide Klassensystem der USA reproduzieren.
Die Mitglieder dieser Aristokratie schanzen sich die obersten Stellen im Staat (in den Gerichten, im Kongress, der CIA und der Regierung) und in der Wirtschaft (in den Anwaltskanzleien und den Konzernen) zu.

George Herbert Walker baut 1919 die Privatbank W.A. Harriman & Co mit auf, an der unter anderem Percy Rockefeller als Direktor mitbeteiligt ist.

Averell Harriman bekommt nach monatelangem Taktieren unter nie veröffentlichten Konditionen die von den USA am Ende des ersten Weltkriegs konfiszierten Dampfschiffe der Hamburg-Amerika-Linie, was ihm das Monopol für die nächsten 20 Jahre sichert.

Die W.A. Harriman fusioniert mit der Privatbank Morton & Co. und verschafft sich 1922 über die Warburg-Bank den Zugang zur deutschen Schwerindustrie und zu russischen Ölkonzessionen.

1921 heiratet Prescott Bush Walkers Tochter Dorothy und wird 1926 Vizepräsident der W.A. Harriman Bank. Als Geschäftsführer der Union Banking Corp. und der Hamburg-Amerika-Linie wird Bonesman Bush einer der wichtigsten Unterstützer der Nazis.

Nach der Fusion mit dem Bankhaus Brown Brothers 1931 wird die Brown Brothers Harriman zur grössten und politisch einflussreichsten Privatbank Amerikas, und Averell Harriman berät in Sachen Finanzen insgesamt 6 US-Präsidenten. Er finanziert als Partner von Prescott Bush über die Union Banking nicht nur die Nazis, sondern mit seiner Garanty Trust Company auch die Aufrüstung der Sowjetunion.

Quellen: Tarpley/Chaitkin: 13-20, Ploppa, Bröckers, Birnbaum, Lapham (2004), Fantasia (2004), Laurent: 18.

1920: Prohibition top

Während der Prohibition (16.1.20-5.12.33) entwickeln sich die Gangs zu eigentlichen Industrieimperien-Besitzer. Bereits vor dem ersten Weltkrieg führte einige Staaten wie Kansas aufgrund religiöser und feministischer Lobbygruppen das Alkoholverbot ein.

Der Krieg verstärkte den Alkoholismus, was die Einführung des nationalen Verbots von Herstellung, Vertrieb und Verkauf alkoholischer Getränke erleichterte. Die jüdischen Mobster (Dutch Schultz mit der Firma Seagrams und Jack “Legs” Diamond) sind die ersten im Alkoholschwarzbrennen und -schmuggeln. Jüdischen Ursprungs sind auch die Bronfman-Brothers in Kanada sowie Arnold Rothstein und Mannie Kessler in New York. Die Iren steigen ebenfalls von Anfang an ins Bootlegging ein: Big Bill Dwyer in New York, Steve Wallace, Dan Carroll und Joe Kennedy in Boston, Tommy McGinley in Cleveland, Tommy Banks in Minneapolis und Charles O’Bannion in Chicago.

Nach den Juden und Iren entdecken die italienischen Gangs, die viel gewalttätiger sind und sich oft gegenseitig bekämpfen (z.B. Sizilianer gegen Neapolitaner), den Markt.

Allerdings arbeiten Juden und Italiener auch manchmal zusammen. Die italienische Mafia, die bisher vor allem die Prostitution und die Geldspiele beherrschte, wird erst durch den Alkoholschmuggel eine bedeutende Macht.

Um Diamond Joe Esposito nicht in die Quere zu kommen, bleibt Big Jim Colosimo in Chicago beim Prostitutionsgeschäft. Sein Neffe Johnny Torrio holt 1919 Al Capone aus New York, und sie versuchen zu zweit, Colosimo von den Vorteilen des Alkoholschmuggels zu überzeugen.

Da er nicht einschwenkt, wird er am 11. Mai 1920 von Frankie Yale umgebracht. Danach baut John Torrio ein weiteres Alkoholkartell in Chicago auf. Während drei Jahren kann Torrio den Frieden aufrechterhalten, indem er die anderen Gangführer überzeugt, dass ohne Bandenkriege mehr Geld zu verdienen ist.

1923 wollen verschiedene Gangs ihre Territorien erweitern, und neue sizilianische Immigranten kommen in Chicago an, die die Unione Siciliana unterwandern, um am Alkoholgeschäft mitzuverdienen. In den 20er Jahren ereignen sich 500 Mafiamorde in Chicago, fast alle ohne eine Verurteilungen der Täter.

Die Machtstellung von Diamond Joe Esposito ist gesichert, weil er den für die Alkoholproduktion notwendigen Zuckerimport kontrolliert, angeblich eine von Präsident John Calvin Coolidge persönlich ausgestellte Lizenz. Esposito erzählt von mehreren Treffen mit Coolidge, für den er im Gegenzug bei den Wahlen Stimmen organisiert.

Der Boss demonstriert seine Macht, indem er von den Italienern verlangt, mit den hübschesten Bräuten vor der Hochzeitsnacht zu schlafen. Trotz dieser Entwürdigung wird ihm während den 20 Jahren seiner Herrschaft keine Jungfrau verweigert.

Johnny Torrio, Al Capone, Jake Guzik, Paul Ricca, Murray Humphreys, Frank Nitti, Jack McGurn und Tony Accardo kamen alle aufgrund von Espositos politischen Beziehungen von New York nach Chicago und arbeiten für ihn. Die sechs Genna-Brüder leiten die illegalen Destillerien im Patch und schmieren über 400 Polizisten. Aufkommende Konkurrenten im Alkoholgeschäft werden mit Bomben bekämpft, wofür Gangs wie die “42″ angestellt werden. Allein 1925 werden über 100 Bombenattentate verübt. Der wildeste der Aufsteiger ist Al Capone, der 1928 im Alter von 29 Jahren das höchste Privateinkommen in den USA erzielt: $105 Mio.

In New York City wird die Korruption durch die Vormachtstellung der Tammany Hall besonders gefördert. Es gibt zwei dominierende kriminelle Organisation: Die jüdische um Arthur Rothstein mit Arnold “Dutch Schultz” Flegelheimer und James J. Hines. Und die italienische Organisation um Albert C. Marinelli mit Joe Masseria, der Mitte der 20er Jahre zum dominanten Alkoholdealer in New York aufsteigt und ein riesiges Vermögen anhäuft. Carlo Gambino, Joe Adonis und Albert Anastasia arbeiten für “the Chinese”, wie der vulgäre Masseria wegen seinen dicken Backen und schmalen Augen von seinen Feinden genannt wird.

Bereits ein Jahr nach Einführung des Alkoholverbots bestehen in New York 5000 Spekeasies, deren Zahl bis 1927 auf 40’000 ansteigt.

Der 1920 zum Präsidenten gewählte Warren Harding, selbst ein Alkoholiker, wird wegen seiner sexuellen Beziehungen erpresst, die grossen Schmuggler zu schützen.

Die unpopuläre Prohibition macht die Gangster zu Helden und salonfähigen Geschäftsherren und festigt die Beziehungen zwischen Gangstern mit der amerikanischen Politik, da Polizisten, Richter und Staatsbeamte durch die enormen Profite grosszüzig bestochen werden können. Laut dem Chicagoer Polizeichef Charles Fitzmorris sind 60% der Polizisten im Alkoholgeschäft tätig. Von den jährlich bis zu 4000 wegen illegaler Glückspiele Angeklagten werden durchschnittlich lediglich 175 vor Gericht gestellt.

Aufgrund der Bandenkriege und des wachsenden Drucks der Behörden verlegen die Gangs ihre Hauptsitze in die umliegenden Vororten. Eine Bewegung weg von den traditionellen Zentren zu besser kontrollierbaren Gemeinden entsteht. Aber die Gangster versuchen in allen Städten, die Ämterverteilung zu beeinflussen. Politiker, die oft nur mit entsprechenden Stimmenkäufen gewählt werden, bleiben für Skandale am exponiertesten und lassen deshalb den Mobster den benötigten Freiraum. Journalisten, Richter, Justizbeamte, Polizisten und FBI-Beamte haben nichts zu fürchten, da sie in den Augen der Mafia nur ihren Job tun. Wenn sie sich schmieren lassen, wird allerdings Loyalität erwartet. Auch normale Bürger haben nichts zu befürchten, es sei denn, sie haben Spielkredite von Loan Sharks aufgenommen, die sie nicht zurückzahlen können. Gefährlich leben hingegen Informanten und Zeugen, die bei Prozessen aussagen.

Dutch Schultz baut sein Number Racket-Imperium auf und verdient vorwiegend an den armen Schwarzen. Das einfache Spiel besteht darin, dass der Spieler eine Zahl zwischen 0 und 999 wählt, bei der richtigen Zahl aber höchstens 600 Mal den Einsatz ausbezahlt bekommt. Da viele spielen, setzt Dutch Schultz $80’000 pro Tag um. Dazu kommen die Pferderennwetten, wofür Dutch Schultz das Mathematikgenie Otto Berman als Spielbankexperte anstellt.
Mit der Zeit beginnt jedoch die italienische Mafia, Geldspiele und Wetten zu kontrollieren, wobei die Juden die “Banken” und “Buchhaltungen” weiterbetreiben und die Runners meist Schwarze sind.

Die Kontrolleure kassieren 35% der Einnahmen, wenn sie die Polizei schmieren, sonst 30% und die “Bank” übernimmt die Schmiergelder. Der Kontrolleur bezahlt seinerseits 20 bis 25% seiner Einnahmen an die Runners. Diese ziehen bei einem Gewinner aber auch einen Teil für sich ab. In New York werden die Profite aus dem illegalen Spielgeschäft auf $500 Mio. geschätzt. Die Mobster, die die Number-Rackets kontrollieren, sind zudem die grössten “Loan sharks”: für 20% Zins pro Woche leihen sie denen Geld, die sonst keines mehr bekommen, und ihre Methoden der Wiedereintreibung sind effizient.

Quellen: Giancana: 30ff, 178, Lacey: 59, Best: 9, Davis(1993): 30-36, Delorme: 39, 77-83, Geffen, Behr (2002).

1920: Joe Kennedys Karriere top

Joseph Patrick Kennedy steigt in den Alkoholschmuggel ein und verdient damit das Kapital, um an der Börse im grossen Massstab zu investieren.

Sein Vater, Patrick Joseph Kennedy, der Sohn des 1848 aus Dunganastown in Irland eingewanderten Patrick Kennedy, wurde 1885 nur 27jährig Abgeordneter von East Boston im Repräsentantenhaus. Er begann seinen sozialen Aufstieg dank seinem blühenden Alkoholgeschäft. Da er im “Hinterhof von Boston” äusserst populär war, wurde er dreimal zum Senator gewählt, Mitglied des Zentralkomitees und später Vorsitzender des Strategieausschusses der Demokratischen Partei. Trotz dieses Aufstiegs blieb Patrick Joseph Kennedy letztlich nur ein Lokalpolitiker, weshalb er seinen 1888 geborenen Sohn Joseph Patrick an die aristokratische Harvard schickte.

Obwohl Joe ein Star im Baseball war, blieb er aufgrund seiner irisch-katholischen Herkunft von vielen Aktivitäten des Campus ausgeschlossen. Er setzte sich zum Ziel, mit 30 Millionär zu sein, damit er “auf diese protestantischen Bastarde pissen” könne. Nach dem Harvardabschluss bekam Joe Kennedy dank dem politischen Einfluss seines Vaters einen Posten als staatlicher Bankrevisor mit einem Jahresgehalt von $1500. Da es Joe gelang, die kleine Columbia Trust Company, an der sein Vater wesentlich mitbeteiligt war, vor einer Übernahme zu retten, wofür er sich mit $45’000 persönlich verschuldete, wurde er vom Aufsichtsrat mit nur 26 zum jüngsten Bankpräsidenten der USA befördert.

1914 heiratete er Rose Fitzgerald, die Tochter des eben rausgeworfenen Bürgermeisters von Boston. Mit vielen gewagten Einsätzen in legalen und anderen Geschäften entstand der Grundstock von Kennedys Vermögen.

Um den Aktivdienst zu vermeiden, stieg Kennedy 1917 als stellvertretender Manager der Bethlehem Steel in der riesigen Fore River Werft, wo Zerstörer gebaut werden, ein.

Daneben kaufte er sich eine Vertriebskonzession der Universal Pictures.

John F. Fitzgerald gewinnt am 5.11.1918 die Wahl zum Repräsentanten von Boston gegen den ebenfalls demokratischen Konkurrenten Peter F. Tague. “Honey Fitz” Fitzgerald forderte Tague heraus, da dieser sich nicht an einem einträglichen Grundstückhandel mit dem Fore River Shipyard, wo sein Schwiegersohn Joe Kennedy im Management tätig ist, beteiligen wollte.

Seine Wahlkampforganisatoren, zu denen Joe Kennedy gehört, rekrutieren italienische Immigranten und Profiboxer, die Tague-Wähler mittels Drohungen und Schlägen umstimmen. Ein Drittel der ungültigen Stimmen kommen von Personen, die nicht im Bezirk leben, andere Stimmen lauten auf Namen von Kriegsgefallenen oder noch in Europa stationierten Soldaten. Am meisten falsche Stimmen kommen aus dem Prostituiertenmilieu. Am 24.10.19 wird Fitzgerald nach achtmonatiger Untersuchung wegen Wahlbetrugs aus dem Repräsentantenhaus ausgeschlossen.

1942 schickt Joe Kennedy den dann 79-jährigen nochmals ins Rennen, um den populären New Deal Demokraten Joseph E. Casey, einer von Roosevelts Favoriten und daher möglichen Konkurrenten seines Sohnes Joe Jr. zu schwächen. Der Republikaner Henry Cabot Lodge Jr. gewinnt dann zwar, aber die Kennedys haben gelernt, wie man mit viel Geld und geschickter Propaganda auch einen sehr guten Kandidaten ausschalten kann. 1920 steigt Kennedy bei der Massachusetts Electric ein und zieht nach New York an die Wall Street.

Nach dem Krieg arbeitet Joe Kennedy als Leiter der Aktienabteilung des Maklerhauses Hayden, Stone and Company und macht dank Insiderinformationen mit Börsenspekulationen so viel Geld, dass er sich für seine sechsköpfige Familie ein neues Zwölfzimmerhaus in Brookline und einen neuen Rolls-Royce kaufen kann. Wieviel und wie Kennedy Geld verdient, bleibt sein Geheimnis, auch seiner Familie gegenüber, die gelernt hat, niemals Fragen darüber zu stellen.

Joe Kennedy, dessen Vater schon Alkohol importierte, benutzt medizinische Erlaubnispapiere für den Import von kanadischem Whiskey, wovon er 200’000 Kisten ins Land geschmuggelt haben soll. Damit wird er zu einem Konkurrenten der Mafiosi, zu denen er zwangsläufig auch partnerschaftliche Kontakte unterhält. Anfangs schifft Kennedy englischen Scotch und Gin an die 12-Meilen Grenze, wo Frank Costellos Leute den Alkohol übernehmen, weshalb Costello später behauptet, er habe Kennedy reich gemacht. Kennedy arbeitet während Jahren auch mit Owny Madden zusammen und mietet Leute von Murder, Inc, um mit den Gewerkschaften fertig zu werden.

Weil Kennedy auf dem Gebiet der jüdischen Purple Gang in Detroit ohne Erlaubnis geschmuggelten Rum verkauft, will diese seinen Kopf. Kennedy geht nach Chicago und bittet Diamond Joe Esposito um Unterstützung. Da ihm dieser das Leben rettet, bleibt er in der Schuld der Mafia von Chicago.

Die Gewinne aus dem Alkoholschmuggel investiert Kennedy meist an der Börse und beteiligt sich an einer Kinokette. Er gibt seine Stelle bei Hayden, Stone and Company 1923 auf und eröffnet sein eigenes Büro in Boston: “Joseph P. Kennedy, Bankier”. Für seine bisher sieben Kinder und seine Frau Rose gründet Kennedy Treuhandfonds, womit er ihnen eine wirtschaftliche Unabhängigkeit für politische Karrieren ermöglicht. Sie sollten schliesslich über je $10 Mio. verfügen können.

Nachdem er, offenbar auch mit Geldern der Mafia Chicagos, die Kontrolle der “Film Booking Office of America” erringt, zieht Kennedy 1925 nach Hollywood.

Hollywood ist seit 1912 von jüdischen Flüchtlingen aus Osteuropa (Samuel Goldman, Louis B. Mayer, Karl Lemmle, William Fox, Adolph Zukor, Harry Cohn und die Brüder Jack und Harry Warner) aufgebaut worden, die wie niemand sonst den American Way of Life definieren.

Im Bedürfnis nach Assimilation schufen die Aussenseiter eine idealisierte Welt, bei der das Böse immer vom guten Helden besiegt wird. Mayer verschob seinen Geburtstag auf den 4. Juli und feierte ihn jeweils mit grossem Pomp und hunderten von illustren Gästen. Auch die meisten berühmten SchauspielerInnen wie Kirk Douglas, Paul Newman, Lili Palmer Clark Gable, Tony Curtis oder Judy Holliday sind jüdischer Herkunft und werden zum Inbegriff der amerikanischen Kultur. Trotzdem werden Juden bis in die 30er Jahre nicht in die Klubs der Reichen aufgenommen, und die gesellschaftliche Anerkennung bleibt den ‚Superamerikanern’ versagt.

Während die Familie in New York wohnt, vergnügt sich Joe Kennedy mit Jean Harlow, Anita Page und Greta Garbo und versucht sich als Filmproduzent von Lowbudgetfilmen. Seine wichtigste Geschäftspartnerin und Liebhaberin ist Gloria Swanson, die ihm einen Sohn (Joseph) zur Welt bringt. Kennedy übernimmt faktisch die Kontrolle über ihr Leben, startet die Gloria Productions und versucht vergeblich, von der Katholischen Kirche einen Dispens zu erhalten, der das Zusammenleben erlaubt hätte. Rose setzt sich häufig nach Europa ab und kompensiert ihre Frustration mit Einkäufen.

Besonders der junge Jack leidet unter den dauernden Absenzen seiner Eltern. Mit Käufen und Verkäufen von Filmgesellschaften bereichert sich Kennedy um geschätzte $5 Mio. in Hollywood.

Quellen: Hersh: 35-43, Best: 16ff, Kessler (1997), Collier/Horowitz: 7-54, Giancana: 73, 214, Wolfe: 125ff, Jacobovici, Russel (2000), Geffen, Amara, Gabler.

1924: J. Edgar Hoover und das Bureau of Investigation

John Edgar Hoover wird im Mai 1924 vorläufiger Chef des Bureau of Investigation, ernannt vom Generalstaatsanwalt Harlan Fiske Stone.

Hoover übernahm 1918 24jährig die General Intelligence Division, mit dem Auftrag, die subversiven Umtriebe zu studieren. Das Bureau of Investigation wurde 1909 vom rassistischen und schwachsinnigen Präsidenten Theodore Roosevelt gegründet, der seine Karriere als Polizeikommissär in New York begann.

Charles Bonaparte, dem Grossneffen Napoleons, ging mit 9 Agenten gegen die Arbeiter-Bewegung vor. Die Syndikalismus-Bewegung mobilisierte 4 Mio. Streikenden in 2665 Streiks in einem Jahr. Zur Bekämpfung der Gewerkschaften wurden Bürgervereine und Freiwilligenverbände wie die American Protective League gegründet und von der Industrie finanziert. Innenminister A. Mitchell Palmer liess am 2.1.19 ganze Stadtviertel abriegeln und durchsuchen, um Linke zu finden. Hoover beurteilte die vorgenommenen Razzien, Verhaftungen, Verurteilungen und Ausweisungen als “zu lasch”. In seinem Eifer umging er die Grundrechte im Kampf gegen die Anarchisten und Kommunisten, indem er diese ohne Gerichtsurteile ausschaffen liess (am 21.12.19 249 Personen und am 2.1.20 556). Das Vorgehen Hoovers kostete Palmer seine Karriere, im Gegensatz zu Hoover, der zu seiner Verteidigung begann, nicht nur Informationen über Radikale und Schwarze zu sammeln, sondern auch über gewählte Politiker, Richter und Wissenschaftler.

Im Jahre 1920 verhaftete die Polizei 4000 “subversive Elemente” in 33 Städten. Bekannt wurden die beiden Anarchisten Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti, die dem Rachewillen der Politiker und der Polizei zum Opfer fielen. Die Mafiosi Joe und Butsey Morelli aus Providence, Rhode Island, waren für die den Anarchisten zugeschobenen Überfälle und Morde verantwortlich.

Am 22.8.21 wurde Hoover von Justizminister Harry Daugherty zum Vizedirektor des Bureau of Investigation, das bereits Dossiers über 500’000 Personen besitzt, ernannt.

Stone verbietet dem neuen Bundespolizeichef Untersuchungen in politischen Prozessen und ordnet eine Reform der Abteilung an. Deshalb säubert Hoover das korrupte Netz seiner 657 Agenten, baut eine Elitetruppe auf und führt eine autoritäre Hierarchie ein.

Die Agenten des streng presbyterianisch erzogenen Juristen dürfen nicht trinken, keine Schnurrbärte tragen, werden bei Ehebruch sofort gefeuert, permanent kontrolliert und in Akten erfasst. Die Repression der linken Arbeitervertretungen, die Verurteilungen und Rückschaffungen von Kommunisten und Anarchisten und das neue Einwanderungsgesetz lassen die Zahl der Einwanderer ab 1924 stark zurückgehen. Der Johnson-Reed Immigration Act kommt aufgrund der ‚Beweise’ der Intelligenzforscher zustande, wonach Schwarze, arme Weisse und Süd- und Osteuropäer, wobei vor allem die jüdischen Einwanderer gemeint sind, geistig minderwertig und kriminalitätsgefährdet seien.

Die massive Beschränkung der Einwanderung wird unterstützt durch den Ku-Klux-Klan, der Mitte der 20er jahre 5 Mio. Mitglieder zählt. Der Ku-Klux-Klan war 1915 wiedergegründet worden, um die ethnische, religiöse und moralische ‚Einheit’ des ‚Weissen Amerika’ zu schützen. Nach einigen Skandalen bricht die Bewegung 1925 aber zusammen. Hoover und seine Agenten legen trotz des Verbots nicht nur über Linke, Bürgerrechtler und Kriminelle, sondern auch über Politiker Dossiers an. Am 25.3.25 eröffnet Hoover sein “Obscene File”. Seine Macht beruht auf diesen – zum Teil intimen – privaten Daten, mit denen er die Politiker erpressen kann. Kein Präsident wagt es, Hoover zu entlassen. Sein Stellvertreter William Sullivan bezeichnet Hoover als den grössten Erpresser aller Zeiten.

Dank diesen Unterlagen bleibt Hoover bis zu seinem Tod 1972 Direktor des FBI und überlebt acht Präsidenten und 16 Justizminister. Er ist den Präsidenten allerdings auch gefällig: Auf Wunsch von Roosevelt, Truman, Johnson und Nixon lässt er deren Gegner überwachen.

1925 wird zur Stärkung des umstrittenen FBI die private National Crime Commission geschaffen, allerdings nicht um den Alkoholschmuggel und das Gangstertum zu bekämpfen, sondern um die Macht der Polizei im Kampf gegen die Gewerkschaften zu stärken. Die Gründungsversammlung findet bezeichnenderweise in den Räumen der United States Steel Corporation statt.

1928 erklärt der Oberste Gerichtshof das Abhören von Telefongesprächen für verfassungsmässig.

Am 2.4.28 stellt Hoover seinen Lebenspartner Clyde Tolson ein, der Guy Hottel mitbringt. Die beiden werden seine Vertrauensmänner an der Spitze des Federal Bureau of Investigation. Nebenbei ist Hoover zugleich Direktor einer Versicherungsgesellschaft.

Quellen: Davis (1984), Fox: 65, Theoharis/Cox: 21-88, 159, Schulz: 41, Todd, Summers (1993), Tarpley/Chaitkin: 536f,

1925: Al Capone in Chicago

Benito Mussolini besuchte 1924 das erste Mal Sizilien, und schickt kurz darauf mehrere Infanterieregimente nach Sizilien. Der Präfekt Cesare Mori baute ein System von Spitzeln auf und konnte 1926 die Macht der Mafia brechen, indem er mit Folter und Erpressung die 11’000 Verhafteten zum Reden brachte. Selbst die beiden mächtigsten Bosse Don Calo Vizzini und Genco Russo kamen ins Gefängis. Mussolini löste damit eine Mafiosi-Fluchtwelle, wozu Stefano und Antonio Magaddino, Salvatore Maranzano, Joe Bonanno, Mike Coppola, Joe Profaci und Joe Magliocco gehörten, ins Paradies der Prohibition aus.

Bis Mitte des Jahrhunderts emigrieren insgesamt über 5 Mio. Italiener in die USA, die die lokale Struktur der bisherigen Mafia in den USA verändern.

In Chicago unterwanderten die Neuankömmlinge aus Sizilien die Unione Siciliana, eine 1895 gegründete Genossenschaft für gegenseitige Hilfe, und benutzten sie als Front für kriminelle Aktivitäten.

Michele Merlo, einer der Bosse Chicagos, starb am 8.11.24 an Krebs. Die Mafia hatte im folgenden Mühe, sich zu behaupten. In internen Kämpfen werden sechs führende Mafiosi umgebracht: Angelo Genna und Sam Samoots Amatuna (1925), Antonio Lombardo (1928), Pasquale Lolordo (1929), Giuseppe Aiello (1930) und Agostine Loverdo (1931).

Neben den verschiedenen Mafia-Familien und dem Syndikat von Torrio mit Alfonso Capone gibt es die irische North Side Gang, die ebenfalls im Alkoholgeschäft tätig ist. Ihr Chef, Charles Dion O’Bannion, wurde am 10.11.24 in seinem Blumenladen, in dem Al Capone für $10’000 rote Rosen und Johnny Torrio für $10’000 Chrysanthemen für das Begräbnis von Merlo bestellt hatten, ermordet. O’Bannion soll selbst für den Mord von 24 Personen verantwortlich gewesen sein.

Zum Konflikt kam es, weil seine Männer mehrere Lastwagen mit Alkohol der Genna-Brüder entführten. Nachfolger O’Bannions wurden Frank Gusenberg und George “Bugs” Moran. Sowohl die Gennas wie auch die Aiellos gehören im Gegensatz zu Torrio der Unione Siciliana an.

Im Januar 1925 wollen der 17jährige Sam Giancana und Leonard Gianola Johnny Torrio im Auftrag Al Capones umbringen, verletzen ihn aber nur. Capone erträgt es nicht, dass Torrio sich weigert, den Kuchen zu teilen. Torrio verlässt daraufhin die Stadt mit seinen angehäuften $40 Mio. und überlässt Capone seinen Platz. Dieser schaltet nun systematisch alle Konkurrenten aus: Giancana wird im Mai 1925 erneut engagiert, um die Gennas auszuschalten: Nachdem Angelo, Mike und Tony Genna umgekommen sind, flüchten die restlichen drei Brüder. Giancana bringt am 3.10.28 auch seinen Mentor und Beschützer Diamond Joe Esposito um. Am 8.1.29 wird Pasqualino Lolordo von Joe Aiello und den Brüdern Frank und Pete Gusenberg ermordet.

Al Capone, der im Laufe seiner Karriere 215 Morde angeordnet haben soll, organisiert das Management des Verbrecherkartells, das mithilfe der geschmierten Kooperation von Politikern, Polizei und Justizbeamten $60-250 Mio. Umsatz erwirtschaftet. Der populäre Capone gibt der Bevölkerung, was sie will: Alkohol, Sex und Spiele, und zusammen mit Paul Ricca führt er die politischen Beziehungen Espositos weiter. Das Syndikat Al Capones ist mit der Lolordo-Familie verbündet, die mit der Aiello-Familie in Konflikt steht.

Am 14.2.29 wird die irische North Side Gang mit einem siebenfachen Mord ausgeschaltet. Die Mörder fahren am Valentinstag in einem Polizeiauto und in Uniform beim Treffpunkt vor und erschiessen die nichtsahnenden Anwesenden. Capone steht hinter der Ermordung von Frank und Pete Gusenberg, Jack May, Al Weinshank und Adam Heyer. Bugs Moran, eigentliches Ziel des Anschlags, und seine Leibwächter Willie Marks und Ted Newsberry überleben, weil sie verspätet zum Treffpunkt erscheinen. Moran zweigte Capones Alkohol ab und verkaufte ihn an eigene Kunden. Moran verliert trotz dem fehlgeschlagenen Attentat seine Machtbasis und zieht sich aus dem Alkoholgeschäft zurück.

Damit besitzen Al Capone und und Don Giuseppe Aiello, der am 23.10.30 im Auftrag von Pasquale Prestigiocomi ermordet wird, das Alkoholmonopol in Chicago.

Aber Al Capones Berühmtheit als ‚scarface’ ist den anderen Mafiosi ein Dorn im Auge, weil es das Geschäft gefährdet. Mafia-Bosse von verschiedenen Familien und Städten treffen sich im Mai 1929 in Atlanta City und teilen die Territorien den einzelnen Familien zu. Aufgrund der Prohibition systematisierte sich die Kooperation zwischen den Schmugglern der einzelnen Staaten, wobei die grossen Bosse des Nordwestens den Ton angeben. Dazu gehören Al Capone, Joe Adonis, Lepke Buchalter, Moe Dalitz, Johnny Torrio, Lucky Luciano, Frank Costello, Charlie Solomon, Waxey Gordon, Longy Zwillman, das Reinfeld Syndikat, Meyer Lansky und Bugsy Siegel. In Nebengesprächen wird beschlossen, dass der publizitätssüchtige Al Capone, der die Plätze von Torrio und Esposito und damit die Macht in Chicago übernommen hatte, gehen muss. Auf dem Nachhauseweg von Atlanta wird Capone wegen unerlaubtem Waffenbesitz verhaftet und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

Kaum entlassen, kommt Al Capone wegen Steuerhinterziehung erneut für 11 Jahre ins Gefängnis.

Paul Ricca übernimmt den Vorsitz in Chicago. Ricca hiess Paul DeLucia, bis er 1920 in die USA flüchtete. Er wurde 17jährig wegen Mordes verurteilt und brachte unmittelbar nach seiner Entlassung den Zeugen, der ihn ins Gefängnis gebracht hatte, um. In den USA arbeitete er dann in der Zentrale von Esposito, dem Café Bella Napoli, woher er seinen Übernamen “the Waiter” hat. Die Medien sind überzeugt, dass Frank “the Enforcer” Nitti der Nachfolger von “Scarface” sei, was Ricca, Humphreys und Jake Guzik, der für die Finanzen zuständig ist, ziemlich freie Hand lässt. Tatsächlich plante Nitti zusammen mit Capones Cousin Rocco Fischetti die Kontrolle der Organisation zu übernehmen, aber Ricca hat die Rückendeckung des Syndikats. 1939 wird Capone entlassen, stirbt aber kurz darauf an Syphilis, die er sich bei einer seiner minderjährigen Prostituierten zugezogen hatte.

Quellen: Bradley, Raith: 72f, Delorme: 87ff, 133-145, Giancana: 30-34, 67, Best: 4,10, Behr (2002), Olgiatti, Russel (2000).

Oktober 1929: Börsenkrise

Drei Monate vor dem Börsen-Crash 1929 stösst Joe Kennedy alle Aktien ab, wie Michel C. Bouvier auch. Er gehört damit zusammen mit Industriellen wie William Crapo Durant von der General Motors und John Davison Rockefeller zu den Auslösern des “Schwarzen Freitags”.

Kennedy wird wie Bernard Baruch oder Jean Paul Getty dank dem Börsencrash zum Multimillionär, weil er sichere Aktien wie beispielsweise von General Electric kauft, die von $391 auf $10 gefallen sind.

In den USA verringert sich die Produktion um 90%. Die Entlassungswelle führt zu einer Arbeitslosigkeit von 25% und dazu, dass die Bauern ihre Ernten vernichten, obwohl die Bevölkerung hungert, dass viele Wohnungen leer stehen, während die Menschen campen müssen und dass sie sich keine Kleider mehr kaufen können und frieren, obwohl die Lagerhäuser zum Bersten voll sind.

Die Kommunistische Partei und andere Arbeiterorganisationen haben regen Zulauf und organisieren Streiks und Fabrikbesetzungen, die mit Truppen niedergeknüppelt werden.
Douglas MacArthur
und Dwight D. Eisenhower spielen eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung der unbewaffneten Versammlungen. Selbst gegen die 12’000 Veteranen des Ersten Weltkriegs, die in Washington die Zahlung ihrer Entschädigungen einforderten, schiessen die mobilisierten Truppen.

Hoovers Ansehen bricht daraufhin zusammen, und der Gouverneur von New York, Franklin D. Roosevelt, gewinnt die Wahlen 1932 mit einem Erdrutschsieg, allerdings weniger aufgrund seines Konzepts des New Deal, sondern weil er die Prohibition abschaffen will.

Aufgrund der internationalen Kreditsysteme ist die ganze Welt vom Zusammenbruch betroffen. Allein in den Industrieländern sind 1930 bereits 35 Mio. Menschen ohne Arbeit. Vor allem in Deutschland bewirkt die politische Radikalisierung aufgrund der Arbeitslosigkeit von 40% den Nährboden für den Erfolg des Nationalsozialismus und den 2. Weltkrieg.

Quellen: Martin: 81f, Best: 16ff, Kessler (1997), Collier/Horowitz: 35-54, Hillesheim, Cash 5.1.96.

1931: Die Mafia in New York

Charlie Luciano, Benjamin Siegel und Meyer Lansky hatten sich schon vor der Prohibition kennengelernt und schlossen ihre italienische und jüdische Bande zum Kampf gegen die irischen Gruppen zusammen. Charlie Luciano, als Neunjähriger 1906 von Sizilien eingewandert, machte seine ersten Erfahrungen mit sogenannten Schutz-Rackets. Er nutzte als 18jähriger die grosse Zahl der Rauschgiftsüchtigen in der Gegend um die East Tenth Street, indem er sich eine halbe Flasche Opium kaufte und deren Inhalt in kleinen Mengen weiterverkaufte. Beim Verkauf seiner dritten Flasche wurde er erwischt und zu 8 Monaten Erziehungsanstalt verurteilt. Als er 5 Jahre später wegen Heroinhandels verhaftet wird, entgeht er dem Gefängnis, weil er die Beamten zu einem Drogenlager an der Mulberry Street führt, worauf mehrere seiner Konkurrenten von der Bildfläche verschwinden.

Meyer Lansky wurde 1902 in Grodno (Polen) als Meyer Suchowljansky geboren und kam 1912 in die USA. Seine ersten Erfahrungen machte Meyer mit Craps-Spielen an Strassenecken an der Lower East Side in Manhattan. Er verdingte sich als Wachtposten, Einbrecher und Schläger für Gewerkschaften, die Streikbrecher verprügeln und Maschinen und Waren sabotieren liessen. Bereits im Alter von 16 Jahren versuchte er vergeblich, Zuhälter zweier Prostituierten zu werden. Angezogen durch die neue phantastische Einkommensquelle mit Alkoholschwarzhandel gab Lansky seinen Job als Automechaniker für immer auf. Seine bürgerliche Fassade bleibt jedoch ein Auto- und Lastwagenverleih. Lansky organisierte mit Benny Siegel, Sohn von eingewanderten russischen Juden, den Alkoholtransport und stellte Freunde wie Moe Sedway oder Red Levine als Überwacher und Fahrer ein. Siegel ist ein geschickter Autodieb und wird wegen seiner Furchtlosigkeit Bugsy genannt.

Lansky wurde Geschäftspartner des unverfrorenen Fat Al Levy und Schützling des Archetypen für das organisierte Verbrechen in Amerika, Arnold Rothstein.

Der weltmännische und charmante Rothstein traf nur separate Absprachen, so dass niemand, der auffliegt, sein Imperium durch Geschwätzigkeit in Gefahr bringen kann. Als erster Jude erlangte er bedeutenden Einfluss in den rauchgeschwängerten Hinterzimmern der Tammany Hall und wurde zum ‚König’ der Alkoholschmuggler. Arnold Rothstein erhielt am 4.11.28 beim Park Central Hotel Kugeln in den Bauch, nachdem in Cleveland das erste bekannte Mafia-Meeting im Hotel Statler stattfand, an dem 27 Mafiosi aus dem Osten, dem Süden und dem Mittleren Westen der USA teilnahmen. “The Brain” starb zwei Tage später im Krankenhaus, nachdem er sich bis zuletzt geweigert hatte, der Polizei auch nur den kleinsten Hinweis auf Täter oder Motiv zu geben.

Luciano versuchte, Meyer zu erpressen und lernte ihn so kennen. Nun koordinierten Luciano, Lansky und Siegel den Alkoholschmuggel und verkauften in ihren Speakeasies den selben Alkohol. Später kamen die Neapolitaner Frank Costello (Francesco Castiglia) und Vito Genovese zum Team dazu. Luciano beanspruchte schon früh die Führung der Gang und plante mit Siegel die Diebstähle, Entführungen, den Transport und Verkauf von Alkohol.

Der diplomatische Costello spezialisierte sich auf das Schmieren von Polizisten, und Lansky kümmerte sich um die Finanzen. Der brutale Genovese, der oft eigene Wege geht, galt als der Schläger der Gang. Bis Mitte der 20er Jahre kontrollierte Lucianos Gang mehrere Destillerien, eine Lastwagenflotte, um Alkohol von Kanada nach New York zu bringen, Lagerhäuser, ein Entführer-Team für die Alkohollieferungen der konkurrenzierenden Schmuggler sowie Dutzende von Speakeasies. Insgesamt beschäftigte die Gang etwa 100 Personen und soll $4 Mio. pro Jahr verdient haben, was sich Luciano, Lansky, Siegel und Costello untereinander aufteilten. Joe Masseria bemerkte den erstaunlichen Aufstieg von Lucianos Gang und begann, Luciano zu umwerben, damit dieser sich seiner Organisation anschliesst.

In New York tobte Ende der 20er Jahre der “Castellammare-Krieg”: In Brooklyn leben Hunderte von Sizilianern aus Castellammare, westlich von Palermo, die durch ihre Herkunft eine Art Clan bilden. Salvatore Maranzano wurde vom sizilianischen Capo di tutti capi Don Vito Cascio Ferro in die USA gesandt, mit dem Auftrag, die amerikanische Mafia unter sizilianische Kontrolle zu bringen.

Maranzano wurde zum Führer des Castellammare-Clans und begann, Joe Masserias Macht zu untergraben, indem er dessen Alkohollieferungen entführen liess und die Speakeasies zwang, seinen Alkohol zu verkaufen. 1928 verlangte Masseria Tribut und liess prompt einen Mann von Maranzanos Clan umbringen, als dieser sich weigerte zu zahlen. Es folgten Morde an weiteren Castellammarese in anderen Städten, worauf Maranzano seine Angriffe auf Masserias Alkoholgeschäfte intensivierte. Masseria war der Situatinon je länger je weniger gewachsen, bis er schliesslich die Ermordung aller Castellammerese anordnete, worauf ein eigentlicher Krieg ausbrach, da Maranzano durch seine 400 Männer zurückschlagen liess. Nach einem Jahr hat Masseria bereits 50 seiner Männer verloren. Zu dieser Zeit beginnt die Gang von Luciano als Teil von Masserias Organisation mit Anastasia und Gambino zusammenzuarbeiten. Diese Allianzen sind allerdings nicht stabil: Masserias Schützling Carlo Gambino wechselt zu Maranzanos Organisation, zu der aufsteigende Kräfte wie Joe Profaci, Joe Bonanno und die Magaddinos gehören, als er das Gefühl hat, Masseria werde unterliegen.

Luciano weigerte sich, die Seite zu wechseln, und wurde deshalb am 16.10.29 von Maranzanos Männern in eine Falle gelockt und so geschlagen, dass sein Gesicht für immer entstellt bleibt. Sie hängten ihn an den Daumen an einen Baum und bearbeiteten ihn mit Rasierklingen und brennenden Zigaretten bis zur Bewusstlosigkeit, schlitzten ihm die Kehle auf und warfen ihn in ein Lagerhaus. Nur durch Zufall wurde er gefunden und überlebte, ‚lucky‘, wenn auch mit bleibenden Schäden. Zu diesem Zeitpunkt hatte er 17 Haftstrafen hinter sich.

1931 wechselten Luciano und Genovese aber ebenfalls die Seite. Luciano trifft Masseria am 15.4.31 im Restaurant Nuova Villa Tammarano auf Coney Island zum Lunch. Als Luciano auf die Toilette geht, stürzen Genovese, Anastasia, Siegel und Adonis herein und erschiessen Masseria.

Salvatore Maranzano ist nun der mächtigste Boss im Land und beruft im Mai ein Meeting aller Familien des Landes in einer grossen Banketthalle in der Bronx ein, zu dem 400 Männer erscheinen. Er erklärt sich zum Boss der Bosse und verkündet eine neue Organisationsstruktur, wobei er den Begriff “Cosa Nostra” braucht. Maranzano ist der gebildetste aller Bosse: er spricht sechs Sprachen, ist ein guter Rhetoriker und ein grosser Verehrer Cäsars, den er auf Lateinisch liest, und lebt nach den Maximen von Macchiavelli.

Maranzano führt die militärische Organisation der Mafia ein: La Cosa Nostra wird in 24 Familien eingeteilt und von je einem “Capo” regiert. Dem Boss steht ein “Sotocapo” (Stellvertreter) zur Seite. Sie befehlen mehrere “Caporegime” (Leutnants), die für die “button men” (Soldaten) verantwortlich sind. Eine strenge Befehls- und Kommunikationshierarchie soll die Disziplin und Effizienz der Organisation garantieren. Gleichzeitig verstärkt Maranzano mit dem Obligatorium von Katholizismus und italienischer Nationalität die traditionellen Werte und verlangt unbedingte Einhaltung der Omertà.

New York wird in 5 Familien aufteilt: Die Maranzano-Familie in Brooklyn mit Joe Bonanno als Stellvertreter. Eine zweite in Brooklyn mit Maranzanos gutem Freund Joe Profaci als Boss und mit Joe Colombo als Sotocapo. Eine dritte in Brooklyn mit Vincent Mangano, dem Herrscher über die Werft, mit Anastasia als Unterboss und Adonis, Gambino und Scalise als Leutnants. Der extrovertierte Adonis heisst eigentlich Doto, hat aber seinen Namen in Hommage an seine Schönheit gewechselt. Im Gegensatz zum ruhigen und eleganten Gambino, der vorwiegend für das Alkoholgeschäft zuständig ist, gilt sein Vorgesetzter Anastasia als blutdürstig und jähzornig. Manganos Bruder Philip steigt in der International Longshoremen’s Association auf, und Anastasia macht für Mangano viel Geld, indem er die Schiffsgesellschaften und -besitzer, Hafenarbeiter und Kapitäne erpresst. Mit der Kontrolle des Hafens lassen sich auch grosse Gewinne mit Schmuggel von Alkohol und Drogen machen. Anstelle von Masseria steht jetzt Lucky Luciano, zu dem Costello und Genovese gehören, an der Spitze der vierten Organisation. Luciano übernimmt Masserias Lotterie-Rackets und ist Maranzanos Kronprinz. Anstelle der bisherigen Reina-Gang wird eine fünfte Familie geschaffen, die von Tommy Lucchese geführt wird und zu der Frank Scalise gehört. Im ganzen Land zählt die Cosa Nostra 4000-5000 Mitglieder und hat 30-40’000 Verbündeten.

Maranzano weiss, dass er seine eroberte Macht gegen die ambitionierten Jungen verteidigen muss und plant, Al Capone, Frank Costello, Joe Adonis, Vito Genovese und Lucky Luciano umbringen zu lassen. Luciano hält nichts von den traditionellen Werten eines Maranzano, ihm geht es ums Geldmachen, weshalb er Lansky und Siegel mit der Cosa Nostra assoziiert haben will. Maranzano setzt den jungen irischen Killer Vincent “Mad Dog” Coll auf Luciano und Genovese an und teilt seine Pläne unvorsichtigerweise seinen Verbündeten mit, von denen einer Luciano warnt. Luciano kommt ihm zuvor, indem er ihm am 10.9.31 vier Killer der Siegel-Lansky-Gang in Uniformen von Steuerbeamten in sein Büro schickt. Danach sichert sich Luciano die Macht, indem er die Säuberung der alten Garde anordnet: 60 Maranzano-Loyalisten werden umgebracht. Damit ist der Versuch fehlgeschlagen, die US-Mafia von Sizilien aus zu kontrollieren.

Unter dem Pseudonym Charles Ross organisiert Luciano eine ‚Friedenskonferenz’ im Waldorf-Astoria, in dem er residiert. Dabei vollzieht sich die endgültige Amerikanisierung der Mafia: Eine Kommission von zwölf Bossen unter Leitung von Vincent Mangano (Präsident), mit Lucky Luciano, Joe Profaci, Joseph Colombo, Frank Milano und anderen, soll demokratisch Aktionen und Streitigkeiten regeln. Allerdings hat diese Kommission keine zentralistische Struktur, sondern dient der Abgrenzung von Territorien, und die 24 Familien bleiben autonom.

Miami bleibt eine offene Stadt, wo alle Geschäfte betreiben können. Die Einteilung Maranzanos lässt Luciano bestehen, aber er fügt jedem Boss einen “Consigliere” (Berater) bei. Auch in der Unterwelt herrscht nun das marktwirtschaftliche Prinzip des Laissez faire, wobei Geschäftsinteressen im Vordergrund stehen und nicht mehr formale soziale Strukturen wie Familien- und Nationalzugehörigkeit. Allerdings stabilisiert das ethnische Bewusstsein die Unterwelt dahingehend, dass Aufgabenteilung und Kompetenzenverteilung sich entsprechend der Herkunft durchsetzt:

  • Die Iren sind für Politikerbestechung zuständig und stark in den Gewerkschaftserpressungen vertreten. Nach eigenen Angaben haben Luciano und Costello 1932 die Tammany Hall, die politische Schaltzentrale New Yorks, in der Hand.
  • Die Juden, die nie zum innersten Kreis gehören, sind in Spielgeschäften und Finanzangelegenheiten favorisiert, und
  • die Italiener übernehmen Gewaltakte und beanspruchen die Führung. Luciano ist damit der erste moderne Mafiaboss, beraten von Meyer Lansky.

Nach dem Modell der Gang von Siegel und Lansky (The Bug and Meyer Mob) stellt Luciano die später so benannte Murder, Incorporated auf die Beine, die in den 30er und 40er Jahren in New York und New Jersey Mord auf Bestellung ausführt. Hauptziel ist, dass keine Verbindung zwischen Auftraggeber und Opfer hergestellt werden kann, da die Auftraggeber die Täter nicht kennen. Deshalb werden oft professionelle Killer aus anderen Staaten angeheuert, um einen Auftrag zu erledigen. Albert Anastasia kontrolliert die von Louis “Lepke” Buchalter und Jacob “Gurrah” Shapiro geführte, eigenständige Organisation. Beide hatten mit Erpressungen bei den Hafenarbeitern und in der Bekleidungsindustrie begonnen.

Die jüdischen und italienischen Mörder verdienen $200 in der Woche, müssen aber immer verfügbar sein. Das Hauptquartier ist ein immer geöffneter Süssigkeitsladen in Brooklyn, das “Midnight Rose’s”. Anastasia hat durch die Kontrolle der Murder Inc. und des Hafens eine unglaublich starke Machtposition innerhalb der Mafia und wird Ende der 30er “Mad Hatter”, “Earthquake” und “Lord High Executioner” genannt. Man schätzt die Zahl der ausgeführten Ermordungen der Murder Inc. auf mindestens 400-500, vielleicht aber auch viel mehr. Mitilfe seines Bruder Anthony “Tough Tony” Anastasio, der Vizepräsident der International Longshoremen, aber nie offizielles Mitglied der Cosa Nostra wird, kontrolliert Anastasia effizient den Hafen von Brooklyn.

Quellen: Delorme: 12-15, 57-68, Davis (1994): 34-58, Russel (2000), Best: 4f, Konkret Nr.7/1973: 49f, Behr: 111-119, Amendt: 28, Lacey: 55-64, Anson: 306f.

1932: Roosevelt und Kennedy

Franklin Delano Roosevelt wird mit der Unterstützung der Mafia, die über Joe Schenk Millionen in die Wahlkampagne fliessen liess, zum Präsidenten gewählt. 1937 soll Ricca, unterdessen offizieller Boss von Chicago, sogar im Weissen Haus empfangen worden sein.

Joe Kennedy arbeitete im Wahlkampfausschuss, spannte den Herausgeber William Randolph Hearst für die Nomination ein und zahlte beinahe $100’000 an Roosevelts Wahl, ohne dann aber einen Job in der Regierung zu bekommen. Dafür wird Kennedy von Roosevelt als Vorsitzender der “Securities and Exchange Commission“, der staatlichen Kommission zur Börsenüberwachung, eingesetzt. Kennedy gehört nicht nur zu den Profiteuren, sondern zu den Auslösern der Wirtschaftskrise. Dem erstaunten Publikum erklärt Roosevelt: “Diebe fangen Diebe am besten.”

Kennedy führt tatsächlich harte Bestimmungen ein und erzwingt die Offenlegung der Handelsgeschäfte der Makler. Dank der Erfolge dieser Stabilisierungspolitik wird Kennedy zum Vertrauten Roosevelts.

Zudem kann er sich bei einer Reise mit Roosevelts Sohn nach England die Konzessionen von Gordon’s Gin und Dewars- und Haig-Whiskeys sichern und gründet “Somerset Importers”. Ihm gehört ein Teil einer Pferderennbahn Hialeah, was neben seiner Spielleidenschaft die Kontakte zu Mobstern aufrechterhält.

Die Aufhebung der Prohibition führt zu einem vehementen Kampf mit der Mafia, die sich ebenfalls Konzessionen sichern will. Eine besondere Feindschaft verbindet Kennedy mit Meyer Lansky und Joseph “Doc” Stacher, nachdem diese 1927 eine ganze Ladung irischen Whiskey entführten, wobei elf Männer getötet wurden. Kennedy glaubte zuerst, Zwillman hätte ihn bestohlen. Da er nicht nur den Alkohol verlor, sondern die Wittwen und Angehörigen entschädigen musste, kostete ihn dies ein Vermögen. Kennedys Firma und Costellos Firma “Alliance Distributors” sind Mitte der 30er Jahre erbitterte Konkurrenten, nachdem es einen Streit zwischen ihnen gegeben hat.

Quellen: Davis(1988): 39, Kessler (1997), Best: 18, Collier/Horowitz: 73-85.

1933: Das Kartell der Erdölgesellschaften

Die sieben bedeutendsten Ölgesellschaften Exxon, Mobil Oil, Texaco, Gulf Oil, Standard Oil of California, Anglo-Persian Oil Company und Royal Dutch-Shell unterzeichnen ein kartellähnliches Abkommen zur Ausbeutung der arabischen Ölfelder.

Bisher wurde das meiste Öl in den USA gefördert und von John D. Rockefellers Standard Oil Company raffiniert. Diese wurde 1911 aufgrund von Antitrustverfügungen in Standard Oil of New Jersey (=Exxon), Standard Oil of New York (=Mobil Oil), Standard Oil of California, Standard Oil of Ohio, Standard Oil of Indiana und Marathon Oil aufgeteilt. Noch 1920 wurden zwei Drittel des Öls in den USA gefördert, aber die übrigen Weltmächte zogen Konsequenzen aus dem ersten Weltkrieg und versuchten, an die Ölvorräte im Nahen Osten heranzukommen.

Vor allem die Engländer hatten sich mit einer 60jährigen Konzession im Iran den zweiten Platz im Ölgeschäft gesichert. Zudem standen den Europäern die politisch unsicheren russischen Ölfelder von Baku, die mit dem Kapital der Nobels und Rothschilds erschlossen wurden, und die Einrichtungen der Royal Dutch Company in Niederländisch-Ostindien zur Verfügung.

Im Juli 1928 wurde die vor dem Krieg gegründete Turkish Petroleum Company unter den Amerikanern (Exxon, Gulf und Mobil bekamen 23.75%), den Briten (Anglo-Persian und Royal Dutch-Shell 47,5%) und Franzosen (Compagnie Française des Pétroles 23,75%) aufgeteilt. Der Besitzer Calouste Sarkis Gulbenkian behielt 5% der Aktien, womit die weitere Konkurrenz ausgeschlossen werden konnte.

Im September 1928 wurden von Henri Deterding (Royal Dutch-Shell), Walter Teagle (Standard Oil of New Jersey) und John Cadman (Anglo-Persian) auch die Aufteilung der Märkte festgelegt.

1933 wurde auch Gulf Oil ins das Kartell miteinbezogen und Kuwait aufgeteilt.

Allerdings hatte sich die Standard Oil of California bereits Saudi-Arabien unter den Nagel gerissen, indem Harry St. John Philby mit König Ibn Saud eine Konzession aushandelte.

Aber die Standard Oil of California kann sich auf den abgesprochenen Märkten nicht durchsetzen, weshalb 1933 Aramco (Arabian-American Oil Company) gegründet wird, die sich zum grössten Erdölproduzenten entwickeln wird. Während der Depression sinkt der Ölpreis auf 10 Cents pro Barrel, und die Aramco muss versuchen, da die Bohrtürme in Texas und Mexico förmlich aus dem Boden schiessen, die Förderung anderswo radikal zu unterbinden.

1935 wird über Harry St. John Philby ein neues Abkommen zwischen König Ibn Saud und der Aramco geschlossen, das ihr die Produktions- und Transportrechte bis ins Jahr 2000 garantiert.

Rockefeller lässt das saudische Öl von Aristoteles Sokrates Onassis transportieren, der 1930 die ersten sechs Tanker kaufte und den ersten Grosstanker Ariston bauen lässt. Onassis wurde 1906 in Smyrna (Türkei) geboren. Sein Vater war ein wohlhabender Tabakhändler und Leiter der Börse bis zum 1. Weltkrieg, der das Vermögen seiner Familie zunichte machte. Onassis floh 1922 vor den grauenhaften ethnischen Säuberungen der Türken, die Karatass besetzten, nach Griechenland und kaufte mit dem geretteten Geld seinen inhaftierten Vater frei.

1923 wanderte er mit $250 nach Argeninien aus. In Buenos Aires arbeitete er in einer Telefongesellschaft, handelte mit türkischem Tabak und Opium, kreierte er eine eigene Zigarettenmarke für Frauen und schmuggelte Alkohol in die USA.

Nachdem die griechische Regierung die Anhebung der Zollsteuer um 1000% beschlossen hat, reiste Onassis 1928 nach Griechenland, wo er seinen Kontakt zu Minister Michalakopoulas aufbaute, um eine Ausnahmeregelung für ihn zu erwirken. Onassis wurde kurz darauf griechischer Vizekonsul, erhielt die griechisch-argentinische Doppelnationalität, arbeitete im Devisenschwarzmarkt und hatte mit Spionage zu tun. 1932 wurde ein Versicherungsbetrug für eine angeblich gesunkene Fracht, an dem Onassis beteiligt war, unterdrückt, indem die Dossiers verschwinden.

Quellen: Marrs: 276, Epstein: 6-14, Best: 53, Evans, Morgenthaler.

Februar 1933: Das Attentat auf Roosevelt

Der Bürgermeister von Chicago, Anton Cermak, ist mit Roosevelt an einer Veranstaltung in Miami. Cermak wurde dank seinem Versprechen, mit Al Capones Organisation in Chicago aufzuräumen, zum Bürgermeister gewählt. Der Krieg Cermaks gegen die Capone-Organisation nützt vor allem dem Konkurrenten Teddy Newberry. Nach einem Mordversuch an Frank Nitti liess Ricca Newberry umbringen, und Cermak, der um sein Leben fürchtete, flüchtete nach Florida.

Ricca engagierte Joe Zangara, den Esposito fünf Jahre früher aus Sizilien holen liess und nach Florida setzte, um den Zuckerimport aus Kuba zu überwachen. Zangara war Eliteschütze der italienischen Armee und ist aufgrund seiner Spielleidenschaft stark verschuldet.

Giuseppe Zangara feuert am 15.2.33 angeblich fünf Schüsse auf den Präsidenten, ohne ihn allerdings zu treffen. Sechs Leute werden in der Schiesserei getroffen, darunter Cermak. Zangara hat eine .32 Pistole, Cermak wird mit einer .45 getroffen und stirbt drei Wochen später. In der Nähe von Zangara steht ein zweiter unbemerkter Killer. Die Untersuchung ergibt, dass Zangara ein Einzeltäter mit psychotischen Problemen sei, der unter chronischen Magenbeschwerden leidet, für die er die herrschende Klasse verantwortlich mache. Zangara wird verurteilt und auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.

Roosevelt erhöht die Zahl seiner Leibwächter danach um das 20fache und fährt nachher fast ur noch im geschlossenen Wagen.

Quellen: Callahan: 146, Giancana: 63f, Karel 2009.

Dezember 1933: Die Aufhebung der Prohibition

Mit der Aufhebung der Prohibition muss sich die Mafia neue Geldquellen erschliessen. Meyer Lansky, Moe Dalitz, Sam Tucker und andere gründen die Molaska Corporation, die illegale Schnapshersteller mit Rohstoffen beliefern. Da mit der Legalisierung eine hohe Alkoholsteuer eingeführt wird, geht der illegale Schmuggel weiter, wobei die Gewinnmargen massiv zurückgehen.

Auch andere Schmuggler wie Sam Bronfman (Seagram), Lewis S. Rosenstiel (Schenley Distillers), Joe Reinfeld, Longy Zwillman und Doc Stacher (Browne Vintners), Joe Linsey (Whitehall Distributers) oder Joe Fusco der Capone-Gang (Gold Seal Liquors) legalisieren ihre Geschäfte, zumindest zum Teil.

Praktisch alle Alkoholfirmen sind ehemalige Schmuggler. Die meisten suchen sich erträglichere Einnahmequellen und nehmen ihre kriminellen Aktivitäten vor der Prohibition wieder auf.

In den Aussenbezirken der Städte blühen die “Carpet Joints”, eine Kombination von Flüsterkneipe und Spielkasino, die ebenfalls Schmiergeldzahlungen an die lokalen Polizeibeamten und Politiker erfordern. Die “Ricks”, die von 1933 an diese Teppichschuppen betreiben, sind die ehemaligen Flüsterkneipenbesitzer. Meyer Lansky konzentriert sich auf das Glückspielgeschäft, hauptsächlich in Saratoga, wo er zusammen mit Frank Castello und Joe Adonis das Piping Rock Casino aufbaut. Auf dieser Basis etabliert er sich als Nachfolger von Arnold Rothstein und wird eine Art Bankier der Unterwelt, Experte in Geldwäscherei, Finanzmanipulationen und Buchmacherei.

Paul Ricca versucht an einer Geheimkonferenz im Hotel Bismarck in Chicago, Lucky Luciano, Rocco Fischetti, Harry Ducket und Sylvester Agoglia zu überzeugen, die Gewerkschaften unter Kontrolle zu bringen. Murray Humphreys hatte die Idee, nicht nur politische Macht der Arbeitnehmer-Organisationen zu sichern, sondern sich an den vollen Gewerkschaftskassen zu bereichern.

Die Kontrolle der Arbeiter und die Öffnung der Gewerkschaftskassen wird mit Intimidation erreicht, was Sam Giancana, Willie Bioff und Johnny Roselli übernehmen.

Die Mafia von Chicago nistet sich über Joe Kennedy in Hollywood ein. Roselli überwacht die Aktivitäten in Kalifornien, zusammen mit Bugsy Siegel, Mickey Cohen und Frank Costello. George Browne und Willie Bioff werden an die Spitze der Kinogewerkschaft International Alliance of Theatrical Stage Employees gesetzt. Die Gangster konzentrieren ihre Investitionen als gute Kapitalisten in Bereichen, in denen die Gewerkschaften eher schwach sind.

Verhängnisvoll für die Arbeiter ist die Übernahme der Kontrolle der Hafenarbeiter (Longshoremen) unter Joseph Patrick Ryan (Präsident von 1927-53) und der Lastwagenfahrer (Brotherhood of Teamsters) unter Daniel Tobin (1907-52).

Im New Yorker Hafen koordinieren die verschiedenen Gangster die Kontrolle durch die Gründung der Varick Enterprises Inc, die den Umschlag des Hafens überprüft, Abgaben einzieht und verteilt. Der starke Mann hinter Ryan ist William J.McCormick. Neben den Hafen- und Transportgewerkschaften können sich die Mafiosi vor allem bei den Laborers (Baugewerbe) und im Gastgewerbe einnisten.

Für ihre Schläger, die sie gegen Arbeiterforderungen und Streiks einsetzen, kassieren sie anfänglich von den Firmenbesitzern. Mit der Kontrolle der Gewerkschaftsspitzen kassieren sie auch einen Teil der Gewerkschaftsabgaben der Arbeiter. Manchmal übernehmen die Mobster die Firmen auch gleich selbst.

Besonders übel geht es in der Textilindustrie New Yorks zu, wo die Gewerkschaften Lepke Buchalter und Gurrah Shapiro anheuern, die die Streikbrecher erfolgreich bekämpfen und sich gewaltsam in den Besitz einiger Kleiderfirmen bringen.

Nach der Depression und dem Verschwinden der Kommunisten in der McCarthy-Hysterie und der Arbeitskämpfe bleiben die Mobster als Parasiten trotzdem in ihren Machtpositionen.

Lucky Luciano konzentriert sich auf sogenannte Dienstleistungs-Rackets: Buchmacherei, Prostitution und Drogenhandel. Mit dem Ende der Prohibition gewinnt der Heroinhandel an Bedeutung und verspricht noch höhere Gewinne als der Alkoholschmuggel. Nach der Erfindung der Injektionsspritze 1864 wurde das 1803 entdeckte Morphin als Wundermittel für kranke und gesunde Soldaten verwendet.

Die Firma Bayer brachte 1898 das Heroin als Hustenmittel auf den Markt und warb mit dessen “Fähigkeit, Morphinsüchtige schnellstens zu heilen”.

Dann löste der Erste Weltkrieg eine eigentliche Suchtepidemie aus, worauf die meisten Staaten versuchten, mit Vorschriften und Verboten dagegen anzukämpfen.

In Deutschland wurde Heroin zwar 1921 verschreibungspflichtig, aber erst seit 1958 ist es nicht mehr als Medikament erhältlich und wird durch Valium und Librium ersetzt.

In den USA wurde das Heroin 1924 verboten, worauf einige Paten ins Geschäft einstiegen. Die meisten Mafiosi waren jedoch gegen den unmoralischen Drogenhandel.

Lucianos geniale Idee ist die Verbindung von Heroin und Prostitution: süchtige Dirnen sind willige Arbeitskräfte und erlauben einen doppelten Gewinn. Wenn sie in den Bordellen Heroin an die Freier weiterverkaufen, sogar einen dreifachen. Vier Jahren später kontrolliert Lucky Luciano 200 Bordelle mit 1800 Prostituierten und macht damit $10 Mio. Gewinn jährlich.

Meyer Lansky reist 1935 ins britische Shanghai und organisiert den Heroinhandel mit “Pockennarbe” Huang, dem Chef der “Grünen”, und Chang Hsiao-lin, dem Chef der “Roten”. Die Gang der “Grünen” arbeitete mit den Franzosen zusammen und besorgte für sie Rauschgift- und Geheimdienstgeschäfte, die “Roten” kollaborierten mit dem britischen Geheimdienst.

!927 zerschlugen die Gangs zusammen mit Tschiang Kai-schek den Generalstreik der Arbeiterbewegung gegen die ausländischen Wirtschaftsmächte und gegen die Generalität. Das Massaker an den vormals verbündeten Kommunisten dauerte einige Monate. Tschiang Kai-schek verwandelte das Opiumverbot in ein Staatsmonopol, das allerdings Ende 1928 wieder aufgehoben wurde, da sich in der Illegalität grössere Geschäfte machen lassen. Die Huangs kontrollieren seither den Osten, die Changs den Westen Chinas.

Für Meyer Lansky liefert Chang ab 1935 Heroin aus seinen Raffinerien, während Huang den Transport in die USA kontrolliert.

Um nicht von einer Lieferorganisation abhänging zu sein, baut Meyer Lansky eine zweite Heroinkette auf. Da die Mafia in Sizilien von Mussolini bekämpft und unterdrückt wird, kommt diese als Handelspartner nicht in Frage.

Fündig wird Meyer Lansky in Istanbul: Die Brüder Eliopoulos kaufen türkisches Opium auf und transportieren es – teilweise schon zu Morphin verarbeitet – nach Marseille.

Dort beherrschen die beiden Bosse Paul Bonnaventure Carbone und François Spirito die aus Korsen rekrutierte Unterwelt. Der Umsatz deren Heroinraffinerie vergrössert sich dank der Zusammenarbeit mit Meyer Lansky um das Dreissigfache.

Ein wichtiger Mann wird zudem der Finanzmakler John Pullman, der dafür sorgt, dass die nötigen Bankgeschäfte von nun an mit Schweizer Diskretion erledigt werden. Meyer Lansky steigt 1936 in Hallandale ins Glückspielgeschäft ein, das Julian “Potatoes” Kaufman dort auf die Beine gestellt hat. Florida entwickelt sich zum Paradies für Glückspieler.

Meyer Lansky übersiedelt 1938 für drei Jahre nach Kuba.

Fulgencio Batista, seit 1933 nach einem Putsch an der Macht, und Meyer Lansky schliessen einen Vertrag: Lansky zahlt Batista $3 Mio. pro Jahr und bekommt dafür nach die Rechte für das Glückspielgeschäft auf der Insel, womit der Einzug der Mafia und des Glückspiel- und Freiertourismus in der Karibik beginnt.

Der Waffenhändler Rolando “El Tigre” Masferrer überzeugte Batista, sich mit Meyer Lansky zu assoziieren. Der kubanische Senator schützt die Mobinteressen mit seiner Privatarmee und baut eine langjährige Freundschaft mit den Trafficantes auf, die auch nach Castros Machtübernahme anhält.

Der seit 1933 die Politik dominierende Feldwebel Fulgencio Batista stellte die Glückspiele im Januar 1937 unter militärische Kontrolle und wollte die Einnahmen aus diesem Geschäft erhöhen. Dazu stellte er Lou Smith, ein erfolgreicher Betreiber von Rennanlagen aus New England, an, der Frank Erikson und Lansky nach Kuba holte.

Meyer Lansky, der seit 5 Jahren Spielkonzessionen hat, baut sein Imperium auf der Insel aus: er kauft fünf Hotels, pachtet und kauft verschiedene Spielkasinos und pachtet im Namen von Rockefellers Chase Manhattan Bank die Rennbahn von Havanna. Nach der Wahl Batistas zum Präsidenten verlässt Meyer Lansky 1940 Kuba und setzt Santos Trafficante Sr. als seinen Stellvertreter ein, den die US-Drogenbehörde zukünftig für den Koordinator der Drogengeschäfte hält. Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage verliert Batista die auf Druck der Amerikaner durchgeführten Wahlen 1944 und geht für 8 Jahre ins Exil nach Florida.

Quellen: Geffen, Giancana: 69-72, Fox: 210, Olgiatti, Best: 6f, 32, Moldea: 4f, Behr: 160-170, 174f, Lacey, Russel (2000), Amendt: 28, Anson: 306f, Bartholomew (4): 18.

1934: Upton Sinclair

Der Journalist und Schriftsteller Upton Sinclair gewinnt die demokratischen Vorwahlen in Kalifornien haushoch, mit mehr Stimmen als alle anderen Kandidaten zusammen. Sinclair praktiziert einen investigativen Journalismus: Sein Roman Der Dschungel von 1906, in dem er die Ausbeutung der Arbeiter in Chicago schilderte, erreichte Millionenauflage.

Er produzierte einen Film von Sergej Eisenstein, verteidigte Sacco und Vanzetti und war eine sozialistische Berühmtheit.

Er versprach im Wahlkampf, die durch die Wirtschaftkrise grassierende Armut abzuschaffen, indem er die leerstehenden Fabriken von den Besitzern pachten und die Leitung den Arbeitern übergeben und eine neue Steuer für Filmstudios einführen würde. Alle 700 Zeitungen in den USA starten daraufhin eine Verleumdungskampagne, die von den Grossbrauereien, Southern Pacific, Standard Oil und der Elektrizitätsfirma PG&E finanziert wird, in der Sinclair als Antichrist und kommunistischer Agitator dargestellt wird.

Die Kinos zeigen Kurzfilme der Firma Whitaker & Baxter, in denen seine Anhänger als zerlumpte Galgenvögel dargestellt werden, die von einer Revolution sowjetischer Art träumen.

Sinclair verliert die Wahl knapp und verlässt 1966 Kalifornien, als Ronald Reagan Gouverneur wird. Immerhin führten Sinclairs Enthüllungen und Schriften dazu, dass der Konsumentenschutz verbessert wurde.

Quellen: Halimi/Wacquant, Karel 2009

1935 New Deal

1935 führt Roosevelt die ‘Social Security’ ein, um der Radikalisierung entgegen zu treten und den Kapitalismus zu retten. Allerdings gilt die Arbeitslosenversicherung nicht für die Arbeiter im tiefsten Segment (Tellerwäscher, Dienstmädchen, Gepäckträger, Hausangestellte etc), also die Schwarzen.

Dagegen profitieren die Weissen vom New Deal. Roosevelt räumt den Arbeitern die Vertretung durch Gewerkschaften ein und akzeptiert zunächst die eigentlich illegalen Streiks. Aber die Unternehmen setzen ihre Milizen gegen die Streikenden ein, was die Polizei unterstützt, und Roosevelt mobilisiert die Nationalgarde gegen die Streikenden. Der New Deal versagt bei der Landwirtschaft, weil Roosevelt die Drosselung der Produktion durchsetzt, obwohl es sich nicht um eine Überproduktionskrise handelt. Trotzdem erreicht das Bruttoinlandprodukt 1937 wieder den Stand von 1929. Roosevelt kürzt die staatlichen Subventionen, worauf die Krise sofort wieder einsetzt. Erst die Aufrüstung für den Zweiten Weltkrieg beendet die Krise.

Quellen: Karel 2009.

1935: Die Mafia-Karriere von Carlos Marcello top

Calogero Minacore wurde 1910 in Ravunsa Sizilien geboren.

Der Vater musste, da er den gleichen Namen hatte wie einer der Aufseher auf der Zuckerpflanzung, auf der er arbeitete, für sich und seine Familie einen neuen Namen suchen. Seine Eltern liessen sich in den USA einbürgern, was für Sohn Carlos versäumt wurde. 1928 verübte Marcello sein erstes Verbrechen: ein $7000-Bankraub mit drei minderjährigen Komplizen. Er wurde von seinem Bruder verraten, aber eine Anklage gegen ihn und seine Komplizen wurde fallengelassen.

Nach einem weiteren bewaffneten Raubüberfall wurde er erneut verhaftet und zu 9-12 Jahren Gefängnis verurteilt, die er am 28.5.30 antrat. Nach 4 Jahren Gefängnis wurde er vorzeitig entlassen, nachdem ihm Gouverneur O. K. Allen auf Druck korrupter Beamte, die von Marcellos Vater gratis mit Gemüse beliefert wurden, Straferlass gewährte. Marcello übernahm die Bar ‚Brauner Bomber’ in Gretna, wo er Drogen an junge Schwarze verkaufte.

25jährig tritt er dank Frank Todaro der Mafia von Louisiana bei und heiratet 1936 dessen Tochter Jacqueline. Kurz darauf gründet er mit seinem Bruder Vincent die Spielautomatenfirma “Jefferson Music Company”.

Frank Costello kommt nach New Orleans, nachdem Bürgermeister Fiorello La Guardia in New York seine Spielkästen öffentlich mit einer Axt zertrümmerte. Bürgermeister und Senator Huey B. Long empfängt Costellos Spielmaschinen mit offenen Armen, weil er damit, so die Begründung, staatliche Wohltätigkeitsprogramme finanzieren möchte.

Long wurde 1928 Gouverneur, machte sich mit publizitätswirksamen Massnahmen einen Namen und befreundete sich als Senator im New Yorker Jet-set mit Costello. Vom ersten Jahresgewinn der neugegründeten Pelican Novelty Company von $800’000 gehen monatlich $20’000 an Long und $600 werden an Wittwen und Waisen ausbezahlt. Carlos Marcello wird Frank Costellos Partner: Marcello kann 250 der 1000 Spielautomaten Costellos verwalten und zwei Drittel der Einnahmen davon einstecken. Um das verbotene Spielgeschäft zu sichern, schmiert er den Polizeichef Beauregard Miller. Mit Waffengewalt werden überall seine Automaten installiert und Marcello erwirbt sich den Ruf eines unnachgiebigen Eintreibers.

Die Mafia von New Orleans unter Sam Carolla ist, da es keine rivalisierende Banden gibt, die einzige nicht straff hierarchisch organisierte im ganzen Land. Die bis anhin isolierte Mafia von Louisiana wird nun Teil des nationalen Syndikats, und Costello, Carolla und Finanzfachmann Meyer Lansky beschliessen, in New Orleans ein Unterwelt-Kommunikationszentrum zu errichten, während Crescent City zum Finanzzentrum wird. Long setzt sich für die Interessen des Mob ein und wird dafür geschmiert.

Meyer Lansky schreibt Finanzgeschichte, als er für Long ein Nummernkonto in der Schweiz eröffnet. Allerdings wird Long 1935 im Zusammenhang mit seinen Präsidentschaftsambitionen gierig; er verlangt über $3 Mio. Schmiergelder pro Jahr. Seymour Weiss, Verwaltungsrat der Standard Fruit, dealt mit Costello und Rosenstiel und ist der Schmiergeldzahler von Long.

Roosevelt setzt das IRS auf Long und Weiss an, nachdem Long Präsidentsschaftsabsichten äusserte, und Long wird daraufhin eliminiert. Offiziell wurde Long von einem verrückten Arzt erschossen, der dann selbst sofort umgebracht wird. Vermutlich ist Guy Molony, der in in Zentralamerika mehrere Revolutionen für die Bananenfirmen mitorganisiert hat, der Mörder Longs.

New Orleans Bürgermeister T. Semmes Walmsley hatte den früheren Polizeichef Molony kurz vorher zurückgebracht. Molony baute beim Zusammenbruch der Bananenwirtschaft in den 30er Jahren einen erfolgreichen Drogenhandel mit der honduranischen Staats-Airline TACA auf und wird später durch die CIA geschützt. Seine Konkurrenten im Heroinhandel, zu denen Marcellos Kollege Nofio Pecora gehören, fliegen auf.

Die Früchtefirmen sind schon seit langem mit der Mafia liiert. Weil ihre Produkte verderblich sind, können sie leicht mittels Streiks erpresst werden. Um die Gewerkschaften zu kontrollieren, engagierten die erfolgreichen Firmen Mobsters: in New Orleans arbeitete United Fruit bereits mit dem Boss Joe Machecha zusammen. Aus den sizilianischen Vaccaro Brothers entstand Standard Fruit & Shipment.

Seymour Weiss von der Standard Fruit kooperiert mit Frank Costello, und der Enkel von Lucca Vaccaro, Blaise d’Antoni, geschäftet mit Paul Frankie Carbo von der Lucchese-Familie. Mit Longs Mord kann eine ganze Serie von Korruptionsaufdeckungen verhindert werden. 1940 wird allerdings fast der gesamte Hafen von New Orleans angeklagt wegen Erpressung und Betrug, inklusive Earl Long, Hueys Bruder und Nachfolger.

Carlos Marcello verkauft im März 1938 einem FBI-Agenten 23 Pfund Marihuana, wird verhaftet und zu einem Jahr Gefängnis und $76’830 Busse verurteilt. Er wird jedoch mit einer Busse von nur $400 nach 9 Monaten, erneut dank O.K. Allen, freigelassen. Nach der Begnadigung 1935 gibt es gegen Marcello Anklagen wegen Überfälle und Raub, Steuerhinterziehung, Überfälle mit Tötungsabsicht eines Polizisten und eines Reporters und Drogenhandels, aber keine kommt je vor Gericht. Dazu kommen die meist sehr grausamen Morde, denen Marcello verdächtigt, aber niemals angeklagt wird.

Quellen: Giancana: 64f, Davis(1988): 29-41, Best: 7.

Mafiaverfolgung

Thomas E. Dewey wird von Bürgermeister Foriello La Guardia zum Sonderankläger von New York ernannt. La Guardia wurde 1932 gewählt, nachdem sein Vorgänger Jimmy Walker wegen Schmiergeldern zurücktreten musste, und versucht nun ernsthaft, das Glückspielgeschäft, die Korruption und die Macht der Tammany Hall zu brechen.

Dewey fordert die Bevölkerung über das Radio zur Mithilfe auf, und im ersten Monat melden sich bei ihm 3000 Informanten. Seine Verfolgung der Mobster, die ihnen als “the Big Heat” in Erinnerung bleibt, startet mit Dutch Schultz und seinen Number-Rackets. Schultz, wegen Steuerhinterziehung angeklagt, bittet das Syndikat, Dewey umzubringen. Aber das Risiko wird als zu gross eingestuft. Am 23.10.35 wird Dutch Schultz zusammen mit seinem Bankier Otto Berman und seinen Leibwächtern Lulu Rosenkrantz und Abraham “Abe” Landau im Palace Chop House in Newark, New Jersey, von Charly “the Bug” Workman und Emmanuel “Mendy” Weiss umgebracht.

Dewey ermittelt danach gegen Lucky Luciano und sein Prostitutionsunternehmen, das diesem $12 Mio. jährlich einbringt. Luciano war unangenehm aufgefallen, weil er die Schauspielerin Thelma Todd zu Tode prügeln liess. Da die Angestellten des Paramount-Studios und die Kriminalpolizei von Santa Monica die Beweise verschwinden liessen, wurde der Tod als tödlicher Selbstunfall klassiert. Dewey lässt 68 Zeugen, davon 40 Prostituierte, im Prozess auftreten. Luciano, der sich bei seinen Dirnen siebenmal mit Tripper und mit Syphilis angesteckt hatte, wird 1936 zu 30 bis 50 Jahre Haft verurteilt, nachdem 3 Prostituierte gegen ihn aussagten. Das einzige Beweismaterial gegen Luciano kommt von der heroinsüchtigen Strassenhure “Cokey” Flo Brown, die ihre Geschichte nach mehreren Tagen im Gefängnis ohne Drogen erzählte.

Über Vito Genovese kann Luciano sein Unternehmen von der Zelle in Dannemora aus weiterleiten. 1932 verliebte sich Genovese in eine verheiratete Frau, die er zwölf Tage nach dem Tod ihres erwürgten Ehemannes heiratete. Nach den Flitterwochen tätigte Genovese ein Erpressungsgeschäft mit Fernand “the Shadow” Boccia im Spielgeschäft. Anstatt die $150’000 zu teilen, setzte er zwei Killer auf Boccia an und bezahlte dann den einen der beiden, um seinen Kollegen zu ermorden. Aber dieser überlebte und ging zur Polizei. 1938 flieht Genovese nach Italien, um einer Verhaftung durch Dewey wegen dem Mord an Boccia von 1934 zu entgehen, und Frank Costello ersetzt Genovese.

1936 wird Lepke Buchalter angeklagt, Heroin im Wert von $10 Mio. von Shanghai und Hong Kong in die USA geschmuggelt zu haben. Anastasia versteckt Buchalter, auf dessen Kopf eine Belohnung von $1 Mio. ausgeschrieben wird, muss aber immer wieder Zeugen bestechen, weil Buchalter weiterhin für die Murder Inc. und an Schutzerpressungen von Firmen arbeitet.

Lucky Luciano entscheidet im August 1939 im Gefängnis, Buchalter zu opfern, um dem Sonderermittler Thomas Dewey den Wind aus den Segeln zu nehmen. Der Kopf der Murder Inc. wird über Meyer Lansky angewiesen, sich Hoover zu ergeben.

Costello trifft sich auf Vermittlung von Lewis Rosenstiel mit Hoover, der Buchalter am 24.8.39 mit grosser Publizität festnimmt. Dewey und die Polizei von New York fühlen sich ausgetrickst, da Hoover hinter ihrem Rücken arbeitet und ausser Prestigeerfolg absahnen nichts zum “Big Heat” beiträgt. Lansky, der Lucianos Drogenhandel und die Geldtransaktionen weiterführt, gewährt den Rosenstiels daraufhin unbeschränkte Spielkredite im Hotel Nacional in Havanna. Er profitiert besonders von diesem Deal, lässt ihn doch nicht nur Hoover, sondern auch Anslinger in Ruhe. Obwohl er in den Berichten von FBN und FBI oft figuriert, wird er, abgesehen von einer kurzen Periode, in der Robert Kennedy versucht, Licht in die Casinos von Las Vegas zu bringen, nie abgehört oder genauer unter die Lupe genommen. Als Lansky schliesslich angezeigt wird, steckt das IRS dahinter.

Da Abraham Reles und Allie Tannenbaum 1940 wegen Immunitätszusicherung zu singen beginnen, kommen Workman und Weiss wegen dem Mord an Dutch Schultz im Gefängnis.

Dank deR Aussagen kann die Polizei 40 Morde der Murder Inc. aufklären, ohne aber einen Zusammenhang zur Mafia beweisen zu können. “Abe Kid Twist” Reles, dessen Spezialität Mord mit Eispickeln war, wird am 12.11.41, obwohl unter Polizeischutz stehend, aus dem Fenster des sechsten Stocks des Half Moon-Hotels geworfen. Er hätte kurz darauf gegen Anastasia aussagen sollen.

Joe Adonis rühmt sich, den Staatsanwalt, der die Untersuchung von Reles Tod nach nicht mal einem Tag einstellt und Anastasias Namen vom Fahndungsregister streicht, im Griff zu haben. Zusätzlich zu den ergiebigen Schutzgelderpressungen steigt Adonis in den Zigarettenmarkt ein. Tausende von Verkaufsmaschinen werden installiert und oft mit gestohlenen Zigarretten von Lastwagenlieferungen der Konkurrenz gefüllt. Buchalter und Weiss landen 1944 auf dem elektrischen Stuhl. Buchalter ist der einzige bedeutende Mafiosi der amerikanischen Geschichte, der legal hingerichtet wird. Shapiro, wegen Mord zu lebenslänglich verurteilt, stirbt im Gefängnis.
Damit verliert die Murders Inc. an Bedeutung, und die jüdischen Namen werden seltener.

Auch Bugsy Siegel wird wegen Mord an Harry Greenbaum, einem Gangster aus dem Umkreis von Lepke Buchalter, der Siegel verpfiffen hat, verhaftet. In der Zelle, mit allen VIP-Privilegien ausgestattet, entwickelt er den Plan, dem Dreamland Kuba ein zweites in Las Vegas entgegenzustellen, weil Nevada 1931 das Glückspiel legalisierte. Dank seinem Jugendfreund und Bierschmuggler George Raft ist Siegel nach Hollywood gekommen und hat dort sowohl Filmproduzenten wie auch SchauspielerInnen, die auf ihre grosse Karriere hofften, erpresst.

Die $500’000, die er pro Jahr so erwirtschaftete, investierte er weitgehend in den Drogen- und Mädchenhandel. Mithilfe seines Verteidigers Jerry Geisler und dem rätselhaften Tod einiger Zeugen kommt Siegel bald wieder frei und macht sich daran, in Las Vegas ein luxuriöses Hotel mit integriertem Casino aufzubauen. Der spätere Schauspieler Raft arbeitet in Lanskys Casinos in Havanna und London.

Quellen: Davis (1994): 59, Delorme: 60, 115ff, Best: 5-8, 19, Summers (1993): 238f, Lacey: 110, Knorr (1992a): 45.

1937: Hoover, die Nazis und die Mafia

J. Edgar Hoover bekämpfte bisher die Prostitution und die Erpressungsgeschäfte der Mafia, aber nicht die verbotenen Wetten der Pferderennbahnen, die nach dem Ende der Prohibition das meiste Geld einbringen. Hoover liebt die Pferdewetten.

Im Juli 1933 konnte Hoover nur mit viel Lobbying, indem er diffamierende Informationen über andere Kandidaten streute, und Mord (oder Glück) seine Stelle behalten: Der ihm feindlich gesinnte Staatsanwalt Thomas Walsh starb zwei Tage vor Amtsantritt als Justizminister an einem Infarkt. Der neue Justizminister Homer Cummings startete einen Anti-Gangster-Kriegszug, zusammen mit einer vom Journalisten Henry Suydam geleiteten, breit angelegten PR-Kampagne. Die Erfolge der Jagd auf Einzelgänger-Banditen wie “Machine Gun” Kelly, “Baby Face” Nelson oder John Dillinger wurden vor allem Hoover zugeschrieben, der Louis B. Nichols als Leiter der Crime Records Division für die Public Relation einstellte.

Mit der Förderung der G-Man-Unterhaltungskultur (Filme, Groschenhefte, Comics) kann sich Hoover zum Volkshelden stilisieren. Er baute eine Zentralkartei für Fingerabdrücke und eine Nationale Polizeiakademie auf und stellte die FBI-Akten den Polizeidienststellen zur Verfügung, worauf sich die Beziehungen zu den lokalen Ordnungshütern etwas verbesserte.

Während sich die Mafia als “Organisation” etabliert, gibt Hoover deren Bekämpfung 1937 ziemlich abrupt auf und behauptet, es gebe keine nationale Verbrecherorganisation.

Laut Boss Carmine Lambordazzi hat die Mafia Hoover in der Tasche. Hoover fährt gelegentlich nach Manhattan und trifft Frank Costello. Der Mafiosi hatte Hoover in den frühen 30er Jahren auf der 5th Avenue in New York angesprochen und ihn seither “kultiviert”.

Hoover und Costello sind Freunde und treffen sich in Washington, im Central Park, in der Lobby des Waldorf-Astoria, an den Pferderennen oder bei einem gemeinsamen Freund. Hoover mag es nicht, mit einem monatlichen Geldcouvert geschmiert zu werden, weshalb Costello Pferderennen manipulieren lässt, um Hoover bei der Stange zu halten. Frank Erikson, der grösste und mächtigste Buchmacher, informiert Costello über ein bevorstehendes abgekartetes Rennen, der dann den Chronisten Walter Winchell benachrichtigt, welcher wiederum Hoover ins Bild setzt.

Der FBI-Direktor kann so selbst entscheiden, wieviel er gewinnen will. Er selbst setzt immer nur die legalen $2, aber einer seiner Agenten oder Clyde Tolson setzen grosse Summen, im Schnitt $200, und gewinnen immer. Hoover lässt sich auch in Mafiakreisen sehen wie im Stork Club von Sherman Billingsley in New York, in Joe’s Stone Crab Restaurant von Jesse Weiss in Miami oder bei Del Webb, Casinobesitzer in Las Vegas, der ihn gratis einquartiert.

Hoover hat Kontakt mit Ed Levinson, John Drew, Ray Ryan, Art Samish, Dub McCanahan, einem Marcello-Partner, Johnny Roselli oder Irving Davidson. Die Mafia hilft Hoover, solange es nicht um ihr eigenes Geschäft geht, dafür lässt Hoover die Mobster in Ruhe. Als Costello in den frühen 50er Jahren von einem fleissigen FBI-Agenten überwacht wird, versetzt Hoover diesen nach einem Telephonanruf Costellos nach Alaska.

Dasselbe passiert einem anderen FBI-Agenten, der Lansky bewacht und nach Georgia versetzt wird. Costello ist der wichtiste Kontaktmann der Mafia mit der Oberwelt in den 40er und 50er Jahren, bis er von Gigante angeschossen wird. Danach zieht er sich dann eine Art Halbpension zurück, wobei er immer noch Deals arrangiert und Streit zwischen Mobstern schlichtet.

Der Journalist Walter Winchell, Hoovers Freund, kennt auch Owney “the Killer” Madden, Meyer Lansky, der in New York im selben Haus wohnt, und Joe Kennedy persönlich. Als Kennedy 1933 eine Affäre hatte mit dem Broadway Showgirl Evelyn Crowell, der Wittwe des New Yorker Gangsters Larry Fay, und im New York Journal-American darüber berichtet wurde, besuchte Kennedy Winchell.

Die beiden befreundeten sich, die Story konnte unterdrückt werden und Kennedy wurde zu einer der Schlüsselquellen für seine Boulevardgeschichten.

Meyer Lansky ist im Besitz von kompromittierenden Photos, auf denen Hoover gut erkennbar seinem Freund Clyde Tolson einen bläst. Lansky schmiert auch Nahestehende Hoovers und bekommt sogar FBI-Reports von den FBI-Agenten, die ihn “überwachen” sollen. Der Stillhaltepakt dauert bis zum Tode Hoovers. Manchmal behindert Hoover aktiv und bewusst ein Vorgehen gegen die Mafia, zum Beispiel als der Pferderennservicebesitzer James Ragen dem FBI über seine neuen Konkurrenten alles berichtet, was er weiss. Das FBI startet zwar eine Operation, verweigert Ragen aber Begleitschutz. Nachdem dieser von Lenny Patrick und Dave Yaras auf Befehl von Jake Guzik umgebracht wird, weist Hoover seine Agenten an, die Untersuchung abzubrechen.

Der FBI-Direktor, der Homosexuelle in der Öffentlichkeit als pervers bezeichnet, hat auch fetischistische und pädophile Tendenzen. Er verkleidet sich bei Sexparties als Frau, und die Sittenpolizei von New Orleans verhaftete ihn Ende der 20er Jahre einmal mit einem minderjährigen Strichjungen. Da Henry G. C. Corcoran damals intervenierte und eine Strafverfolgung verhinderte, kann sich dieser im Gegenzug illegale Geschäfte erlauben, ohne mit Strafverfolgung rechnen zu müssen. Der Ex-Agent Guy Hottel erzählt, wenn er betrunken ist, von Sex-Parties ohne Mädchen bei Hoover, weshalb Hoover ihn jeweils in Polizeigewahrsam nehmen lässt.

Da Hottel aber zuviel weiss, entlässt Hoover ihn nicht. Hoover lässt jedes Gerücht über seine eigene Homosexualität unterdrücken und seine Agenten während 23 Jahren gegen die “homosexuals right groups” vorgehen, um davon abzulenken. Offenbar macht Hoover das Risiko der möglichen Entdeckung seiner Homosexualität paranoid.

Hoover befindet sich von 1941-71 in psychiatrischer Behandlung, und oft verhält er sich sehr brutal gegenüber Homosexuellen (wie gegen Sumner Welles) und benutzt Gerüchte angeblicher Homosexualität als politische Waffe (wie gegen Adlai Stevenson). Hoover besteht darauf, beschlagnahmtes pornographisches Material selbst zu sichten.

Der Automagnat Henry Ford beschreibt die Juden in seinem internationalen Bestseller ‘Der internationale Jude’ als Ursache der Börsenkrise und der illegalen Alkoholproduktion aufgrund einer Verschwörung. Ford ist so populär, dass er Präsident werden könnte. In Hitlers Hauptquartier steht ein Foto von Ford.

Fords rechte Hand Harry Bennett trifft sich als Informant mit J. Edgar Hoover. Bennett ist der Verbindungsmann zu Chester LaMare, Boss des Detroiter Mafia, der eine Privatarmee gegen Gewerkschaftsaktivitäten aufgebaute, womit Henry Ford keine Gewerkschaftsprobleme mehr hat.

Im Gegenzug erhalten Gangster wie Joe Tocco, Leo Cellura, Joe Adonis, Tony D’Anna Beteiligungen bei Ford. Bennett versorgt Hoover mit Informationen über Linke, wobei sich später herausstellt, dass viele Namen vom lokalen Faschistenführer Gerald Smith stammen.

1934 erhielt Hoover von Roosevelt den geheimen Auftrag, die Nazis und deren Sympathisanten zu überwachen, wobei alle anderen Aktivitäten gegen Radikale ausdrücklich verboten bleiben.

In den USA entstand nach der Machtergreifung Hitlers eine nationalsozialistische Bewegung, die neben dem Ku-Klux-Klan den Kampf gegen andere Rassen propagiert. Im Central Park marschieren 20’000 Nazis auf, die sich als Verteidiger des weissen Christentums verstehen.

Aber Hoover arbeitet eng mit der 1923 in Berlin gegründeten Interpol zusammen, in der Heinrich Himmler, Reinhard Heydrich, Arthur Nebe und andere fanatische Nazis aktiv sind. Auch nach dem Überfall der Tschechoslowakei und dem Fall Frankreichs tauscht Hoover noch immer Fahndungslisten mit Interpol aus.

Erst drei Tage vor Pearl Harbor stoppt er die Zusammenarbeit.

Nach dem Krieg verlegt Interpol seinen Sitz nach Paris, ernennt Hoover zu Vizepräsidenten und weigert sich hartnäckig, Nazi-Kriegsverbrecher zu suchen. In den 70er Jahren wird der ehemalige SS-Offizier Paul Dickopf Präsident der Interpol.

Am 24.8.36 ersuchte ihn Roosevelt wiederum geheim, neben den Faschisten auch die Kommunisten zu überwachen, was Hoover schon lange machte. Wegen Spionage- und Sabotagegefahr bewilligte Roosevelt $150’000. Die Abteilung für Spionage heisst Division Five, die bereits seit 1919 existieren soll, aber erst zu diesem Zeitpunkt offiziell wurde.

Nach einer cleveren Intrige seitens Hoovers beschliesst Roosevelt am 26.6.39, dem FBI die Leitung bei Spionage- und Sabotagefällen zu übertragen, und nicht der Military Intelligence Division oder dem Office of Naval Intelligence.

Das FBI expandiert von 898 Agenten 1940 auf 4886 Agenten 1945.

Hoover eröffnet am 2.9.39 eine präventive Notverhaftungsliste “aller Feinde der USA”. Justizminister Briddle verbietet diese Auflistung als sinnlos, wonach sie Hoover unter “Security Matter” geheim weiterführt. Eine weitere geheime Archivierung veranlasst Hoover mit Informationen, die durch illegale Aktionen des FBI wie Einbrüche bei politischen Organisationen, um beispielsweise Mitgliederlisten zu stehlen, zustande kommen.

Obwohl offiziell seit 1934 durch den Kongress verboten, hat Hoover das Telephonabhören permanent eingesetzt. Am 21.5.41 legitimiert Roosevelt das geheime Abhören von Subversiven. Roosevelt beauftragt Hoover auch, Informationen über seine Gegner bei der nächsten Präsidentenwahl zu sammeln.

Alle Präsidenten seit Roosevelt benutzen Hoovers Wanzen auch für eigene politische Zwecke, was Hoovers Position sichert.

Hoover sichert seine Macht auch durch die Mitgliedschaft in vielen Organisationen: American Bar Association, Boy Scouts, United States Chambres of Commerce, Kiwanis International, Knights of Columbus, Optimists International, Rotary International, Veterans of Foreign Wars u.a.m. Am meisten bringt ihm die American Legion, die dem Justizminister Jackson im Juni 1940 vorschlägt, er solle 11’000 Posten der Legion erlauben, die das Land in Bezug auf “subversive Aktivitäten” flächendeckend überwachen würden. Jackson lehnt ab, aber Hoover kann es so drehen, dass die Legionäre als Informanten die FBI-Büros kontaktieren können. Obwohl über die Legion bis im Oktober 1943 60’000 Informanten rekrutiert werden, kommen wenig Brauchbares über diese Känale.

Aber sie eröffnen Hoover einen breiten Kontakt mit konservativen Medienschaffenden und Abgeordneten. Zudem baut Hoover über seinen Freund Carl McIntire die Cover-Institution American Council of Christian Churches auf.

Quellen: Theoharis/Cox: 119, 187, 237, Schulz: 82,181, Davis (1988): 237, 267f, Davis (1994): 103-107, Todd, Brussell: 5f, Summers (1993): 43-91, 91-129, 225-245, Cran, Lacey: 89, Hersh: 48, Giancana: 247f,

Dezember 1937: Botschafter Kennedy in England

Joe Kennedy wird, obwohl er über keinen politischen Background verfügt, als Dank für die Unterstützung von Roosevelts Wiederwahl zum Botschafter in England ernannt. Die beiden Jahre vorher beschäftigte Kennedy sich mit der Reorganisation der Firmen RKO, Paramount und Hearst Corporation und schrieb zusammen mit dem Journalisten Arthur Krock das Buch I’m for Roosevelt. Krock ist der Leiter des New York Times-Büros in Washington und wird von Kennedy mit bezahlten Ferien, teuren Geschenken und Frauen versorgt.

Nach dem Wahlsieg Roosevelts wurde Kennedy, der eigentlich auf das Finanzministerium hoffte, zum Direktor der maroden Obersten Handelsschifffahrtsbehörde berufen, ein Job zweiter Klasse, aus dem Kennedy das Beste macht. Kennedy verbringt Monate mit Lobbying für eine angemessene Stellung und beackert James Roosevelt.

1933 begleitete der Präsidentensohn Kennedy nach England, als es um die Neuorganisation und Legalisierung von Alkoholimporten ging, wobei Joe die Schwächen Roosevelts für Frauen und Reichtum gezielt auszunützen verstand. Als dann der Botschafter in London unerwartet neu zu besetzen ist, ist Roosevelt froh, dass er den aufsässigen Kennedy, der ihm gefährlich werden könnte, abschieben kann.

Als Botschafter versagt Kennedy auf der ganzen Linie, vor allem wegen seiner Fehleinschätzungen der politischen Situation. Er glaubt, dass England weder den Willen noch die Waffen zur Verteidigung gegenüber Deutschland habe. Bei Ausbruch des Krieges bezeichnet er Hitler als Genie und empfielt seiner Regierung, ein Arrangement mit dem Führer zu suchen, damit die Vereinigten Staaten nicht in den Krieg hineingezogen werden.

Antisemitische Äusserungen, seine politische Ignoranz der europäischen Lage und die Feigheit, sich während der Bombenangriffe auf dem Land in Sicherheit zu bringen, machen ihn bei Winston Churchill und allen Diplomaten äusserst unbeliebt.

Über John J. Burns spekuliert der Botschafter trotz Businessverbot weiterhin an der Wallstreet und missbraucht dringend benötigten Frachtraum für den Whiskey seiner Somerset Importers. Da England nur mithilfe der USA eine Chance gegen Hitler hat, wird Kennedy für Churchill zum Sicherheitsrisiko.

Der Botschafter wird vom MI-5 abgehört und beschattet, wobei klar wird, dass Kennedy über eine reiche Engländerin in Kontakt mit dem Führer der britischen Faschistenbewegung, Sir Oswald Mosley, getreten ist.

Kennedy trifft sich im Geheimen am 9.5.39 trotz dem expliziten Verbot Roosevelts mit Dr. Helmut Wohltat, dem Vertreter Görings, zur Besprechung gegenseitiger Konzessionen. Mit seiner Indiskretion bringt Kennedy die Anti-Hitler-Verschwörergruppe um die Generäle Ludwig Beck und Franz Halder in Lebensgefahr, indem er deren Absichten und Namen an einer Pressekonferenz bekanntgibt. Kennedy will ein Attentat Hitlers verhindern, weil die Sowjetunion für ihn gefährlicher ist als Nazi-Deutschland.

Hauptinteressen Kennedys sind allerdings seine eigenen Präsidentsschaftspläne und die Wahlkampfstrategie für die demokratische Nomination von 1940. Roosevelt isoliert Kennedy in London, indem alle wichtigen Verhandlungen und Entscheidungen über persönliche Vertreter wie William Donovan und den amerikanischen Botschafter in Paris laufen lässt und selbst in direktem, aber geheimen Kontakt zu Churchill steht.

Kennedy versucht daraufhin, Roosevelt zu erpressen, indem er diesen Geheimkontakt, der über die Amerikanische Botschaft läuft, an die Presse verraten würde, falls der Präsident ihn nicht zurückrufe. Kennedy hatte den Codespezialisten Tyler Kent angewiesen, von allen aussergewöhnlichen Telegrammen Kopien zu machen und diese aus der Botschaft zu schmuggeln. So stellt er sich ein Dossier der geheimen Roosevelt-Churchill-Telegramme zusammen, das er in die USA schiffen lässt, um Roosevelt damit politisch auszuschalten.

Im Frühjahr 1940 schlägt die britische Gegenspionage-Abteilung nach achtmonatiger Bewachung zu und entdeckt in Kents Wohnunng 1500 dekodierte Kopien. Kennedy lässt Kent fallen, indem er dessen diplomatische Immunität aufhebt – Kent verbringt die Kriegsjahre nach einem geheimen Prozess in einem britischen Gefängnis – und kann so verhindern, dass die amerikanische Öffentlichkeit etwas erfährt.

Am 26.10.40 kehrt Kennedy in die USA zurück und trifft sich, zehn Tage vor der Nomination, mit Roosevelt.

Roosevelt kann Kennedy nicht einfach fallenlassen, denn er will sich widerrechtlich ein drittes Mal wählen lassen und braucht jede Unterstützung. Da Roosevelt Kennedy vor allem nicht als Konkurrent für die Präsidentschaft will, macht er ihm Hoffnungen auf einen Ministerstuhl, verspricht seine Unterstützung für die Kandidatur seines Sohnes Joe Jr. zum Gouverneur von Massachusetts und droht mit einer alten Steuerhinterziehung.

Nach der erneuten Wahl Roosevelts bekommen die beiden jedoch Streit, da Kennedy die Aussenpolitik in einem Interview kritisiert und damit seine eigene Politkarriere sabotiert.

Kennedy, dessen Vermögen unterdessen auf $250 Mio. angewachsen ist, setzt nun alle seine politische Hoffnung auf seinen ältesten Sohn Joe Jr.

Quellen: Kessler (1997), Hersh: 61ff, Best: 18, Collier/Horowitz: 84-137.

6 Antworten zu “Mafia, Geheimdienste und Politik der USA Teil 1 (1865 bis 1938)”

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  2. [...] Hinzu kam eine Geheimdienst- und Terrororganisation, über die Rothschilds Imperium zu allen Zeiten verfügte, ich verweise da auf die Serie über US-Politik, Geheimdienste und Mafia. [...]

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