Die Verblödung schreitet voran
Geschrieben von lupo cattivo - 10/03/2010
Anm: diese Untersuchung gilt nicht für Leser des LUPOCATTIVOBLOG
Ulrich Berger und Christoph Stein 30.09.2003
Die weitgehend verdrängte Bedrohung der menschlichen Intelligenz durch die Vergiftung der Umwelt
Nein, dies ist kein Artikel über neokonservative US-Think-Tanks oder über den Niveauverfall der elektronischen Medien oder über die neueste Sau, die durchs Dorf der bundesdeutschen “Reform”-Debatte getrieben wird.
Schwermetalle, radioaktive Stoffe, chemische Umweltgifte und Mangelernährung zerstören die menschliche Intelligenz. Weltweit ist das zentrale Nervensystem des Menschen bereits so stark geschädigt, dass ein globaler Rückgang der menschlichen Intelligenzleistung nicht mehr verhindert werden kann. Das menschliche Gehirn zerfällt. Dieser Zerfall wird seit Jahren von Ärzten und Neurophysiologen beobachtet. Die gesellschaftlichen Schutzinstitutionen, Recht, Wissenschaft und Politik haben versagt. Die Menschheit verblödet.
Dieses Horrorszenario ist das Ergebnis einer detailreichen Studie von Christopher Williams: “Endstation Gehirn, Die Bedrohung der menschlichen Intelligenz durch die Vergiftung der Umwelt” (Klett-Cotta, 2003). Williams ist Fellow des
ESRC Global Environmental Change-Programms an der University of Sussex und Mitarbeiter an der Führungsakademie der Vereinten Nationen in Jordanien. Den ökologischen und medizinischen Sachverhalt hat 1996 eine internationale Tagung von Wissenschaftlern und Ärzten im “Manifest von Erice” festgehalten (Wir zitieren das Manifest im Anhang zu diesem Artikel). Die Palette der Stoffe, die schon in winzigsten Dosen das Gehirn schädigen, ist breit.
- Zu den Verbindungen jedoch, bei denen Auswirkungen auf die innere Sekretion nachgewiesen worden sind, gehören Dioxine, PCBs, Phenole, Phthalate und viele Pestizide. Alle Verbindungen, welche die Tätigkeit von Neurotransmittern, Hormonen und Wachstumsfaktoren im sich entwickelnden Gehirn nachahmen oder ihr entgegenwirken oder die entsprechenden Werte verändern, gehören potentiell zu dieser Gruppe.
Weitere Stoffe, bei denen neurotoxische Wirkungen nachgewiesen werden konnten, sind Blei und andere Schwermetallen, bzw. Schwermetallverbindungen wie Methylquecksilber und Munition aus abgereicherten Uran. Auch radioaktive Strahlung in jeder Form und Elektrosmog stehen unter dem begründetem Verdacht das Nervensystem zu schädigen. Und diese Substanzen sind allgegenwärtig:
- Solche vom Menschen hergestellte Chemikalien (die das endokrine System und damit die Entwicklung des Gehirns und anderer Teile des zentralen Nervensystems stören) finden sich auf allen Kontinenten und in allen Weltmeeren. Man findet sie bei einheimischen Populationen von der Arktis bis in die Tropen, und weil sie sich im Körper lange halten, können sie von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Schon 1996 gab es kein Lebewesen mehr auf der Erde, das nicht von Nervengiften verseucht war.
- Probleme entstehen durch die sogenannte Grüne Revolution. Neue Getreidesorten (Anm:Monsanto, Syngenta, Cargill) haben zu einem Mangel an Eisen, Zink, anderen Mikro-Nährstoffen und zu einem Vitamin-A-Mangel geführt.
Spurenelementemangel und Vergiftung bilden eine tödliche Mixtur. Bei Mangelernährung nimmt der Körper verstärkt Giftstoffe auf, da er das Fehlen der lebensnotwendigen Spurenelemente durch die Aufnahme ähnlicher, aber toxischer Substanzen auszugleichen sucht.
Wieso ist die umweltbedingte Bedrohung der Intelligenz ein Tabu?
- Eine winzige Dosis Dioxin kann ein Meerschweinchen töten, während ein Hamster eine 5000 mal größere Dosis überleben wird.
Das Phänomen selbst entgleitet dem messenden Zugriff. Ist eine nur gering ausgeprägte geistige Schwäche eines Kindes, etwa Konzentrationsmangel, das Resultat chemischer Vergiftung, schlechter schulischer Förderung, Stress im Elternhaus, Fehlernährung oder von allen genannten Faktoren? Gibt es noch weitere Ursachen?
Wie stellt man überhaupt fest, das ein Kind unter seinen geistigen Möglichkeiten bleibt?
Beim Versuch aber etwa zwischen radioaktiver Verseuchung und einem gehäuften Auftreten des Down-Syndroms mit den Methoden der Epidemiologie Kausalzusammenhänge aufzuzeigen, geraten sie schnell in neue methodische Unwägbarkeiten: War die Radioaktivität die einzige mögliche Ursache? Gibt es im Umkreis einer radioaktiven Verseuchung eine im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen kaum erhöhte Zahl von Geburtsschäden, weil die schwangeren Frauen eine sorgfältigere Voruntersuchung vornehmen lassen und möglicherweise geschädigte Feten abtreiben?
- Nach der Katastrophe von Tschernobyl entschieden sich viele Mütter für eine Abtreibung, womit sie die Geburtsschäden infolge von Strahlung statistisch reduzierten.
Es kann auch sein, dass die Spätfolgen einer radioaktiven Verseuchung sich erst nach Jahre zeigen, möglicherweise erst eine Generation später, der Versuch dann jedoch noch Kausalketten aufzuzeigen wird mit der Zahl der Jahre immer schwieriger.
Es gibt nur wenige Gemeinden in den reichen Industriestaaten, die den Östrogen-ähnlichen Chemikalien wie den Phthalaten nicht total ausgesetzt sind, so dass epidemiologische Forschungen, welche die Schädigung von Spermien mit diesen Wirkstoffen in Verbindung zu bringen suchen, immer schwieriger werden.
Gibt es in den Industriestaaten noch genügend Kinder, die kein Phenylanalin (Süßstoff z.B. in Getränken) zu sich genommen haben, damit man die Wirkung dieser Chemikalie auf die geistige Entwicklung überhaupt noch epidemiologisch untersuchen kann?
- Wie soll man in einer Gemeinde, in der 20 Prozent der Einwohner schon wegen Jodmangels geistig behindert sind, die Auswirkungen einer die Umwelt stark verschmutzenden Bleischmelze auf die geistigen Fähigkeiten einschätzen?
In einer multipel verseuchten Welt außerhalb des Labors lassen sich vergleichbare Kausalketten nicht nachweisen. Man fordert von der traditionellen Naturwissenschaft Unmögliches, wenn man ihr Aussagen über Vorgänge außerhalb einer analytisch definierten Laborsituation abverlangt. Bei einer unendlichen Anzahl möglicher Faktoren und Wechselwirkungen gibt es keine eindeutige Kausalität mehr.
Wenn man einem Kind mit einem Hammer auf den Kopf schlägt und so eine Behinderung der geistigen Fähigkeiten verursacht, gilt diese Tat als brutal, der Täter als gewalttätig, so dass dem Betroffenen der Rechtsweg offensteht, auf dem er Schadenersatzansprüche und Schmerzensgeld geltend machen kann. Wenn man einen Wagen mit verbleiten Benzin fährt und so bei unzähligen Kindern geistige Behinderung auslöst, gilt dies nicht als gewalttätig, und die Opfer haben keinerlei Möglichkeit, an Schadenersatzzahlungen oder Schmerzensgeld zu kommen.
Auch für die deutsche Automobilindustrie war die Einführung des Katalysators in Deutschland kein Schade: In den USA war er vorgeschrieben, die Produktion wurde also rationeller und für die französische Konkurrenz, die hauptsächlich Kleinwagen nach Deutschland exportierte bedeutete das ganze ein Dämpfer.
Die Geschichte lehrt uns, dass wir so beharrliche Jäger gewesen sind, dass wir manche Arten bis zur Ausrottung gejagt haben, so hartnäckige Sammler, dass nichts mehr zum Sammeln da ist, so hartnäckige Förster, dass die Wälder verschwinden, so hartnäckige Landkultivierer, dass der Erdboden nicht mehr zu bebauen ist. Hartnäckig sture und beharrliche Verhaltensweisen, wie etwa übermäßiger Pestizideinsatz, “Automobilsucht” und unnötiges Konsumdenken sind vielleicht mit einem “Kulturplan” vereinbar, sie scheinen mit dem ökologischen Gleichgewicht jedoch unvereinbar zu sein.
Williams kommt so zu einer erstaunlichen Schlusskette: Die menschliche Intelligenz zeichnet sich durch die einzigartige Fähigkeit zur Beharrlichkeit aus, diese Beharrlichkeit ist mit den Prinzipien eines ökologischen Gleichgewichtes unvereinbar und führt heute zu einer Zerstörung der menschlichen Intelligenz, damit aber auch zu einer Zerstörung der “Beharrlichkeit”.
Könnte das Ökosystem sein Gleichgewicht dadurch aufrechterhalten, dass es sich durch GVU (geistiger Verfall aufgrund von Umwelteinflüssen) negativ auf die “Modernität” auswirkt? Wie stark die Anzeichen dafür auch sein mögen, diese Möglichkeit ist schwer zu akzeptieren – vor allem, weil sie die Existenz eines Bewusstseins im nicht-menschlichen Ökosystem impliziert. Anders ausgedrückt: Die Annahme, dass das Ökosystem schlauer sein könnte als wir, würde uns nicht gefallen. Es könnte aber klüger sein als wir, ohne sich dessen bewußt zu sein. Immerhin war das unbewusste Ökosystem schlau genug, unseren Geist zu erschaffen. Warum sollte es nicht auch klug genug sein, ihn zu kontrollieren oder zu zerstören?
Uns kommt diese Überlegung sehr angelsächsisch vor, offenbar ein Resultat des vom US-Kongress 1989 ausgerufenen “Jahrzehnt des Gehirns” und der Mode der Gehirnspekulationen in der Folge.
Die obige Grafik zeigt schwarz die übliche IQ-Kurve, grün eine zweite Kurve, um 5 Punkte im IQ-Wert nach unten verschoben. Rot gekennzeichnet sind die Intelligenzverluste der ersten Kurve gegenüber der um 5 Punkte verschobenen Kurve. Wie man leicht erkennen kann, sind die Verluste im oberen Intelligenzbereich signifikant höher als im durchschnittlichen Intelligenzbereich.
- In einer Population von 100 Millionen würde man normalerweise davon ausgehen, dass 2,3 Millionen einen IQ über 130 haben. Ein Rückgang um 5 Punkte reduziert diese Zahl auf nur 990000 Menschen.
- Der gelbe Rand an der linken Seite der Kurve zeigt die entsprechende Zunahme der Debilität. Die Anzahl der Menschen mit einem IQ von 70 (Debilitätsgrenze) verdoppelt sich in etwa.
5 IQ Punkte im Durchschnitt weniger bedeutet eine Halbierung der Anzahl der intelligenten Mitbürger und eine Verdoppelung der Zahl der Debilen.
Für unsere Gesundheitssysteme wäre dies eine Katastrophe und für die ständig beschworene Wissensgesellschaft das Ende.
Und dennoch gibt es keine breite Debatte über die Gefahren, die der Intelligenz von Umwelteinflüssen drohen.
Offenkundig ist Intelligenz in der neoliberalen Risikogesellschaft kein bedeutsamer Wert mehr.
Der Absturz auf das Niveau der Sozialhilfe bedeutet für Intellektuelle den gesellschaftlichen Ruin: Von Sozialhilfe kann man sich weder einen Internetanschluss leisten noch Bücher oder Zeitschriften. Die Agenda 2010 ist ein sozialpolitischer Frontalangriff auf die deutsche Intelligenz, soweit sie nicht verbeamtet ist
.Dieser Aspekt der Agenda 2010 wird ebensowenig diskutiert wie die Umwelteinflüsse, die das geistige Niveau der Gesellschaft bedrohen.
Ein erneuter Blick auf die IQ-Kurve gibt Hinweise auf möglichen Gründe für diese Tabus:
Von einem Rückgang des IQ um 5 Punkte ist die durchschnittliche Intelligenz am wenigsten betroffen. Vermutlich wird die neoliberale Risikogesellschaft von einem geistigen Mittelmaß dominiert, dem die Bedrohung der Intelligenz gleichgültig ist, da sie sich selber nicht davon betroffen fühlt.
Was folgt? Was bleibt?
Ob es uns nun gefällt oder nicht, in der nahen Zukunft wird die Welt immer mehr Menschen aufweisen, die unter GVU (geistiger Verfall aufgrund von Umwelteinflüssen) in verschiedenen Schweregraden leiden. Die Herausforderung besteht nicht nur darin, dem mit einer angemessenen Daseinsvorsorge zu begegnen, obwohl schon das eine ungeheure Aufgabe ist; die Herausforderung besteht in der vollen sozialen Akzeptanz von Menschen, die an geistigem Verfall leiden.
Nicht nur die Demenz von an Alzheimer erkrankten Rentnern, deren Zahl ja in nächster Zeit rasant steigen soll, dürfte zum Problem, etwa für die Gesundheitskassen, werden, auch die wachsende Jugenddemenz unseres Nachwuchses wird die Fähigkeiten zur sozialen Akzeptanz auf eine harte Probe stellen. Und dies nicht nur in den politischen Parteien …
- In einem weiteren Sinne ist dieser Artikel daher vielleicht doch ein Artikel über neokonservative US-Think-Tanks oder über den Niveauverfall der elektronischen Medien oder über die neueste Sau, die durchs Dorf der bundesdeutschen “Reform”- Debatte getrieben wird …
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Christopher Williams: Endstation Gehirn. Die Bedrohung der menschlichen Intelligenz durch die Vergiftung der Umwelt.
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Schleichendes Gift....... sagte
Jetzt wird doch endlich klar, warum gerade die Ärmsten der Armen in Deutschland sich nicht wehren……!
SIE KÖNNEN NICHTS MEHR BEGREIFEN!
Cindy aus Marzahn und Mario Barth lassen grüssen
Schleichendes Gift....... sagte
Lupo, irgendwie wird mit Dein BLOG langsam unheimlich.
So einen gewaltigen Output, gerade heute am 10. März 2010, sollte man nicht von einem einzigen Menschen erwarten können.
Mit welcher Organisation arbeitest Du?
lupo cattivo sagte
nein, keine Angst, das sind Artikel aus dem alten Blog, die ich aus Gründen der Allgemiengültigkeit jetzt nochmal vorne einstelle, weil es inzwischen 100 mal mehr Leser gibt als zum damaligen Zeitpunkt der Veröffentlichung !
harrytisch2009 sagte
dann wird also gerade eine uralte vision der appd verwirklicht: die ultimative rückverdummung der menschheit. reaktionäre kreise behaupten, dieses blog hier wäre bereits ein anschauliches beispiel dafür…
lupo cattivo sagte
das zeichnet reaktionäre Kreise eben aus, Harry – Betonköpfe eben
monologe sagte
Das ist schön. Bisher hatte ich immer gedacht, dass die Blödheit selbst blöde macht und auf sich beruht, wegen ihrer Popularität. Von dem Kriterium Popularität abgeleitet kann man auf Klugmacher schließen, die eben nicht populär sind, sodass die Blödmacherei freie Bahn hat. Blödheit wird auch “gebildet”, und diese Bildung ist leichter zu haben, was mit Intelligenz sicher nichts gemein hat. Intelligenz ist ein Potential. Möglicherweise verringert es sich in Folge von zuviel Schwermetall, aber so bequem sollte man es den Blöden nun auch wieder nicht machen! Ich höre schon die Argumente, wenn Westerwelle die galoppierende Blödheit beklagt: iss doch erforschd und festgeschtellt das wir unschuldisch blöde sinn! Blei, Alter! Freschheit! Isch bring ihn um, den Hurensohn!
Über das Versagen unserer öffentlich-rechtlichen Medien | Jungelcamp.de sagte
[...] eigentlichen einschneidenen Geschehen abzulenken – Entertainment statt Infotainment” (Link – Verblöden wir? Lupo Cattivo Blog) Die meisten die ich kenne, wollen gar nicht alles wissen und das ist ein Fehler, aber mach denen [...]
Rüdiger sagte
Zitat:
Williams kommt so zu einer erstaunlichen Schlusskette: Die menschliche Intelligenz zeichnet sich durch die einzigartige Fähigkeit zur Beharrlichkeit aus…
Diese “Beharrlichkeit”, Freunde, ist etwas ganz anderes als es scheint. Es ist nicht die Beharrlichkeit des Menschen, die einen großen Kultur(fahr)plan verfolgt. Sicher, dann stünde die menschliche Intelligenz sich selbst im Weg, wenn’s so wäre. Aber so ist es nicht. Intelligenz ist nämlich gerade durch ein zusätzliches Merkmal charakterisiert, nämlich das der Flexibilität.
Flexibilität erlaubt es dem Menschen, sich neuen Umweltbedingungen und Erfordernissen anzupassen.
Ein weiteres Argument gegen diese These: Die Fakten und Gefahren sind einem breiteren Kreise von Verantwortlichen (zumindest ahnungs- und ansatzweise) auf verschiedenen Ebenen durchaus bewußt. Was sie aber davor zurückscheuen läßt, diese Dinge aufzugreifen, ist die weithin bekannte Tatsache, daß sie dafür bezahlt werden, genau dies nicht zu tun. Und da reden wir nicht mal von gezielter Korruption. Normaler Gehalts- und Lohnempfang genügt, denn der darf mit Rücksicht auf Konsum und/oder Familie nicht gefährdet werden. Helden sind eben in der Minderheit! Diese Art “vorbeugender” Selbststeuerung und Selbstbewahrung ist ein zuverlässiger, stiller Verbündeter aller großen Verbrecher und Verbrechen.
Das Problem und das große Manko solcher Untersuchungen und Theorien wie der von Williams liegt wie so häufig darin, daß man nicht über die Voraussetzungen (“Konstitutionsbedingungen”) einer zur Abwehr von Gefahren nötigen MORAL nachdenkt. Diese Tatsache selbst ist Hinweis darauf, daß hier ebenso wie in der Umweltverseuchung ein unmerklicher Prozeß der “Vergiftung” stattgefunden hat, dem niemand Einhalt Gebot. Anfangs schien die Abweichung (von der geltenden Moral) unbedeutend, und als sie größer und größer wurde, ist zunehmend auch das Maß an Integrität und Unbestechlichkeit gewachsen, das nötig gewesen wäre, um ein wirksames Stopschild zu etablieren und den negativen Trends Einhalt zu gebieten; oder man könnte auch sagen: die Größe des Heldentums hatte ein Ausmaß angenommen, daß es fast niemanden mehr gab, der einer solchen Herausforderung gewachsen war. Dies ist das eine. das andere ist folgendes:
Zu den Konstitutionsbedingungen einer wachsam funktionierenden Moral würde ein breiter gesellschaftlicher Gottesbezug gehören. Wie bekannt, wird ja heute schon jeder Gottesbezug aus den Präambeln von Verfassungen gestrichen! Warum ist dies überhaupt die grundlegende Konstitutionsbedingung für Moral in der Gesellschaft? Weil nur jemand, der an die Transzendenz seines Lebens glaubt, also an das ewige Leben für den, der Gottes Gebote befolgt und an Jesus Christus glaubt, überhaupt fähig sein kann, von allen persönlichen Vorteilen in der “Immanenz”, also seinem Leben hier auf Erden, abzusehen. Dieser Mensch hat fast automatisch den Mut, das Richtige zu tun und das Falsche zu meiden.
Und wenn es von dieser Art Mensch nicht nur einige wenige, sondern sagen wir einmal 30 Millionen allein in Deutschland gegeben hätte (ACHTUNG: Ich rede nicht von Kirchenmitgliedern!), wäre das nötige Maß des Heldentums zur Schadensvermeidung für die Vielen niemals so (unerfüllbar) groß geworden, daß im Ergebnis niemand mehr in die Bresche sprang. ber da war der teufel davor. Er hat dafür gesorgt, daß die Gottlosigkeit in jeder denkbaren Form maximiert wurde – und das ist im Effekt bspw. das, was Albert Schweitzer “Ehrfurcht vor dem Leben” genannt hat. So konnte der teufel zeitgleich und ganz unbehelligt sein Zerstörungswerk durch die Natrwissenschaften vorantreiben, mit dem Ergebnis, das im obigen Artikel zutreffend beschrieben ist (nur die Schädigung durch die Kreuzung verschiedener Getreidearten hat gefehlt).
Jesus Christus sagte
Es existiert ein Interesse an der generellen Rezession der Applikation relativ primitiver Methoden komplementär zur Favorisierung adäquater komplexer Algorithmen.
Freiherr von Knicke sagte
Ein schlüssiger Einwurf.
Er zeigt wozu primitive Methoden auch in verringerter Verabreichung im Gegensatz zur unnötig verkomplizierten Weltbetrachtung fähig sind.
Nomen est Omen!
Das erweckt allerdings Skrupel – dieses ist nicht die Sprache des Herrn.