lupo cattivo – gegen die Weltherrschaft

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Eine Bürgeraktiengesellschaft revolutioniert die Biolandwirtschaft

Geschrieben von lupo cattivo - 06/04/2010

“Dieser Artikel von David Rotter erschien zuerst im Magazin sein.de und wird hier mit freundlicher Genehmigung des Verfassers veröffentlicht.”

Biobauern haben es mitunter schwer: Große Investitionen und geringe Gewinne machen es gerade kleinen Betrieben nicht leicht, dauerhaft am Markt zu bestehen. Als der Freiburger Ökobauer Christian Hiss von der Bank keinen Kredit mehr für einen neuen Kuhstall bekam, hatte er die Nase voll und schlug den Kapitalismus mit den eigenen Waffen.

Nachhaltigkeit als Rendite

Für kleine Betriebe ist die Landwirtschaft oft ein Kampf ums Überleben. Riesige Konzerne mit futuristischen Maschinenparks überziehen das Land mit ihren Monokulturen und laugen nicht nur den Boden bis zu einer unfruchtbaren Ödnis aus, sondern verdrängen auch die nachhaltig wirtschaftenden Bauern und gefährden damit ganze Kulturlandschaften mit ihren kleinen Dörfern und Höfen.

Manchem Biobauern geht das Geld aus, andere finden keine Nachfolger und müssen ihre Felder schließlich an Großkonzerne abgeben, wodurch das Erbe jahrelangen ökologischen Wirtschaftens verloren geht. Als Christian Hiss selbst in einer kritischen Phase war und keinen Kredit mehr für einen Kuhstall bekam, entschied er sich zu einem ungewöhnlichen Schritt: Er überführte seinen ganzen Besitz in eine eigens gegründete Aktiengesellschaft, die Regionalwert AG.

Seine Idee: Die RWAG, die nicht an der Börse notiert ist, kauft Bauernhöfe, Wiesen und Äcker, um sie günstig an Biobauern weiterzuverpachten, stellt Startkapital und sorgt für Vernetzung. Die Kapitalgeber können zwar nicht auf finanzielle Rendite hoffen, dafür aber mitentscheiden, wie ihr Geld hilft, Biobauernhöfe zu bewahren und neues Land auf biologischen Landbau umzustellen. In diesem Fall ist die Nachhaltigkeit selbst die Rendite.

Die ganze Wertschöpfungskette in Bürgerhand

Die RWAG ist also etwas anders, als andere Aktiengesellschaften – deshalb heißt sie auch Bürgeraktiengesellschaft. Fast ist sie eine Solidargemeinschaft: Größere Betriebe tragen die kleinen mit, durch die breite Fächerung hat das ganze Gebilde Stabilität, die Bauern vernetzen sich untereinander und sind nicht mehr auf Kredite von Banken angewiesen. Und das Konzept geht noch weiter: Vom eigenen Saatgut über Erzeugung und Verarbeitung bis zum Bioladen und Cateringservice will die RWAG nach und nach die ganze Wertschöpfungskette der Biolebensmittel in Bürgerhand bringen. Und hat dabei hohe Ansprüche.

Denn wer als Bauer mitmachen will, verpflichtet sich, ökologische Landwirtschaft und Artenvielfalt zu fördern, die Fruchtbarkeit des Bodens zu verbessern und hohe soziale Arbeitsstandards einzuhalten, die in der konventionellen Landwirtschaft mit ihren Saisonarbeitern eher unüblich sind. Außerdem müssen Saatgut, Zuchtmaterial, Energie und Dünger direkt aus der Region kommen. Alle Betriebe müssen neben dem Finanziellen auch über das Ideelle Buch führen und den Aktionären offenlegen: wie weit die Produkte transportiert wurden, welche Löhne sie zahlen, wie viele der Beschäftigten fest angestellt sind und wie sich die Bodenfruchtbarkeit entwickelt. Dies ist die eigentliche Rendite.

Voller Erfolg

Was nicht unbedingt nach einer einfachen Geschäftsidee klingt, wurde sofort ein voller Erfolg: Man zählt mittlerweile 400 Aktionäre und verfügt über 1,5 Millionen Euro, gerade wird eine weitere Kapitalerhöhung durchgeführt. Es dürfte klar sein, dass es den Anlegern kaum um Gewinne gehen kann – denn Geldgewinne werfen die Aktien auf absehbare Zeit nicht ab. Dafür gewinnen aber die Menschen und die Natur um so mehr. “Sozialökologische Wertschöpfung” nennt Hiss das. Um neue Aktionäre zu überzeugen, bedarf es nur zweier Fragen:

  • Wie wollen wir künftig wirtschaften?
  • Und wie viel ist uns das wert?

Um sich gegen eine “feindliche Übernahme” abzusichern, hat die AG einige Besonderheiten, die gewöhnliche Anleger ganz von selbst fernhält: Sie ist nicht börsennotiert, ihre Aktien sind sogenannte vinkulierte Namensaktien, die nur mit Zustimmung der Gesellschaft gehandelt werden dürfen. Und das Stimmrecht eines Aktionärs ist auf maximal 20 Prozent begrenzt.

Mittlerweile wird Hiss in ganz Europa als Berater für ähnliche Projekte befragt und auch das politische Interesse nimmt ständig zu. Die Idee ist mittlerweile sogar preisgekrönt: Die Bundesregierung hat Hiss zum “Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit 2009″ ernannt. Sein Konzept sei “ein Geschäftsmodell mit Zukunft”, bei dem “Rendite nicht nur die betriebswirtschaftliche Wertsteigerung” darstellt, “sondern auch die soziale und ökologische Wertschöpfung”. In Hiss eigenen Worten: “Wirtschaft ist mehr als Geld.”

Unerwartete Hilfe gab es auch vom Kapitalismus selbst: “Schon kurz nach der Lehman- Pleite riefen mich Menschen an und fragten, ob sie beim Aktienkauf eine Lebensmittelgarantie erhalten würden“, berichtet Hiss der Neuen Zürcher Zeitung.
Geld gegen Möhren schien im Angesicht eines drohenden Systemkollaps auf einmal vielen ein gutes Geschäft zu sein.

Mehr als eine Spende

Für die Anleger ist eine RWAG-Aktie weit mehr als eine Spende. Man legt großen Wert auf den direkten Kontakt von Anlegern und Bauern und die Aktionäre können ständig mitbestimmen, was ihr Geld bewirkt. Und sie werden bald Teilhaber der gesamten Wertschöpfungskette ihrer Nahrung sein.

11 Antworten zu “Eine Bürgeraktiengesellschaft revolutioniert die Biolandwirtschaft”

  1. Schön sagte

    Es freut mich auch mal gute Neuigkeiten zu hören. Nach der ganzen Sch… die sonst so abläuft, ist so ein Bericht, Balsam für die Seele.
    Ich würde mir wünschen, viel mehr positives zu hören.

    Liebe Grüsse an den Wolf

    • lupo cattivo sagte

      Den Balsam für die Seele muss sich jeder einzeln mit seinen Mitmenschen erarbeiten
      Liebe tut gut, Lachen tut gut (echtes über wirklich Lustiges – ich spreche hier nicht vom neumodischen Comedy-Gelächter)
      anderen zulächeln tut gut, gemeinsam mit anderen etwas zu organisieren , Spiele, Entdeckungen , Abenteuer, jemanden in den Arm nehmen, küssen
      es gibt so viele Möglichkeiten, mit denen wir unsere Seelen gegenseitig balsamieren können,

  2. Heko sagte

    Hi Lupo,

    ich schreib mal hier direkt rein, obwohl es gar nicht zu diesem artikel gehört. du kannst es gerne verschieben. ich weiss nicht mehr wo du das geschrieben hattest wegen Xavier Naidoo, dass sein bruder Greenpeace-chef ist und dass er vielleicht auch deswegen so schnell so hoch gekommen ist. dass da vielleicht ganz andere verbindungen auch in hinblick auf den Zionismus vorhanden sind (war das bei einer folge über rothschild??)…

    da ich das zum ersten mal gehört hatte, und ich gerade auch wegen seiner texte fan von ihm bin (aber bitte fan nicht falsch verstehen. ich huldige niemanden…), musste ich mir auch ältere platten mal wieder anhören. zudem auch die neue. ich wills kurz machen, ich denke das ist eine sackgasse, ganz im gegenteil. die lieder erzählen von Gott, dem Gott der Bibel. er hat die besten endzeitlieder die ich kenne. und zudem genügend systemkritische lieder. und dann bin ich auf der neuen platte auf cd3 auf das lied “raus aus dem reichstag” gestossen. hier ein ausschnitt:

    Wie die Jungs von der Keinherzbank, die mit unserer Kohle zocken
    Ihr wart sehr, sehr böse, steht bepisst in euren Socken
    Baron Totschild gibt den Ton an, und er scheißt auf euch Gockel
    Der Schmock ist’n Fuchs und ihr seid nur Trottel….

    hier der ganze text:
    http://www.songtextemania.com/xavier_naidoo_songtexte_38258/raus_aus_dem_reichstag_songtext_954911.html

    wenn man all seine lieder betrachtet muss man sagen, woher er auch immer seine texte so bezieht, dass er schon sehr durchblickt, natürlich vor allem geistlich, aber er kennt auch das vorherrschende system (du schreibst ja selbst, dass es nicht mal de gaulle verstand, wer hinter allem agierte). das gute ist, dass er mit seinen liedern noch eine viel grössere schar an menschen erreicht.
    aber ich würde gerne nochmal wissen, ob du da noch genauere infos hast, auch zu seinem bruder. aus meiner sicht haben seine lieder nichts mit dem mafia-ähnlichen zionismus zu tun, den du beschreibst, sondern mit biblischem wissen und dem vorherrschendem system (und anderem). es muss nicht immer die “böse” seite sein, die jemanden schnell zu ehren bringt, es kann auch die “gute” sein.

    viele grüsse
    Heko

    • lupo cattivo sagte

      Heko ich habe das schon einmal geschrieben: die tatsache, dass XN das so textet sagt gar nichts, sondrn für mich eher im Gegenteil, denn
      die herrschenden Psychopathen -man kann sagen- geilen sich daran auf, dass sie im Grunde in hunderten oder tausenden von Filmen, Musikstücken , Romanen, Computerspielen exakt die Situation so wiedergeben wie sie ist, aber durch die Art der Darstellung den Schäfchen eben suggeriert wird, es sei alles nur Fiktion.

      Wenn er hier Baron Rothschild als Totschild zitiert, heisst dass, dass er ganz genau über die mörderischen Pläne (und die Geschichte) informiert ist und er gibt genau Rothschilds Meinung als seine eigene wieder: ….. er scheisst auf Euch Gockel (=Gojim) , er ist der Fuchs und ihr alle seid Trottel. (und sein Bruder als Greenpeace-Chef weiss sowieso, dass seine NGO nur eine Scheingrüne Volksbefriedigungs-Abteilung ist)
      Was erreicht er ? Genau das, was er bei Dir erreicht. Du meinst, da sei einer der “für Dich singt”, in Wirklichkeit ist es blanker Hohn und Zynismus.

      Nein die gute Seite bringt niemanden schnell zu Ehren, wer in dem System “gross” ist, hat einen faustischen Pakt abzuschliessen und seine Seele zu verkaufen
      er glaubt zu den Gewinnern zu gehören -nicht anders als jeder kleine Blockwart bei den nazis…

    • uwe sagte

      Also, mir gibt dieser Blog sehr viel Hoffung. Ein echter Mutmacher. Wenn ein Ungeheuer unsichtbar angreifen kann ist es bitter. Aber bei Licht betrachtet zeigen sich auch unzählige Lösungsmöglichkeiten.
      Danke, bin vorerst noch eine Weile im Urlaub.
      Herzliche Grüße Uwe

      Der “Böse Wolf” ist hier der Gute Wolf.

  3. Igorrr sagte

    Vielen Dank für diesen wirklich mutmachenden Artikel.
    Was mich allerdings wundert: Warum wird die RWAG selbst von der Politik gelobt? Die RWAG läuft doch gegen das System.
    Zucker für die blöden Gäuler oder wird das Potential einer solchen Organisation unterschätzt?
    Nichtsdestotrotz wünsche ich der Regionalwert AG, dass sie nicht doch irgendwann unterwandert werden und ihr Prinzip Schule macht.
    Beste Grüße, Igorrr

    Btw: Ich habe vor bis zum Sommer eine Food-Coop auf die Beine zu stellen. Hat da jemand schon Erfahrung oder kann Tipps geben, wie man sowas am besten hochzieht?

  4. David sagte

    Hallo Lupo Cattivo,

    ich bin der Verfasser dieses Artikels und freue mich zwar einerseits darüber, dass der Artikel Verbreitung findet, andererseits ist es aber auch vielleicht nicht ganz die feine Art, einfach anderer Leute Artikel zu veröffentlichen (ohne vorher nachzufragen) und dann auch noch sich selbst als Verfasser anzugeben… (Sein.de als Quelle ist ja immerhin angegeben)

    Unsere Artikel sind nicht unter einer freien Lizenz, da alle unsere Autoren andere Vorstellungen von Copyright haben und manche Artikel auch bei uns nur mit einmaliger Nachdruckerlaubnis erscheinen.

    Recherche und Verfassen von Artikeln kostet Zeit und Mühe – ein bisschen gegenseitige Wertschätzung für des anderen Leistung sollten wir uns auch im freien Internet bewahren – sich mit fremden Federn schmücken ist nicht so lässig. Und vorher nachfragen ist immmer eine gute Idee.

    Liebe Grüße
    David

    • lupo cattivo sagte

      David, pardon für mich war nur Sein.de als Quelle ersichtlich (habe ich da etwas übersehen ?)
      keinesfalls will ich mich insofern mit fremden Federn schmücken, sondern ich halte die Verbreitung guter Nachrichten in schlechten Zeiten für wichtig.

      Also was ist zu tun ? Artikel löschen ? als Verfasser einfügen ? David ……?

    • David sagte

      Hallo Lupo,

      nein, löschen ist nicht erforderlich, Du verfolgst ja hier keine kommerziellen, sondern überaus “ehrenhafte” Ziele – und wie gesagt ist es ja auch in unserem Sinne, dass sich die Nachrichten verbreiten.

      Es ist nur sonderbar, wenn oben drüber dann “Verfasst von lupo cattivo” steht, aber das ist wohl eine WordPress-technische Sache? Generell haben wir nichts gegen Übernahmen, aber nur unter Angabe des Verfassers.

      Ich denke, wir werden einfach jetzt genauere Copyright-Angaben machen müssen. Normalerweise hätten wir Artikel gerne zwei Wochen exklusiv, da wir die Links gut brauchen können… Danch wäre es dann in meinem Falle eine CC-Lizenz NC-BY-ND mit ein paar Auflagen. Ich werde das in Zukunft dazuschreiben.

      Unser Problem ist, dass wir ja kein Blog sind und tatsächlich einige Autoren nicht wollen, dass ihre Artikel einfach kopiert werden – deshalb ist es etwas fummelig und wir mussten bisher alles über konkrete Anfragen machen.

      Unter den Artikel muss in jedem Fall etwas in der Richtung: “Dieser Artikel von David Rotter erschien zuerst im Magazin Sein.de und wird hier mit freundlicher Genehmigung des Verfassers veröffentlicht.” (inkl- Links)

      Ansonsten: einfach zwei Absätze übernehmen und dann einen Links setzten – das gibt nie Probleme und die Nachrichten verbreiten sich genauso.

      Grüße
      David

  5. Jürgen sagte

    @ Lupo und David

    Am Ende des Artikels auf Sein.de steht ganz deutlich sichtbar der
    Verfasser (Autor) = David Rotter. Eigentlich gar nicht zu übersehen…

    Lupo – so hat eine korrekte Darstellung auszusehen, wenn man einen
    Artikel kopiert (eigentlich müsstest Du das aber wissen…):

    Ganz oben: Von David Rotter | Sein.de

    Mitte: der Text

    Unten: Quelle = Sein.de (Verlinkung auf Artikel)
    Mit freundlicher Genehmigung des Autors und der Redaktion Sein.de
    (Verlinkung auf die Startseite) zur Wiedergabe auf Blog Lupo Cattivo. Vielen Dank

    Die Quelle sollte also 2x auftauchen. Oben einfach und unten die
    Verlinkungen auf Artikel- UND Startseit der Quelle.

    Bei Dir steht die Quelle nur sehr unscheinbar mitten zwischen
    anderen Zeilen und ist kaum ersichtlich.

    Und dass vor keine Genehmigung zur Wiedergabe eingeholt wurde, ist schon
    ein starkes Stück. Sei froh, dass David so ein netter Zeitgenosse ist.
    Andere schicken sofort ne Abmahnung und Anwalt.

    Lieber Lupo – nix für ungut, aber ein derartiges Verhalten wie in diesem
    Fall ist genau der Grund, warum viele Autoren generell KEINE Genehmigungen
    mehr vergeben.

    • lupo cattivo sagte

      Lieber Jürgen – generell richtig , aber ich habe das mit David Rotter wohl inzwischen geklärt.
      Mir geht es generell nur um die Verbreitung von Informationen, die nach meiner Einschätzung zu wenige Leute haben.
      Dies ist kein Blog um mich selbst darzustellen, sondern jeder gute Gedanke gegen die Weltherrschaft und gegen die geplante Zerstörung der menschlichen Gesellschaft findet hier Eingang.

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