Résistance II “Southern Walking” statt “Nordic Walking”
Geschrieben von lupo cattivo - 07/04/2010
Ein Kommentar zum Thema Golf veranlasst mich an diesem Mittwochmorgen zu diesem kleinen Einwurf. (Das schöne an einem Blog ist ja, dass sich die eigenen Gedanken multiplizieren mit denen Anderer)
Je länger man sich mit dem System, in das wir eingepfercht sind, beschäftigt, desto mehr “Honigfallen” entdeckt man, die aufgestellt wurden und in die zuviele bereitwillig getappt sind.
Dazu gehören auch alle sogenannten “TRENDSPORTARTEN” , die sicher niemals dazu propagiert werden, dass Menschen gesünder werden, die vielmehr Futter für das Gesundheitskartell liefern sollen.Beim Skateboarden liegt das auf der Hand, vermutlich wäre es lukrativ, wenn mir für jeden daraus resultierenden Knochenbruch nur ein Euro gespendet würde. Welche Langzeitschäden dadurch entstehen, das wird kaum je festgestellt werden.
Beim Golfen dürfte es ähnlich sein. Der Bewegungsablauf dürfte für eine (schwer abzuschätzende, aber lukrative) zusätzliche Patientenzahl mit Schäden an der Wirbelsäule oder an Hüft- und Kniegelenken sorgen. Irgendwo muss ja all diesen “fortschrittlichen” künstlichen Gelenken ein Markt erschlossen werden.
Wenn man dadurch insbesondere Ältere erreichen kann, die möglicherweise im ganzen Leben davor zu wenig Sport gemacht haben. umso lukrativer wird es, aus ihnen schmerzbehinderte Krüppel zu machen.
Nun werden diese Menschen zum “Nordic Walking” gehetzt, damit sie sich schnellstmöglich ihre Gelenke ruinieren.
Zum Programm der Resistance muss daher die Empfehlung für “Southern Walking” gehören.
- Jetzt mit Beginn der warmen Jahreszeit ist Hochsaison für Southern Walking.
- Nehmen Sie sich die Italiener, Spanier oder Portugiesen zum Vorbild, wie sie schwatzend und entspannt ihrer -meist abendlichen- Promenade nachgehen, Leute treffen, Blicke tauschend, ziellos. Wenn man am Endpunkt der Promenade angekommen ist, dreht man um und promeniert zurück , usw.
Auf deutsch gab es mal das schöne Wort “lustwandeln”, das es wieder zu pflegen gilt.
Zum Abschluss dieser Résistance-Gedanke:
Figuren wie Don Quichotte oder Michael Kohlhaas sind die “Lächerlich”-Protagonisten unseres Systems.
Indem wir diese Figuren so in unser eigenes Weltbild implantiert haben, sind wir daran gehindert, wirkliche Opposition zu sein.
Es wird suggeriert, solche Figuren seien spinnerte Einzelgänger, Dissidenten des Systems, es wird suggeriert, die (leicht zu konditionierende) Masse , die Mehrheit, die pure Quantität repräsentiere zwangsläufig die Wahrheit.
Tatsächlich ist die Abwendung von Qualität hin zu Quantität ein ganz wesentlicher scheußlicher Bestandteil, der “uns” vom System anerzogen wurde. Auch diesen Schritt müssen wir wieder zurückgehen.
In diesem Sinn sind Don Quichotte und Michael Kohlhaas revolutionäre Helden, Systemgegner wie Fidel Castro oder Hugo Chavez.
Firestarter sagte
Entschleunigen anstatt beschleunigen!
Ich bin auch der Meinung wir sollten einen Gang zurück schalten anstatt, wie die gestörten mit Ski- Stöcken in der Gegend herum zu hirschen. Die wo das erfunden haben bekommen bestimmt jedesmal einen Lachanfall wenn sie wieder eine(n) mit den Stöcken sehen
. Wir werden schon bei der Arbeit genug gehetzt! Wir sollten, auch mal wieder die Seele baumeln lassen.
G sagte
Hallo LupoCattivo
ja – auf der einen Seite hast wie immer recht –
nur – man kann’s auch positiv sehen. (man kann 365 Tg im Jahr 24 Std auf den Platz, man muß sich nicht vorher anmelden, man kann alleine hin, gemeinsam mit den Kindern, es ist kommunikativ..etc)
Mir fallen gerade nur diese Gedanken ein- man ist an der frischen Luft – wir (Dein Wort zu gebrauchen) lustwandeln auf dem Golfplatz, keiner hetzt einen, wir schauen zum Himmel und machen dadurch auf unsere Freunde der Lüfte aufmerksam, später auf der herrlichen Terrasse kommt immer wieder ein gutes Gespräch zustande indem auf die veröffentlichten Artikel und Themen von hier hingewiesen werden kann etc
Mit meinen 52 J ( gefühlt wie 35J) an dem Bälle abschlagen Spaß hat und es nicht übertreibt kann ich rein gar nichts daran negatives finden.
Mir (uns) bekommt es jedenfalls bestens.
Jetzt gehts wieder los dorthin – mal schauen, wer sich heute für interessante ‘Themen’ anbietet…;-)
LG
G
lupo cattivo sagte
Wenn man sich der möglichen Falle bewusst ist, dann sind viele Probleme viel kleiner, als wenn man ahnungslos ist
uwe sagte
Meine allmähliche Bewußtwerdung begann mit der Lektüre des Buches “Anleitung zum Müßiggang” von Tom Hodgkingson. Heraus aus dem Hamsterrad. Eine Frage der Intelligenz, es gibt noch ein anderes Leben.
Beim Geniessen bin ich leider noch unter den Anfängern. Das gute daran: Es läßt sich noch ausbauen. Habe mir aber Lopo’s Vorschlag mit den Bio-Rotwein zu Herzen genommen. Wirkt Wunder.
Tony Ledo sagte
Sind schon lustig die ‘Krötenstecher’ mit ihren Stecken. Wie sich Nordic Walking überhaupt durchsetzen konnte, ist mir immer noch schleierhaft. Aber egal, ob Inline-Skating, Nordic-Walking, Jogging, im Taucheranzug auf’m Rennrad sich Schlamm auf den Rücken spritzen lassen und um zehntel Sekunden kämpfen… das alles ist doch unserer verkrampften Leistungs- und Zweckerfüllungsreligion geschuldet. Einfach entspannt Spazierengehen – aber Hallo!? Was kommt dabei heraus? Wo führt das hin? Wo ist der Erfolg? Die messbare Kurve? Was hat man da geschafft? Wer macht das schon?
Den ‘normalen’ Spaziergänger trifft man fast gar nicht mehr. Die Menschen haben Angst vor dem Unspezifischen, ein im Grunde zerstörtes Selbstvertrauen, sie wollen einen Namen, der Flair hat, der anerkannt ist und im Fernsehen abgesegnet wurde: So fühlt man sich verbunden und entlastet in einem sehr einsamen Gemeinschaftserlebnis, in einer Gemeinschaft, der man Leistung schuldet, weil sie sich durch Leistung definiert, quantitativ messbare, nicht qualitativ, da Letztere zu individuell, nicht überprüfbar, verdächtig, keine von uns…
Tony Ledo sagte
Noch eine Bemerkung zum Thema Gleichschaltung- passt doch irgendwie hierher. Ich achte gewöhnlich auf subliminale Botschaften in Filmen, die es vielleicht, ohne dass die Macher der jeweiligen Filme es bewusst darauf abgesehen hätten, oft zu beobachten gibt. So auch offensichtlich im letzten Sonntags-Tatort. Die beiden Mörder waren einmal ein Mann in den Endvierzigern oder Fünfzigern, der sich altmodisch- Weste, Stiefel, derbe Stoffhose- kleidete, alten heidnisch-christlichen Überlieferungen (spielte alles in Finnland) anhing, sich in der Natur auszukennen schien und altbacken hauste. Dann eine Art ‘Outlaw’, der antagonistisch in einem Trailer wohnte, in seiner Freizeit an alten Autos herumschraubte, lange Haare hatte, und wie ‘Outlaws’ das ja lieben, in einem unzeitgemäßen rockerartigen Jeans- und Cowboystiefel-Look daherkam. Unnötig zu erwähnen, dass er ganz gerne mal eine Schluck aus der Pulle nahm.
Im Gegensatz dazu die Ermittler in Unisex-Jacken, mit sauberen Haarschnitten, ohne Kanten, mit unbedarften Meinungen.
Die Botschaft: Ihr seid sowas von Out ihr altmodischen Freaks – in unserer Zukunft, frei von Drogen, ‘schmutzigen’ Gedanken und Leidenschaften, Schweißgeruch und Schnurtelefonen habt ihr keinen Platz!!!
Firestarter sagte
Zu jedem Produkt erwirbt man auch noch das passende Lebensgefühl! Da Familie “Out” ist, stehe “ICH” eben alleine da und muss mich dann nach der Masse richten!
Dirk sagte
Wenn ich “Lustwandle” (in 10 Minuten bin ich im Wald) fühle ich mich immer(böse) beobachtet, wehe dem, man geht querfeldein durch den Wald, einfach so, ich glaube den Leuten würde es passen wenn ich mit Hackebeil oder Kettensäge durch den Wald gehe, dass sieht dann fleißig aus. Aber Müßiggänger haben im Wald nicht verloren.
Naja ich kann auch Knut Hansum oder Jean Paul(Richter)lesen, dann Lustwandle ich in der Fantasie.
Auch hier ein Dankeschön an die ewigen extrovertierten Nörgler, die allzu gerne den introvertierten assimilieren wollen.
Wie gerne erinnere ich mich auf der Piazza zu schlendern, durch Gruppen von Jugendlichen zu streifen, die mir Platz machten nicht aus Respekt, sondern Anstand, die sogar mit mir sprachen.
Wie gerne sah ich, das “Alte” und “Junge” Menschen plauderten.
Hier, wo ich wohne, habe ich keine Lust den “Duft der Jugend”, das Laute zu riechen und zu sehen.
Ich habe schon lange die “Alten” nicht mehr im Park sitzen sehen.
Tony Ledo sagte
Das wurde und wird uns Deutschen, nicht nur uns, so eingeimpft, das mit der Perfektion, der Mängel wegschleifenden Leistung. Man denke nur an die Wortverbrechen wie ‘Excellenz-Initiative’, ‘Exzellenz-Cluster’ und andere verbale Beschwörungen des immer aktiven und immer professionellen nach Leistungsrekorden Strebendem. Apropos Rekorde- Rekordwahn allerortens-: Megaevents, 100.000, 300.000 Besucher, 1,354444555552222222 sec. Vorsprung, Nürburgring, Wettfressen, Wettsaufen, Wettwetten… längst hat das Einzug in unser Privatleben gefunden und prägt die Eigen- und Fremdwahrnehmung. Daher hat man vor nichts mehr Angst als als Mensch quasi nackt erkannt zu werden. Ja, ‘Schlendern’, ist das etwa ein Beruf?
Die Trainingsanzüge, die Taucheranzüge der wuchernden Zahl von Rennradler, die Nordic-Stöcke, die Baseball-Mützen, die Sportschuhe… das sind Uniformen, die noch mit Markennamen wie Ausweise angeben, man arbeitet auch nach Feierabend am Projekt Rekord-in-Perfektion, denn das Oberpeinliche ist es, eventuell nicht perfekt zu sein, eben Mensch zu sein, mangelhaft, ungenügend, unter Niveau – - wessen Niveau?
Die Menschen haben Angst! Und je höher die Latte gehängt wird, desto mehr Angst haben sie. Ein kurzer Blick auf die Bildungsdebatten erweist schon, wohin der Zug fährt. Je mehr Angst, umso mehr Norm, je mehr Norm, umso mehr Blindheit, je mehr Blindheit, umso besser laufen die großen und ganz großen Geschäfte und deren Vorbereitungen im Hintergrund.
(Bin übrigens letztens auch einmal querfeldein im Wald umhergelaufen. Hatte ein merkwürdiges Gefühl dabei, aber irgendwie ein gutes, hoffte, mich sähe niemand dabei, eigentlich Quatsch- heißt für mich: öfters machen!)
Dirk sagte
Gibt es eigentlich eine Sub-Kultur die im Zeitraum 1990-2010 entstanden ist?
Angefangen von den Swing-Kids, den Teds, den Mods usw., gut man wollte sich abgrenzen, aber war das Kommerz?,damals.
Hat man da seine Seele verkauft?, glaube ich nicht, ich bin mir auch sicher das es damals noch eine Working class gab, ein gegenseitiges Kümmern.
Sei froh das “Du” nicht den Tunnelblick hast,in der heutigen “Höher,Weiter,Schneller-anstrebenden Gesellschaft, da sind selbständig denkende Individualisten unerwünscht, da kann keine Sub-Kultur entstehen.
Schau Dir die Medien an, gibt es heute Kult-Bücher, die heute besagten Kult-Bücher, da geht es eh bloß ums f….. .Oder?
Was ist mit der Musik?, vergiß es, abgesehen von den wenigen Ausnahmen.
Wißt Ihr was schön ist, nur ein Beispiel.
Ich fahre mit meiner Freundin auf dem Roller ins Grüne, schließe den Plattenspieler(alt), an die Batterie,lege eine 7 -Inches Platte(Single)auf den Teller.
Trinke Kaffee aus der Thermoskanne, esse ein Stück selbstgebackenen Kuchen und schaue meiner Freundin ganz tief in die Augen…
Und wenn dann keine Krötenstecher kommen, dann bin ich noch glücklicher.
lupo cattivo sagte
Das ist das Leben, für das wir hier Werbung machen
Kuchen selbstgebacken ? von Dir ? von der Freundin ? oder gemeinsam ?
James sagte
In dem Artikel hast du es wirklich auf den Punkt gebracht.Es ist kaum zu fassen, wie leicht die meisten Leute irgendwelchen Trends aufsitzen, und sich sogar diktieren lassen, wie sie ihre Freizeit verbringen.Und die Spanier und Italiener waren mir eh immer symphatischer, weil sie ihr eigenes Lebenstempo haben und sich nicht in diese Leistungszwangsjacke wie die Leute hierzulande einzwängen lassen.Tatsache ist, dass der menschliche Faktor im Produktionsprozess immer unbedeutender wird( auch dazu gibt es einen interressanten Artikel auf der Website hier), und die Tendenz zu mehr Freizeit seit langem zu erkennen ist.Statt dies aber positiv zu sehen,weil es die Menschheit generell vom Frondienst befreien kann, erfinden die Eliten immer neue Trends um uns das Geld abzunehmen und nicht zum Nachdenken kommen zu lassen , wir sollen sklavisch den Leistungssgedanken umsetzen,selbst im Bett muss man irgendwelche Quoten erfüllen um als wahrer Mann zu gelten.All das (wie auch vor allem das Fernsehen) dient dem Zweck, uns abzulenken, wir sollen unsere Zeit und Energie an Belanglosigkeiten verschwenden, um nur das eigentliche Problem nicht zu erkennen.Denn nicht Mangel ist das Problem unserer Zeit( tatsächlich ist die Wirtschaft auf sinnlosen Konsum, also Verschwendung ,ausgerichtet)sondern die ungerechte Verteilung der Ressourcen. Sollte in der Zukunft je eine Gessellschaft etabliert werden,die wahrhat zivilisiert ist (wenn wir uns vorher nicht vom Planeten bombem),wird man uns rückblickend als Barbaren sehen , und die Tatsache, dass es Millardäre gab als eine der vielen perversen Degeneratinen der Menschheitsgeschichte. Unser wahres Problem sind die Eliten, diese abartige, parasitäre Kaste.Jeder, der zur Entlarvung dieses Abschaums beiträgt erweist der Menschheit einen Dienst.Deshalb:Zehn Punkte für diese Website , sie ist so ziemlich das Beste was ich zum Thema NWO und Zionisten-Pack-Verschwörung im Internet gefunden habe.
Erdenbürger sagte
“Unser wahres Problem sind die Eliten, diese abartige, parasitäre Kaste.Jeder, der zur Entlarvung dieses Abschaums beiträgt erweist der Menschheit einen Dienst”
Privilegien sind immer problematisch.Es simd Sprengsätze für die Gesellschaft.Das muß stärker ins Bewusstsein der Mehrheit.Mag sein,daß es Menschen gibt,die andere vorsätzlich ausbeuten oder sogar krank machen oder ermorden.Ich denke man sollte sie ebenfalls als Kranke ansehen,denn wären sie gesund und in Harmonie,würden sie mit anderen nicht so geringschätzig umgehen.Aber genau diese Abwertung Anderer höre ich auch in obigem Satz.Die Wut kann ich verstehen angesichts der vielen Katastrofen und Profitmaximierungsstrategien ohne Herz und Verstand.Sollte man Kranke dafür abwerten daß sie krank sind ? Damit macht man das Gleiche,was die Priviligierten zum Teil tun.Andere abwerten.
Wir sollten uns gegen Abwertungen und Ausbeutungen,gegen Ungerechtigkeiten und irrsinnige Einkommensunterschiede und falsche Verteilungen und falsche Versprechen wehren,ohne gleich alle die vielleicht in solchen Kreisen groß geworden sind und nichts anderes oder wenig anderes kennen über einen Kamm zu scheren und völlig abzuwerten.
Die Aufdeckung von sinnlosen Produktionen und das Hinterfragen eines gesellschaflichen Auslaufmodells finde ich jedenfalls auch sehr nützlich für eine neue Wertediskussion.
Was schmeckt besser als die Möhren die man selbst angebaut hat,oder der Kuchen den man mit ausgesuchten Zutaten selbst gebacken hat,oder die Beziehungen die man außerhalb der Arbeitswelt geknüpft hat.
Maschinen sind dazu da,uns von Teilen der Arbeit zu befreien,damit wir wieder Zeit für die wesentlichen Dinge des Lebens bekommen,aber auch sie sollten nicht nur unnützes Zeug produzieren,was nach kürzester Lebensdauer seine Funktion einbüßt und außerdem noch schlecht oder garnicht wiederverwertbar ist.
Diese Diskussion muß stärker in die Öffentlichkeit getragen werden,damit das Bildzeitungsniveau an viel mehr Leuten abprallt.
Abwehrkräfte gegen ungesunde Denkweisen könnte man das nennen.Damit wir irgendwann einmal eine wirkliche Demokratie erleben können.