Die Lügen hinter dem Krieg des Westens gegen Libyen.
Geschrieben von Maria Lourdes - 01/09/2011
Original: The lies behind the West’s war on Libya – Jean-Paul Pougala, Experte für Geostrategie aus Kamerun ist Professor an der Diplomatie-Universität in Genf. Erstveröffentlichung bei Weltkrieg.cc
Sind diejenigen, die die Demokratie exportieren wollen, selbst Demokraten?
Die Afrikaner sollten an die wirklichen Gründe denken, aus denen Länder des Westens Krieg gegen Libyen führen, schreibt Jean-Paul Pougala in einer Analyse, die die Rolle dieses Landes bei der Formung der Afrikanischen Union und der Entwicklung des Kontinents aufzeigt.
Es war Gaddafis Libyen, das ganz Afrika seine erste Revolution in modernen Zeiten bescherte – die Vernetzung des gesamten Kontinents durch Telefon, Fernsehen, Rundfunk und verschiedene weitere technische Anwendungen wie etwa Telemedizin und Fernunterricht. Dank der WMAX-Plattform wurde über den ganzen Kontinent hinweg eine kostengünstige Verbindung möglich, die auch die ländlichen Gebiete einschloss.
Es begann 1992, als 45 afrikanische Länder RASCOM (Regional African Satellite Communication Organization – Organisation für die regionale afrikanische Satellitenkommunikation) gründeten, damit Afrika seinen eigenen Satelliten bekommen und die Kosten für die Kommunikation auf dem Kontinent gesenkt werden konnten. Das geschah in einer Zeit, in der Telefonate von und nach Afrika die teuersten der Welt waren aufgrund der jährlichen Kosten von US$ 500 Millionen, die Europa für die Benutzung seiner Satelliten wie z.B. Intelsat für Telefongspräche, einschließlich der Telefonate innerhalb des selben Landes, einsteckte.
Ein afrikanischer Satellit hätte eine einmalige Zahlung von US$ 400 Millionen erfordert, und dem Kontinent wären dadurch die US$ 500 Mietkosten pro Jahr erspart geblieben. Welcher Banker würde nicht ein derartiges Projekt finanzieren? Aber das Problem war weiterhin da – wie können Sklaven, die sich aus der Ausbeutung ihrer Herren befreien wollen, die Hilfe der Herren bei der Erreichung dieser Freiheit bekommen? Es überrascht nicht, dass die Weltbank, der Internationale Währungsfonds, die Vereinigten Staaten von Amerika und Europa 14 Jahre lang nur vage Versprechungen abgaben. Gaddafi bereitete diesen nutzlosen Bitten an die westlichen „Wohltäter“ mit ihren exorbitanten Zinssätzen ein Ende. Der libysche Lenker legte US$ 300 Millionen auf den Tisch, die Afrikanische Entwicklungsbank legte US$ 50 dazu und die Westafrikanische Entwicklungsbank weitere US$ 27 Millionen – und so bekam Afrika am 26. Dezember 2007 seinen ersten Kommunikationssatelliten.
China und Russland zogen nach, brachten ihre Technologie ein und halfen, Satelliten für Südafrika, Nigeria, Angola, Algerien zu starten, ein zweiter afrikanischer Satellit wurde im Juli 2010 ins All gebracht. Der erste zur Gänze eigenständig und auf afrikanischem Boden gebaute Satellit ist für 2020 vorgesehen. Dieser Satellit soll mit den besten der Welt konkurrieren können, aber zu einem Zehntel der Kosten – eine wirkliche Herausforderung.
So hat also eine symbolische Geste von nur US$ 300 Millionen das Leben eines ganzen Kontinentes geändert. Gaddafis Libyen kostete den Westen nicht nur die US$ 500 im Jahr, sondern Milliarden von Dollars an Schulden und Zinsen, die der ursprüngliche Kredit für die kommenden Jahre generiert hätte, mit exponentiellen Steigerungen, und dazu beigetragen hätte, das verborgene System zur Ausplünderung des Kontinentes aufrecht zu erhalten.
AFRIKANISCHER WÄHRUNGSFONDS, AFRIKANISCHE ZENTRALBANK, AFRIKANISCHE INVESTMENTBANK
Die von Herrn Obama eingefrorenen US$ 30 Milliarden gehören der libyschen Zentralbank und waren vorgesehen als der libysche Beitrag zu drei Schlüsselprojekten, die die Bildung der afrikanischen Föderation vervollkommnen sollten – die Afrikanische Investmentbank in Syrte in Libyen, die Einrichtung des Afrikanischen Währungsfonds 2011 in Yaounde mit einem Kapital von US$ 42 Milliarden und der Afrikanischen Zentralbank in Abuja in Nigeria, die, wenn sie mit der Herausgabe von afrikanischem Geld beginnt, die Sterbeglocke für den CFA-Franc läuten wird, durch den Paris in der Lage war, seinen Zugriff auf einige afrikanische Länder in den letzten 50 Jahren zu behalten. Es ist leicht, die Wut Frankreichs gegen Gaddafi zu begreifen.
Vom Afrikanischen Währungsfonds wird erwartet, dass er die Aktivitäten des Internationalen Währungsfonds in Afrika zur Gänze ersetzt, der mit nur US$ 25 Milliarden in der Lage war, einen ganzen Kontinent auf die Knie zu bringen und ihn zu zwingen, fragwürdige Privatisierungen zu schlucken und afrikanische Länder zu zwingen, öffentliche Einrichtungen an private Monopole zu übertragen. Kein Wunder, dass am 16./17. Dezember 2010 die Afrikaner einhellig Versuche von Ländern des Westens zurückwiesen, Mitglieder beim Afrikanischen Währungsfonds zu werden und sagten, dieser stehe nur afrikanischen Ländern offen.
Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass die westliche Koalition nach Libyen gegen Algerien losgehen wird, da dieses Land abgesehen von seinen großen Energieressourcen über Geldreserven von rund € 150 Milliarden verfügt. Das ist es, was die Länder lockt, die Libyen bombardieren, und die allesamt eines gemeinsam haben – sie sind praktisch pleite. Die Vereinigten Staaten von Amerika allein haben Schulden in der atemberaubenden Höhe von US$ 14.000 Milliarden, Frankreich, das Vereinigte Königreich und Italien haben je rund US$ 2.000 Milliarden Budgetdefizit, im Vergleich zu weniger als US$ 400 Milliarden an öffentlichen Schulden aller 46 afrikanischen Staaten zusammen genommen.
Die Entfachung unberechtigter Kriege in Afrika in der Hoffnung, dadurch ihre Wirtschaften zu revitalisieren, die immer weiter in die Flaute sinken, wird letztlich den Niedergang des Westens beschleunigen, der eigentlich schon 1884 während der berüchtigten Berliner Konferenz begann. Der Wirtschaftswissenschaftler Adam Smith sagte: „die Wirtschaft eines Landes, die auf der Versklavung von Schwarzen beruht, ist zum Absturz in die Hölle an dem Tag bestimmt, an dem alle anderen Länder aufwachen.“
REGIONALE EINHEITEN ALS HINDERNIS FÜR DIE SCHAFFUNG VON VEREINIGTEN STAATEN VON AFRIKA
Um die Afrikanische Union, die bereits Vereinigten Staaten von Afrika (für den Westen) gefährlich nahe gekommen war unter der lenkenden Hand Gaddafis, zu destabilisieren und zu zerstören, versuchte die Europäische Union zuerst, ohne Erfolg, die Mittelmeer-Union (UPM) zu schaffen. Nordafrika musste irgendwie vom Rest Afrikas abgeschnitten werden, ausgehend von den alten ausgelutschten rassistischen Klischees, welche behaupten, dass die Afrikaner arabischer Abstammung entwickelter und zivilisierter sind als der Rest des Kontinents. Das ging schief, weil Gaddafi sich weigerte mitzumachen. Er verstand bald, was für ein Spiel gespielt wurde, nachdem nur eine Handvoll afrikanische Länder eingeladen wurde, der Mittelmeer-Union beizutreten, ohne dass die Afrikanische Union informiert, aber alle 27 Mitgliedsländer der Europäischen Union eingeladen wurden.
Ohne die treibende Kraft hinter der Afrikanischen Föderation ging die UPM baden, noch ehe sie beginnen konnte, obwohl bereits ausgestattet mit Sarkozy als Präsident und Mubarak als Vizepräsident. Der französische Außenminister Alain Juppe versucht jetzt, die Idee noch einmal auf die Füße zu bringen, zweifelsohne rechnet er dabei mit dem Sturz Gaddafis. Die afrikanischen Führer können nicht verstehen, dass, solange die Europäische Union weiterhin die Afrikanische Union finanziert, der Status Quo der gleiche bleiben wird, da es so keine wirkliche Unabhängigkeit gibt. Das ist es, warum die Europäische Union die Bildung regionaler Gruppierungen in Afrika ermutigt und finanziert hat.
Es liegt auf der Hand, dass die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS), die eine Botschaft in Brüssel unterhält und hinsichtlich des größten Teils ihrer Finanzierung von der Europäischen Union abhängig ist, ein lautstarker Gegner der Afrikanischen Föderation ist. Lincoln führte den Sezessionskrieg in den Vereinigten Staaten von Amerika, weil es die Hauptgruppe schwächt, wenn eine Gruppe von Ländern sich zu einer regionalen politischen Organisation zusammentut. Das ist es, was die Europäer haben wollen, wobei die Afrikaner nie den Plan des Spiels verstanden haben, einen Schwall von regionalen Gruppierungen zu schaffen, COMESA, UDEAC, SADC, und den Großmaghreb, der nie das Tageslicht erblickte, dank Gaddafi, der verstand, was da betrieben wurde.
GADDAFI, DER AFRIKANER, DER DEN KONTINENT VON DER DEMÜTIGUNG DER APARTHEID SÄUBERTE
Für die meisten Afrikaner ist Gaddafi ein großzügiger Mann, ein Humanist, bekannt für seine selbstlose Unterstützung des Kampfes gegen das rassistische Regime in Südafrika. Wäre er ein Egoist gewesen, hätte er nicht den Zorn des Westens riskiert, als er dem ANC sowohl militärisch als auch finanziell im Kampf gegen die Apartheid half. Das ist auch der Grund, warum sich Mandela kurz nach seiner Entlassung nach 27 Jahren im Gefängnis entschloss, das UNO-Embargo zu brechen und am 23. Oktober 1997 nach Libyen zu reisen. Fünf lange Jahre lang durfte wegen des Embargos kein Flugzeug in Libyen landen. Man musste den Flug in die tunesische Stadt Jerba nehmen und benötigte fünf Stunden, um Ben Gardane zu erreichen, wo man die Grenze überschritt und auf einer Wüstenstraße weitere drei Stunden unterwegs war, bis man Tripoli erreichte. Die andere Möglichkeit war, über Malta zu reisen und eine Nachtfähre auf schlecht gewarteten Schiffen zur libyschen Küste zu nehmen. Eine höllische Reise für ein ganzes Volk, einfach nur um einen Mann zu bestrafen.
Mandela legte seine Worte nicht auf die Goldwaage, als der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika Bill Clinton sagte, der Besuch sei „nicht willkommen” – „Kein Land kann beanspruchen, der Polizist der Welt zu sein, und kein Staat kann einem anderen befehlen, was er tun soll.” Und weiter – „Diejenigen, die gestern die Freunde unserer Feinde waren, und die Frechheit haben, mir heute zu sagen, ich solle meinen Bruder Gaddafi nicht besuchen, diejenigen raten uns, undankbar zu sein und unsere alten Freunde zu vergessen.“
In der Tat betrachtete der Westen noch immer die südafrikanischen Rassisten als seine Brüder, die beschützt werden müssen. Aus diesem Grund wurden die Mitglieder des ANC, darunter Nelson Mandela, als gefährliche Terroristen angesehen. Erst am 2. Juli 2008 verabschiedete der Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika ein Gesetz, um den Namen Nelson Mandelas und seiner ANC-Genossen von seiner Schwarzen Liste zu tilgen, aber nicht, weil er draufkam, wie dumm diese Liste war, sondern zum 90. Geburtstag Mandelas. Wenn der Westen wirklich seine ehemalige Unterstützung der Feinde Mandelas bereut und es ehrlich meint, wenn Straßen und Plätze nach ihm benannt werden, wie kann er dann weiter Krieg führen gegen einen, der Mandela und seinem Volk dazu verhalf, den Sieg zu erringen, nämlich Muammar Gaddafi?
SIND DIEJENIGEN, DIE DEMOKRATIE EXPORTIEREN WOLLEN, SELBST DEMOKRATEN?
Und was, wenn Gaddafis Libyen demokratischer wäre als die VereinigtenStaaten von Amerika, Frankreich, das Vereinigte Königreich und andere Staaten, die Krieg führen, um Demokratie nach Libyen zu exportieren? Am 19. März 2003 begann Präsident George Bush mit der Bombardierung des Irak unter dem Vorwand, Demokratie zu bringen. Am 19. März 2011, genau acht Jahre danach, war der französische Präsident an der Reihe, Bomben auf Libyen zu werfen, einmal mehr behauptend, das geschähe, um Demokratie zu bringen. Der Friedensnobelpreisträger und Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika Obama sagt, der Abschuss von Cruise Missiles von Unterseebooten diene dem Sturz des Diktators und der Einführung von Demokratie.
Die Frage, die jeder stellen wird, der auch nur mit minimaler Intelligenz ausgestattet ist, ist die folgende: Sind Staaten wie Frankreich, das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten von Amerika, Italien, Norwegen, Dänemark, Polen, die für sich das Recht beanspruchen, aufgrund ihres selbsterklärten demokratischen Status Libyen zu bombardieren, wirklich demokratisch? Falls ja, sind sie demokratischer als Gaddafis Libyen? Die Antwort ist ein deutliches NEIN, schon aus dem klaren und einfachen Grund, dass es keine Demokratie gibt. Das ist keine private Meinung, sondern stammt von einem, dessen Geburtsstadt Genf den Großteil der UNO-Einrichtungen beherbergt. Das Zitat stammt von Jean Jaques Rousseau, 1712 in Genf geboren, der in Kapitel vier des dritten Teils des berühmten „Vom Gesellschaftsvertrag” schreibt, dass „es nie eine wirkliche Demokratie gegeben hat und es nie eine geben wird.”
Rousseau legt die folgenden vier Bedingungen fest, die ein Land erfüllen muss, um als Demokratie bezeichnet zu werden, und nach denen Gaddafis Libyen viel demokratischer ist als die Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreich und die anderen, die behaupten, dass sie Demokratie exportieren:
1. Der Staat: je größer ein Land ist, desto weniger demokratisch kann es sein. Nach Rousseau muss der Staat so extrem klein sein, dass die Menschen zusammenkommen können und sich gegenseitig kennenlernen. Bevor die Menschen die Stimmen abgeben, muss sicher gestellt sein, dass jeder jeden kennt, andernfalls wird Wählen zu einem Akt ohne jegliche demokratische Grundlage, ein Scheinbild der Demokratie, um einen Diktator zu wählen.
Der libysche Staat beruht auf einem System von verbündeten Stämmen, die per definitionem Menschen in kleinen Einheiten zusammenfassen. Der demokratische Geist lebt viel eher in einem Stamm, in einem Dorf, als in einem großen Land, einfach schon deshalb, weil die Menschen sich gegenseitig kennen und einen gemeinsamen Lebensrhytmus teilen, der eine Art Selbstregulierung oder sogar Selbstzensur insofern mit sich bringt, als die Reaktionen und Gegenreaktionen der Gruppenmitglieder sich auf die gesamte Gruppe auswirken.
Aus dieser Perspektive sieht es so aus, dass Libyen Rousseaus Bedingungen besser entspricht als die Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreich und das Vereinigte Königreich, alles hoch urbanisierte Gesellschaften, wo die meisten Nachbarn sich nicht einmal grüßen und auch nichts von einander wissen, auch wenn sie zwanzig Jahre lang Seite an Seite gelebt haben. Diese Länder sprangen in einem Bocksprung in die nächste Stufe – „die Stimme“ – die klugerweise geheiligt wurde, um die Tatsache zu verschleiern, dass für die Zukunft des Landes zu stimmen nutzlos ist, wenn der Wähler die anderen Bürger nicht kennt. Das wurde bis in so lächerliche Bereiche ausgedehnt wie das Wahlrecht für Leute, die im Ausland leben. Kommunikation miteinander und untereinander ist eine Voraussetzung für jede demokratische Diskussion vor einer Wahl.
2. Einfachheit von Sitten und Verhaltensmustern ist ebenfalls wesentlich, wenn man nicht den Großteil der Zeit für die Diskussion gesetzlicher und gerichtlicher Vorgangsweisen verwenden will, um mit der Vielfalt von Interessenskonflikten umzugehen, die in einer großen und komplexen Gesellschaft unvermeidlich sind. Die Länder des Westens definieren sich als zivilisierte Nationen mit einer komplexeren sozialen Struktur, während Libyen beschrieben wird als primitives Land mit einem einfachen Regelsystem. Dieser Aspekt weist ebenfalls darauf hin, dass Libyen besser Rousseaus Kriterien für Demokratie entspricht als all diejenigen, die versuchen, sich als Schulmeister in Sachen Demokratie aufzuspielen. Konflikte in komplexen Gesellschaften werden meistens von den Mächtigeren gewonnen, die Reichen schaffen es, das Gefängnis zu vermeiden, weil sie Spitzenanwälte beschäftigen und die staatliche Repression so gestalten, dass diese sich gegen den richtet, der Bananen in einem Supermarkt gestohlen hat, und nicht gegen einen Finanzverbrecher, der eine Bank ruiniert hat. In der Stadt New York zum Beispiel, wo 75% der Einwohner Weiße sind, werden 80% der Managementposten von Weißen bekleidet, der Anteil von Weißen an den Insassen der Gefängnisse beträgt hingegen nur 20%.
3. Gleichheit in Status und Reichtum: Ein Blick in die Forbesliste 2010 zeigt, wer die reichsten Leute in den Ländern sind, die zur Zeit Libyen bombardieren, weiters den Unterschied zwischen diesen und denjenigen, die die niedrigsten Einkommen in diesen Ländern haben; eine gleiche Untersuchung über Libyen wird enthüllen, dass in Bezug auf die Verteilung des Reichtums von Libyen viel mehr gelernt werden kann als von denen, die es jetzt bekämpfen, und nicht umgekehrt. Auch hier ist nach den Kriterien Rousseaus Libyen demokratischer als die Länder, die großkotzig vorgeben, Demokratie zu bringen. In den Vereinigten Staaten von Amerika besitzen fünf Prozent der Bevölkerung 60 % des nationalen Reichtums, was diese zur ungleichsten und am wenigsten ausgeglichenen Gesellschaft auf der Erde macht.
4. Keine Luxusgüter: nach Rousseau kann es keinen Luxus geben, wenn es Demokratie geben soll. Luxus, so sagt er, macht Reichtum zu einer Notwendigkeit, die dann selbst zu einer Tugend wird, indem dieser, und nicht das Wohlergehen des Volkes, zum Ziel wird, das um jeden Preis erreicht werden muss. „Luxus korrumpiert beide, die Reichen wie die Armen, die einen durch Besitz und die anderen durch Neid, er weicht die Nation auf und gibt sie der Eitelkeit preis, er bringt die Menschen in eine Distanz zum Staat und versklavt sie, indem er sie zum Sklaven der Meinung macht.“
Gibt es in Frankreich mehr Luxus als in Libyen? Die Berichte über Angestellte, die Selbstmord begehen aufgrund aufreibender Arbeitsbedingungen sogar in öffentlichen oder halböffentlichen Firmen, alles im Namen der Profitmaximierung für eine Minderheit, um diese im Luxus zu halten, gibt es im Westen, nicht in Libyen.
Der amerikanische Soziologe C. Wright Mills schrieb 1956, die amerikanische Demokratie sei eine „Diktatur der Elite.” Laut Mills sind die Vereinigten Staaten von Amerika keine Demokratie, weil es das Geld ist, das während den Wahlen spricht, und nicht die Menschen. Nach Bush senior und Bush junior reden sie schon von einem jüngeren Bush für die republikanischen Vorwahlen 2012. Darüber hinaus, wie Max Weber ausführte, ist die politische Macht auf die Bürokratie angewiesen, und verfügen die Vereinigten Staaten von Amerika über 43 Millionen Bürokraten und Militärpersonal, die effektiv das Land beherrschen, aber ohne gewählt zu sein, und ohne den Leuten gegenüber für ihre Handlungen verantwortlich zu sein. Eine Person (eine reiche) wird gewählt, aber die wirkliche Macht liegt bei der Kaste der Reichen, die dann zu Botschaftern, Generälen etc. gemacht werden.
Wieviele Leute in diesen selbsternannten Demokratien wissen, dass die Verfassung Perus verbietet, dass der Präsident nach der Amtszeit neuerlich zur Wahl antritt? Wieviele wissen, dass in Guatemala der Präsident nach seiner Amtszeit nicht nur nicht wieder gewählt werden darf, sondern auch niemand aus dessen Familie? Oder dass Ruanda das einzige Land der Welt ist, in dem Frauen 56 % der Parlamentsabgeordneten stellen? Wieviele Menschen wissen, dass im CIA-Weltindex 2007 vier der am besten regierten Länder in Afrika liegen? Dass der Spitzenpreis an Äquatorialguinea geht, dessen Staatsschulden nur 1,14 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmachen?
Rousseau bleibt dabei, dass Bürgerkriege, Aufstände und Rebellionen zum Beginn der Demokratie dazugehören. Weil nämlich Demokratie kein Endstadium ist, sondern ein ständiger Prozess der neuerlichen Bekräftigung der natürlichen Rechte der Menschen, auf denen in allen Staaten der Erde (ohne Ausnahme) von einer Handvoll von Männern und Frauen herumgetrampelt wird, die die Macht den Menschen entrissen haben, um ihre eigene Vorherrschaft zu perpetuieren. Hier und dort gibt es Gruppen von Leuten, die den Begriff „Demokratie“ für sich vereinnahmt haben – anstatt ein Ideal zu sein, das man anstrebt, wurde er zu einem Aufkleber oder zu einem Slogan, der von Leuten benutzt wird, die lauter schreien können als andere. Wenn ein Land ruhig ist, wie Frankreich oder die Vereinigten Staaten von Amerika, wenn es dort keine Rebellionen gibt, dann bedeutet das nur, vom Standpunkt Rousseaus aus gesehen, dass das diktatorische System repressiv genug ist, um jede Rebellion zu verhindern.
Es wäre nicht schlimm, wenn die Libyer revoltieren. Schlecht ist es, daran festzuhalten, dass Menschen stur ein System akzeptieren, das sie auf der ganzen Welt unterdrückt, ohne darauf zu reagieren. Und Rousseau schließt: „Malo periculosam libertatem quam quietum servitium – wenn Götter Menschen wären, würden sie sich selbst demokratisch regieren. Eine derart vollkommene Regierung ist nicht anwendbar auf Menschen.“ Die Behauptung, dass es ein Vorteil für die Libyer ist, wenn man sie umbringt, schlägt alles.
WELCHE LEHREN FÜR AFRIKA?
Nach 500 Jahren einer durch und durch ungleichen Beziehung zum Westen ist klar, dass wir nicht die gleichen Kriterien haben, was gut ist und was schlecht. Wir haben zutiefst auseinandergehende Interessen. Wie kann jemand die „Ja“-Stimmen von drei südlich der Sahara gelegenen Länder (Nigeria, Südafrika und Gabun) für die Resolution 1973 nicht verurteilen, die der neuesten Form des Kolonialismus unter dem Titel “der Schutz der Zivilbevölkerung” den Weg bereiteten, die die rassistischen Theorien bestätigen, die den Europäern seit dem 18. Jahrhundert aufs Auge gedrückt wurden und denen zufolge Nordafrika nichts zu tun hat mit dem Afrika südlich der Sahara und Nordafrika entwickelter und zivilisierter ist als der Rest Afrikas?
Es ist, als gehörten Tunesien, Ägypten, Libyen und Algerien nicht zu Afrika. Sogar die Vereinten Nationen scheinen die Rolle der Afrikanischen Union in den Angelegenheiten von Mitgliedsstaaten zu ignorieren. Das zielt darauf ab, die afrikanischen Länder südlich der Sahara besser zu isolieren und zu kontrollieren. Tatsächlich tragen Algerien (US$ 16 Milliarden) und Libyen (US$ 10 Milliarden) gemeinsam 62 Prozent zu den US$ 42 Milliarden bei, die das Kapital des Afrikanischen Währungsfonds (AMF) bilden. Das größte und bevölkerungsreichste Land im südlich der Sahara gelegenen Afrika, Nigeria, gefolgt von Südafrika, liegen mit je nur US$ 3 Milliarden weit dahinter.
Es ist bestürzend, um es milde auszudrücken, dass zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinten Nationen Krieg gegen ein Volk erklärt worden ist, ohne dass auch nur im leisesten die Möglichkeit einer friedlichen Lösung der Krise erkundet worden ist. Gehört Afrika wirklich noch zu dieser Organisation? Nigeria und Südafrika sind bereit, für alles zu stimmen, was der Westen verlangt, weil sie so naiv sind und den vagen Versprechungen glauben, dass sie einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat mit ähnlichen Vetorechten bekommen werden. Beide vergessen, dass Frankreich nicht über die Macht verfügt, auch nur irgend etwas anzubieten. Hätte es diese, hätte Mitterand diesen Wunsch schon lange für Helmut Kohls Deutschlands erfüllt.
Eine Reform der Vereinten Nationen steht nicht auf der Tagesordnung. Der einzige Weg, etwas zu erreichen, besteht darin, die chinesische Methode einzusetzen – alle 50 afrikanischen Länder sollten aus den Vereinten Nationen austreten und nur zurückkehren, wenn ihre seit langem bestehende Forderung erfüllt wird, nämlich ein Sitz für die gesamte Afrikanische Föderation. Diese gewaltfreie Methode ist die einzige Waffe, die rechtmäßig den Armen und Schwachen zusteht, die wir sind. Wir sollten einfach aus den Vereinten Nationen austreten, weil diese Organisation schon aufgrund ihrer Struktur und Hierarchie den Mächtigsten zur Verfügung steht.
Wir sollten aus den Vereinten Nationen austreten, um unsere Zurückweisung einer Weltanschauung zu dokumentieren, die auf der Vernichtung der Schwächeren beruht. Sie können weitermachen wie zuvor, aber wir werden uns nicht daran beteiligen und sagen, dass wir dafür sind, ohne nach unserer Meinung gefragt worden zu sein. Und sogar als wir unseren Standpunkt bekannt gaben, wie am Samstag 19. März in Nouakchott, als wir gegen die militärische Vorgangsweise waren, wurde unsere Meinung einfach ignoriert und die Bomben begannen auf die afrikanischen Menschen zu fallen.
Die heutigen Ereignisse erinnern daran, was mit China in der Vergangenheit geschah. Heute anerkennt man die Regierung Outtara, die Rebellenregierung in Libyen, wie man es zu Ende des Zweiten Weltkrieges mit China machte. Die so genannte internationale Gemeinschaft bestimmte Taiwan zur alleinigen Vertretung des chinesischen Volkes anstatt Mao Tsetungs China. Es dauerte 26 Jahre, bis am 25. Oktober 1971 die UNO die Resolution 2758 beschloss, welche alle Afrikaner lesen sollten, um dieser Narretei ein Ende zu bereiten. China wurde aufgenommen, und zwar zu seinen Bedingungen – es weigerte sich, Mitglied zu werden, wenn es kein Vetorecht hatte. Nachdem die Forderung erfüllt war und die Resolution eingebracht, dauerte es noch ein Jahr, bis der chinesische Außenminister in einem Schreiben an den UN-Generalsekretär am 29. September 1972 darauf reagierte, in einem Brief, der weder Zustimmung noch Dank enthielt, sondern die Garantien einforderte, die China für die Respektierung seiner Würde verlangte.
Was hofft Afrika von den Vereinten Nationen zu erreichen, ohne mit harten Bandagen zu kämpfen? Wir sahen, wie in Elfenbeinküste ein UNO-Bürokrat sich selbst als über der Verfassung des Landes stehend betrachtet. Wir traten dieser Organisation bei, indem wir zustimmten, Sklaven zu sein, und zu glauben, dass wir zum Mahl am gleichen Tisch und zum Essen von den Tellern eingeladen werden, die wir selbst gewaschen haben, ist nicht nur leichtgläubig, sondern dumm.
Nachdem die Afrikanische Union Outtaras Sieg bestätigte und widersprechende Berichte ihrer eigenen Wahlbeobachter niederbügelte, einfach um unseren früheren Herren zu gefallen, wie können wir da erwarten, respektiert zu werden? Wenn der südafrikanische Präsident Zuma erklärt, dass Outtara die Wahlen nicht gewonnen hat und dann bei einem Aufenthalt in Paris das genaue Gegenteil sagt, ist die Frage nach der Glaubwürdigkeit dieser Anführer berechtigt, die behaupten, eine Milliarde Afrikaner zu vertreten und für diese zu sprechen.
Afrikas Stärke und wahre Freiheit wird sich nur entfalten, wenn es gut durchdachte Handlungen setzt und die Konsequenzen im Auge behält. Würde und Respekt kommen mit einem Preisschild. Sind wir bereit, den Preis zu bezahlen? Sonst ist unser Platz in der Küche und in den Toiletten, um anderen das Leben angenehm zu machen.


CanisLupus sagte
hat d eine eine demokratie oder eher vielstaaterei, kleine fuerstentuemer, fuersten herzoege und koenige?
die basisdemokratie kann es nicht geben resp man sollte manche gesetzxe sich goennen da liegt die demokratie bei den parteien
leider habe ich den namen vergessen, der es man sagte: vllt hat china mehr demokratie als sog demokratische staaten, die zeiten vom thing sind vorbei und wenn, dann sollte bei maginale zesurentscheidungen doch volksbefragungen resp abstimmungen stattfiunden.
doch finden si statt?
lg
Die Lügen hinter einem Krieg des Westens gegen Libyen & den ganzen afrikanischen Kontinent. - Schwarz Weiss Wir lassen keinen 3. Weltkrieg zu! sagte
[...] die original QUELLE ist sehr sehr Lesenswert: http://lupocattivoblog.wordpress.com/2011/09/01/die-lugen-hinter-dem-krieg-des-westens-gegen-libyen/ [...]
Chatserver sagte
In einer Demokratie altgriechischer Prägung durfte nur die informierte Oberschicht wählen. Heute regiert die von gleichgeschalteten Medien manipulierte ahnungslose Pöbelmehrheit.
Unsere “Demokratien” sind somit kommunistische Diktaturen des Proletariats.
Und wem die Medien gehören, wissen wir alle.
Herbert K. sagte
Genau.Lassen wir nur wieder die Oberschicht wählen.
Wo genau besteht da eigentlich der Unterschied zum aktuellen System?
Ox sagte
… in der Monarchie bestand die Oberschicht aus Personen, welche kontinuierlich/familiengeschichtlich bestand hatten und mit ihrem Kopf hafteten!
Dann gab es die Parteien, welche Vereinigungen von Bürgern repräsentierten… (Google: “Die Gartenlaube”)
(Parteien waren eine Revolution der Idealisten auf der einen Seite, und ein Instrument der Oligarchen auf der anderen Seite (Sozis).)
Dieses entwickelte eine Eigendynamik, beruhend auf anonymer Haftung (ja, ich habe in die Keksdose gelangt und trete nun zurück….bin aber auf ewig gut versorgt …
erstmal “Roland Berger”)
- und auf Unterwanderung durch die Oligarchen (siehe heute ganz aktuell: ETSF)
Für eine qualifizierte Demokratie wäre ein “Wahl-Führerschein” notwendig!
Dies wird gerade heute umso deutlicher, wenn ich meine Mitbürger auf die Kriegsverbrechen gegen Libyen anspreche und dieselben nur GEZ-Parolen wiederholen (Gnampf!!!)
…
Konfuzius und Lao-tse sind nur scheinbar widersprüchlich – wie Yin und Yang – sind sie zwei Seiten der selben Münze!
Es lebe Lupo! Beste Wünsche … !
…
Herbert K. sagte
Für mich ist eine Demokratie unter Außschluß der Mehrheit keine Demokratie.Auch wenn die wahlberechtigte Minderheit evtl. direkt haftet.
Natürlich ist es richtig,die Abgeordneten nicht anonym haftbar zu machen,solche eine Ansatz bietet beispeilsweise die Rätedemokrie
http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%A4terepublik.
http://de.wikipedia.org/wiki/Imperatives_Mandat
Damit würde man Rousseau`s 1. Definition von Demokratie,nämlich “je größer ein Land ist, desto weniger demokratisch kann es sein.” gerecht,da so etwas sehr lokal gebunden ist. Ein Wahlführerschein ist auch nicht nötig,da sich die Bedürfnisse und Interessen der jeweiligen Gruppen unmittelbar ergeben.
Gruß!
alphacentauri sagte
innerhalb kürzester zeit wird lybien jetzt staatsschulden in gigantischen ausmaßen haben werden. dafür werden die siegermächte schon sorge tragen. auch wird man ihnen ebes wie man es beim irak gemacht hat, die kosten für die sogenannte befreiung durch die nato allianz aufbürden.
der ölreichtum wird nun dafür herhalten müssen das man dann die auslandsschulden abzahlen kann, die ölindustrie reißen sich die ausländischen unternehmen unter die nägel…..und lybien als staat, und jeder einzelne lybier wird in die ära vor gadaffi zurückgebombt!
ich lache mir jetzt schon einen holzfuss, wenn in kurzer zeit die jetzigen einheimischen befürworter und unterstützter der revolutzionäre und umstürzler zu jammern beginnen und sagen unter gadaffi ging es uns besser…….
strom für alle kostenlos, schulbildung bis zum fertigen studium kostenlos, dazu monatlich umger. $2300 dollar stipendium, medizinische versorgung kostenlos, autos zum fabrikspreis, sprit um 8 eurocent und vieles mehr wird ab sofort der vergangenheit angehören!!!!
ab sofort ist lybien vollwertiges mitglied im club der rothschildischen sklavenstaaten!! und ein weiterer großer unsicherheitsfaktor zur NWO wurde hiermit beseitigt!!!!
und wir alle haben tatenlos zugesehen, und mit dieser tatenlosigkeit machen wir uns mitschuldig, so wie wir auch in afghanistan und im irak mitschuldig sind!!!
Maria Lourdes sagte
ich denke erst kommt noch eine Inflation ach was Hyperinflation, Lebensmittelknappheit – Wasserknappheit und Uranmunition verseuchte Kinder, wir spenden dann für Libyen am Spendentelefon bei RTL, sagt Maria Lourdes denn das ist Demokratie!
Gruss und Frieden auf der Welt wünscht sich Maria Lourdes!
Nachdenker sagte
Tja, so ist das. Du hast mir aus der Seele gesprochen. Die Leute werden erwachen und sie werden merken, dass ihr Leben nach Gadaffi sich gegen sie richten wird und die ganzen Annehmlichkeiten, weg sind.
Ich habe Freunde in Libyen und ich kenne das Land, weil ich da unten war. Aber ich werde wohl nie wieder da hin fahren.
dorfschreiber sagte
Dass es beim Krieg in Libyen “doch eh nur um das Öl” geht, darüber herrscht hierzulande weitgehend Einigkeit, zumindest in meinem Freundes- oder Bekanntenkreis stimmen dem alle zu. An diesem Punkt endet die Bereitschaft zu selbständigem Denken auch schon. “Klar geht es nur ums Öl” – mit dieser Floskel gibt sich der deutsche Gutmensch wissend und kritisch; mit dem Nachsatz “das weiß doch jeder” signalisiert er sogleich die finale Deckung seines Diskussionsbedarfs – “hugh”, der Gutmensch hat gesprochen.
Es verwundert sehr, mit welcher Gleichgültigkeit die Erkenntnis “es geht nur ums Öl” hingenommen wurde (Irak) und wird (Libyen); unabhängig davon, dass eine solche Betrachtungsweise die komplexen Zusammenhänge arg vereinfacht. Die massenmediale Indoktrination hat ganze Arbeit geleistet.
Ende der sechziger Jahre trieb die Empörung über den Vietnamkrieg Zehntausende auf die Straße. Wo bleiben die Proteste heute? Ross und Reiter sind längst benannt, doch kaum jemand erhebt hierzulande öffentlich seine Stimme gegen die imperialistischen Kriegstreiber; kein Aufschrei ist zu hören aus den Reihen der sonst stets so überaus betroffenen Intellektuellen, Literaten, Künstler und Musiker – von der ach so kritischen Presse ganz zu schweigen.
Niemand stört sich daran, dass ein ganzer Kontinent unterdrückt wird, dass sämtliche afrikanischen Bestrebungen zur eigenen Entwicklung, zu Fortschritt, Unabhängigkeit und vor allem zur Verbesserung der Lebensqualität der afrikanischen Bevölkerung mit allen Mitteln unterbunden werden – notfalls eben gern auch mit Uranmuniton und anderen Grausamkeiten.
Wie kann es sein, dass diese himmelschreienden Ungerechtigkeiten einfach so hingenommen werden, woher kommt diese Gleichgültigkeit?
Ach – jetzt fällt’s mir wieder ein – “es geht ja nur ums Öl”!
Maria Lourdes sagte
@dorfschreiber, Bravo lieber dorfschreiber sehr gut, sagt Maria Lourdes und bedankt sich bei Dir!
nordlicht sagte
Ja, Dorfschreiber, leider sind wir Abendländler mehrheitlich Mittäter, weil (bisher) Profiteure der herrschenden Weltordnung. Das “Augen zu und durch” wird aber nicht mehr lange funktionieren. Die wesentlichen Leistungsträger dieses Systems, die sogenannte Mittelschicht, fällt weiter nach unten. Sie sind es gewohnt, zuallererst an sich und ihe Familie zu denken und sorgen vor, um die bevorstehende Enteignungswelle einigermaßen ungeschoren zu überstehen. Geldreserven werden verkonsumiert oder in handfeste Werte angelegt. Das ist die Mentalität, die uns Westlern anerzogen wurde. Gleichzeitig, aber erst an zweiter Stelle, wächst die Erkenntnis, dass die Ursache für alle Übel am System liegt.
Was Du “Gleichgültigkeit” nennst, sieht meiner Meinung nach mehr nach einer Art Lähmung aus. Je nach Lebensalter und Weltsicht weiß man mehr oder weniger Bescheid über korrupte Politiker und Beamte, willfährige Juristen, Desinformationsmedien und eine Wirtschafts-Wissenschafts-Kultur-Sport-Maffia. Aber was tun ? Wo anfangen ?
Ich weiß es auch nicht, aber ich glaube, dahinter steckt letztlich eine Furcht vor dem was kommt.
Ich werde Lupo’s Beitrag über die Angst nochmal lesen.
Horst sagte
Eigentlich liegt genau da die Desinformation. Es geht eben nicht nur ums Öl. Viel bedeutender ist die Kontrolle über das Geldsystem. Die Libyer bekommen jetzt auch bald eine private Notenbank von Rothschild. Und natürlich jede Menge Schulden. Und natürlich fallen alle größen Unternehmen in die Hand einer bestimmten Bevölkerungsgruppe. Also um es kurz zu machen: Das Ausplündern läuft genauso ab wie in Deutschland nach den beiden Weltkriegen.
Freiherr von Knicke sagte
Man bedenke das “christliche” Menschendezimierungsprogramm Jener (incl. Roms), vor allem auch in Afrika. Von daher passt alles konsequent zusammen. Teile und herrsche, Unbootmäßige töten, Brave belohnen. Diese primitiven psychologischen Methoden reichen. Und wir – lassen uns Eirobonds, Schulden, Schuld aufhalsen – ohne Ende. Was LEBT in diesem Volk noch?
Maria Lourdes sagte
Schuld und Angst vor der Wahrheit – man nennt es kognitive Dissonanz.
Kognitive Dissonanz bezeichnet in der (Sozial-)Psychologie einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand, der dadurch entsteht, dass ein Mensch mehrere Kognitionen hat – Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten – die nicht miteinander vereinbar sind, also eine Art von “Störgefühl”.
Dank den Medien der Verblödungsindustrie Nr 1, sagt Maria Lourdes und bedankt sich bei Freiherr von Knicke!
gelenkgesund sagte
Zu Schuld und Angst auch sehr lesenswert: “Grundformen der Angst” von Fritz Riemann
Freiherr von Knicke sagte
Richtig, also muß ich Ordnung in die Dissonanzen bekommen. Da heute alles über Emotionen läuft ist Ordnung nicht möglich. Darum muß heute alles “emotional” sein- Konditionierung leicht durchführbar. Nur mit Anstrengung läßt sich diese Dissonanz bearbeiten – wer will das schon. Seelische Homöostase (seel. Gleichgewicht), ohne Verdrängung und all die anderen Freudschen Begriffe, ist nur auf der emotionalen Schiene nicht zu schaffen. Und weil das so ist, kann man mit dem Vorhandensein dann unguter Gefühle, die will man vermeiden, arbeiten – konditionieren. Immer läuft es darauf hinaus, daß die Trägheit und Bequemlichkeit des Bürgers/Mützenträgers die Bedingung für Unfreiheit ist.
kurspa sagte
danke maria
kurspa sagte
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/udo-ulfkotte/geheimdienste-euro-krise-und-libyen-warum-das-gaddafi-regime-wirklich-gestuerzt-wurde.html;jsessionid=37205D1230DADB75B94C638CFEACB200
Löffelstiel sagte
Libyen war das sozial, ökonomisch,ökoloigisch fortschrittlichste und unabhängigste Land von ganz Afrika. Das musste zersetzt werden. Das grandiose Wasser- und Bewässerungssystem stand kurz vor der Vollendung, ein Grund mehr, das stabile Land in einen Unruheherd zu versetzen
Deutschland hat in breitem Maße zu dieser Stabilität beigetragen. Über Jahre, ja, Jahrzehnte wurden regelmäßig Ärzte über das Goethe-Institut nach Deutschlandzum Sprachstudium, dann zur 5-jährige Facharztausbildung igeschickt (vorbildliches Gesundheitssystem!)Gadaffi war, im Gegensatz zu den meisten afrikanischen Staaten, kein Schuldner. Prompt wurde alles bezahlt.
Mehr noch als das Öl, ist das Vorzeigeprojekt ‘Wasser’ für afrikanische Länder zum Vorbild geworden. Nun ist es gelungen, es zu stören, wenn nicht gar zu zerstören, um sich als Lebensspender in den Vordergrund zu spielen. Von wem wurde es ge-/zerstört? Angeblich von Gadaffi. Nein, von den Eindringlingen. Die Ingenieure sind aus Angst vor den Revoluzzern geflohen.
Dummerweise haben sich seine Söhne im Ausland wie Prinzen vom Schah von Persien benommen. Da hätte der Vater schon mal ein Machtwort sprechen müssen. Außerdem hat er zu sehr den ausländischen Banken vertraut. Wer lässt schon sein Geld in Großbritanien drucken, was dann eingezogen wurde.
Auch war er diplomatisch gegenüber den westlichen Potentaten nicht schlau genug und iließ sich seines operettenhaften Auftretens wegen schmeicheln. Und dann noch holländische Prostituierte. Die Geilheit bringt die größten Herrscher zu Fall.
jacek sagte
ein par worter uber nato angrif aus polen, ich hoffe … verstandlich.
kaddafi hat viele gegner aus vollgenden grunden
volksdemokratie unabhangig vom capital und parteisystem
unabhangige banksystem ohne auslansche banken und ohne schulden
grosste wasserreserven und kunstliche fluss mit 4000 km langer
kaddafis ziel waren united states von africa
und noch mehr
kaddafi hat es gebrach libier zur product per capita 14.000 $ und jetzt gibt es 6x so viel libyer als vor 40 jahren
die italiener sollten /statt 5 000 000 000 $ zuruckgeben/ die strassen und infrastruktur bauen
uber franzosen will ich nicht mak schreiben, jede hure hat mehr ehre
alles das zeigt das westliche demoktratie ist am ende und der krieg um unsere freiheit wird kommen
grusse aus pl, vielleicht nicht beliebt in de aber noch nicht verloren
hoffe ich das wir den selben feind haben
grusse fur lupo & freunde
ich behte fur euch.
Maria Lourdes sagte
@jacek: Einen schönen Gruss nach Polen, sagt Maria Lourdes und bedankt sich für Deinen Kommentar!
Angriff auf Libyen - Seite 91 - PolitikPla.net sagte
[...] [...]
heli sagte
hallöchen!
wow, bin platt….
wieder einmal was dazu gelernt…
VIELEN DANK MARIA FÜR DEINE MÜHEN!
@jacek (post nr.10)
bin aus AT und das mit DE vs PL ist meiner Meinung nur Medienhetze…
und ja, auch ich bin der meinung, dass der krieg um UNSERE freiheit wohl kommen wird….
die nächstenliebe und das sich gegenseitig helfen muss den (kapitalistischen)egoismus wieder in seine schranken weisen!!
eine gesellschaft von egoisten,wo jeder nur auf seinen eigenen vorteil bedacht ist, ist nicht auf dauer lebensfähig…
ich werde meinen teil dazu auf meine weise beitragen, dass wieder mehr herzlichkeit und hilfsbereitschaft in unserer gesellschaft sich ausbreitet… zumindest bei meinem umfeld ist das möglich…
ich für meinen teil werde systeme zum effektiven spritsparen unter die leute bringen, aufklärungsarbeit leisten, dass wieder bewusster gelebt u. erlebt wird. sowie das thema neue energien (die eigentlich eh schon “alt” sind) den menschen näher bringen… und auch zeigen dass es funtioniert…
ich verweise da nur auf das “NET-Journal” und den “Jupiter Verlag” die beim thema neue energien auch schon einiges unermüdlich geleistet haben (Schweiz)….
Ich für meinen teil kann nur sagen, dass ich meinen teil für “eine bessere Welt” beitrage und auch werde.,.
die letzte schlacht ist noch nicht geschlagen…
grüße aus AT!
nordlicht sagte
Ich finde jetzt gerade nicht die richtigen Worte zu Deinem Kommentar. Aber allein Deine Zuversicht spricht mir aus aus dem Herzen.
Beste Wünsche an Dich aus dem hohen Norden, Heli !
Angriff auf Libyen - Seite 92 - PolitikPla.net sagte
[...] [...]
ein mensch sagte
Bravo Maria Lourdes!!
Wenn ich mir meinen Geschichtsunterricht an unserem Gymi im nachhinein so betrachte, habe ich nur den imperialistischen unkritischen Mist anhören müssen. Falls doch mal Gegenstimmen laut wurden, und jene auch in einer Hausarbeit dies öffentlich/schriftlich bekundeten, spiegelte sich dies bei den “Punkten” bzw. “Zensuren”(woher das Wort wohl kommt), nieder. Und wer waren djene Tutoren….
Befremdlich ist es daher nicht, dass das bundesrepuplikanische System nur erhalten wird/wurde, weil jene traumatisierten Nachkriegspolitiker in “ihrem” Nirvana gefangen sind, wie es die Besaztungsmächten wünschten und forderten, oktoyierten..diverse globalisierte Banken/-Konzernhilosophien leider bis zum heutigen Tag….
…..simpel ausgedrückt: man kann einem traumatisierten Kind, das man zig-jahrzehnte in Knechtschaft hielt, nicht auf einmal erwarten, das jenes plötzlich von heute auf morgen autonom, kritisch, selbstbewusst und aufrecht “daher lkommt”. Diese aus den Tarumatisierungen entstandenen Verhaltensmuster wird bis auf den heutigen Tag generationsübergreifend weitergegeben.
Ich denke hierbei sind 2 Gebote wirksame Faktoren
1. Du sollst Vater (Staat) und Mutter ehren.
2. Du sollst nicht merken. (Traumatisierung, Knechtschaft, insbes. Prügelstrafe an Kindern wurde erst 1998 abgeschafft, kein Kinderschutzgesetz im GG!!)
Will meinen: Das Kind aus der Traumatisierung zu “entlassen” bedarf einer Therapie, ergo kann es zu dieser Zeit “eigentlich” keine Staatsaufgaben bewerkstelligen. Aber jene, die diese Situation ausnützten, waren sich dessen bewusst, und gaben diesem Kind Psychpharmaka, anstatt es mit Fachleuten jene Traumatisierungen zu bearbeten.
Man sieht heute das Ergebnis. Deutschland hat keine Verfassung (Würde, Respekt..,) weil auch nicht gewollt! Deutschland hat nach den 2 Weltkriegen nur Traumatisierungen erlitten. Hierbei ist es zunächst sekundär, die Schuldfrage., Banken, Konzerne, Kaiser, Despoten und auch die heutigen Poltiker haben diese psychologische Waffe ausgenutzt für ihre diktatorischen selbsterhaltenen Allmachtsphantasien(tatbestände) zu perpetuieren.
Interessanterweise waren alle Despoten von jenen psychischen Dysfunktionen (Traumatisierung) behaftet.
Und das Volk, zumindest das gros, entsprach jener dysfunktionalen Störungen, anders lässt sich ja diese “Diktatur” gar nicht aushalten oder vervollkommnen. Ich glaube dies ist der Schlüssel, um die politische Welt aus psychologischer/soziologischer Sicht zu verstehen.
Denn wenn ich als “normal” empathisch behütetes Kind aufwachse, ausgestattet mit allen Stärken und Schwächen, brauche ich diese menschenverachtenden Instrumentarien als demokratisch gewählter Staatsmann gar nicht, sondern bin wirklich darauf bedacht, das es allen Menschen auf der Welt physisch/psychisch/materiell gut geht. Und das, im Idealfall zu einem minimalen “Preis”
(Geben und Nehmen).
lg
Maria Lourdes sagte
Sehr gut danke, wobei Geben seliger ist wie nehmen, sagt Maria Lourdes
gelenkgesund sagte
Du sollst nicht merken. So auch der gleichlautende Titel eines der Bücher von Alice Miller. Mehr dazu hier: http://www.alice-miller.com/index_de.php
Freiherr von Knicke sagte
Das triffts.
FVK