lupo cattivo – gegen die Weltherrschaft

Nachrichten-Hintergründe-Informationen-Zusammenhänge, die man bei "WIKILEAKS" nicht findet…..

“Blitzmädchen” Frauen und ihre Kriegsgeschichte als Wehrmachtshelferin

Geschrieben von Maria Lourdes - 12/09/2011

Geschichte, zumal die der Kriege, wird meist als Geschichte der Männer erzählt. Die Helden sind Soldaten und Generäle, Väter und Brüder, Widerstandskämpfer und Politiker. Wer aber fragt Frauen nach ihrer Kriegsgeschichte? Wehrmachthelferin oder „Wehrmachtshelferin“ war die Bezeichnung für Mädchen und junge Frauen, die während des Zweiten Weltkrieges Dienst bei der deutschen Wehrmacht taten. Soldaten nannten diese Frauen auch “Blitzmädchen”. Erstveröffentlichung bei Weltkrieg.cc

Über sechzig Jahre herrschte sowohl bei den Überlebenden als auch in der Forschung Schweigen über den Einsatz von einer halben Million Frauen, die im Gefolge der Wehrmacht in den Zweiten Weltkrieg zogen. Rosemarie Killius hat auf diesen bisher vernachlässigten Aspekt der Militärgeschichte aufmerksam gemacht: Der Historikerin gelingt es, die Frauen zum Sprechen zu bringen, bewegende Schicksale, aber auch bisher verdrängte Erinnerungen werden sichtbar. Die unterschiedlichen Schilderungen verraten viel über den Alltag an der Front, den Befindlichkeiten in einer männlich dominierten Umgebung. Die Mehrzahl der Frauen erlitt den Krieg nicht passiv, sondern fühlte sich für ihr Tun auch ganz bewusst verantwortlich.

Schau mal, da sind die Mädchen in Uniform, das sieht doch schick aus, da hast Du Gelegenheit, ins Ausland zu kommen… Eine Freundin hat mich darauf aufmerksam gemacht und mir Bilder aus einer Illustrierten gezeigt. Ja, die Uniform bei der Wehrmacht sah gut aus und erst mit dem Schiffchen! Und mit dem Blitz, das gefiel mir besonders. Das waren ja die Blitzmädchen. Und es gelang mir, mich dienstverpflichten zu lassen. Ich hatte die Möglichkeit, Funkerin, Telefonistin oder Fernschreiberin bei der Wehrmacht zu werden. So meldete ich mich als Fernschreiberin, weil mir das am interessantesten erschien. Ja, richtig, es war Krieg, aber der stand ganz im Hintergrund.

Da war mehr dieses Abenteuer, das mich lockte. Gerda R. sitzt mir in ihrem hellen Wohnzimmer gegenüber. Sie ist weißhaarig und 85. Wenn von »damals« die Rede ist, spricht sie sehr bestimmt und selbstbewusst – damals, das heißt im Zweiten Weltkrieg. Der Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion lief auf vollen Touren. Frankreich war besetzt und die sechste Armee auf dem Weg nach Stalingrad. Gerda R. war 22 Jahre jung und arbeitete bei der Sparkasse ihres Heimatorts in Ostpreußen. Dort war nichts los, nur Eintönigkeit tagein, tagaus. Die junge Frau aber hatte Fernweh, wollte die Welt sehen, etwas erleben – mitten im Krieg. Waren das die Motive jener halben Million junger deutscher Frauen, auf den verschiedensten Kriegsschauplätzen Europas, sogar in Frontnähe, als Nichtkombattantinnen Dienst zu tun? Oder handelte es sich hier um fanatische Parteigenossinnen?

Ich wollte schon seit langem wissen, was diese Frauen bewegte, die zum großen Teil freiwillig in den Krieg zogen. Deshalb suchte ich unter anderem durch einen Zeitungsaufruf Kontakt zu ehemaligen Wehrmachthelferinnen. Frauen bisher kein Thema für die Militärgeschichte Militärgeschichtliche Studien werden selten mit Frauen in Verbindung gebracht. Die Militärgeschichtsschreibung kennzeichnet bisher einen doppelt männlich geprägten Blick: Zumeist männliche Historiker befassen sich ausschließlich mit männlichen Akteuren. Die Armee führt Kriege, doch der Krieg hinterlässt Witwen und trauernde Mütter.

Die beiden Weltkriege haben im 20. Jahrhundert die Frauen entscheidend geprägt und verändert. Zur Politik der »Gleichschaltung«, die das nationalsozialistische Regime vor allem zwischen 1933 und 1939 praktizierte, gehörte auch der Arbeitseinsatz für den Staat: Im Wehrdienstgesetz von 1935 waren alle Deutschen, Frauen und Männer für den Einsatz in einem möglichen Krieg verpflichtet worden.

Die etwa 500000 Wehrmachthelferinnen unterstanden als Mitglieder des Wehrmachtgefolges dem Kriegsstrafrecht beziehungsweise dem Militärstrafgesetzbuch. Bereits ab 1939 waren Frauen als Nachrichtenhelferinnen, Stabs-, Flak- und Luftwaffenhelferinnen tätig. Sie sollten in den verschiedenen Wehrmachtsteilen, Verwaltungen und besonders im Nachrichtenvermittlungsdienst die Soldaten entlasten und sie sogar ersetzen, um Männer – wie ihnen eingeredet wurde – »für die Front freizumachen«. Viele Frauen wurden mit Schießübungen für den Ernstfall vorbereitet. Nach der Niederlage in Stalingrad wurden Frauen zum Kriegsdienst gezwungen, auch wenn sie noch nicht volljährig waren. Den größten Umfang erreichte das Wehrmachthelferinnenkorps zur Jahreswende 1944/45, als der Krieg fast zu Ende war.

Während der letzten Kriegsmonate kamen viele Frauen in sowjetische Gefangenschaft, und man schätzt, dass etwa 20000 von ihnen dort umkamen. Viele gerieten im Chaos des Rückzugs in Tieffliegerangriffe, Bombardements und Partisanenüberfälle. Die genaue Zahl der Umgekommenen, Vermissten und Gefangenen ist nicht feststellbar; weder Behörden noch Forscher haben bisher genaue Fakten vorgelegt.

Meinen Interviews mit 60 Frauen lag ein Gerüst zugrunde, um Informationen und Einschätzungen zu Einsatzorten, Dauer, Uniform, Kriegsgeschehen, Motivationen, politischem Interesse und Repressionen des Regimes zu erfragen. Diese Untersuchung stellt eine Oral-HistoryArbeit im weiteren Sinne dar, sie will eine breite Öffentlichkeit über bisher unbekannte historische Ereignisse informieren, die Frauen zwischen Front und Heimat erlebt haben. Die vom Tonband original zu Papier gebrachten Erlebnisse der Frauen habe ich so bearbeitet, dass die Ursprünglichkeit der Aussagen nicht verloren ging. Die einzelnen Berichte wurden so in eine lesbare Form gegossen, bei der ich sorgfältig darauf geachtet habe, ihnen nichts von ihrer Authentizität zu nehmen. Attraktivität der Auslandseinsätze, Flucht vor dem Bombenkrieg daheim. Die Auslandseinsätze bei der Wehrmacht wurden damals von den Frauen eher positiv empfunden, weil sie ihnen unbekannte Möglichkeiten und Freiheiten eröffneten, dagegen wurde der Einsatz in der Heimat zu einer immer größeren Belastung.

Die Schrecken des Bombenkrieges, den Verlust aller Dinge und Beziehungen, die materiellen und emotionalen Halt boten, erfuhren die daheim eingesetzten Frauen meist direkter als die Frauen und Männer an der Front. Nach einer zweimonatigen Ausbildung wird der Bendlerblock in Berlin zur neuen Dienststelle von Gerda R. Und da erlebt sie, dass die »Blitzmädchen« mit dem »Blitz am Ärmel und am Kragen« in der Bevölkerung kein sehr gutes Ansehen genießen. Sie will endlich in die große weite Welt. Schließlich gelingt es ihr, ins Ausland versetzt zu werden. Von der »Heeresschule für Nachrichtenhelferinnen« (HSNH) in Gießen werden die jungen Frauen in ihre Einsatzorte geschickt. Sie hofft auf Paris, 1940 als Standort wegen des kulturell anspruchsvollen Lebens noch sehr begehrt, bis die »Résistance« aktiver wurde. Mit einer Kameradin zusammen kommt Gerda R. schließlich nach Belgrad. »Endlich hatte ich es geschafft«, sagt sie. »Wir fühlten uns wichtig« – als Repräsentantinnen der deutschen Frau im Ausland.

Blitzmädchen Der Einsatz im Osten, nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 galt vielen als suspekt und war weniger beliebt. Auch wenn es als Stabshelferin des Heeres in einer Schreibstube in der Sowjetunion sein musste, der Reiz überhaupt ins Ausland zu kommen, was sonst fast unmöglich war, galt als interessanter und beliebter als in der Heimat zu bleiben. Als Angehörige der Deutschen Wehrmacht fühlten sie sich auch als Repräsentantinnen der deutschen Frau im Ausland. Dass sie sich sogar teilweise freiwillig meldeten, hing damit zusammen, dass die Wehrmacht als das kleinere Übel galt. Arbeit in einer Munitionsfabrik wäre die Alternative gewesen. Und Politik war vielen jungen Frauen ziemlich gleichgültig: »Wir waren doch jung, so um die 20, und hatten so viele andere Dinge im Kopf«, sagt Erna K. und fügt noch hinzu: »Natürlich wollten wir etwas für unser Vaterland tun. Und man hatte uns doch gesagt, dass jede von uns einen Soldaten für die Front ersetzen könnte. Das hat uns stolz gemacht und wir haben uns wichtig gefühlt.«

Auch Helga D. als Stabshelferin des Heeres in Minsk möchte diese Zeit im besetzten Land nicht missen. Die Kameradschaft sei beispielhaft gewesen, das wird auch von anderen immer wieder betont. Für Politik habe sie sich wenig interessiert. »Ich habe mir gesagt, es ist im Grund ja egal, was ich mache… Was hätte ich denn machen wollen, wenn ich gesagt hätte, ich gehe da nicht hin!«

Abenteuerlust wich: »Es war schrecklich bis zum Ende« Emmy F. als Flakwaffenhelferin in der Nähe Frankfurts eingesetzt betrachtet den Einsatz mit deutlich kritischer Distanz: »Es ist von Anfang bis Ende schrecklich gewesen, ich bin dienstverpflichtet worden und wollte da auf keinen Fall hin. Man hat uns benutzt und uns um unsere besten Jahre betrogen. Wir waren doch so lebenshungrig. Wir waren jung und gehorsam und diese alten kriegsunfähigen Männer und Nazibonzen, die uns ausbilden sollten, behandelten uns oft so unverschämt.«

Wie hat Gerda R. das Kriegsende erlebt? Die Rote Armee erobert im Januar 1945 endgültig deutschen Boden. Der Standort Belgrad muss aufgegeben werden, und sie wird mehrfach versetzt.

Im September 1944 hätte sie noch einen Einsatz in Norwegen bekommen können. Sie lehnt ab. Die Angst, nicht mehr nach Hause zu kommen, in Gefangenschaft zu geraten, den Russen in die Hände zu fallen, war längst der Abenteuerlust gewichen. Sie landetauf einem Lazarettschiff, das mit Geleitschutz von Pillau nach Gotenhafen fährt. Die »Wilhelm-Gustloff« war nach dem Angriff durch ein russisches U-Boot schon untergegangen. In ihrer Wehrmachtsuniform wird Gerda R. als Rotkreuzhelferin eingesetzt: »Da waren 2000 Verwundete auf diesem Schiff. Sie schrieen Tag und Nacht.«

Ihre Odyssee auf der Flucht vor den Russen geht von Danzig über Stettin nach Neubrandenburg. Dort gerät sie am 2. Mai 1945 in kanadische Gefangenschaft.

Wechselfälle: Damals unkritisch mitgemacht – Heute verunsichert und voller Scham. Die nationalsozialistische Propaganda suggerierte diesen Frauen, dass jede Einzelne von ihnen »einen Soldaten für die Front freimacht«, und dass sie dazu beitragen könnten, dem Krieg eine positive Wende zu geben.

Das machte sie stolz. Sie fühlten sich unglaublich wichtig. Heute stehen diese Frauen am Ende ihres Lebens. Für sie hat sich bisher niemand interessiert. Und sie haben über das Geschehene wenig nachgedacht. Wir können uns heute nur schwer Zeitgeist und Normen der Erziehung in einer Diktatur vorstellen. Diese Wehrmachthelferinnen waren Frauen ihrer Zeit, Frauen, die in der Nazi-Diktatur aufgewachsen sind. Und doch sind Gefühle und Träume junger Menschen damals und heute vermutlich nicht so unterschiedlich.

Um den Krieg überhaupt ertragen zu können, suchten sie Ablenkung. Sie sagen, dass sie sich damals nicht für Politik interessierten, dass sie mit sich selbst beschäftigt waren. Sie liefen mit – wie viele andere Deutsche auch.

Heute ist es für die ehemaligen Wehrmachthelferinnen nicht leicht, über diese Dinge zu sprechen, über Scham und schlechtes Gewissen, über jugendliche Unbeschwertheit in unmittelbarer Nähe von Morden und Sterben, vor allem über das, was sie eigentlich hätten wissen müssen, vielleicht sogar wussten. Aber darüber sprechen sie kaum. Die Distanz, die sie zu dem Thema aufgebaut haben, ist bei allen Befragten spürbar. Damals hatten sie Angst, und heute schämen sie sich, wie sie sagen. Einem Menschen in Not zu helfen, schien für sie damals fast unmöglich. Manche gaben da und dort Brot. Mehr trauten sie sich nicht. Nach dem Krieg herrschte bei den Überlebenden Schweigen über diese Lebensphase. Die Enttäuschung und vor allem die Scham darüber, einem verbrecherischen Regime gedient und die Erkenntnis, das bessere Los gezogen zu haben, konnte nicht zur Verarbeitung, sondern musste zur Verdrängung der Erlebnisse führen.

Immerhin waren sie vom Bombenkrieg an der Heimatfront verschont geblieben. Diese subjektiven Erlebnisse sind ein wichtiger Mosaikstein für das Gesamtverständnis des Zweiten Weltkriegs. Der Widerspruch zwischen Kriegsgeschehen und der eigenen positiven Wahrnehmung ist nicht aufzulösen. Er könnte aber die Ursache dafür sein, dass die Betroffenen bisher geschwiegen haben.

Rosemarie Killius studierte Geschichte und Romanistik in Frankfurt und Madrid, sie ist Pädagogische Mitarbeiterin im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Frankfurt. Forschungsschwerpunkt ist der Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg.

Rosemarie Killius»Sei still, Kind! Adolf spricht« – Gespräche mit Zeitzeuginnen

Rosemarie Killius »Frauen für die Front« – Gespräche mit Wehrmachtshelferinnen

 forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de

17 Antworten zu ““Blitzmädchen” Frauen und ihre Kriegsgeschichte als Wehrmachtshelferin”

  1. kurspa sagte

    .

  2. Nonkonformer sagte

    Interessiert natürlich keine “Sau”, dafür werden aber jede Menge Magister- bis Doktorarbeiten gefertigt, die die eintausendzwei
    hundertvierundachtzigste Verästelung der “Herrrschaft des Nationalsozialismus” untersuchen oder schuldneurotisch beschrei=
    ben! in der “FAZ” beispielsweise wird durch den “Historiker-Professor” namens Blasius – nein, der heißt wirklich so! – fast
    jede Woche irgendeinsolches Auftragswerk eines willfährigen “Neuhistorikers” besprochen, natürlich positiv!
    Ich schrieb einmal an die FAZ-Herausgeber im Frühjahr 2004 einen Brief, in dem ich um eine Änderung ersuchte, man solle
    sich doch auch einmal um durch die Wehrmacht erlittene schaurige Kriegsverbrechen kümmern. Ich empfahl damals, einen
    Militärhistoriker im Oktober 2004 nach Belgrad zu senden, um zum 60. Jahrestag der Rückeroberung Belgrads durch Titos
    drei Divisionen das Schicksal der dort in Gewahrsam genommenen 30000 deutschen Soldaten und der 250 “Blitzmädel” zu
    erforschen und darüber zu berichten, natürlich blieb der Brief ohne jede Antwort! (Der Militärhistoriker hätte nämlich eingestehen müssen, daß die 30000 Wehrmachtssoldaten fast bis auf den letzten Mann innerhalb weniger Tage ermordet wurden, die 250 bedauernswerten jungen deutschen Frauen wurden zusammen mit der “1. Tranche” von Soldaten (durch Gewehr=
    schüsse erschossen) auf angespitzte Holzpfähle grausamst zu Tode gequählt!
    Die üblichen “Scheißmedien” bezeichnen diese Geschichte natürlich als absolute Lüge!

    • w sagte

      Die einfachen Menschen hatten sicherlich keine Schuld am Krieg………..wie heute auch nicht.Aber……man sollte nicht mitspielen……schon lange im voraus eines Krieges…………..

      Und dazu:

      am 11.09 lief auf dem grossten brasilianischen Fernsehsender abends zur besten Sendezeit eine Sendung uber die HAARP Anlagen und
      Wetterwaffen…………….bitte weiter erzahlen.Das nenne ich mal Aufklarung in Deutschland unmoglich(Sender Record-11.09-21.00 Uhr
      Sendung Fantastico)

      • @w: Gibts da was auf youtube dazu, vielleicht findet sich jemand das zu übersetzen bzw. mit Untertiteln zu versehen, wäre gut, sagt Maria Lourdes und bedankt sich für Deinen Kommentar.
        Gruss nach …….lieber w!

    • uwe sagte

      Wer ehrlich ist bekommt, doch seinen Dr. Titel nicht, aus die Maus, zumindest in diesen “Fächern”.

      Was einer jungen Staatsanwältin passieren kann, die der bei uns inzwischen weit verbreiteten Mafia auf die Spur kommt:

      http://www.regina-bornstein.de/

  3. Gandalf sagte

    Mehr Hintergründe
    http://winstonsmithministryoftruth.blogspot.com

  4. Gandalf sagte

    Fish Hat Pope – Goodnight Rothschild

  5. [...] http://lupocattivoblog.wordpress.com/2011/09/12/blitzmadchen-frauen-und-ihre-kriegsgeschichte-als-we… [...]

  6. Robin Deutsch sagte

    Hallo an alle Blogger,

    Ich arbeite diekt unter der Einflugschneise des Köln-Bonner sowie der Militaerbasis Köln-wahn Flughafen.

    heute sehe ich zum ersten mal in einer großen anzahl Militaermaschinen den Flughfen anfliegen. 4 Strahlige transporter eine Phantom und eurofighter!

    Ich mach mir langsam sorgen!

    Gruß
    Robin

  7. Waffenstudent sagte

    Aus dem Wehrmachtsarchiv

    ERSTER BEITRAG:

    Augenzeugenbericht der Deutsch-Brasilianerin Frau Leonora Geier. (Aus dem Wehrmachtsarchiv)

    Am Morgen des 16. Februar (1945) besetzte eine russische Abteilung das RAD-Lager Vilmsee bei Neustettin. Der Kommissar bedeutete mir in gutem Deutsch, daß das Lager aufgelöst sei und daß wir als uniformierte Einheit sofort in ein Sammellager transportiert würden. Da ich als Brasilianerin Angehörige einer verbündeten Nation der Alliierten war, betreute er mich mit der Führung des Transportes, der nach Neustettin in den Hof einer ehemaligen Eisengießerei ging. Wir waren etwa 500 Maiden des weiblichen RAD. Der Kommissar behandelte uns sehr höflich und wies uns die Fremdarbeiter-Baracken des Werkes zu. Der angewiesene Platz war jedoch für alle zu eng, weshalb ich bei dem Kommissar vorstellig wurde. Er sagte, daß es ja nur vorübergehend sei, und daß ich in die Schreibstube kommen könnte, wenn es für mich zu eng wäre, was ich gerne annahm. Sofort bedeutete er mir, keinen Kontakt mehr mit den anderen aufzunehmen, da diese Angehörige einer illegalen Armee wären. Meine Vorhaltung, daß dies nicht den Tatsachen entspräche, schnitt er mit der Bemerkung ab, daß ich erschossen würde, wenn ich in irgendeiner Form nochmals etwas ähnliches wiederhole.

    Ich hörte plötzlich lautes Geschrei und schon brachten zwei Rotarmisten fünf Mädchen herein. Der Kommissar befahl ihnen, die Kleider abzulegen. Als diese sich aus Scham widersetzten, hieß er mich es ihnen zu tun, und mit ihnen ihm zu folgen. Wir schritten über den Hof zur ehemaligen Werksküche, die man völlig ausgeräumt hatte, bis auf ein paar Tische an der Fensterseite. Es war entsetzlich kalt und die Bedauernswerten zitterten. In dem großen, gekachelten Räume erwarteten uns einige Russen, die anscheinend sehr obszöne Bemerkungen machten; denn jedes Wort wurde mit lautem Lachen quittiert. Der Kommissar bedeutete mir, hinzusehen, wie man aus Herrenmenschen Jammerlappen mache. Nun kamen zwei Polen, nur mit einer Hose bekleidet herein, bei deren Anblick die Mädchen aufschrieen. Rasch hatten sie die erste ergriffen und mit dem Rücken über die Tischkante gebogen, bis ihre Gelenke knackten. Ich war fast einer Ohnmacht nahe, als der eine das Messer zog und ihr die rechte Brust vor den Augen der anderen herunterschnitt. Dann hielt er einen Augenblick inne und schnitt die andere Seite ab. Ich habe noch nie einen Menschen so verzweifelt schreien hören wie dieses Mädchen. Nach dieser Operation stach er mehrmals das Messer in den Unterleib, was wiederum vom Johlen der Russen begleitet war.

    Die Nächste schrie um Gnade, doch vergebens, da sie besonders hübsch war, hatte ich den Eindruck, man tat das schaurige Werk sehr langsam. Die anderen drei waren ganz zusammengebrochen, sie schrieen nach ihrer Mutter und bettelten um einen raschen Tod, doch auch sie ereilte das Schicksal. Die Letzte war noch ein halbes Kind mit einer kaum entwickelten Brust, ihr riß man buchstäblich das Fleisch von den Rippen, bis der weiße Knochen zum Vorschein kam.

    Wieder brachte man fünf Mädchen herein, diesmal hatte man genaue Auslese getroffen, alle waren gut entwickelt und hübsch. Als sie die Leiber der Vorgängerinnen sahen, begannen sie zu weinen und zu schreien. Mit schwacher Kraft versuchten sie verzweifelt sich zu wehren. Doch es half ihnen nichts, die Polen wurden immer grausamer. Der einen schnitten sie den Leib der Länge nach auf und gossen eine Dose Maschinenöl hinein, das sie zu entzünden versuchten. Die andere schoß ein Russe in das Geschlechtsteil, bevor sie ihr die Brüste abschnitten.

    Ein großes Gejohle begann, als aus einer Werkzeugkiste eine Säge gebracht wurde. Jetzt zerriß man den übrigen Mädchen die Brüste damit, was in kurzem den Boden in Blut schwimmen ließ. Ein Blutrausch packte die Russen. Laufend brachte man Mädchen.

    Wie in einem roten Nebel sah ich das schreckliche Geschehen, immer wieder vernahm ich den unmenschlichen Aufschrei beim Martern der Brüste und das laute Aufstöhnen beim Verstümmeln der Schamteile. Als mir die Knie versagten, zwang man mich auf einen Stuhl, der Kommissar achtete stets darauf, daß ich hinblickte, ja, als ich mich erbrechen mußte, hielten sie sogar inne bei der Marterung. Ein Mädchen hatte sich nicht ganz entkleidet, es mochte auch etwas älter als die übrigen sein, deren Alter um siebzehn Jahren lag. Man tränkte ihren Büstenhalter mit Öl und entzündete dies, was gelang, und während sie aufschrie, trieb man ihr einen dünnen Eisenstab in die Scheide, bis dieser am Nabel heraustrat.

    Auf dem Hofe liquidierte man mit Knüppeln ganze Gruppen von Mädchen, nachdem man die hübschesten für diesen Marterraum ausgesondert hatte. Die Luft war erfüllt vom Todesgeschrei vieler hundert Mädchen. Doch angesichts dessen, was sich hier abspielte, war der Totschlag draußen geradezu human. Es war eine furchtbare Tatsache, daß keines der hier verstümmelten Mädchen die Besinnung verlor. Jede erlitt die Verstümmelung bei vollem Bewußtsein. Im Entsetzen waren alle gleich in ihren Äußerungen, stets war es das Gleiche, das Betteln um Gnade, der hohe Schrei beim Schneiden der Brust und das Stöhnen beim Verletzen der Geschlechtsteile. Mehrmals unterbrach man das Morden, um das Blut herauszukehren und die Leichen wegzuschaffen.

    Am Abend fiel ich in ein starkes Nervenfieber. Von da an fehlt mir jede Erinnerung bis zu dem Zeitpunkt, in dem ich in einem Lazarett erwachte. Deutsche Truppen hatten vorübergehend Neustettin zurückerobert und somit uns befreit. Wie ich später erfuhr, wurden in den drei Tagen der ersten russischen Besetzung etwa 2000 Mädchen ermordet, die sich in der Umgegend in RAD-, BDM- und sonstigen Lagern befanden.

    Frau Leonora Geier, geb. Cavoa. ”

    Die Berichte der deutsch-brasilianischen Staatsbürgerin Leonore Geier, geb. Cavoa, geb. am 22. 10. 1925, als Tatzeugin wurden auch von Bernhard Wassermann und Manfred Haer, Angehörigen der Inf.-Geschütz- und Ausbildungskomp. I G 81 bestätigt, die nachträglich mit den Bergungsarbeiten in den Lagern betraut waren, als nach einem vorübergehenden Rückzug der 1. weißrussischen Armee die deutsche Wehrmacht nach einem Gegenstoß Neustettin wieder befreit hatte.

    Die Zeugin war zu dieser Zeit als Schreibhilfe im Lager „Vilmsee“ des weiblichen Arbeitsdienstes tätig. Als Brasilianerin galt sie vor der russischen Armee als Verbündete im Zwangseinsatz des NS-Staates. Die Darlegung dieser Vorrechte weist ein Schriftstück aus, welches vorlag und den Stempel der weißrussischen Armee trägt. Der Bericht wurde am 6. Oktober 1956 verfaßt und gibt die Ereignisse vom 16., 17. und 18. Februar 1945 wieder.

    QUELLENANGABE:

    Anzeiger der Notverwaltung des deutschen Ostens im Deutschen Reich. Heft 5-6/1994 Seite 57 und 58

    Hierzu steht auf Seite 57 noch folgender Hinweis:

    Herr Architekt Dipl.-Ing. Erwin Groke.Witzendorffstraße 31, 21339 Lüneburg, schickt den Bericht einer Dame ein, Frau Leonora Geier geb. Cavoa, bisher allein abgedruckt von Der Scheinwerfer, ODAL-Druck u. Verlag E. Hefendehl, 96476 Rodach-Sülzfeld, Nr.11,15. November 1994. Die angeschriebene Patengemeinde von Neustettin, Gemeinde Gellersen, und Herr Dr. Edgar Jahn, CDU-Mitglied aus Neustettin, hatten nicht geantwortet.- “Wir zögern”, zumal in einer Weihnachtsnummer, dieses schreckliche Geschehen so ungeschützt abzudrucken. Durch kleinsten Druck breiten wir einen Gefühlswallung hemmenden Schleier darüber. Herr Groke bittet dringend darum, daß sich Leser melden, die etwa Angehörige in dem unten beschriebenen RAD-Lager hatten. Frau Geier möchte mit diesen Lesern in Verbindung treten. (Und dann folgt obiger Text in kaum lesbarer Kleinstschrift mit der Überschrift: Die deutsch-brasilianische Staatsbürgerin Keonora Geier-Cavoa berichtet) Siehe auch: http://www.extremnews.com/premium/zeitg … 09fe0774f8

    Origialquelle. http://doc01.50g.com/weinlein.html

    ZWEITER BEITRAG:

    Neuere Hinweise fand ich jetzt im Schlesier-Jahrgang 1995. Mit dem Massaker näher beschäftigt hat sich: Dipl. Ing. Erwin Groke, Witzendorffstraße 31, 21399 Lüneburg (s. “Der Schlesier” Nr. 10 vom 10.März 1995). “Dem Schlesier” gingen daraufhin mehrere interessante Zeugenberichte zu:

    Ein damals 24jähriger Panzerführer war in der ersten Hälfte Februar 1945 in Cottbus mit anderen Besatzungen zu einer Ersatz-Abteilung zusammengestellt und dann nach Frankfurt/Oder verlegt worden. Am 15. Februar wurden rund 20 Panzerbesatzungen mit Infanterie-Waffen ausgestattet und zunächst auf LKW und dann im Fußmarsch in Richtung Neustettin in Marsch gesetzt. Sie sollten in einem Wald westlich von Neustettin bereitgestellte Panzer übernehmen und mit diesen einen Gegenangriff in Richtung Osten fahren. Der Zug des Zeugen griff einen Vorort von Neustettin an, der auch eine Bahnstation hatte.

    “Nach Erledigung einiger PAK ergaben sich die Russen. Rund 200 kamen aus den Häusern und ließen sich auf dem Vorplatz des Bahnhofs nieder (Anm. Saarlänner: Habe ich leichte Zweifel – möglicherweise hatten sie sich verschossen ?) Dann geschah etwas Unerwartetes. Einige deutsche Frauen rannten auf die Russen zu und stachen mit Messern und Gabeln auf die Russen ein. Die Gefangenen waren unsere Schutzbefohlenen, das durften wir nicht zulassen. Erst als ich eine MP-Garbe vor den Frauen in die Luft abgab, wichen sie zurück und beschimpften uns, dass wir diese Bestien auch noch schützten.

    Sie forderten uns auf, in die Häuser zu kommen und uns die Bestialitäten anzusehen. Wir taten es nach und nach und waren total erschüttert, so was hatten wir noch nicht erlebt – unfassbar abscheulich. In vielen Zimmern lagen entblößte tote Frauen. Sie hatten in den Unterleib eingeritzte Hakenkreuze, ihre Eingeweide quollen teils heraus, die Brüste waren zerschnitten, die Gesichter zerschlagen und auf-gequollen. Andere waren mit Händen und Füßen an Möbeln angebunden und massakriert. Aus der Scheide steckte ein Besenstiel heraus, bei einer anderen ein Reisigbesen usw. Für mich als junger Mann von 24 Jahren ein erschütternder Anblick, unfassbar.

    Dann berichteten die Frauen: Die Mütter mussten erleben, wie ihre zehn-und zwölfjährigen Töchter von ca. 20 Typen vergewaltigt wurden und die Töchter die Vergewaltigungen der Mütter erleben- auch der Großmütter. Frauen, die sich wehrten, wurden brutal zu Tode gequält. Da gab es kein Erbarmen!

    Viele Frauen waren nicht aus dem Ort; sie waren aus anderen Orten vor den Russen geflohen – hierher. Sie berichteten auch von dem Schicksal der RAD-Maiden, deren Lagerbaracken von den Russen eingenommen waren. Als das Massaker an den Maiden begann, konnten sich einige unter den Baracken verkriechen. Sie konnten dann nachts fliehen und berichteten uns.
    Es waren drei dieser Maiden. Die Frauen und Mädchen sahen und erlebten z.T. das, was Frau L. Geier schildert. Die von uns befreiten Frauen befanden sich in einer kaum beschreibbaren Verfassung. Sie waren übermüdet, hatten einen verwirrten, stieren Gesichtsausdruck. Einige waren nicht ansprechbar…

    Nachdem wir die Folgen dieser unmenschlichen Bestialitäten gesehen und erlebt hatten, waren wir ungeheuer motiviert.
    Wir wussten, das der Krieg nicht mehr zu gewinnen war; es war uns aber eine Verpflichtung, dass wir bis zur letzten Patrone zu kämpfen hatten.” Soweit ein Soldat als Zeitzeuge. Dieser Bericht lässt zwei Schlussfolgerungen zu:

    1. Auch im Februar 1945 beachtete die Deutsche Wehrmacht noch die Regeln des Kriegsrechtes, obwohl angesichts der Erlebnisse vieler Soldaten an der Ostfront in Ostpreußen, Pommern und Schlesien dazu übermenschliche Kräfte erforderlich waren.

    2. Der Bericht von Frau L. Geier aus Neustettin direkt und des Panzersoldaten aus der Umgebung von Neustettin machen deutlich, das es sich nicht um wenige Einzelfälle, sondern um “flächendeckende” Grausamkeiten handelt. (“Der Schlesier” vom 10.März 1995) Quelle: http://www.nexusboard.net/showthread…hreadid=283300

    Ich habe selbst die Ausgabe von 1995 noch. Ein weiteres unvorstellbares Massenverbrechen an unschuldigen Deutschen, über das heute der Mantel des Schweigens gehüllt werden soll. Die Polen werden sich wohl kaum um die Massengräber der deutschen Frauen kümmern.

    DRITTER BEITRAG:

    Heute vor 63 Jahren in Neustettin:

    In diesem Zusammenhang verweise ich auf die Schilderung einer BDM-Führerin, die einst im deutschen Fernsehen ihr ähnliches diesbezügliche Erlebnis schilderte. Sie war 1945 mit ihrer Mädchenschaft im Osten stationiert, als eine Einheit der Waffen-SS auf dem Weg zur Front in ihrer Nähe Quartier bezog. Schnell sprach sich die Anwesenheit der Soldaten unter den Maiden herum, und sehr bald kam unter Ihnen zu ersten schweren Disziplinverletzungen. Als die BDM-Führerin bemerkte, daß sie ihre Gruppe nicht mehr im Griff hatte, ging sie selbst zu den SS-Männern, um sich zu beschweren und von dort Solidarität einzufordern. Wie sie allerdings die Elite des Führers in Augenschein nahm, mußte sie feststellen, daß es sich hierbei um die schönsten Jünglinge handelt, die Europa aufzubieten hatte. So sahen es anscheinend auch die BDM-Maiden, welche nach der aufregenden Nacht, die sie widerrechtlich mit den Soldaten zugebracht hatten, nicht mehr zu halten waren, einfach ihr Lager verließen und mit der SS-Einheit Richtung Front marschierten. Das war Meuterei. Der eigenmächtige Abmarsch aus dem BDM-Lager, war gleichzeitig das letzte, was die BDM-Führerin von ihrer Mädeltruppe gesehen und gehört hat.

    VIERTER BEITRAG:

    Ein Land vergisst sich selbst

    Heute wurde meine Tante zu Grabe getragen. Als Kinder hörten wir sie gerne Geschichten erzählen, nicht so sehr wegen des Inhalts, sondern wegen des eigentümlichen Auf und Ab der Sprachmelodie und des unnachahmlich gerollten „R“, welches an entsprechender Stelle dann und wann aufblitzte.

    (Von Yorck Tomkyle)

    Es gab bei uns im Ort Einige, die diesen Dialekt sprachen, doch es lag immer eine seltsame Traurigkeit in ihren Augen, die uns Kinder gleichsam faszinierte und unheimlich, weil fremd, war. Die meisten von ihnen waren Fischer mit großen rauen Händen und zerfurchten Gesichtern. Sie alle aber waren Gestrandete, die, fern der unwiederbringlich verlorenen Heimat, von der Vergangenheit träumten.

    Meine Tante war diesbezüglich allerdings eine Ausnahme: sie träumte nicht von der Vergangenheit. Sie war eine lebenslustige Frau, die uns Kindern allerdings einige Rätsel aufgab, da sie weder verheiratet noch sonst irgendwie verbandelt war. Eine „alleinstehende Dame“ war in meinen Kindertagen eine Rarität und ich bekenne, dass wir uns immer mal wieder eifrig darum bemühten, der Ursache dafür auf die Spur zu kommen. Entsprechende Nachfragen bei meinen Eltern blieben allerdings lange Zeit ohne Erfolg, wobei es mir nicht verborgen blieb, dass sie darauf immer mit einem gewissen Unbehagen reagierten. Selbstredend steigerte dies die Neugierde natürlich noch. Was war das für ein Geheimnis, das diese Tante mit dem eigentümlichen Dialekt mit sich herumtrug?

    Viel später dann, als man meine Schwester und mich für reif genug hielt, erzählte man uns hinter vorgehaltener Hand, warum meine Tante manchmal – was gar nicht zu ihr passte – so still war: sie war ebenso wie die schweigsamen Fischer in Ostpreussen geboren und aufgewachsen. Als der Krieg ihre Heimat erreichte, war sie 18 oder 19 Jahre jung – ein Mädchen aus gutem Hause, dem die Welt zu Füßen zu liegen schien.

    Viel zu lange wurden die Menschen in Ostpreussen über das wahre Ausmaß der verzweifelten Lage belogen und als sich die „Goldfasane“ um Erich Koch schließlich feige absetzten, war es für das Gros der Menschen dort zu spät. Sie wurden von der russischen Dampfwalze überrollt. Was das bedeutete, bekamen zuerst die Menschen in Nemmersdorf zu spüren und auch meine Tante wurde von den sowjetischen Siegern entsprechend befreit. Schließlich nahm sie sich ein russischer Offizier als Sexsklavin, was wenigstens den Massenvergewaltigungen durch marodierende und betrunkene Soldaten ein Ende machte. Auch blieben ihr die Vergewaltigungslager erspart, von denen aus wöchentlich hunderte von zerstörten Mädchen mit Lastwagen zu den Erschießungskommandos in die Wälder gekarrt wurden, weil sie mit Geschlechtskrankheiten infiziert worden waren.

    Irgendwann war das Martyrium meiner Tante dann beendet, der Offizier kehrte heim zu Frau und Kind und in dem Bewusstsein, sich als Sieger genommen zu haben, was ihm zustand. Zurück blieb ein Häuflein Mensch, das den Rest seines Lebens damit zubrachte, vor dieser Vergangenheit davonzulaufen und es nie schaffte, eine dauerhafte Beziehung aufzubauen.

    Ich nehme an, dass es hunderttausenden von Frauen so ging wie ihr. Die Wenigsten haben darüber geredet, teils aus Scham, teils um die Häme der Nachgeborenen und Umerzogenen zu vermeiden, die in den fetteren Jahren dieses Landes jede Äußerung mit dem selbstgefälligen Hinweis auf Schuld und verdiente Sühne totschlugen. Eine solche zweite Vergewaltigung wollten, konnten sie sich nicht antun lassen. So räumten sie die Trümmer auf, schufen die Grundlagen für unseren heutigen Wohlstand – und schwiegen.

    Heute wurde meine Tante zu Grabe getragen – es war, auf ihren ausdrücklichen Wunsch, ein namenloses, ein anonymes Grab. Sie hinterlässt keine Nachkommen, keine Spuren und – welche Konsequenz! – niemand könnte an ihrem Grabe trauern, selbst wenn er es wollte. Ein im doppelten Sinn ausgelöschtes Leben.

    Natürlich: die Familie wird ihr Andenken ehren, doch ein Ende ist absehbar, wenn die Menschen, die sie kannten nicht mehr sind. Spätestens dann wird sich auch die Erinnerung an meine Tante auflösen. Es wird sein, als hätte es sie nie gegeben.

    Doch halt! Da es so viele dieser Tanten, Mütter, Schwestern und Töchter gab: sollte ihrer nicht auch auf anderer, als der rein privaten und familiären Ebene gedacht werden? Ist nicht das Schicksal meiner Tante zugleich ein – wenn auch schmerzender – Teil des Schicksals dieser Nation? Hätte nicht ein Land, das so selbstverliebt all der Schande gedenkt, die es auf sich geladen hat, die Pflicht, auch meiner Tante und ihrer Leidensgenossen zu gedenken? Wer hält ihr Andenken aufrecht und sorgt dafür, dass ihr Leid nicht nur durchfühlt wurde, um verhöhnt und weggelogen zu werden? Ist solches Gedenken, ist die Erinnerung an die Trauer darüber nicht eigentlich eine selbstverständliche Verpflichtung dieses Landes?

    Die Antwort auf diese Fragen finde ich dieser Tage einmal mehr im täglichen Buhei der hiesigen Gazetten: da ducken sich die, die gelobt haben, Schaden vom Volk abzuwenden, feige weg, wenn interessierte Kreise im In- und Ausland mit der Brechstange versuchen, die Vertretung der Menschen, die es am meisten betrifft daran zu hindern, die Inhalte des „Zentrum gegen Vertreibung“ mitzugestalten. Von einigen dieser Volksvertreter erwartet man sowieso nichts mehr. Aber andere werden sicher bei der nächsten Wahl ein ähnliches Aha-Erlebnis haben, wie so viele, die jetzt erleben mussten, wie die, welche sich jahrelang dafür eingesetzt haben, auch deutsches Leid nicht zu vergessen, gedemütigt und mit einem Tritt vor die Tür gesetzt wurden.

    Unsere Erinnerungs-„Kultur“ gleicht dem Tunnelblick eines an Retinitis Pigmentosa Erkrankten. Bei dieser Erkrankung engt sich das Gesichtsfeld immer mehr ein, bis der Leidende schließlich gänzlich erblindet. Das historisch-kulturelle Gesichtsfeld dieses Landes hat in rasanter Geschwindigkeit abgenommen. Meine Tante und ihre Leidensgenossen sind im toten Winkel. Wie so vieles Andere. Dieses Land vergisst sich selbst. Im Stadium des Tunnelblicks kann der Kranke sich nicht mehr im Raum orientieren und alleine gehen. Er ist auf fremde Hilfe angewiesen.

    Der deutsche Tunnelblick führt dazu, dass sich devote deutsche „Eliten“ von anderen sagen lassen, was man im toten Winkel sehen könnte. So entsteht im Hirn des Kranken ein Bild von sich selbst, welches andere entworfen haben. Andere, die möglicherweise kein vitales Interesse daran haben, dass dieses Land seine Selbstachtung wieder findet. Und so taumelt es mit Tunnelblick und toten Winkeln in die Geschichtslosigkeit, wo es schließlich von Anderen, Vitaleren, absorbiert werden wird.

    Die Krankheit der Deutschen hat in diesen Tagen ihr Menetekel bekommen. Einen besseren Ort hätte es sich wahrlich dafür kaum suchen können: im Klüngel-Köln, wo Habgier und Eitelkeiten der oberen Etagen die ganze Stadt zersetzen, versank die jahrtausendealte Erinnerung der Stadt und der Region buchstäblich im Boden. Wozu auch die Kultur und Geschichte einer Nation archivieren, an die man sich nicht mehr erinnern will?!

    Vor der kalten Konsequenz, mit der die in der Tiefe der Stadt bohrenden und nagenden Maschinen der Tunnelbauer schicksalhaft die Attitüde des gegenwärtigen Zeitgeists in Deutschland in ein greifbares Großereignis verwandelten, muß man erstarren. Ja! Das ist die ultimative Realisierung des deutschen Tunnelblicks, die physische Vernichtung der Erinnerung. So gesehen kann man verstehen, warum sich der Aufschrei über die unwiederbringlichen Verluste jenseits des Feuilletons in Grenzen hielt.

    Meiner Tante rufe ich dennoch den unsterblichen Satz Stefan Georges nach: „Übt an uns Mord. Und reicher blüht was blüht!“
    Das Band zwischen uns und unseren Ahnen kann ein lächerlicher Zeitgeist nicht zerschneiden.

    Quelle: http://www.pi-news.net/2009/03/ein-land … ch-selbst/

    NACHSATZ:

    Der nachfolgende Text entstammt aus der Quelle: http://www.vho.org/D/ugwkg/2.html

    Was du schreibst stimmt ! Jetzt fällt mir auch wieder ein Bericht ein, vor Jahren gelesen: Der handelte von einen amerikanischen Piloten, der über Deutschland abgeschossen und gefangen genommen wurde. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände wurde er – nach der Befreiung des Lagers durch die Rote Armee – als Deutscher angesehen und nach Sibirien deportiert. Auf dieser Fahrt sah er, wie das Wachpersonal deutsche, verschleppte Mütter vor den Augen derer Kinder brutal vergewaltigten und danach aus dem fahrenden Zug schmissen. Darüber war er schockiert, vor allem durch den Umstand, daß die Wagons amerikanicher Herkunft waren, verschifft im Rahmen der Hilfslieferungen von Amerika an Rußland während des Krieges. In den Wagons waren noch die Typenschilder der amerikanischen Hersteller angenietet. Dieser Bericht gelang zu McCarthy und dieser trug ihn vor dem Senat vor, aber wie du schon geschrieben hast, war der alles andere als erwünscht.

    SCHLUß:

    “Die Deutschen müßten Engel oder Heilige sein, um zu vergessen und zu vergeben, was sie an Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten zweimal in einer Generation zu erleiden hatten, ohne daß sie ihrerseits die Alliierten herausgefordert hätten. Wären wir Amerikaner so behandelt worden, unsere Racheakte für unser Leiden würden keine Grenzen kennen.” (Reverend Ludwig A. Fritsch, Ph. D., D. D. emer., Chicago,

    UND:

    Hier ein Verweis auf in der brD verbotene, eingezogene und verbrannte Literatur von Carl-Friedrich Berg.

    Carl-Friedrich Berg
    Wolfsgesellschaft
    Die demokratische Gemeinschaft und ihre Feinde

    http://www.vho.org/D/w/

    Carl-Friedrich Berg
    In Sachen Deutschland
    Insider-Protokoll über die Liquidation einer Nation

    http://www.vho.org/D/isd/

    FUNDSACHE:

    Gefunden beim Honigmann. Dort wurde der Eingangsbeitrag veröffentlicht, und eine Person mit dem Tarnnamen Koilee meint:

    Koilee

    @Waffenstudent

    Lieber Waffenstudent,
    danke für diesen Bericht und dessen Verknüpfung zu seiner Quelle. Ich bin im Zweifel darüber ob ich wirklich dankbar sein soll. Dieser Bericht und auch der aus dem „Link“, haben mich das erste Mal seit dem Tod meiner Eltern, tief ergriffen und weinen gemacht. Weinen gemacht deswegen, weil ich hier erstmals überdeutlich erfahren habe welche Bilder unsere Eltern, hier meine Eltern, mit sich als Gepäck herum getragen haben, bis zu ihrem Tode. Heute kann ich erst verstehen warum meine Mutter, wie auch mein Vater, kurz vor ihrem nahenden Tode noch mit mir reden wollten. Sie hoben an zu sprechen und erstarben nach wenigen Worten. Es blieb ihnen quasi das beabsichtigte Wort, daß sie sprechen wollten ihn der Kehle stecken. Ich selbst habe daraufhin nur „beschwichtigend“ einwirken können, obschon ich ahnte welche Last sie sich von ihrer Seele reden wollten. Ich ahnte, wusste ich doch nur zu genau in Erinnerung an meine eigenen Bilder, Bilder die sich als Vexierbilder in meinem Kopf festgefressen haben. Bilder, die ich als kleiner Junge von fünf Jahren beginnend an, im Hirn abgespeichert habe. Bilder der Bombennächte, oder Bilder auch der Bombentage. Bilder von Hysterie, nackter Angst in dunklen, verstaubten, vom brechenden Gemäuer verstaubten „Luftschutzkellern“. Bilder, nach Beendigung des Bombardements von nicht nur brennenden Ruinen, nein, von brennenden Leichen die ihm Asphalt der Gehwege und auf den Straßen teils festgebrannt danieder lagen. Zeit zu trauern, Zeit zu weinen ob der Seelenlast war nicht. Man war über- wiegend, so jedenfalls unsere Mütter, mit dem eigenen Fort- und Überleben beschäftigt. Diese oder ähnliche Bilder, wie hier geschildert sind ihnen so drastisch nicht wohl nicht passiert, was ich so von meiner Mutter annehme. Mein Vater hingegen hat, da er in Gefangenschaft war, Bilder des Grauens mit in sein Grab genommen. Bilder wie hier im Netz überall jetzt zu finden sind, Bilder die sich aus dem geschrieben Wort ergeben. Es ist für mich ein schwacher Trost, mit 78 Jahren hier die Wahrheiten zu lesen, die uns und insbesondere unseren Eltern, nach dem Krieg par ordre da Mufti, untersagt wurden auszusprechen. Worte der Wahrheit wurden nur, und das weiß ich aus eigenem Erleben, nur im Kreise „Eingeweihter“ ausgesprochen. Ich konnte das jedes Mal erleben, wenn mein Vater selig, sich mit seinen „alten Jagdflieger-Kameraden“ getroffen hatte, zu dessen Treffen ich ihn später in fortgeschrittenem Alter chauffieren durfte. Vielen Dank für diese weiterführende Erhellung. Mir jedenfalls wird dank solcher „Zusatzinformation“ niemand mehr den Schnabel verbieten. Ich bin mit meinen 78, wie sagt man heute so flapsig: auf Krawall gebürstet! Herzlichen Dank für diese „Energie-Nahrung“ lieber Waffenstudent!

    Koilee

    Danke an alle hier, Dank an Honigmann, Dank an Waffenstudent, Dank auch an mitleser und Sapere Aude, ihr alle ahnt ja nicht wie sehr mir diese geschriebenen Worte Balsam auf meine seit über 66 Jahren von antideutschen, widerwärtigen Lügen geschundene Seele sind. Immer habe ich Paroli geboten wann immer es gegen unser Deutschland ging, wann immer dumme, verblödete, von Nachkriegsmedien gehirngewaschene Vollidioten etwas über unsere Geschichte, oder wie der Oggersheimer immer zu quallen pflegte: G e c h i c h t e, zu schwadronieren hatten. Auch immer natürlich, zumal ich älteren Semesters bin, mich dem Anwurf perse, ein Nazi zu sein, ausgesetzt sah. Vielen Dank hierfür, ich bin froh, daß es solche Freigeister wie Sie noch gibt, Freigeister im Sinne von geschichtsgebildeten Deutschen!!!

    Quelle: http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2 … /#comments

    • @Waffenstudent: Tja ich kenne die Berichte bereits, besonders der von Leonore Geier ist mir seit Jahren bekannt. Ich habe immer gehofft diesen Bericht nicht mehr lesen zu müssen. Es tut mir furchtbar weh im Herzen! Grausamer gehts glaube ich nicht mehr, sagt Maria Lourdes!

  8. [...] http://lupocattivoblog.wordpress.com/2011/09/12/blitzmadchen-frauen-und-ihre-kriegsgeschichte-als-we… [...]

  9. Gandalf sagte

    Women of the Rothschilds
    http://theinfounderground.com/forum/viewtopic.php?f=7&t=790&start=15

  10. [...] [...]

  11. [...] Wulff fehle eigentlich nur noch ein „Schiffchen auf dem Kopf“ und sie sehe aus wie ein „Blitzmädel im Afrika-Einsatz“. Weiter hieß es da zu Wulff: „Hübsch, wenn dieser Herr daneben nicht [...]

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