lupo cattivo – gegen die Weltherrschaft

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Pacelli (Pius XII.) finanzierte Hitler – die Macht des “schwarzen Papst” und die Jesuiten…

Posted by Maria Lourdes - 17/10/2011

Auf den folgenden Artikel wird in mehreren Büchern Bezug genommen, so z.B. in „Behind the Dictators – A Factual Analysis of the Relationship of Nazi-Fascism and Roman Catholicism” von Leo H. Lehmann aus dem Jahre 1942 und „No Friend of Democracy” von Edith Moore aus dem Jahre 1941.

Ein ähnlich wichtiges Puzzlestück ist z.B. die Zeugenaussage von Schwester Pascalina Lehnert  der persönlichen Assistentin von Papst Pius XII., in der sie buchstäblich eine Geldübergabe zur Bekämpfung des gottlosen Kommunismus von Eugenio Pacelli, dem späteren Papst Pius XII., an den jungen Adolf Hitler erinnert.

[“]Hierzu gehört, was Fritz Thyssen enthüllt hat. Dieser Mann war als Vorsitzender des mächtigen Konzerns der ‘Vereinigten Stahlwerke’ einer der Hauptgeldgeber Hitlers, bevor dieser zur Macht kam. Vor einigen Monaten floh er aus Deutschland in die Schweiz; und aus einem Brief von ihm an seine Mitarbeiter veröffentlichte die Basler ‘Arbeiter-Zeitung’ am 31. Januar 1940 die folgenden Auszüge:

‘Im Laufe der vielen Jahre, während derer ich das Nazi-Regime beobachten konnte - und als Staatsrat und Wirtschaftsführer hatte ich reichlich Gelegenheit dazu – habe ich mit ständig wachsender Besorgnis und zuletzt mit wahrem Entsetzen eingesehen, welch schweren Fehler ich im Jahre 1932 beging, als ich zusammen mit den Herren von Papen, von Schroeder, Kirdorf und Krupp von Bohlen und Halbach es unternahm, die NSDAP, finanziell zu sanieren und wir sozusagen als Garanten für Hitlers gutes Verhalten Deutschland und der Welt gegenüber die Verantwortung auf uns luden, ihn zur Macht zuzulassen.

Damals, genau so wie heute, und seitdem immer, versprach Hitler alles, was wir wünschten: Herrn von Papen Macht und Würden, Herrn Krupp Aufträge und Geld, Berge von Geld. Uns allen insbesondere einen geruhigen Kurs der deutschen Politik innen und außen; Verständigung mit England; Verständigung mit der Arbeiterschaft, die durch weitgehende soziale Fürsorge für den Verlust aller politischen Rechte, die Vernichtung der Gewerkschaften und die Enteignung ihrer Vermögen entschädigt und mit dem autoritären Regime ausgesöhnt werden sollte. Es schwebte uns eine Art christlicher Ständestaat vor, dessen Autorität sich auf die Kirche – im Westen die katholische, im Osten die protestantische – und auf das Militär stützen sollte

Hitler gelobte nun, was mir der wesentliche Punkt war, feierlich und ausdrücklich, die Rechte der katholischen Kirche nicht anzutasten. Er wiederholte dieses Gelöbnis in einer mehrstündigen Unterredung mit Monsignore Kaas, der ihn im Auftrag des damaligen päpstlichen Nuntius Pacelli, des heutigen Papstes Pius XII., und ohne Wissen des Vorsitzenden der Zentrumspartei, Reichskanzler Brüning, aufsuchte. Diese Unterredung führte den Sturz der letzten legalen deutschen Regierung Brüning herbei und bedeutete den Beginn jener Epoche deutscher und europäischer Politik, der wir den heutigen, den zweiten Weltkrieg verdanken. Der katholischen Kirche, besser gesagt, der diplomatischen Meisterschaft des Nuntius Pacelli, die recht eigentlich der gesamten Politik der letzten Jahre der Weimarer Republik ihren Stempel aufprägte, gelang der einzige Sieg über Hitler, das Konkordat, das er noch nicht offen und mit brutaler Gewalt gebrochen hat. In Wahrheit aber existiert dieses Konkordat von seinem ersten Tag an nur auf dem Papier; denn es kommt auf den Geist an, der die Buchstaben eines Vertrages mit Leben erfüllt, ihm Sinn und Inhalt gibt.”

Diese Bekenntnisse, von der Basler ‘Arbeiter-Zeitung’ unter der ÜberschriftPius XII – als Nuntius – brachte Hitler an die Macht‘ veröffentlicht, wurden von der katholischen Presse begreiflicherweise sofort scharf angegriffen und als unwahr erklärt. Ungenau ist in der Tat an Thyssens Darlegungen das Folgende: Nuntius in Berlin war zur Zeit der Reichskanzlerschaft Brünings nicht mehr Pacelli, sondern Orsenigo; Brüning war damals nicht Vorsitzender der Zentrumspartei (das war Prälat Kaas), sondern Vorsitzender der Zentrumsfraktion des Reichstages.

Prälat Kaas bestreitet von Rom aus, schon zur Regierungszeit Brünings mit Hitler konferiert zu haben. Hier steht Aussage wider Aussage. Ob Kaas mehr Glauben verdient als Thyssen, mag jeder für sich beurteilen. Das an Thyssens Darstellungen tatsächlich als falsch Erkennbare ist jedenfalls unbedeutend im Verhältnis zu den Hauptpunkten:

1. Zusammen mit v. Papen und andern katholischen Politikern schwebte Thyssen bei seinen Plänen die Errichtung eines ‘christlichen Ständestaates’ vor.

2. Zu diesem Zweck trafen diese Katholiken geheime Abmachungen mit dem Katholiken Hitler, finanzierten seine Bewegung und verbürgten sich in den deutschen Herrenschichten für Hitlers ‘Regierungsfähigkeit’.

3. Als wesentlicher Punkt galt bei den Abmachungen mit Hitler, die Machtstellung der katholischen Kirche zu sichern und durch Abschluß eines Reichskonkordats auszubauen.

4. Eine Unterredung zwischen einem Beauftragten der römischen Kurie und Hitler hat – nach Thyssens Darstellung – diese Abmachung besiegelt.
Ob Thyssen eine sympathische Figur ist oder nicht, spielt hier keine Rolle. Sympathische Figuren hinter den Kulissen zu suchen ist sowieso meist vergebliche Liebesmühe. Andere Leute als solche von hinter den Kulissen können aber überhaupt nicht aus der Schule plaudern. Wenn Thyssen spricht, so spricht immerhin ein Mann, der mit hinter den Kulissen war, als die Freiheit des deutschen Volkes verschachert wurde. …
Ist es nun wahrscheinlich, daß Thyssen mit seinem Bekenntnis im wesentlichen die Wahrheit sagt, oder nicht? Es gibt keine überzeugenden Gründe dafür, daß seine Enthüllungen erlogen wären; aber viele Gründe sprechen für ihre Richtigkeit. Das Spiel, das er aufdeckt, stimmt mit dem überein, was in der vatikanischen Politik in allen fünf Erdteilen zu beobachten ist.
Die Ständestaat-Idee leitet sich aus der Papst-Enzyklika ‘Quadragesimo anno’ ab, die im Mai 1931 herauskam, zur Zeit jener Intrigen in Deutschland also noch ziemlich neu und wohl geeignet war, einem katholischen Politiker Vorwand oder Anreiz zu einem Ränkespiel zu bieten. Mit dem Versuch, diese Idee praktisch zu verwirklichen, stehen Thyssen, v. Papen, etc. ja nicht allein da, sondern katholische Politiker und Würdenträger in aller Welt stehen neben ihnen. Auch in katholisch-konservativen Kreisen der Schweiz ist solche Propaganda zu finden. Praktische Voraussetzung für das Ständestaat-Experiment ist die Ausschaltung der Demokratie, wie sich das in Österreich, Portugal, der kanadischen Provinz Quebeck (unter Kardinal Villeneuve) etc. gezeigt hat.
[…]

Doch ganz abgesehen von all den angedeuteten Intrigen muß der Versuch, das Zentrum, also den politischen Katholizismus von der Mitschuld an der deutschen Tragödie reinzuwaschen, schon deshalb scheitern, weil ja neben allen bürgerlichen Parteien auch das Zentrum dem Ermächtigungsgesetz für Hitler zugestimmt hat, also mit daran beteiligt war, ihn auf vier Jahre zum unumschränkten Diktator zu erklären und ihm das deutsche Volk auf Gnade und Ungnade auszuliefern. http://www.manfred-gebhard.de/Kommentarserie1945.htm

Gegen den Minderheitsflügel um Brüning setzte er die Zustimmung der Zentrumsfraktion zum Ermächtigungsgesetz durch. Sein Widerstand „wurde schwächer, als Hitler von einem Konkordat sprach und Papen versicherte, dass ein solches so gut wie garantiert sei. Das war die Frage, die Kaas am meisten interessierte, aus seiner ganzen Anschauungswelt heraus.“ (Heinrich Brüning: Memoiren 1918–1934. Stuttgart 1970, S. 656) http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Kaas

Schwester Pascalina: Pacelli (Pius XII.) finanzierte Hitler

Am 28. Juni 1919 präsentierten die Alliierten den Versailler Vertrag zur Unterzeichnung durch Deutschland. Das Diktat, wie die Deutschen es nannten („diktierter Frieden”), vollendete bloß ihre Verheerung – sie zwingend, die alleinige Verantwortung für den Krieg zu übernehmen, große Teile vom Territorium des Reiches hinweg reißend, und die deutsche See- und Militärmacht praktisch zu Nichts reduzierend.

Der Moment war gekommen für die Einführung von Wladimir Ledóchowskis „charismatischen Diktator”. Er betrat die Geschichte in der Brienner Straße 15 spät in einer stürmischen Nacht während des auf das Diktat folgenden Winters…

Mission erfüllt –  Schwester Pascalina erinnerte den Moment für ihre Biographen, Paul Murphy und Rene Arlington (La Popessa, Viking 1983).

Die Nuntiatur [päpstliche Botschaft] schlief. Pascalina hörte ein Klopfen an der Tür. Sie antwortete um einen dort stehenden jungen österreichischen Soldaten zu finden, ein Gefreiter und ein Katholik, einen Brief bei sich tragend mit einer Einführung von einem führenden bayerischen Politiker, ihn für Taten der Tapferkeit während des Krieges anführend.

Pascalina wies den jungen Mann in den Warteraum und weckte Erzbischof Pacelli [späterer Unterzeichner des Reichskonkordats sowie späterer Papst Pius XII]. Ihr Treffen verlief schnell. Der Soldat versprach, die Ausbreitung des atheistischen Kommunismus in München und anderswo in Schach zu halten.

Pascalina hörte Pacelli sagen: „München war gut zu mir, so wie Deutschland. Ich bete [zum] allmächtigen Gott, dass dieses Land ein heiliges Land bleibt, in den Händen Unseres Herrn, und frei vom Kommunismus.”

Dann sah sie Pacelli dem Soldaten „einen großen Vorrat an Kirchengeldern zur Unterstützung des aufstrebenden Revolutionärs und seiner kleinen kämpfenden Bande von Antikommunisten” geben.

Geh, bezwinge des Teufels Werk” sagte der Erzbischof ihm. „Hilf, die Liebe des Allmächtigen Gottes zu verbreiten”. Schwester Pascalina vergaß niemals des jungen Soldaten Gesicht oder seinen Namen –

Adolf Hitler.

Brienner Straße 15” ist so benannt nach der Adresse des päpstlichen Nuntius zu Bayern, wo Pacelli seinen ersten Besuch von dem damals sich durchkämpfenden österreichischen Revolutionär empfing, der der charismatische Diktator von Deutschland werden wollte, Adolf Hitler. Demgemäß: Direkt an seine Annahme der Generalsposition anschließend floh Wladimir Ledóchowski aus Rom (schließlich war Österreich nun im Krieg mit Italien) und richtete ein Büro mit zwei Assistenten im Schloss seiner Mutter zu Zizers, Schweiz, ein.

1917 lud Ledóchowski Mathias Erzberger, einen Abgeordneten der deutschen katholischen Zentrumspartei, zu einem geheimen Trefffen ein. Erzberger berichtete später Freunden, dass der General ihn überzeugt hatte eine Strategie zu unterstützen, [a]das vereinte Reich unter dem protestantischen Kaiser Wilhelm II zu zerstören, mit dem Ziel die katholischen Nationen von Zentral- und Osteuropa in einer pan-germanischen Föderationen unter einem charismatischen Diktator[b] beauftragt mit der Unterwerfung der kommunistischen Bedrohung aus dem Osten zusammen zu bringen.

Dr. Hans Canossa, der die Faktenmuster des Abgeordneten nach Zizers dokumentierte, beobachtete, dass „jedes politische Manöver, das Erzberger seit seiner Unterredung mit dem Jesuitengeneral anstellte, nur dazu gedient hat, diese jesuitische politische Strategie voran zu treiben.” (Manfred Barthel, The Jesuits, William Morrow, S. 254-255)

Eugenio Pacelli hatte dem diplomatischen Dienst der Kirche seit seiner Ordination 1899 gedient. Seine internationalen Feinwahrnehmungen sind von den Jesuiten erwähnt worden, einen von ihnen – Wladimir Ledóchowski – vergötterte er. Ich sage „vergöttert”, weil dies das genaue Wort ist, das ein älterer Jesuit verwendete, den ich in Rom befragte, um Pacellis Beziehung zu Ledóchowski zu beschreiben. Er hatte beide Gestalten persönlich gekannt.

Wladimir Ledóchowski war ein polnischer Aristokrat, der bis 1906 dermaßen außergewöhnliche Begabungen in der internationalen Diplomatie bewiesen hatte, dass der Oberste Jesuitengeneral Franz Xavier Wernz (unter dessen Anleitung Pacelli seine Nachdiplomsstudien in Kanonischem Recht durchführte) ihn zum Generalkonsultor für Deutschland, Österreich-Ungarn, Russland, Bosnien, Serbien, Kroatien und Polen, sowie Belgien und den Niederlanden ernannte.

Generalkonsultor” ist das Äquivalent zu einem Kabinettsposten. Es ermächtigte Ledóchowski der Zukunft seiner Nationen Bündnisse einzufädeln, die vergraben lagen wie so viele Landminen. Das ist kein ungewöhnliches Kunststück für einen jesuitischen Strategen. In der Tat, die Gesellschaft Jesu (die die private CIA des Papstes und wahrhaftige Mutter von Spionen ist) ist wohl bekannt für die „Othelloisierung” von Nationen – sie vorbereitend für die wechselseitige Vernichtung, wie als Othellos vertrauter aber betrügerischer Berater Iago sich gegenüber dem Publikum brüstet: „Nun, ob er Cassio tötet oder Cassio ihn, oder jeder den anderen tötet, jede Weise wird zu meinem Vorteil sein”. www.tuppersaussy.com/museum/html/writings/articles/15brienner.html

Anmerkung: Ledóchowski war der Neffe des Kardinals Mieczysław Halka Ledóchowski. Er hat im Kindesalter erleben müssen, wie sein Onkel zu Zeiten des Kulturkampfes unter Bismarck mit 12 Monaten Gefangenschaft, danach Verbannung bestraft wurde. Diese Erlebnis könnte prägend und ausschlaggebend für spätere Rachegedanken, ausgelebt in Form von praktizierter „Gegenreformation” gewesen sein.

Quelle – Siehe hier: Vatikanische NWO  – ein hervorragender Blog und absolut lesenswert, sagt Maria Lourdes!

Mit Gott und den Faschisten hier und weitere Videos zum Thema bei Weltkrieg.cc

…Das römische Papsttum – durch Kriege und Betrug groß geworden, durch Kriege und Betrug groß geblieben – war auch beträchtlich am Ausbruch des Ersten Weltkriegs beteiligt, vor allem durch Pius X., nach dem Zweiten Weltkrieg heiliggesprochen, eine Ehre sozusagen, mit der gerade jeder besonders belastete Papst rechnen darf…

(1) vom 5. Jhdt. bis zum 1. Weltkrieg: 00:31
(2) Mussolini – “Ein wundervoller Mann””auserwählt zur Rettung der Nation”: 08:42
(3) Pius XI, Sturzo, Mussolini, Matteotti, LATERANVERTRÄGE: 16:32
(4) Adenauer, Pacelli, Papen, Wahl, 1932/33, Ermächtigungsgesetz, Hitler=Ministrant
(5) D 1933, Konkordat
(6) Duce,Gasparri~Italien/Abessinien 1931-36 Überfall: 3.10.35
(7) Spanien~Franco
(8) D: katholische Treuebekenntnisse zu AH (5 : 30 Himmler)
(9) Österreich 1933-1938, Innitzer
(10) Pacelli, Tschechoslowakei, Polen, Norwegen
(11) Heulen mit den Wölfen und Heuchelei
(12) Jugoslawien – Ustascha – Ante Pavelić

Mit der Analyse der engen Beziehungen zwischen dem Vatikan und den faschistischen Regimes dieses Jahrhunderts blättert Karlheinz Deschner ein düsteres Kapitel der Kirchengeschichte auf. Anhand reichhaltigen Materials legt der renommierte Kirchenkritiker dar, daß die katholische Kirche schon frühzeitig die faschistischen Bewegungen in Europa unterstützte. Ob es sich um den Abschluß der Lateranverträge im Jahr 1929, die Unterstützung Francos im Spanischen Bürgerkrieg, die Anerkennung des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland durch das Konkordat von 1933 oder die Unterstützung der faschistischen Ustascha in Kroatien handelt: In allen Fällen erwies sich die übertriebene Angst der Kirche vor dem Kommunismus und ihre Idee eines universellen Katholikentums stärker als alle christlichen Lehren von Frieden und Nächstenliebe.

Der Vatikan ist Symbol für die Politik und Macht der katholischen Kirche. Seit rund 2000 Jahren nimmt sie entscheidenden Einfluss auf das Leben von Milliarden von Menschen auf der ganzen Erde. Aus der Geschichte ist diese Macht nicht wegzudenken, aus der Gegenwart erst recht nicht. Der Vatikan ist Keimzelle größter humanitärer Unternehmungen der Menschheit, Hort bedeutendster Kulturgüter, eine der einflussreichsten Finanzmächte dieses Globus. Aber auch düstere Kapitel durchziehen die Geschichte dieses »Gottesstaates«. hier zum Buch

Der gefälschte Glaube

Einer der führenden Kirchenkritiker unserer Zeit, Karlheinz Deschner, schildert die Entstehung der christlichen Glaubenslehren vor dem Hintergrund der allgemeinen historischen Entwicklung. Dabei zeigt er, dass alles, was den Gläubigen als angeblich geoffenbarte Wahrheit gepredigt wird, Ausfluß jenes Mischmaschs von Irrtum und Gewalt ist, wie Goethe die Kirchengeschichte einst charakterisierte. Der Autor belegt, dass alle wichtigen Glaubensinhalte (selbst die Christuslehre), Lehraussagen und religiösen Rituale des Christentums – das urchristliche Dogma vom nahen Weltende, die Vergottung Jesu, die Verkündigung des Paulus, Trinität, Taufe, Abendmahl, Beichte, Buße und viele mehr – entlehnt worden sind. Sie stammen aus dem Judentum, altorientalischen Vorstellungen, aus Synkretismen des Hellenismus und anderem antiken Gedankengut. Diese Quellen wurden jedoch später von der Kirche zu heidnischem Teufelswerk erklärt und lange Zeit vergessen. Dass dieses zusammengeklaubte Sammelsurium religiöser Anschauungen zweitausend Jahre überdauern und eine ganze Kultur prägen konnte, ist das wirkliche Mysterium des Christentums. Ein abschließendes Kapitel gilt dem umstrittenen Dogma der päpstlichen Unfehlbarkeit von 1870, das im Gegensatz zu den Lehren aller antiken Kirchenväter steht. Der gefälschte Glaube

19 Antworten to “Pacelli (Pius XII.) finanzierte Hitler – die Macht des “schwarzen Papst” und die Jesuiten…”

  1. kurspa said

    wieder sehr erleuchtender beitrag. danke

  2. Waffenstudent said

    Das Requiem für Adolf Hitler

    Als Hitlers Tod durch den Volksempfänger vermeldet wurde, er wäre im Kampf um Berlin heldenhaft gefallen, setzte sich Kardinal Bertram, der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, hin und ordnete eigenhändig die Abhaltung eines Requiems an. Das galt nur für einen im Stande eines gläubigen Katholiken Verstorbenen.

    Noch Anfang Mai 1945 forderte er – nach Angaben in den Werken Klaus Scholders und Daniel Goldhagens – die Priester seiner Diözese auf, „ein feierliches Requiem“ zu halten, mit dem Zusatz „im Gedenken an den Führer.“[4] Der US-amerikanische Rechtswissenschaftler und Historiker Ronald J. Rychlak schränkte ein, dass diese Anordnung ein „allgemeines“ Requiem für alle bisher im Kampf gefallenen deutschen Soldaten betraf, wobei man glaubte, Hitler sei selber auch im Kampf gefallen, und deshalb namentlich eingeschlossen worden. Die Anordnung könnte, so Rychlak, aber auch von einem anderen Geistlichen des Ordinariatspersonals um den bereits schwachen und schwer erkrankten Bertram verfasst worden sein, sicher sei aber, dass der Befehl für das erwähnte Requiem für die Gefallenen von Kardinal Bertram selbst annulliert wurde. Rychlak bestreitet jede Unterstellung einer ideologischen Nähe zwischen Bertram und dem Nationalsozialismus, allerdings stellt er Bertrams diplomatischen Gehorsam gegenüber der Person Adolf Hitlers nicht in Abrede.

  3. Gandalf said

    Bilder zum Thema

    http://okkulte-nazis.blogspot.com/2011/10/ein-judischer-naziagent-in-tel-aviv.html

    Das Rote Kreuz verhalf Tausenden Nazis zur Flucht

    Neue Forschungsresultate zeigen das Mass der Fluchthilfe auf.

    Mit ihren Rotkreuz-Pässen habe das IKRK nach dem Zweiten Weltkrieg Tausenden Nazis die Flucht ermöglicht und sich damit schuldig gemacht.

    und

    Ein jüdischer Naziagent in Tel Aviv
    Ausschnitt aus dem Film:
    Agenten, Schieber Profiteure

    http://okkulte-nazis.blogspot.com/2011/10/ein-judischer-naziagent-in-tel-aviv.html

    • uwe said

      Ist zwar bitter für viele Du bist aber wie immer gut informiert, Gandalf.

      Vieles hat mit mein Schwiegervater erzählt, der in Montecasino dabei war. Und auch die Gefangenenlager für die wenigen Übergebenden.

      Die Rattenlinie des Vatikan hat Berühmtheit erlangt.

  4. Gandalf said

    Error:
    Die Bilder gibt es hier

    https://picasaweb.google.com/Hexer.Ketzer/NaziChristen

  5. Waffenstudent said

    WIE DIE INTRIEGENINSEL SICH IHRER WIDERSACHER ENTLEDIGTE,
    ODER
    WIE ADOLF HITLER 1933 AN DER WEGGABELUNG DIE FALSCHE ENTSCHEIDUNG TRAF:

    Der Verlauf des zweiten Teiles des letzten dreißigjährigen Krieges stellt Groß-Britannien und die Sowjetunion als die entscheidenden Widersacher des Deutschen Reiches heraus. Dabei war diese Entwicklung anno 1933 überhaupt nicht abzusehen; denn als die Nationalsozialisten die Wahl gewannen, stellte Frankreich unter allen späteren Kriegsgegnern mit Sicherheit die größte militärische Bedrohung für das deutsche Volk dar. Schließlich haben tapfere Franzosen dem kaiserlichen Heer 14/18 die größten Opfer abverlangt und nicht die Briten und Russen. Und ohne diesen heldenhaften französischen Widerstand, wäre Deutschland schon 14/15 aus dem ersten Teil des letzten dreißigjährigen Krieges als klarer Sieger hervorgegangen.

    So kam es, daß eine einflußreiche Gruppe innerhalb der Nationalsozialisten schwerpunktmäßig mit Frankreich den politischen Ausgleich und eine enge Partnerschaft suchte. Auf deutscher Seite war es ganz besonders Herr Röhm, der diese Achse Berlin-Paris in den Vordergrund der nationalsozialistischen deutschen Außenpolitik stellte. Aber auch in Frankreich gab es gewichtige Befürworter für ein deutsch-französisches Bündnis. Interessanterweise, wird dieses Kapitel heute politisch korrekt verschwiegen. Dabei waren sowohl General Petain bis 1945 als auch ab 1949 Besatzungskanzler Adenauer an diesem Ziel brennend interessiert. Denn der Franzmann hatte schon bald nach dem Diktatfrieden kapiert, daß millionenfaches französisches Blut zwischen 1914 und 1918 eigentlich nur für die Wahrung britischer Interessen vergossen wurde.

    Ich hoffe, daß im Forum hinsichtlich dieser vergebenen großen Chance, den zweiten Teil des dreißigjährigen Krieges zu vermeiden, umfangreiches Material gesammelt werden kann. Es war nämlich die folgenreichste und schicksalschwerste Entscheidung der deutschen Hitlerregierung daß man anstatt, wie es zunächst geplant war, ein Bündnis mit dem Franzmann zu schmieden, mit der Intrigeninsel anbandelte. Natürlich existiert diesbezüglich politisch ganz korrekt so gut wie keine Literatur. Unter diesem Gesichtspunkt gewinnt auch der Röhmputsch einen ganz anderen Stellenwert. Man muß sich nämlich ernsthaft fragen, ob es der britischen Geheimdienst war, der Röhm elegant ausgeschaltet, damit die sich anbahnende deutsch-französische Verständigung ja nicht zustande kam.

    Es folgt von mir persönlich geklauter Text zu diesem Thema:

    PLAGIAT:

    Churchill spricht

    von Inge09 @ 2009-05-20 – 11:25:07

    Einige Auszüge aus der deutschen Übersetzung der Churchill-Biographie

    Seite 259 Das Ziel Englands ist alle Kräfte Europas zu vereinigen, um Deutschland zu vernichten, auch unter Einbeziehung der USA.
    Seite 167 1935 stellte der engl. Generalstab fest, daß ohne Hilfe Rußlands, Deutschland nicht besiegt werden könne. Eden wurde nach Rußland geschickt, um Rußland für einen Krieg gegen Deutschland zu gewinnen. Die englische Aufrüstung begann in einem außergewöhnlichen Ausmaß (Seite 186 bis 205). Die Strategie Englands war, nicht die Front, sondern das Hinterland und die Zivilbevölkerung zu bombardieren, Frauen und Kinder so lange zu vernichten, bis Deutschland gezwungen sein würde, zu kapitulieren.
    Seite 276 Als Gegenleistung für den Frieden bot Hitler 1937 England die ganze neue Wehrmacht unter engl. Kommando für jeden Teil der Welt an, um England wieder so stark zu machen, wie vor dem ersten Weltkrieg.
    Seite 108 …aber England war entschlossen, entweder Hitler zu vernichten, oder selbst unterzugehen.
    Seite 224 Verantwortlich für den Krieg war die Blankovollmacht, die England an Polen gegeben hatte.
    Seite 438 Die britisch-polnische Garantie konnte Polen zum Angriff auf Deutschland zwingen.
    Seite 21 Der Versailler Vertrag ist kein Friedensvertrag, sondern ein Waffenstillstand für 20 Jahre.
    Seite 60 Der Kampf 1919 wurde nicht ausgefochten, aber seine Ideen schreiten weiter fort, für einen neuen Krieg, 1939, unvergleichlich furchtbarer, zur Massenvernichtung.
    Seite 285 Im Oktober 1938 drängte Churchill, den Kampf mit Hitler aufzunehmen.
    Seite 286 erwähnt Churchill die „gewaltige, furchterregende Macht“ die England zur Vernichtung Deutschlands aufgebaut hat.
    Seite 378 Die Tschechen hatten 1,5 Millionen Mann in Waffen, mit einem gewaltigen und vorzüglich organisierten Apparat. Die französische Armee war teilweise mobilisiert. Am 12.September 1938 erklärten die Tschechen Deutschland den Krieg und benachrichtigten Frankreich und England, sie seien bereit, sofort in Deutschland einzumarschieren, wenn auch sie den Krieg beginnen würden. Am 28.September 1938 erhielt die engl. Flotte den Mobilisationsbefehl.
    Seite 408 Trotz allem erklärte Hitler, mit Nachdruck, daß er nicht an eine Mobilmachung denke.
    Seite 422 1938 hatte Deutschland an der Westgrenze etwa 6 Divisionen, die Franzosen aber 60 bis 70 Divisionen zum Vorstoß über den Rhein in die Ruhr bereit.
    Seite 425 Aber ein Angriff auf Deutschland konnte nicht stattfinden, da weder Polen noch Rumänien den Durchmarsch russischer Truppen gestatteten. Jetzt war das Ziel der englischen Politik, eine gemeinsame Grenze zwischen Deutschland und Rußland zu schaffen. Polen mußte verschwinden. Der polnische Großmachttraum von einem Polen von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer wurde von England benutzt, um Polen gegen Deutschland aufzuhetzen und den von England gewünschten Krieg zu provozieren.
    Seite 442 Churchill: „Ja, wir Drei wollen uns zusammentun und Hitler das Genick brechen.“
    Seite 360 Am 2.September 1938 sprach der französische Geschäftsführer in Moskau vor, über Schwierigkeiten bei der Kriegshilfe Rußlands, da Polen und Rumänien sich weigern, russische Truppen durch ihr Land zum Angriff auf Deutschland durchzulassen.
    Seite 449 Rußland schlug eine Teilung Polens vor, das war der unmittelbare Anlaß zum Ausbruch des II. Weltkrieges.
    Seite 471 Für russische Hilfe hatte England den Russen die Baltischen Staaten versprochen. Die Sowjetregierung stürzte sich nun mit wilder Gier auf die Baltischen Staaten. Scharenweise verschwanden Leute. Eine erbarmungslose Liquidation aller antikommunistischen Elemente wurde durchgeführt und als „Beistandspakt“ bezeichnet.
    Seite 60 Nach der Liquidierung Polens hatte Rußland die vorgesehene Linie besetzt und grenzt nun an Deutschland. Es besteht nun eine Ostfront.
    Seite 61 Möglichst alle auf einmal müssen nun Deutschland angreifen.
    Seite 92 Über Belgien besteht die Möglichkeit rasch in das Herz der deutschen Industrie an der Ruhr vorzustoßen.
    Seite 96 Die Siegfriedlinie ist ein furchtbares Hindernis beim Angriff auf Deutschland.
    Seite 142 Die Labour-Partei und die Liberalen nannten Angehörige der englischen Regierung „Kriegshetzer und Panikmacher“.
    Seite 104 Nach dem Angriffsplan des engl. Generalstabes mußte mit Belgien ein Abkommen geschlossen werden, das erlaubt, durch Belgien zu marschieren. Bei einer Weigerung Belgiens sollten belgische und holländische Städte bombardiert werden.
    Seite 105-106 Durch diese Erpressung sollte der französisch-englische Truppen-Vormarsch zur Linie Maas-Antwerpen nach Holland erzwungen werden.
    Seite 107 Darauf erfolgte erneut ein Friedensangebot Hitlers, da ihm an einem Krieg nicht gelegen war.
    Seite 437 Trotz allem sagte Hitler am 28.April 1939: „Wenn England meint, unter allen Umständen gegen Deutschland auftreten zu müssen, so ist damit die bekannte Politik der Einkreisung bestätigt. Ich hoffe aber noch immer, daß ein Wettrüsten mit England vermieden werden könnte.“
    Seite 232-233 Nach 7 Kriegsmonaten ist es doch höchst erstaunlich, daß Deutschland keinen Versuch unternommen hat, England und Frankreich zu überwältigen. Jetzt sind wir dadurch des Sieges zehnmal sicherer.
    Seite 251 Am 9. April 1940 erfolgte der Einmarsch der Alliierten in Belgien.
    Band 2 Seite 45 … und bis zum Morgen des 11.Mai 1940 hatte die 7. Armee Girauds den Vorstoß nach Holland unternommen. Der deutsche Gegenangriff erfolgte am 10.Mai 1940.
    Seite 57 Am 13.Mai erreichten die deutschen Truppen die englisch-französisch-belgische Frontlinie: Antwerpen-Löwen-Namur-Sedan-Marginotlinie.
    Seite 61 Am 15. Mai das Telegramm Reynauds an Churchill: „Wir sind geschlagen.“

    Obige Zusammenstellung von Auszügen aus der Churchill-Biographie haben wir Herrn Dipl. Ing. Herbert Biemann, Gutenbergstr. 18, Fellbach-Schmieden, zu verdanken.
    Was war aber der Kriegsgrund? „Das unverzeihliche Verbrechen Deutschlands vor dem 2. Weltkrieg war der Versuch seine Wirtschaftskraft aus dem Welthandelssystem herauszulösen und ein eigenes Austauschsystem zu schaffen, bei dem die Weltfinanz nicht mehr mitverdienen konnte.“ – so Winston Churchill in seinen Memoiren (Der Schlesier, 05.06.1992). Das deutsche Volk wird also durch Presse, Rundfunk usw., die dem Willen der Sieger von 1945 entsprechend tätig sind, falsch informiert und tödlich falsch programmiert. Die Deutschen leben, denken, reden, argumentieren und politisieren auf der Grundlage der lähmenden Schuldlügen der Sieger von 1945!
    Wenn Sie die ewigen Beschuldigungen satt haben und Ihr Leben in Zukunft nicht mehr auf der Grundlage von Lügen verbringen wollen, dann bestellen Sie diese sehr wichtigen Bücher: J.A. Kofler DIE FALSCHE ROLLE MIT DEUTSCHLAND, 108 Seiten mit Bildern und vom gleichen Autor DER WEG ZUM FRIEDEN, 255 Seiten, ebenfalls mit Bildern.
    Bestellungen bei: Verlag Kofler, Hauptstr. 4, 86391 Stadtbergen, Tel. 0821-435535

    W. Churchill auf dem Sterbebett: „Welch ein Narr bin ich gewesen.“ (Letzte Worte großer Männer, West-Europa-Mission, Wetzlar)

    Quelle: http://inge09.blog.de/

    • Sehr gut Waffenstudent, bin überwältigt sagt Maria Lourdes!
      Der Schnauzbärtige hat Geld von der Wall-Street nur deshalb bekommen, weil er versprach gegen Frankreich eine harte Politik zu betreiben. Warum? Weil sich der Franzmann seine Reparationen nach dem “ersten Akt des zweiten 30jährigen Krieges” in Gold hat auszahlen lassen, das passte natürlich den “Geldverleihern” in der City of London und der Wall Street gar nicht ins Konzept.
      Nachzulesen beim Warburg-Bericht

      Nochmal vielen Dank für Deine Mitarbeit lieber Waffenstudent, bleib uns treu solche Leute wie Dich braucht Maria Lourdes!

  6. Waffenstudent said

    Der Röhm Putsch oder die Revolution frißt ihre Kinder

    Die Revolution frißt Ihre Kinder – Der Putsch gegen die SA vom 30. Juni 1934

    TEIL EINS:

    Vor 76 Jahren, am 30. Juni 1934, fand im Deutschen Reich der sog.
    Röhm-Putsch statt, der in Wirklichkeit eine Liquidierung der
    sozialistischen Fraktion in der NSDAP und ein Sieg der Reaktion war.
    Nachdem Hitler Ende 1933 verkündet hatte, die nationalsozialistische
    Revolution sei beendet, wuchs der Widerstand im linken Parteiflügel der
    NSDAP, deren Führer Gregor Strasser war. Auch in der SA unter Stabschef
    Ernst Röhm, der einen größeren Machteinfluß und die Vereinigung von
    Reichswehr und SA wollte, vergrößerten sich Tendenzen zu einer “zweiten
    Revolution”.

    Hitler wurde u. a. von Dr. Joseph Goebbels, Reichsminister für
    Volksaufklärung und Propaganda, Heinrich Himmler, Reichsführer SS,
    Reinhard Heydrich, Chef der Gestapo und Generalfeldmarschall Walter von
    Reichenau bedrängt, Ernst Röhm, den Chef der SA, fallenzulassen, die SA
    als Volksmiliz zurückzustufen und an ihre Stelle die von Himmler
    geführte SS treten zu lassen bzw. der Reichswehr größeren Einfluß zu
    gewähren.. Tatsächlich rang sich Hitler am Vorabend des 30.6.1934 dazu
    durch, den Führer der SA, Röhm, zu beseitigen. Am 30.6.1934 nahm Hitler
    selbst Ernst Röhm in Bad Wiessee fest. Im gesamten Reich wurden wichtige
    Persönlichkeiten der SA wie Heines und Ernst verhaftet und später
    hingerichtet. Für die Niederschlagung der angeblichen Röhm-Revolte war
    Reichsführer SS Himmler zuständig. Er inhaftierte oder liquidierte mit
    SS-Truppen zahlreiche SA-Führer. Die Reichswehr, die die ganze Zeit in
    Alarmbereitschaft gewesen war, stand Gewehr bei Fuß für den Fall eines
    tatsächlichen Widerstandes der SA. Während der Niederschlagung der
    angeblichen Revolte entledigte sich Hitler auch einiger Kritiker und
    Gegner wie Klausener, Kahr, G. Strasser und E. Jung. Bei der Operation
    gegen die SA kamen mindestens 83 Menschen ums Leben. Ernst Röhm wurde am
    1.7.1934 auf Befehl Hitlers im Gefängnis Stadlheim erschossen. In einem
    Reichsgesetz, das am 3.7.1934 erlassen wurde, wurde die Mordaktion als
    “Staatsnotwehr” für rechtens erklärt. Danach wurde ein
    propagandistischer Feldzug gegen Röhm und die SA geführt. Röhm und
    seine Vertrauten wurden u. a. der Homosexualität und Päderastie
    bezichtigt. Von der Reichspressestelle wurde folgende Erklärung
    herausgegeben: “Seine [Röhms] bekannte unglückliche Veranlagung führte
    zu so unerfreulichen Belastungen, daß der Führer der Bewegung und
    oberste Führer der SA selbst in schwerste Gewissenskonflikte getrieben
    wurde … Die Durchführung der Verhaftung zeigte moralisch so traurige
    Bilder, daß jede Spur von Mitleid schwinden mußte. Einige dieser
    SA-Führer hatten sich Lustknaben mitgenommen. Einer wurde in der
    ekelhaftesten Situation aufgescheucht und verhaftet. Der Führer gab dann
    den Befehl zur rücksichtslosen Ausrottung dieser Pestbeule. Er sei
    gewillt, in Zukunft nicht mehr zu dulden, daß Millionen anständiger
    Menschen von einzelnen krankhaft veranlagten Menschen belästigt oder
    kompromittiert werden.”

    Die sog. Röhm-Revolte wird allgemein als Ende der Machtergreifung
    angesehen. Die SA wurde ab dem 2.7.1934 von Viktor Lutze geführt und
    nach dessen Tod von W. Schepmann. Der Einfluß der SA war nach dem
    Röhm-Putsch auf Null gesunken. Fortan war sie nur noch für Wehrsport
    zuständig.

    Gegen das Vorgehen Hitlers gab es zahlreiche Proteste, z. B. ein
    Schreiben von Offizieren an Reichspräsident Hindenburg vom 18. Juli
    1934: “Der General der Infanterie, Kurt von Schleicher, Reichskanzler
    und Reichswehrminister a. D., im Kriege wie im Frieden verdient, wurde
    ohne Urteil, ohne Beweis und ohne Verhör im Auftrag von hohen
    Reichsstellen erschossen … Wenn die Ehre eines hohen und verdienten
    Offiziers und damit der ganzen Armee ungestraft in den Kot gezerrt
    werden kann, wenn verdiente Generale meuchlings niedergeschossen werden
    können, dann gebietet die Pflicht allen denen, die das Ehrenkleid der
    Armee tragen, aus ihrer Reserve herauszutreten . . . Wir wissen, daß
    Eurer Exzellenz die furchtbaren Einzelheiten der Bluttat bisher
    vorenthalten wurden … Wie sollen wir in Zukunft erhobenen Hauptes das
    Ehrenkleid des Soldaten weitertragen, wenn einer unserer Besten straflos
    ermordet werden kann? … Wir beschwören Eure Exzellenz, dieser
    Beschmutzung der Armee und eines ihrer Toten, der sich nicht wehren
    kann, Einhalt zu gebieten . . .”

    Die Reichsregierung erklärte das Vorgehen gegen die SA am 3. 7. 1934 für
    rechtmäßig. In einem darauf Bezug nehmenden Protestschreiben von
    Richtern des Oberlandesgerichtes München vom 12. 7. 1934 heißt es:

    “Dieses Gesetz [das »Rechtfertigungsgesetz« vom 3. Juli 1934] ist
    rechtswidrig und ungültig. Der Gesetzgeber kann zwar unabsehbar vieles
    mit Rechtswirksamkeit anordnen, aber nicht alles. (…)

    Gibt es einen Menschen auf der Welt, der ein Gesetz für gültig hielte,
    wonach jeder deutsche Staatsbürger verpflichtet wäre, sich an bestimmten
    Tagen das Jahres von Mördertrupps, die die Regierung aussenden werde,
    nach deren Gutdünken widerstandslos töten zu lassen? Ein solches Gesetz
    wäre ohne allen Zweifel null und nichtig. Ein solches Gesetz haben wir
    aber in dem oben angeführten vor uns; nur bezieht es sich auf
    Vergangenes, nicht auf die Zukunft. (…)

    Hat der Gesetzgeber selbst gewisse Taten verübt oder veranlaßt, so kann
    er auch nicht Richter in eigener Sache sein und sich nicht durch einen
    Mißbrauch seiner gesetzgeberischen Gewalt selber schuldlos machen. (…)

    Wie kann man eine Handlung als in Notwehr begangen hinstellen, wenn man
    die Handlung selbst nicht kennt und nicht zu kennen noch zu nennen wagt?
    (…)

    Soll es etwa ein Staatsnotwehrakt gewesen sein, daß der alte Herr von
    Kahr ermordet wurde? Und wie soll dort Notwehr vorgelegen haben, wo die
    Mörder einen Menschen umbrachten, der nicht einmal in irgendeinem Sinne
    verdächtig oder verhaßt war, sondern mit einem anderen verwechselt wurde
    oder aus einem sonstigen Irrtum einen schrecklichen Tod erleiden mußte?
    Auch ein solches Opfer ist Dr. Willi Schmid in München. Und all das soll
    Notwehr gewesen sein, weil es dem Veranlasser, der zugleich Gesetzgeber
    ist, so beliebt? Nimmermehr! (…)

    Wenn wirklich die von der Reichsregierung verkündeten Grundsätze von nun
    an deutsches Recht sein sollen, so haben wir mit diesem Rechte nichts
    mehr gemein. Wir sind Richter, nicht Götzendiener. «

    Parteitag
    Röhm vorne links bei der Abnahme einer Parteitagsparade

    Ernst Röhm (1887 – 1934) entstammte einer monarchistischen
    Beamtenfamilie, und wurde Berufsoffizier im nachmaligen Regiment “König
    Ludwig’ und hielt im Grunde zeitlebens an monarchistischer Gesinnung
    fest. Seine späteren politischen Vorstellungen waren geprägt von der
    Idee des politischen Soldatentums, mit der Kompromißlosigkeit,
    kämpferische Auslese und elitäres Führertum als typische
    Soldatentugenden gegen eine verachtete bürgerliche Welt in den
    politischen Alltag eingeführt werden sollten. Aus dem Ersten Weltkrieg
    kehrte R., der als fähiger Organisator auch in Stabsstellungen und im
    bayrischen Kriegsministerium Verwendung gefunden hatte, mehrfach
    dekoriert und von einer schweren Gesichtsverletzung gezeichnet als
    Hauptmann zurück.

    Unzufrieden mit dem Dienst in der regulären bayerischen Armee,
    beteiligte er sich 1919 mit dem “Bayerischen Schützenkorps” (Freikorps
    Epp) an der Niederwerfung der Münchner Räterepublik und war ab Sommer
    1919 in der Brigade Epp bzw. bei der 7. (bayerischen) Reichswehrdivision
    in München als Stabsoffizier zuständig für die Erfassung von Waffen
    demobilisierter Truppenteile. Röhm wurde damit in Bayern zu einer der
    zentralen Figuren bei der Anlage geheimer, durch den Versailler Vertrag
    verbotener Waffenlager (“Maschinengewehrkönig von Bayern”), aus denen
    die bayerischen Einwohnerwehren und andere paramilitärische
    Organisationen (Wehrverbände) mit Waffen versorgt wurden. 1923 wirkte R.
    als Organisator beim Zusammenschluß einiger der wichtigsten bayerischen
    Wehrverbände einschließlich der NSDAP/SA zur Arbeitsgemeinschaft
    vaterländischer Verbände bzw. zum Deutschen Kampfbund, wobei er Hitler
    als revolutionärste politische Kraft besonders förderte. Mit seinem
    eigenen Wehrverband, der Reichskriegsflagge, beteiligte sich R. am
    Hitlerputsch von I923 (Besetzung des Wehrkreiskommandos) und wurde zu 15
    Monaten Festungshaft auf verurteilt. Nach seiner Entlassung im April
    1924 beauftragte ihn Hitler mit der Reorganisation der SA. Röhm gründete
    außerdem als Dachorganisation aller völkischen Wehrverbände den
    Frontbann, den er als militärisches Rückgrat der NSDAP Hitler zwar
    unterstellen, aber doch unmittelbar selbst führen wollte. Als Hitler
    darauf nicht einging, trat Röhm im April 1925 als Führer der SA zurück.

    Von 1928 bis 1930 war Röhm als militärischer Berater in Bolivien tätig.
    Der Aufstieg der SA zu einer Massenorganisation veranlaßte Hitler, Röhm
    zum Januar I931 wieder mit dem Posten des “Obersten Stabschefs der SA”
    zu betrauen, eine Maßnahme, die wegen Röhms inzwischen allgemein
    bekannter homophilen Veranlagung zu heftiger Kritik aus Kreisen der
    NSDAP führte. Die SA war ihrerseits während der Wirtschaftskrise zum
    Sammelbecken proletarisierter ehemaliger Frontkämpfer und Arbeitsloser
    geworden, die mit Hitlers Legalitätskurs unzufrieden waren. Nach der
    Machtergreifung versuchten Röhm. und seine Unterführer, die Interessen
    der auf 4,5 Millionen angewachsenen SA im NS-Staat entsprechend ihrer
    Rolle bei der Erringung der Macht zu wahren. Angesichts der verbalen
    Drohungen Röhms und der allgemein unzufriedenen Stimmung in der SA ließ
    Hitler, der Zustimmung der interessierten Reichswehr sicher, die Führung
    der SA-Opposition beseitigen. Röhm wurde am 1. Juli 1934 in seiner Zelle
    in der Haftanstalt Stadelheim bei München von Schergen Himmlers
    ermordet. Man kann annehmen, daß unter Einfluß Röhms die reaktionären
    Kräfte der Kirchen, Reichswehr und Großindustrie wenig zu bestellen
    gehabt hätten, es sicher keinen Präventivkrieg gegen die Sowjetunion
    gegeben und somit die Geschichte einen anderen Verlauf genommen hätte.

    Interessant ist auch ein Urteil des Nürnberger Siegertribunals vom 14.
    11. 1945, in dem der SA bescheinigt wird, keine verbrecherische
    Organisation zu sein: “Nach der Säuberung [vom 3o. Juni 1934] war die SA
    auf den Stand einer unbedeutenden Nazi-Anhänger-Gruppe zurückgegangen.
    Obwohl in besonderen Fällen einige SA-Einheiten für die Begehung von
    Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingesetzt
    wurden, kann nicht gesagt werden, daß ihre Mitglieder im allgemeinen an
    solchen verbrecherischen Handlungen teilnahmen oder auch nur davon
    wußten. Aus diesen Gründen sieht der Gerichtshof davon ab, die SA als
    eine … verbrecherische Organisation zu erklären.” .

    [30. Juni 2004]

    Der 30. Juni 1934 oder das Ende einer Revolution

    Die beiden schockartigen Ereignisse der ersten siebzehn Monate des
    Dritten Reiches, der Reichstagsbrand und der sogenannte »Röhm-Putsch«,
    sind vom Kartell der »antifaschistischen« Propaganda stets und von
    vornherein in einen kausalen Zusammenhang gestellt worden. Nach
    landläufiger marxistischer Auffassung wurde die »Nacht der langen
    Messer« (30. Juni 1934) vor allem (wenn auch vielleicht nicht allein)
    deswegen veranstaltet, um sich der unbequemen Tatzeugen der angeblich
    von den Nationalsozialisten selbst inszenierten Brandstiftung zu
    entledigen. Wir haben einen der ganz wenigen heute noch lebenden
    ehemaligen hohen SA-Führer, Dr. med. Hans-Dietrich Röhrs, gebeten, die
    Vorgänge des 30. Juni 1934 und ihre Vorgeschichte aus seiner Sicht und
    aus seinen Erfahrungen und Erkenntnissen zu schildern. Röhrs gelangt zu
    der manchem vielleicht paradox erscheinenden Schlußfolgerung, daß es
    sich nicht um einen »Röhm-Putsch«, sondern um einen »Putsch gegen Ernst
    Röhm« gehandelt habe. Jedenfalls weicht seine Darstellung ganz erheblich
    von derjenigen ab, die an den Ereignissen unbeteiligte (ja, zum Teil
    damals noch gar nicht geborene) »Zeitgeschichtler« von den Ereignissen
    vor 45 Jahren zu geben pflegen. Röhrs erregte nach dem Krieg erstmalig
    Aufsehen, als er sein Buch »Hitlers Krankheit« (bei Vohwinckel)
    herausbrachte. Als praktischer Arzt im Hamburger Arbeiterviertel
    Hammerbrook war er durch seinen innigen Kontakt mit der werktätigen
    Bevölkerung schon früh zum Nationalsozialismus gestoßen und erlebte die
    Kampfzeit als Brigadearzt der damaligen Marine-SA-Brigade »Hansa«. Seine
    Erkenntnisse über Geschichte und Wesen der SA vertiefte er im
    Gedankenaustausch mit den anderen vier hohen SA-Führern, die gleich ihm
    im Zeugenflügel des Nürnberger Gerichtsgefängnisses inhaftiert waren,
    auf deren Aussagen vor allem es zurückzuführen ist, daß die SA in
    Nürnberg nicht zur »verbrecherischen Organisation« erklärt wurde.

    Die Bedeutung der SA für die Machtübernahme der nationalsozialistischen
    Bewegung läßt sich an der bewußten Verzerrung der zeithistorischen
    Darstellung ihres Verhaltens in der sogenannten Kampfzeit ablesen. Wenn
    ihrer überhaupt in dieser Beziehung Erwähnung getan wird, dann als einer
    Art von Schlägertruppe, eines Haufens von Straßenbanditen oder
    bestenfalls von Desperados aus der Phantasie von Hollywood-Regisseuren.
    Während die Reichsbannerleute und die Rotfrontkämpfer als edle
    Vorkämpfer der demokratischen Freiheit gefeiert werden, indem sie
    durchaus zu Recht die Straßen der deutschen Großstädte als ihre
    alleinige Domäne betrachteten nach dem Motto: »Und willst du nicht mein
    Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein!«

    Als ob die legale und parlamentarisch sanktionierte Machtübernahme durch
    Hitler angesichts ständiger Brutalitäten seiner uniformierten Anhänger
    vor den Augen der Öffentlichkeit überhaupt denkbar gewesen wäre!

    Jeder, der damals in Deutschland lebte, weiß, daß die Wahlen, die zu
    jenem Ergebnis führten, genauso korrekt durchgeführt wurden, wie das
    heute der Fall ist. Manipulationen derselben konnten genauso viel und so
    wenig vorgenommen werden, wie das noch heute der Fall ist. Und es
    spricht nicht gerade für die Überzeugung von der Richtigkeit der
    Demokratie derjenigen, die es offenbar dem Wähler nicht zutrauen können,
    in Zeiten nationaler Not sich ihres sonstigen Egoismus zu entledigen und
    in überwältigender Mehrheit einer grundlegenden Neuordnung die Stimme zu
    geben. Wie wäre es wohl um die Freiheitlichkeit und Fortschrittlichkeit
    des parlamentarischen Systems bestellt, wenn es diese Möglichkeit nicht
    gäbe?

    Schläger oder Soldaten?

    So erweist sich auch die Mär von dem Rowdytum der SA als eine jener
    Halbwahrheiten, mit denen heute gar zu gern deutsche Geschichte
    geschrieben wird. Offenbar, weil man sich seiner selbst und der Leser zu
    wenig sicher ist, um es wagen zu können, zur historischen Wahrheit
    zurückzukehren. Man müßte ja befürchten, wichtige Bausteine aus der
    Grundlage jener geschichtlichen Vorstellungen herauszubrechen, zu denen
    man sich nach 1945 nicht ganz ohne eigenes Interesse bereit gefunden
    hatte. Man könnte dabei doch gar zu leicht auch das eigene Gesicht
    verlieren. Und so verschließt man dann gar zu gern die Augen vor der
    Tatsache, daß Halbwahrheiten sich stärker zu rächen pflegen als ganze
    Lügen. Allein die Tatsache, daß in jenen Jahren nach dem Zusammenbruch
    des Kaiserreichs die militanten Massenorganisationen der Linken die
    Straßen der deutschen Großstädte völlig beherrschten, sollte eigentlich
    dem Gedächtnis der Zeitgenossen noch nicht entschwunden sein. Das stellt
    allein schon die Unmöglichkeit unter Beweis, daß für die SA, die niemals
    vor dem 30. Januar 1933 zahlenmäßig auch nur im entferntesten an diese
    heranreichte, zu irgendeiner Zeit auch nur die Möglichkeit bestanden
    hätte, jene zu terrorisieren. Während umgekehrt die Angehörigen jener
    Organisationen ganz selbstverständlich gegen jeden, der es auch nur
    hätte wagen wollen, ihrer Meinungsdiktatur auf der Straße gegenüber
    seine eigene Meinung geltend zu machen, das Faustrecht in Anspruch
    nahmen. Wie der Verfasser selbst nicht nur unzählige Male zu beobachten,
    sondern auch am eigenen Leibe zu erleben Gelegenheit hatte. Die SA
    fühlte sich jedoch ihrer Entstehung aus dem Frontsoldatentum des Ersten
    Weltkrieges nach zu soldatischer Tradition verpflichtet. Diese hatte
    schon den Freikorpssoldaten der ersten Nachkriegszeit geformt. Er war es
    gewesen, der die neue Ordnung, der er innerlich höchst skeptisch
    gegenüberstand, durch seinen selbstlosen Einsatz überhaupt erst möglich
    gemacht hatte. Viele dieser Freiheitskämpfer hatten sich später in der
    SA wiedergefunden. In ihr entwickelten sie sich zum politischen Kämpfer
    einer neuen Prägung. Sie hätten sich aber selbst verraten, wenn sie sich
    dabei ihrer soldatischen Tugenden begeben hätten. So war es denn auch
    die zwar harte, aber immer in soldatischer Weise erfolgende
    Zurückweisung des linken Anspruchs auf die Beherrschung der Straße in
    unzähligen, nicht selten unter Einsatz des eigenen Lebens durchgesetzten
    »Propagandamärschen«, welche die deutsche Öffentlichkeit davon
    überzeugte, daß hier eine Bewegung auf dem Marsche sei, die die einstige
    Ordnung des Reiches wieder erneuern wollte. Und wenn es heute eine
    beliebte These offizieller Meinungsmacher ist, es sei die betörende
    Raffinesse des »Volksverführers« Adolf Hitler gewesen, auf welche das
    deutsche Volk hereingefallen sei, so muß demgegenüber mit aller
    Nüchternheit festgestellt werden, daß dann, wenn überhaupt von
    »Verführung« des doch so mündigen Bürgers die Rede sein kann, es weit
    mehr der unermüdliche Einsatz des kleinen SA-Mannes von nebenan war, von
    dem diese »Verführung« ausging. Nichts nämlich begeistert den Menschen
    von heute so sehr wie ein Opfer, das er selbst nicht zu bringen bereit ist.

    Wie ließe es sich sonst erklären, daß gerade der nationalsozialistischen
    Bewegung jene Schichten des deutschen Volkes in erster Linie zuströmten,
    die sich höchstens am Stammtisch für Politik interessierten? Sie waren
    nur der direkten Beeinflussung zugänglich. Und die heißt eben Beispiel!
    Ein solches aber konnten die vorher üblichen Straßendemonstrationen mit
    Weib und Kind für das deutsche Gefühl gewiß nicht sein.

    Der oft geradezu hoffnungslose, aber dennoch mit soldatischem Schneid
    durchgeführte Einsatz bei Propagandamärschen war es jedoch, der
    aufrüttelte. Märsche wie diejenigen über die berüchtigte Reeperbahn in
    Hamburg, durch den Wedding in Berlin oder durch Altona am sogenannten
    Blutsonntag, der Tote und Verwundete kostete, wirkten um so mehr, als
    sie die heute so selbstverständlich gerühmte »Menschlichkeit« der
    schieß- und schlagwütigen Gegner unter Beweis stellten.

    Wie viel mehr als das Politische das Soldatische die SA bestimmte,
    beweist am besten die Tatsache, daß es noch zur Zeit der Machtübernahme
    keineswegs für jeden SA-Angehörigen selbstverständlich war, auch
    Mitglied der Partei zu sein. Nicht einmal bei allen Führern war das der
    Fall. Und als die Partei-Funktionäre sich nunmehr in größerer Zahl in
    der Öffentlichkeit zeigten und sich bald auch statt mit dem schlichten
    Braunhemd mit militärähnlichen Uniformen schmückten, gab es ständigen
    Ärger. Er fand erst ein Ende, als diese wenigstens auf den
    traditionellen Schulterriemen verzichteten.

    Die SA-Männer betrachteten sich als Hitler’s Soldaten und damit als die
    zukünftigen Waffenträger der neuen Ordnung. Hitler selbst hatte sie in
    dieser Annahme bestärkt, als er 1931 die SA-Führer vom Sturmführer
    aufwärts feierlich auf seine Person verpflichten ließ. Es darf auch
    nicht übersehen werden, daß nicht wenige Angehörige der SA aus
    grundsätzlicher Einstellung heraus nichts für Parteien übrig hatten. Sie
    hatten aus den Schlachten des Ersten Weltkrieges die Verachtung für die
    parlamentarischen Schwätzer in der Heimat mitgebracht. Diese waren es
    gewesen, die ihrer Meinung nach nicht wenig zu dem unheilvollen Ende
    beigetragen hatten. Zudem hatte die Parteiführung einst selbst
    versichert, sie werde die Partei auflösen, sobald sie ihre politische
    Aufgabe gelöst haben würde. Es war auch immer die Rede davon gewesen,
    daß zu diesem Zeitpunkt keine weitere Aufnahme von Mitgliedern in die
    Partei erfolgen sollte. Grundsätze, gegen die nunmehr ganz
    offensichtlich verstoßen wurde. Man übersehe dabei nicht, daß sich die
    NSDAP durchaus nicht als eine Partei im ideologischen Sinne verstand,
    sondern vielmehr als eine Volksbewegung, als deren Ziel Schaffung einer
    Gemeinschaft des ganzen Volkes im Gegensatz zu der Zerrissenheit durch
    Klassenkampf gesehen wurde. Vor allem deswegen fühlten sich die
    SA-Männer als Vorkämpfer, weil sie am augenfälligsten diesen Gedanken,
    der in den Schützengräben geboren war, schon lange in die Tat umgesetzt
    hatten. So war es auch für sie selbstverständlich, daß die endgültige
    Ordnungsform des Reiches von eben jenem Gedanken geprägt sein müsse.
    Nicht die Raison des Staates, sondern das Wohl des ganzen Volkes sollte
    ihr Maßstab sein. Ein sich wechselseitig befruchtender Dualismus von
    Volk und Staat schien notwendig, um dem sich schon abzeichnenden
    »Aufstand der Massen«, wie Ortega y Gasset die Veränderung der
    menschlichen Einstellung durch die Vergroßstädterung und
    Industrialisierung bezeichnet hatte, entgegenzuwirken. In welcher Form
    das zu geschehen habe, davon hatte man nur eine recht vage Vorstellung.
    Aber man war sich um so bewußter der Tatsache, daß sich dieses Ziel ohne
    die soldatische Kameradschaft über alle ständischen und wirtschaftlichen
    Unterschiede hinweg niemals erreichen lassen würde. Jedenfalls nicht in
    jener eindringlichen Form, wie man sie selbst noch aus dem eigenen
    Erleben in der Erinnerung hatte.

    Eine Wiederbelebung jener preußischen Tradition, an welche sich die
    Reichswehr noch immer hielt, konnte diese politische Zielsetzung niemals
    verwirklichen. So erklären sich auch die anfänglichen Reibereien mit dem
    »Stahlhelm«, dessen Tendenz zu sehr in jene Richtung ging. Während der
    letztere bald vom Geist der SA soweit vereinnahmt wurde, daß er in
    Obergruppenführer Jüttner den Stellvertreter des Stabschefs stellte,
    konnte sich eine reaktionäre Gruppe in der Reichswehrführung nicht damit
    abfinden, daß die Berufung des Stabschefs der SA, Ernst Röhm, zum
    Reichsminister auf eine kommende Reform im Sinne dieser Gedankengänge
    hindeutete.

    Röhm und die Reichswehr

    Man hatte ja den Hitler nicht an die Macht kommen lassen, ihn teilweise
    dabei sogar unterstützt, um jetzt in der Rolle des Bewahrers des
    nationalen Erbes, als der man sich während der Weimarer Republik gefühlt
    hatte, in die Ecke gestellt zu werden. Man war schon enttäuscht genug,
    daß der neue Reichskanzler keine Anstalten machte, die Monarchie wieder
    einzuführen, wie man es von ihm erwartet hatte, obwohl dies doch der
    Herzenswunsch des greisen Reichspräsidenten Hindenburg war. Andererseits
    mißtraute man Röhm als dem einstigen I a (Generalstabsoffizier) der
    bayrischen Reichswehrdivision, die sich früher schon recht eigenwillig
    gezeigt hatte.

    Was würde aus der bisherigen einzigartigen Machtstellung der Reichswehr
    als Waffenträger der Nation werden, wenn sich aus Röhms Vorstellungen
    einer Umformung der SA zu einer Miliz eine militärische Organisation
    entwickeln sollte, in deren Größe man schließlich untergehen würde?

    Schon waren in der Infanterieschule Dresden jene Gedanken einer
    Aufgliederung eines künftigen modernen Heeres in Elite und Masse
    aufgetaucht, um die Unbeweglichkeit der Massenheere des Weltkrieges zu
    überwinden. Eine Elite, die durch eine zahlenmäßig beschränkte, aber
    hochspezialisierte Angriffsarmee gebildet werden müsse, und die Masse,
    die durch die konventionellen Verbände mit einer ihrer hinhaltenden und
    heimatschützenden Aufgabe angepaßten Ausbildung und Ausrüstung weit
    rationeller gestellt werden könnte. Sie kamen den Ideen Röhms bedenklich
    entgegen. Und es mag wie ein Hohnlächeln der Geschichte anmuten, daß es
    ein General der Reichswehr war, der spätere Oberstgruppenführer der
    Waffen-SS Hauser, der während des Zweiten Weltkrieges viel zu spät und
    mit unzureichenden Mitteln diese Theorien in die Praxis umsetzte und
    trotz aller Einzelerfolge wie die ganze übrige Wehrmacht an der Tatsache
    eines fehlenden Unterbaues, scheitern mußte, aber nun der eifrigen
    Unterstützung eines Mannes, der sich einst von der Reichswehr als
    williges Werkzeug gegen Röhm hatte benutzen lassen, nämlich Heinrich
    Himmler.

    TEIL ZWEI:

    Daß Röhm die nötigen organisatorischen Fähigkeiten mitbrachte, um eine
    durchgreifende militärische Reform bewerkstelligen zu können, hatte er
    als Reformator der bolivianischen Armee eindeutig unter Beweis gestellt.
    Er ist in Bolivien heute noch unvergessen. Diese Aufgabe aber, die er
    auf Hitlers Bitte aufgegeben hatte, um sich in der Heimat dem Neuaufbau
    der SA zu widmen, hatte ihn nicht nur mit militärischen Fragen in
    Berührung gebracht. Als Generalstabschef der bolivianischen Armee war er
    auch mit den Problemen der Weltpolitik in Berührung gekommen und hatte
    Einsichten gewonnen, die das damals im Reich allgemein herrschende Bild
    erheblich verändert hatten. Er hatte erkennen müssen, wie provinziell
    dieses auch innerhalb der nationalsozialistischen Führungsgruppe, Hitler
    eingeschlossen, war. Er war nicht der Mann, der von dieser Überlegenheit
    nicht den ihm erforderlich erscheinenden Gebrauch gemacht hätte, und
    zwar in Formen, die nicht immer die diplomatischsten waren. Daß er sich
    dabei der Freundestreue Adolf Hitlers, der ihn duzte, sicher zu sein
    glaubte, ist nicht weiter verwunderlich bei der oft unverständlichen
    Langmut, die Hitler gegenüber seinem alten Kameradenkreis und gegenüber
    Personen aufbrachte, denen er Dank schulden zu müssen glaubte.

    Aus seiner Welterfahrenheit heraus kannte Röhm das tief verwurzelte
    Mißtrauen, das in der ganzen Welt gegenüber dem Wiedererstarken des
    Reichs ganz wie heute wieder gehegt wurde. Ein Mißtrauen, das in
    Rechnung zu stellen uns Deutschen so außerordentlich schwer wird, weil
    wir die Motive, die uns die allmächtigen Propagandamacher da draußen von
    jeher und für immer unterschieben, schon aus unserm Volkscharakter
    heraus gar nicht kennen. Daraus erklärt sich auch unsere Arglosigkeit,
    mit der wir unsere Beziehungen zu bestimmten anderen Völkern von jeher
    beurteilen. So wurde auch damals Englands emotionsfreie Politik
    gegenüber dem geschlagenen Gegner, die sich äußerlich so vorteilhaft vom
    Verhalten Frankreichs abhob – was im übrigen auch ihr Zweck war- als
    Freundschaft und Ansatz für künftige Möglichkeiten gedeutet. Daß auch
    Hitlers leicht erregbare Phantasie in dieser Hinsicht plante, mußte Röhm
    wie jeden international erfahrenen Mann mit Sorge erfüllen. Er wußte nur
    zu gut, daß England gar nicht daran dachte, die so lange mit Erfolg
    betriebene Politik der balance of power gegenüber Europa aufzugeben. Am
    wenigsten aber zugunsten eines militärisch übermächtigen Deutschlands.

    Die französische Karte

    Wie Röhm die vorsichtige Wiederaufrüstung, die durch die Weltlage
    dringend geboten war, über ein Milizsystem am wenigsten spektakulär und
    daher auch aus außenpolitischen Gründen vorteilhaft erschien, so hatte
    er den Ausgleich mit Frankreich weit mehr im Auge als ein vergebliches
    Bemühen um eine Art Juniorpartnerschaft mit England. Er dachte offenbar
    dabei an das militärische Testament des französischen Marschalls Foch,
    das dem französischen Offizierskorps anempfahl, sich niemals wieder von
    den Politikern zu einem Krieg gegen Deutschland mißbrauchen zu lassen.
    Wobei er schon damals präzisierte Vorschläge hinterließ, wie dies auf
    militärischem Gebiet am besten geschehen könne. Sie nahmen manches von
    dem vorweg, was jetzt erst innerhalb der NATO über die Volksgrenzen
    hinweg verwirklicht worden ist.

    Als Bayer und ehemals königlich bayrischer Offizier lag Röhm eine solche
    Politik weit mehr im Blut als der immer noch vom
    wilhelminisch-weltpolitischen Denken bestimmten Reichswehrführung und
    der ähnlich eingestellten Ministerialbürokratie. Röhms Einstellung
    begann sich in zunehmendem Maße auch auf die nationalsozialistische
    Bewegung auszuwirken. Trotz Hitlers englischen Aspirationen muß es Röhm,
    vermutlich von Goebbels unterstützt, dennoch gelungen sein, Hitler von
    den Möglichkeiten einer Annäherung an Frankreich zu überzeugen und die
    Genehmigung zu bekommen, unter Einhaltung striktester Geheimhaltung in
    dieser Hinsicht zu sondieren. Im Verfolg dieser Bemühungen ergaben sich
    in München verschiedene geheime Zusammenkünfte zwischen Röhm und
    Goebbels (und zwar in Röhms Stammlokal »Bratwurstglöckle«, dessen
    Inhaber und Oberkellner deshalb später die völlig ahnungslosen Opfer der
    Verschwörung gegen ihren prominenten Stammgast wurden).

    Es ist durchaus verständlich, daß Hermann Göring, obwohl er als
    preußischer Ministerpräsident eine ganz entscheidende politische Rolle
    spielte, sich auch als den berufenen Vertreter der militärischen
    Neuordnung ansah. Auch er war ja ehemaliger Berufsoffizier, ein
    hochdekorierter dazu, und die Notwendigkeit des Aufbaues einer Luftwaffe
    ließ ihn als Flieger wenigstens auf diesem Gebiet dazu berufen
    erscheinen. Das machte ihn zwangsläufig zum Gegenspieler Röhms, zumal
    die Behauptungen, dieser sei homosexuell, besonders in den reaktionär
    eingestellten Kreisen des Offizierskorps allzu gern geglaubt wurden. Was
    es damit wirklich auf sich hatte, wird sich heute kaum noch nachweisen
    lassen. Die Zuflucht, die Hitler in seiner Rechtfertigungsrede zu diesem
    Gerücht nahm, mußte bei seiner alten Freundschaft reichlich
    fadenscheinig, ja sogar recht verlegen wirken. Die Familie des so
    öffentlich Geächteten bestreitet noch heute energisch jede Behauptung in
    dieser Richtung. Auch ein alter Freund und Kamerad, der ihn genauestens
    kannte, hat mir noch vor einigen Jahren aus voller Überzeugung
    versichert, daß es nicht an dem gewesen sei. Die Zuflucht zur Behauptung
    sexueller Abartigkeit beweist, wie fadenscheinig überhaupt die ganze
    Aktion begründet gewesen ist. Schließlich wäre es doch wohl die Pflicht
    des Parteiführers und später des Reichkanzlers gewesen, sich auch das
    Privatverhalten seiner engsten und mit besonderer Verantwortung
    betrauten Mitarbeiter etwas näher anzusehen und gegebenenfalls die
    Konsequenzen daraus zu ziehen. Sich selbst so zu belasten, muß Hitler
    schon recht triftige Gründe gehabt haben. Daß dabei das Interesse des
    deutschen Volkes nur vorgeschützt wurde, braucht nicht betont zu werden.
    Was hätte wohl der Österreicher Hitler dazu gesagt, wenn sich Kaiser
    Karl VI. seinerzeit seines Feldherrn Prinz Eugen, der doch der gleichen
    Abartigkeit bezichtigt wurde, deswegen entledigt hätte? Die
    Weltgeschichte würde zweifellos, jedenfalls für Österreich, ein anderes
    Gesicht bekommen haben.

    Bei der heute gegenüber Homosexuellen geübten Toleranz ist es
    bemerkenswert, daß Hitlers Begründung vom Volk und gerade in den sonst
    skeptischen Kreisen trotz der blutigen Maßnahmen, die sie deckte,
    weitgehend anerkannt wurde. Zeigt sich doch hier wieder einmal, wie
    fragwürdig moralische Begriffe in ihrer Anwendung auf die Geschichte
    sind. Es mangelt ihnen doch offenbar die Beständigkeit, die ihnen von
    den Moralisten auf diesem Gebiet so lautstark zugesprochen wird.

    Göring handelte auf eigene Faust

    Görings Stellung, seine besondere Beliebtheit in der Öffentlichkeit, die
    er sich durch seinen publikumswirksamen Einsatz für die neue Ordnung
    erworben hatte, und auch seine persönlichen Beziehungen zum Kreis um den
    alten Hindenburg machten ihn zur Schlüsselfigur, bei der die
    Reichswehrfronde anzusetzen hatte, wollte sie sich nicht auf ein
    Abenteuer einlassen. Seine joviale Kameradschaftlichkeit, seine
    Eitelkeit und ein offensichtlicher Mangel an weltanschaulichem Interesse
    lieferten weitere Handhaben. Es hieße jedoch seiner mannhaften
    Persönlichkeit, als die er sich später in Nürnberg erwies, nicht gerecht
    werden, wenn man verschweigen wollte, daß ihm seiner Herkunft und
    Lebensart nach die revolutionäre Dynamik eines Röhm nicht lag und auch
    nicht liegen konnte. Er konnte es einfach nicht verstehen, weshalb eine
    Wehrmachtsform, in welcher er selbst sich wohlgefühlt hatte, deren
    Vertreter ihn noch immer als Kriegshelden würdigten und verehrten, nicht
    beibehalten werden sollte. Ihre Wiederherstellung vor allem hatte ihn ja
    doch in das Lager der Nationalsozialisten getrieben.

    Da er genugsam Hitlers Neigung zu intuitiven Entscheidungen kannte, die
    ihn oft lange vor dringenden Entscheidungen zaudern ließ, und da er in
    der Reichswehr Gegenkräfte entstehen sah, die ihm vielleicht auch
    übertrieben dargestellt wurden, nahm er keinen Anstoß daran, auf eigene
    Faust zu handeln. Es war ja nicht das erste Mal, daß Hitler in
    kritischen Fragen den einander widerstrebenden Strömungen innerhalb der
    Bewegung freien Lauf ließ, um dann der bei den Auseinandersetzungen
    obsiegenden Seite sein Plazet zu geben.

    Himmler und Heydrich

    Um nun seine eigene Macht mit ausreichendem Erfolg einzusetzen,
    benötigte Göring nicht nur den Überraschungseffekt, sondern er brauchte
    außer der Reichswehr auch noch die gesamte Polizei. Schlüsselfigur war
    dabei Heinrich Himmler, der nicht nur Hitlers Sicherheitschef war,
    sondern damals noch Chef der bayrischen Polizei. Gleichzeitig hatte er
    über den Sicherheitsdienst der Partei die Grundlage für die Organisation
    geschaffen, die als Geheime Staatspolizei und weitgehend persönliches
    Machtinstrument des Reichsführers SS jenen politischen und ideologischen
    Fanatismus entwickelte, der heute noch immer dem Nationalsozialismus als
    Ganzem zur Last gelegt wird. Insofern mußte Göring über seinen Schatten
    springen, da er persönlich eigentlich immer als Vertreter einer gewissen
    großzügigen Toleranz bekannt war.

    Was Göring an salopper Großzügigkeit zuviel besaß, hatte Himmler gewiß
    zuwenig. Er glich nicht nur in seinem Aussehen einem pedantischen
    Oberlehrer, sondern er war es auch. Auf welchem Wege gelangte er dann zu
    jener starrsinnigen Rechtsauslegung, die den Vergleich mit einem
    Robespierre geradezu herausforderte? Sein Glaube an die Richtigkeit des
    von ihm eingeschlagenen Weges entbehrte dabei nicht einer gewissen
    Suggestivität. Sie war mit einer Art von Naivität, ja Kritiklosigkeit
    gegenüber den wissenschaftlichen Erkenntnissen gepaart, welche ihn
    oftmals zu groteskesten Unternehmungen veranlaßte. Der Glanz, der ihm in
    viel zu jungen Jahren als einem der engsten Mitarbeiter Hitlers
    zugeflogen war, hatte ihn offenbar wie viele andere auch so betört, daß
    er die Fragwürdigkeit solchen Abglanzes nicht erkannte und für eigenes
    Verdienst nahm.

    So hat er offenbar niemals erkannt, wie sehr sein Gedanke eines elitären
    und zu besonderem Fanatismus verpflichteten Ordens, bei dem das Prinzip
    des Jesuitenordens in vieler Hinsicht Pate gestanden hatte, der
    Grundidee, nach welcher der Nationalsozialismus angetreten war,
    diametral entgegenstand. Die Überspitzung der Rassenlehre, welche
    durchaus nicht im Sinne des rassenpolitischen Amtes der NSDAP war, die
    fragwürdige Vorstellung von einer nordischen Edelrasse, deren Blondhaare
    und Blauaugen keineswegs im gesamten deutschen Volk ausschlaggebend
    sind, war dazu angetan, erneut wieder künstlich Trennungslinien
    aufzuwerfen, die man in anderer Form gerade auszulöschen bemüht war.

    Daß Himmler die Vielfalt seiner Ideen, so unausgegoren sie in mancher
    Hinsicht auch sein mochten, eine Sonderstellung unter den führenden
    Männern um Hitler gab, kann nicht bestritten werden. Sie wurde noch
    verstärkt durch die Tatsache, daß er auch ein Mann der ersten Stunde war
    und sich daher als eine der mitbestimmenden Kräfte der weiteren
    Entwicklung der nationalsozialistischen Bewegung dünken durfte, zumal es
    Hitlers Art war, sich jeweils auf die Lösung einer ganz bestimmten
    Aufgabe zu konzentrieren und auf den anderen Gebieten den Dingen ihren
    Lauf zu lassen, d. h. den Auseinandersetzungen divergierender Tendenzen
    schweigend zuzusehen.

    Himmlers ehrgeizige Pläne, die gleichzeitig auch darauf ausgingen, ein
    einheitliches Polizeisystem zu schaffen, und zwar aus der SS heraus,
    nicht etwa als Fortentwicklung des schon bestehenden Systems, wobei ihm
    selbst die Führung zufallen mußte, sprengten auch organisatorisch den
    Rahmen der SA. Deren Unterstellung unter den Stabschef, die sich aus
    ihrer bisherigen Entwicklung ergeben hatte, mußte beseitigt werden. Das
    aber war unter den gegebenen Verhältnissen nur durch die Beseitigung des
    Stabschefs selbst möglich, durch eine möglichst gründliche Beseitigung.
    Angesichts der Zwiespältigkeit seines Charakters, die sich später vor
    dem Zusammenbruch in der hoffnungslosen Unentschlossenheit Himmlers
    entlarvte, muß bezweifelt werden, ob er sich so bedingungslos der Fronde
    angeschlossen hätte, wenn nicht inzwischen der frühere Marineoffizier
    Heydrich, der sich erst kurz vor der Machtübernahme der NSDAP
    angeschlossen hatte, nachdem er unter nicht gerade ehrenvollen Umständen
    entlassen worden war, in seinen Stab eingetreten wäre und rasch großen
    Einfluß gewonnen hätte. Ein Mann von dämonischer Begabung und
    zielstrebigem Willen, der alles besaß, was seinem Chef Himmler fehlte,
    nur nicht das, was man den Geist der Bewegung hätte nennen können. Wieso
    auch! Er hatte ja niemals die Gelegenheit gehabt, mitten im Volk auf der
    Straße jene unauslöschlichen Erfahrungen zu sammeln, die diesen Geist
    geformt hatten. Zudem war er begreiflicherweise ein persönlicher Gegner
    der SA, die seinerzeit in Hamburg seine Aufnahme abgelehnt hatte. Wie er
    später die kalte Technik eines unerbittlichen Apparates der Entwicklung
    der Polizei zugrunde legte, die dann in der Notlage des Krieges Staat
    und Partei mit dem tödlichen Keim der Erbarmungslosigkeit anstecken
    sollte, so dürfte er es gewesen sein, der maßgebend an jenen
    Entschlüssen mitgewirkt hat, die zu dem Blutbad unter Brüdern führte.
    Jedenfalls waren später alle, die von den Hintergründen wußten, von
    seiner Mitverantwortung überzeugt. In der SA wurde er später weit mehr
    gehaßt als sein Herr und Meister, dessen Labilität man ausreichend kannte.

    Der Zeitpunkt der Abrechnung mit Röhm schien gekommen, als gemunkelt
    wurde, daß dieser bei einem Besuch auf der Adriainsel Brioni mit
    französischen Emissären verhandelt habe. Aktiv wurde er im Anschluß an
    seine Rückkehr auf einem Festessen der Ibero-Amerikanischen Gesellschaft
    in Hamburg zu seinen Ehren, bei dem auch Reichsaußenminister von Neurath
    zu den anwesenden Diplomaten und Presseleuten aus der ganzen Welt
    sprach. Röhm glänzte mit einer spanischen Ansprache und wurde von den
    Südamerikanern geradezu enthusiastisch gefeiert.

    Sollte das bedeuten, daß es ihm nunmehr gelungen war, Hitlers Ohr
    hinsichtlich seiner außenpolitischen Auffassung zu gewinnen? Das hätte
    für die Reichswehr eine weitere Schwächung ihres Einflusses bedeutet.
    Sie setzte auf England, wie sie ja bald genug unter Beweis stellte.
    Zudem verschlechterte sich der Gesundheitszustand des greisen
    Reichspräsidenten zusehends. Solange er noch am Leben war, hatte man ja
    Hitler an der Kette. Doch was würde werden, wenn Hindenburg das
    Zeitliche segnete?

    Daß Göring und Himmler sich zum Mitmachen bereit fanden, ist weit
    schwieriger zu erklären. Schließlich war die mit Vorbedacht geschürte
    Abneigung eines dem Tode nahen alten Mannes kein Grund, das Ansehen
    Hitlers aufs Spiel zu setzen. Er war es doch gewesen, der Röhm zum
    Führer der SA gemacht hatte. Er hatte ihn doch gegen eine wüste
    Hetzkampagne wegen angeblicher weit zurückliegender Vorkommnisse
    gehalten. Ja, er hatte ihn sogar zum Minister ohne Portefeuille gemacht.
    Es ist niemals etwas von neuen Verfehlungen bekannt geworden, bis auf
    die höchst dunklen Andeutungen, die Hitler später in seiner
    Verteidigungsrede vor dem Reichstag zur Überraschung der gesamten SA
    machte. Sie sind aus ihren Kreisen auch nie bestätigt worden. Gerade
    hier aber hätten sie doch bekannt sein müssen. Da man ihre Treue zu
    Hitler und seiner Bewegung wohl kaum in Zweifel ziehen kann, müssen sie
    die Schwäche seiner Stellung gegenüber der Wehrmacht für weit größer
    angesehen haben, als es in Wirklichkeit der Fall war.

    Wir haben gerade in unseren Tagen im Iran ein Beispiel dafür, daß selbst
    eine anerkannte Elitearmee machtlos bleibt, wenn ein Volk aufsteht. Auch
    die deutsche Reichswehr hätte sich in ihrer Gesamtheit, das muß zu ihrer
    Ehre festgestellt werden, niemals gegen den Nationalsozialismus und
    seinen Führer mißbrauchen lassen. Sie hat auch in diesem Fall praktisch
    nur Gewehr bei Fuß gestanden.

    TEIL DREI:

    Hand in Hand mit der Reaktion

    Was Göring und Himmler offenbar nicht begriffen hatten, war, daß der
    überwältigende Erfolg der Bewegung, zu deren führenden Männern sie
    gehörten, auf einer historischen Notwendigkeit beruhte und daher auch
    nicht mit den Mitteln einer veralteten politischen Taktik, sondern nur
    in der Konzeption einer neuen Strategie weitergeführt werden konnte,
    sollte er nicht vergeblich bleiben. Das technische Zeitalter mit seiner
    Entmenschlichung der Welt erforderte andere Entschlüsse als diejenigen,
    mit denen damals unser Volk in Versailles versklavt wurde. Sie konnten
    nur durch den Geist, aber nicht aus längst obsolet gewordenen
    militärischen Vorstellungen des 19. Jahrhunderts gelöst werden. Die
    technische Umwälzung der Lebens- und Arbeitsbedingungen und die
    Naturnotwendigkeit der Anpassung des Menschen, wie sie in den
    Materialschlachten des Ersten Weltkrieges dem europäischen Menschen zum
    ersten Male zum Alpdruck und zum Erwachen aus einer Welt der Illusionen
    wurde, konnte nicht mit Gewalt gelöst werden. Sie erforderten eine
    Geduld, welche Hitler selbst nicht ausreichend besaß. Wie hätten sie
    gerade diese seine aktivsten Paladine haben sollen? So wurden hier die
    ersten Zeichen einer tiefgreifenden Krise sichtbar, die jetzt
    rückschauend – denn damals erkannten (oder besser: erahnten) das nur
    wenige – sich als ein Urteilsspruch der Geschichte enthüllt über den
    gewaltigen Versuch eines ganzen Volkes, nicht nur seinem Schicksal,
    sondern dem Schicksal ganz Europas eine neue Wende zu geben. Ein
    Versuch, der von wenigen um einer materiellen Macht willen verspielt
    wurde aus einer Vorstellungswelt heraus, die zu überwinden man so
    erfolgreich angetreten war.

    Das Unternehmen, das so widersinnigerweise die Reste der Reaktion mit
    zwei sonst so rücksichtslosen Revolutionären vereinigte, wobei die dazu
    treibenden Motive nicht weniger widersinnig waren, konnte nur dann einen
    Erfolg versprechen, wenn man eine Revolte gegen Hitler vortäuschte. Nur
    so konnte man den zu einer Entscheidung immer noch nicht entschlossenen
    Hitler und Röhm gleicherweise überraschen. Zwar hatte der letztere
    zweifellos Lunte gerochen. Warum hätte er sonst in so demonstrativer
    Weise für den 1. Juli einen SA-Urlaub von Monatsdauer angeordnet? Diese
    Geste des Friedens, mit der er gleichsam die einzige Waffe, die er
    besaß, von sich warf, hatte jedoch, so wirkungsvoll sie auch schien,
    nicht die geringste Wirkung auf die Verschwörer. Sie hielten an ihrem
    Plan, einen »Putsch« der SA vorzutäuschen, fest, so durchsichtig auch
    solche Täuschung bei der Millionenzahl von SA Angehörigen sein mußte,
    die niemals auch nur das geringste von irgendwelchen
    Putschvorbereitungen – und die hätten doch in diesem Fall äußerst
    sorgfältig sein müssen – gehört und gesehen hatten.

    Wesentlich leichter war es, Hitler durch falsche Meldungen in einen
    Zustand höchster Erregung zu versetzen. Dieser hatte sich ja Himmler
    restlos in die Hand gegeben, als er die SS zu seiner Leibgarde machte.
    Sicherlich waren Führer und Männer ihrem Führer bis in den Tod ergeben
    und hätten sich für ihn in Stücke reißen lassen. Aber die Geschichte hat
    an einer Fülle von Beispielen gezeigt, daß gerade die besinnungslose
    Ergebenheit solcher Männer zum Unheil ausschlägt, wenn ihr Führer, in
    diesem Fall Himmler, dessen Orden sie angehörten, ein doppeltes Spiel
    spielt, selbst wenn dieser sich einbildet, es sei zum Wohle desjenigen,
    dem sich die Leibgarde verschworen hat. Man lese nur die römische
    Kaisergeschichte.

    Wie sehr man Hitler getäuscht haben muß, läßt sich daran erkennen, daß
    er den von ihm als Röhms Nachfolger vorgesehenen Viktor Lutze mit seinem
    Vorschlag abwies, Röhm auf der für den 30. Juni geplanten und schon
    einberufenen Tagung der SA-Obergruppen- und Gruppenführer in Bad Wiessee
    zur Rede zu stellen. Obwohl ihm Lutze versicherte, daß es sich doch nur
    um eine kleine Clique um Röhm, wenn überhaupt um eine solche handeln
    könne, denn er selbst war ja von der ganzen Sache als Führer einer der
    zentralsten und daher wichtigsten Obergruppen völlig überrascht worden.
    Hitler habe also nicht das geringste für sich zu fürchten. Dieser lehnte
    brüsk ab mit dem Hinweis, er könne von einem der fanatischen Anhänger
    Röhms erschossen werden, und das könne er um der Sache des
    Nationalsozialismus willen nicht riskieren. Hitlers Haltung verriet,
    sieht man von ihrer menschlichen Seite ab, eine aus der damals gegebenen
    Situation geradezu unverständliche Unkenntnis der bedingungslosen Treue
    der SA. Sie hat diese sogar noch später trotz der furchtbaren Belastung,
    der sie Hitler selbst die ganzen folgenden Jahre bis zum Ausbruch des
    Zweiten Weltkrieges aussetzte, unbeirrbar unter Beweis gestellt. Man
    braucht nur auf die große Zahl der Obergruppenführer und Gruppenführer
    der SA, die teilweise in unterwertigen Kommandostellen an der Front
    gefallen sind, hinzuweisen. Diese Unkenntnis läßt sich nur so erklären,
    daß Hitler schon längere Zeit systematisch auf diese gestellte Situation
    hin vorbereitet war, genau wie die andere Seite in der Reichswehr, da
    sie sich der Reaktion ihrer Verbände ebenfalls nicht sicher war, das
    gleiche zu tun sich bemüht hatte.

    Die Nacht der langen Messer

    Sehr eindrucksvoll ist der Bericht des damaligen Reichsarztes der SA,
    Dr. Ketterer, der die Vorgänge in Wiessee miterlebte. Er konnte es zu
    Lebzeiten nicht wagen, das anders als an vertraute Freunde und Kameraden
    weiterzugeben. Wie wenig dieser in seiner doch für ein aktives
    Unternehmen wie einen Putsch unentbehrlichen Stellung etwas von einem
    derartigen Plan wußte, beweist, daß er zu der in Wiessee angesetzten
    Tagung seine Frau mitbrachte. Er hatte geplant, im Anschluß daran noch
    ein paar Tage mit ihr gemeinsam die Berge zu genießen. Am Vorabend
    spielte Röhm, der ebenfalls schon im Hotel war, mit ihm Tarock. Er
    klagte aber über starke Ischias-Schmerzen und ging, nachdem ihm Ketterer
    eine schmerzlindernde Spritze gegeben hatte, um 22 Uhr ins Bett. Von
    irgendwelchen Anzeichen, daß er sich mit etwaigen Putschvorbereitungen
    beschäftigt hätte, war nichts zu bemerken. Der größte Teil der doch für
    einen Putsch unerläßlichen Obergruppen- und Gruppenführer befand sich
    überhaupt erst auf dem Wege nach Wiessee. Man kann sich seine
    Verblüffung vorstellen, als SS-Führer der Hitlerschen Begleitmannschaft
    ihn zusammen mit seiner Frau aus dem Bett holten und im Auftrage Adolf
    Hitlers für verhaftet erklärten. Gemeinsam mit den anderen in der Nacht
    angekommenen SA-Führern wurden sie in die Hotelhalle hinunter
    eskortiert, wo sich schon Röhm unter Bewachung befand, aber
    nichtsdestoweniger, die Ruhe selbst, nach seinem Frühstück verlangte. Er
    rief Ketterer im Vorbeigehen zu, es müsse sich alles um einen Irrtum
    handeln, der sich sofort klären würde, wenn er mit Hitler sprechen
    könne. Als dieser dann, seine aus der Kampfzeit bekannte Reitpeitsche in
    der Hand, in der Halle auftauchte und das Ehepaar Ketterer in dem Haufen
    der Verhafteten entdeckte, stutzte er und gab dann sofort die Anweisung,
    sie freizulassen. Röhms Wunsch, mit ihm sprechen zu können, ignorierte
    er. Wir wissen, daß es das letzte Mal gewesen ist, wo sich die beiden
    Freunde von Angesicht zu Angesicht sahen. Ist es nicht naheliegend
    anzunehmen, daß Hitler sich schämte, einem solchen Mann der Tat, wie
    Röhm es war, gestehen zu müssen, daß er selbst gar nicht die Macht besaß
    oder zum mindesten zu besitzen glaubte, die Reichswehr restlos in den
    nationalsozialistischen Staat einzugliedern, daß er also nur einen
    halben Sieg errungen hatte, wie er später in so bitterer Weise erfahren
    mußte? Daß er auf Intrigen seiner eigenen Leute hereingefallen war, die
    ihn wieder einmal in ihrer Engstirnigkeit auf einen Weg gezwungen
    hatten, der seine Handlungsfähigkeit in einer gefährlichen Weise
    einschränkte? Das konnte Hitler auch einem Freunde (Kubitschek in Wien)
    nicht eingestehen. Lieber verließ er ihn, wie er das schon einmal in
    jungen Jahren mit einem anderen Freunde getan hatte.

    Was Hitler von den weiteren Entwicklungen erfahren hat, wird immer
    unbekannt bleiben. Jedoch ist kaum anzunehmen, daß er bereit gewesen
    wäre, über die »geringe Zahl der Opfer, die seine unbeirrbare Haltung
    dem deutschen Volk gekostet habe«, zu sprechen, wenn er gewußt hätte,
    daß diese in Wirklichkeit rund 1200 Menschenleben, und zwar lauter
    völlig Unschuldige gekostet hatte. Die Zahl hat Viktor Lutze
    gelegentlich seinem Stellvertreter Obergruppenführer Jüttner unter dem
    Siegel der strengsten Verschwiegenheit mitgeteilt, um seine
    unüberwindliche Abneigung gegen eine Zusammenarbeit mit der SS zu
    begründen. Dieser glaubte sich nach dem Zusammenbruch jenen SA-Führern,
    die mit ihm gemeinsam die SA in Nürnberg vertraten, verpflichtet, das
    bisherige Schweigen zu brechen. Wie überhaupt in jenen Tagen, wo auch
    immer SA-Angehörige in den Lagern aufeinander trafen, die Erfahrungen
    und Kenntnisse von jenen unheilvollen Tagen sich zu einem Gesamtbild
    rundeten und sie veranlaßten, dem tieferen historischen Sinn nachzuspüren.

    Wer sich die prekäre Situation vergegenwärtigt, in welche Hitler durch
    seine eigenen Mitarbeiter gebracht worden war, kann nicht die
    Zwangsläufigkeit seines Verhaltens übersehen. Es war der einzige Weg,
    der die geringsten Gefahren für seine eigene und die Autorität der
    nationalsozialistischen Bewegung barg. Sofern nämlich die SA sich in
    ihrer Treue zur Sache bewährte. Das aber tat sie dann auch ungeachtet
    des großen Opfers, das ihr damit abverlangt wurde. Daß Hitler den Befehl
    zur Erschießung Röhms gegeben haben könnte, ist eigentlich, obwohl er
    sich offiziell dazu bekannte, nie ernstlich geglaubt worden. Es ist
    damals schon mit seinem Namen jener Mißbrauch getrieben worden, der noch
    heute in vieler Hinsicht die Klärung der historischen Verantwortung so
    schwer macht.

    Der Anfang vom Ende

    Wie wenig Hitler selbst anfangs in diesem über ihn hereinbrechenden
    Geschehen handlungsfähig war, zeigt nicht nur der Bericht Dr. Ketterers.
    Auch die Mitteilung, daß sich Gregor Strasser unter den Opfern befand,
    hat ihn nach einer Schilderung aus seiner Umgebung sogar in Tränen
    ausbrechen lassen. Besonders bezeichnend ist in der Hinsicht der Fall
    des Leutnants Sch., der zu den engsten Mitarbeitern des letzteren
    gehörte und deshalb den Verschwörern ebenfalls im Wege war. Es gelang
    ihm, den Gestapomännern, die ihn in den Grunewald schleppen wollten, zu
    entkommen und sich bei einem Freund zu verbergen. Von dort nahm er mit
    Hitler selbst Verbindung auf. Worauf schon am Abend der Berliner Sender
    die Meldung ausstrahlte: Sch. stünde unter dem persönlichen Schutz des
    Führers und möge sich bei ihm melden. Als dies geschah, bat ihn Hitler,
    für eine Zeitlang ins Ausland zu gehen, da er zur Zeit für seine
    Sicherheit nicht bürgen könne. Sch. ist diesem Ratschlag dann gefolgt
    und bekam seinen Unterhalt aus Hitlers persönlicher Schatulle.

    Der schon einen Monat später erfolgende Tod des Reichspräsidenten von
    Hindenburg brachte die völlig reibungslose Übernahme des Oberbefehles
    über die Reichswehr durch Hitler als den neuen »Führer und
    Reichskanzler«. Das ließ das ganze turbulente Geschehen, über das zudem
    fast nichts in die Öffentlichkeit drang, in Vergessenheit geraten.

    Es ist damals kaum jemandem außerhalb der SA klargeworden, und in dieser
    mehr mit dem Gefühl als mit dem Verstand, daß es sich um eine
    geschichtsträchtige Vorentscheidung gehandelt hat, eine Vorentscheidung
    gegen das Autoritätsprinzip zugunsten der staatlichen Allmacht.

    Das war also ein Rückfall in das neunzehnte Jahrhundert, das man gerade
    hatte überwinden wollen.

    Die historischen Folgen wurden uns allen erst 1945 sichtbar. So wirkt es
    beinahe wie die Demonstration einer späten, ja viel zu späten
    Erkenntnis, wenn eine der letzten Maßnahmen, die Hitler noch vor seinem
    Tode traf, der Ausschluß Hermann Görings und Heinrich Himmlers aus der
    nationalsozialistischen Bewegung war.

    Dr. Hans-Dietrich Röhrs

    URL:

    http://www.wno.org/newpages/his21.html

    PERSÖNLICHER NACHTRAG:

    1. Dieselbe Wehrmachtsklique, welche am 30. Juni 1934 gegen Röhm putsche, putschte zehn Jahre später am 20. Juli gegen Hitler! Was lernen wir daraus? Einmal Verräter, immer Verräter! Und dieses Verhaltensmuster gilt in allen Lebensbereichen! Ganz besonders gilt es in unseren neuen Mammongesellschaft ohne jeden militärischen Ehrenkodex!

    2. Es gibt auch historisch glaubhafte Berichte, in denen ausgeführt wird, daß Adolf Hitler in den Tagen um den 30.6.1934 herum entweder eigenständig untergetaucht, oder durch andere völlig vom politischen Alltagsgeschehen abgeschirmt worden sei. Aus derartigen Darstellungen muß man schließen, daß der Putsch von Hitler weder geplant noch organisiert war. Zudem gibt es mündliche Überlieferungen, welche besagen, daß Hitler in den Tagen nach dem Putsch einen ungewöhnlich nervösen Eindruck auf seine Umgebung machte. Das paßt auch sehr zum gängigen Bild von Hitler; denn dieser war eher der Redner und Organisator. Ein Killer wie Stalin, Mielke und andere Zeitgenossen war er mit Sicherheit nicht. Gegen seine aktuell politischen Todfeinden, die Kommunisten, ging er jedenfalls weitaus weniger brutal vor als gegen seine alten Kameraden, die dafür gesorgt hatten, daß er nunmehr ganz oben auf der Treppe des politischen Olympes stehen durfte.

    3. 47 Jahre lang haben weder seine Familie, Freunde, Corpsbrüder, Saufkumpanen, Kriegskameraden, Arbeitskollegen, sein Personal, die nationalsozialistischen Parteigenossen, und Leibärzte, noch seine Freundinnen und Gespielinnen im In-und Ausland etwas an Herrn Röhm bemerkt, was auf eine homosexuelle Neigung hindeuten könnte. Erst kurz vor dem 30.06.1934, da wurden einige Nazigrößen urplötzlich erleuchtet und erklärten, über jeden Zweifel erhaben, ihren alten politischen Freund zum Homosexuellen. Und dann ging alles ganz schnell: Ohne Anhörung wurde der Mann sofort ermordet und dem dauerhaften Rufmord ausgesetzt. In diesen Zusammenhang paßt auch das sehr früh verhängte Verbot der “Unbedingten Satisfakton” per scharfer Waffe durch die Nationalsozialisten. Dazu muß man wissen, daß sich zum Beispiel die Wiener SA im Rahmen ihres Ehrenkodex blutig duellierte. Nun war Röhm nicht nur Korporierter, sondern auch SA-Mann. Es war also durchaus zu erwarten, daß seine Waffenbrüder aus Corps und SA spontan mit Forderungen nach persönlichen Kontrahagen gegen jedwede politische Größe aus waren, welche in den Mordkomplott verwickelt waren. Daß es dazu nicht kam, ist mir bis heute unerklärlich.

    • Freiherr von Knicke said

      Wenn Hitler gesagt haben soll: “die haben meinem Stämpfle umgebracht”, dann muß er ein guter Heuchler gewesen sein.
      Aber wie gesagt – wer von den Nazigrößen für wen gearbeitet hat ist leider nicht geklärt.
      Jedenfalls mußten die SA weg, das ist klar. Eigentlich gehörte Göbbels auch zu jener Fraktion, den nationalen SOZIALISTEN.
      Warum leistete die Tschechei keinen Widerstand? Hoch bewaffnet wie sie war. Was wäre die Wehrmacht ohne die tschechischen Panzer gewesen.
      Also war zwingend notwendig das Protektorat zu schaffen – ein Schritt in Churchills Kalkül.

  7. kurspa said

    interessantes dazu auch hier

    http://www.mein-parteibuch.com/wiki/Wer_finanzierte_Hitler

  8. Freiherr von Knicke said

    Und nicht vergessen. Als Adolf die FAP übernahm, ließ er das Programm der Partei verändern. Die Punkte zu Grund/Boden und Zins flogen raus. War das Teil des Handels?

    1920 wußte also Pacelli schon von der Aufgabe Hitlers. Das gemeinsame Werk Roms und London/Washingtons. Das spricht wieder für Gregg Hallett, daß Adi schon länger präpariert war.

  9. Richard said

    Dass Hitler eine Marionette des Vatikans war oder zumindest von diesem aufgebaut wurde, ist gar nicht so abwegig, denn aus römischer Sicht war der 2. WK ein voller Erfolg. Das protestantische Deutschland wurde nachhaltig erheblich geschwächt, die Protestanten aus Ostdeutschland wurden abgeschlachtet oder vertrieben,.dabei hätten die Amerikaner noch vor den Russen in Ostdeutschland sein können, wenn sie nicht einen Schwenk nach Süden gemacht hätten, um das katholische Bayern und Österreich vor dem Schlimmsten zu bewahren. Das katholische Polen hingegen vergrößerte sich um die geraubten deutschen Gebiete und stand unter dem besonderen Schutz des Vatikans, dort wählte man später sogar einen polnischen Papst. Die orthodoxe Kirche in Russland hingegen wurde nach dem Krieg vom Jesuitenzögling Stalin und später von den Kommunisten unterdrückt.

    Eine Renaissance des Katholizismus könnte kurz bevor stehen, in den kommenden Wirren werden die Menschen wieder Halt in der Kirche suchen. Rom müsste den Menschen nur einen neuen Kaiser Karl präsentieren, der das Chaos beendet und mit eiserner Hand für Ruhe und Ordnung sorgt. Der Papst könnte so wieder ganz offiziell ein politisches Schwergewicht werden. Die Weichen dahin dürften schon gestellt sein, nicht umsonst wurde 2004 in Rom die Europaverfassung symbolträchtig vor einer riesigen, schwarzen Statue von Papst Innozenz X. unterzeichnet, auch ein Blick auf die Liste der Karlspreisträger ist aufschlussreich.

    Eine enge Mitarbeiterin von Pius XII. war die Jüdin Hermine Speier, diese veranstaltete Leseabende in ihrem vom Palast des Heiligen Uffiziums nur wenige Schritte entfernten Salon. An diesen Veranstaltungen nahmen Künstler, Diplomaten, Politiker, Adelige und auch Bischöfe und Kardinäle teil, http://www.katholisches.info/2011/04/19/hermine-speier-eine-judische-archaologin-die-als-erste-frau-fur-einen-papst-im-vatikan-arbeitete/. Welche Rolle diese Frau im Herzen des Vatikans tatsächlich spielte, bleibt ungeklärt.

  10. Freiherr von Knicke said

    Auch hier wieder die dichte, undurchdringliche Verwobenheit von Rom und Maysons. Wer war Huhn, wer war Ei?
    Beide gegen die Freiheit des Menschen in enger Kooperation – bei entscheidenden Fragen – sonst weniger.
    Man muß ja auch den Schein wahren.

    • @ Freiherr von Knicke:vielen Dank lieber Freiherr “Man muß ja auch den Schein wahren.”

      Du meinst wohl den “Heiligen – SCHEIN” sagt Maria Lourdes mit einem Augenzwinkern!

  11. […] IV – Adenauer, Pacelli, Papen, Wahl, 1932/33, Ermächtigungsgesetz, […]

  12. Andy said

    Zu dem guten Artikel und den Kommentaren gehoeren noch die Veroeffentlichung von Erich Ludendorff, hier : http://www.scribd.com/doc/28309458/Ludendorff-Erich-Und-Mathilde-Das-Geheimnis-Der-Jesuitenmacht-Und-Ihr-Ende-1929-Scan-Fraktur
    und Lena Wellinghusens: http://www.archive.org/details/HitlersRompolitik-Heft2

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