lupo cattivo – gegen die Weltherrschaft

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«Wir sind nicht länger bereit, eure Kriege zu finanzieren»

Posted by lupo cattivo - 15/03/2010

China fordert Ablösung des Dollars – und was tut Europa?

von Jochen Scholz*

Der Bundesnachrichtendienst (BND) scheint zum ersten Male in seiner Geschichte eine Analyse erstellt zu haben, die im Kern auch vom linken politischen Spektrum nicht einfach als Legitimation und Handlungsempfehlung für die Bundesregierung zur Bewahrung oder zum Ausbau der Dominanz der entwickelten Industriestaaten abgetan werden kann.

Zwar hat es bisher innerhalb des Regierungsapparates noch kein Leck gegeben, doch war die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) so freundlich, uns über ihr Publikationsorgan Internationale Politik (IP) einen Einblick in die vertrauliche BND-Studie zu gewähren.1 Die Linke in Deutschland und Europa wird sich übrigens an den Begriff «Geopolitik» gewöhnen müssen, ohne sofort in den Haushofer-Abwehrreflex zu verfallen.2
Denn um Geopolitik3 geht es nicht erst, seit sie der BND entdeckt hat. Vielmehr ist die Geschichte Europas seit der Strategie der «Balance of Power», mit der das britische Empire die Staaten Europas in Schach zu halten wusste, ohne Geopolitik genausowenig zu verstehen wie der kalte Krieg und die Entwicklung seit 1989, beide massgeblich geprägt und mitgestaltet vom Schüler des Geopolitikers Sir Halford Mackinder4, Zbigniew Brzezinski5, oberstem aussenpolitischem Berater Präsident Obamas.

Wenden wir uns der Studie zu in der Hoffnung, dass der IP-Autor Andreas Rinke die Grundannahme der Verfasser richtig wiedergegeben hat. Der BND macht die globale ­Finanz- und Wirtschaftskrise und die jeweiligen Rezepte in den USA, China und Russland für ihre Bewältigung zum Ausgangspunkt seiner Überlegungen, die in drei Szenarien münden.

US-Volkswirtschaft auf tönernen Füssen

Zwar wird richtig gesehen, dass die Folgen des von der angloamerikanischen Finanz­oligarchie inszenierten, nunmehr kollabierten, gigantischen Schneeballsystems Einfluss auf die globalen Kräfteverhältnisse haben werden. Der BND erweckt aber den Eindruck, als hätten die je angenommenen Erfolgs- oder Misserfolgsszenarien, die sich aus den verschiedenen Antikrisenmassnahmen ergeben, einen entscheidenden Einfluss auf etwas, das sich seit Jahren abzeichnet: Das bevorstehende definitive Ende des «amerikanischen Jahrhunderts», dessen Grundlagen nach den Blaupausen der «War and Peace Studies»6 1944 in Bretton Woods7 mit seinen Institutionen und dem Dollar als Leitwährung gelegt wurden. Das wäre jedoch nicht mehr als Wunschdenken. Zwar ist die US-Volkswirtschaft noch immer die grösste der Welt; sie steht jedoch auf tönernen Füssen, weil ihr systematisch die industrielle Basis zugunsten der Wertschöpfung im Finanzsektor entzogen worden ist. Ermöglicht wurde dies durch das globale Dollarsystem, das den USA jahrelang eine immer höhere Verschuldung beim Rest der Welt, die Verlagerung der eigenen Produktion in ausländische Standorte und einen auf Schulden aufgebauten Konsum erlaubte. Letzterer stand bis Ende 2008 für 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der USA.8

Transatlantisches Wunschdenken …

Rinkes Beitrag zufolge hat die BND-Studie davon abgesehen, der Bundesregierung Handlungsoptionen aufzuzeigen, wie sie auf die globale Kräfteverschiebung reagieren könnte. Das ist ohne Zweifel ein Manko, weil zu befürchten steht, dass sich die Planungsstäbe im Bundeskanzleramt und im Auswärtigen Amt perspektivisch eher innerhalb des Vierjahreszeitraums einer Legislaturperiode bewegen, während sich die anbahnenden Veränderungen über weitaus längere Zeiträume erstrecken werden. Gleichwohl muss sich deutsche und europäische ­Politik auf diesen Prozess einstellen, der in der einschlägigen Literatur seit gut zehn Jahren thematisiert wird. Beispielhaft genannt seien Chalmers Johnson9, James Cumes10, Andre Gunder Frank11 und Kishore Mahbubani.12
Was durch die derzeitige Krise nunmehr auch von einer wachsenden Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen wird, kommt also nicht aus heiterem Himmel. Trotzdem wird die europäische Politik nach wie vor von denjenigen Kräften bestimmt, die glauben, sie könnten Dämme errichten gegen die aufstrebenden Wirtschaftsmächte in Asien und Lateinamerika. Nichts anderes ist nämlich der Versuch, eine Transatlantische Freihandelszone13 zu errichten, eine Idee, der sich besonders Elmar Brok, Europaabgeordneter der CDU, verschrieben hat.

… ein realitätsblinder Schulterschluss

Aus der Militärgeschichte kann man lernen, dass bisher noch jede reine Verteidigungsstrategie früher oder später zum Scheitern verurteilt war: Von der chinesischen Mauer über die Maginot-Linie bis zu Hitlers Westwall. Im Vergleich mit den ökonomischen Kräften, die allein den BRIC-Staaten14 ­potentiell zur Verfügung stehen, verblassen die militärischen in diesen historischen Beispielen. Hinzu kommt die Verwundbarkeit der USA infolge ihrer eigenen Abhängigkeit vom Dollarsystem, dessen so gewollte Entwicklung in den vergangenen 65 Jahren zu der sich jetzt beschleunigenden Gewichtsverlagerung entscheidend beigetragen hat.15 Der 1948 vom Chefplaner des US-Aussenministeriums, George F. Kennan, ausschliess­lich zu ihrem eigenen Vorteil formulierte Führungsanspruch16 der Vereinigten Staaten wurde bereits einmal in den 1970er Jahren von den Entwicklungsländern im Rahmen der Unctad mit der Initiative «New International Economic Order»17 in Frage gestellt. Das Ziel war die Auflösung des Systems von Bretton Woods. Damals scheiterte das Vorhaben an den realen Kräfteverhältnissen und an den Bedingungen des kalten Krieges. Heute haben wir es mit einer völlig veränderten Situation zu tun. Die USA können als der Welt grösster Schuldner die Bedingungen der Weltwirtschaft nicht mehr allein diktieren. Ebenso wenig sind sie in der Lage, ihr gewaltiges Leistungsbilanzdefizit abzubauen. Weder verfügt ihre Volkswirtschaft über eine ausreichende Breite von Produkten, noch über die entsprechende Qualität, um eine Exportoffensive zu starten, noch über die Mittel, ihre vorsätzlich aufs Spiel gesetzte Wettbewerbsfähigkeit in angemessener Zeit wiederzuerlangen. Dies gilt um so mehr, als der Löwenanteil der Billionen Dollar schweren Rettungspakete verwendet wird, um das Schneeballsystem der grossen Wall-Street-Banken aufrechtzuerhalten. Vor diesem Hintergrund tragen die Bemühungen der Transatlantiker in Deutschland und der EU, im Schulterschluss mit der westlichen Führungsmacht und zu deren Bedingungen die dynamische Verschiebung ökonomischer Macht und politischen Einflusses nach Asien aufhalten zu wollen, ausgesprochen autistische, wenn nicht selbstmörderische Züge.

Asien und Lateinamerika verlassen die Titanic

Während der grösste Gläubiger der USA, China, wenig Lust verspürt, der Bilanz seiner Zentralbank weiter wertlose US-Schuldverschreibungen hinzuzufügen18, und zusammen mit den BRIC-Staaten und weiteren asiatischen Partnern über Alternativen zum Dollar nachdenkt, planen die USA in den kommenden zwei Jahren die Emission von weiteren19 3 bis 4 Billionen Treasuries zur Finanzierung ihres Haushaltdefizits, das im laufenden Haushaltsjahr bei 1,8 Billionen Dollar und über 13 Prozent des BIP liegen wird. Da abzusehen ist, dass sich hierfür nicht genügend Käufer finden werden, springt die FED ein und wirft die Notenpresse an. Das Problem dabei ist die durch keine Warenproduktion gedeckte Ausweitung der Geldmenge. In dieser Situation zeigt sich das nachlassende Vertrauen der übrigen Welt in die Weisheit der Regierungsmannschaft von Präsident Obama weniger am Dollarkurs. Denn noch gilt der «Greenback» als sicherer Hafen, wenn die Turbulenzen auf den Anlagemärkten aus Sicht der Spekulanten zu heftig ausfallen. Für die Bestrebungen, das globale Dollarsystem aufzubrechen, gibt es hingegen in Asien und in Lateinamerika andere Ansätze. Die sechs Staaten der Shanghai Cooperation Organisation (SCO)20 und die BRIC-Staaten beabsichtigen, ihren Handel künftig in den eigenen Währungen abzuwickeln. Konkrete bilaterale Vereinbarungen sind bereits zwischen China und Argentinien sowie Brasilien und zwischen China und Malaysia getroffen worden.21 Zwar haben diese Abkommen vorläufig nur eine regionale Bedeutung. Gleichwohl wäre dies vor dem akuten Ausbruch der Krise undenkbar gewesen: Vor weniger als fünf Jahren war die US-Regierung noch in der Lage, durch Druck auf Japan ein Energieabkommen über gut 20 Milliarden Dollar auf Yen-Basis mit Iran zu verhindern.

Die Welt versagt den selbsternannten Führungsnationen die Gefolgschaft

Die Welt ausserhalb der 950 Millionen Bewohner des «Westens»22 ist aufgewacht. Sie akzeptiert die auf Dauer angelegte Trennung der Weltwirtschaft in oben und unten, in Hauptprofiteure und Almosenempfänger nicht mehr, die ihre Ressourcen für den opulenten Lebensstil von selbsternannten Führungsnationen weiterhin zur Verfügung stellen sollen, darüber hinaus jedoch zu kuschen haben. Das neue Selbstbewusstsein der 5,8 Milliarden Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern zeigt sich auch in Afrika. Die Afrikanische Union mit ihren 53 Mitgliedern lehnt die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Strafgerichtshof im Falle des Haftbefehls für den sudanesischen Staatspräsidenten ab. Über 40 afrikanische Staaten ziehen die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China vor, weil sie nicht mit den entwürdigenden «Konditionalitäten»23 verbunden ist, wie sie der Internationale Währungsfond seinen Kreditnehmern zugunsten des westlichen Finanzkapitals auferlegt. Wenn die Bundeszentrale für Politische Bildung im Rahmen einer Ringvorlesung über China unter dem Titel «Chinas Engagement in Afrika: eine unmoralische Beziehung?»24 zur Podiumsdiskussion einlädt, zeigt die Fragestellung die Hybris westlichen Denkens, eine Hybris, die in 450 Jahren kolonialer Unterdrückung und 250 Jahren kapitalistischer Ausbeutung gewachsen ist. Hochmut kommt vor dem Fall, sagt das Sprichwort. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, sagte der letzte Generalsekretär der KPdSU.

Arroganz bis zum bitteren Ende

Deswegen ist angesichts des Zustands der USA zu fragen, was in den Köpfen der Atlantis-Jünger vorgeht, die seit 1949 von Jugend an in den einschlägigen Netzwerken25 politisch sozialisiert worden sind, deren Fäden in Deutschland bei der Bertelsmann-Stiftung und in den USA beim Council on Foreign Relations zusammenlaufen, und die die Schlüsselpositionen in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien bekleiden. Was veranlasst sie zu glauben, die EU könne sich gemeinsam mit einer zugrunde gerichteten US-Wirtschaft dem Verlust westlicher Dominanz entgegenstemmen?
Die USA sind international bei einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 14,326 Billionen Dollar mit rund 12 Billionen Dollar verschuldet. Nouriel Roubini erwartet, dass sich der Anteil der Staatsschulden am BIP bis 2014 verdoppeln wird27. Die Arbeitslosenzahlen steigen monatlich um mehrere hunderttausend. Die Arbeitslosenrate liegt bereits heute unter Berücksichtigung der Teilzeitbeschäftigten und der Arbeitnehmer, die die Jobsuche aufgegeben haben, bei 16,5 Prozent. 50 Prozent des US-Haushaltes gehen auf Schuldenaufnahme zurück, ihr Anteil wird am Ende des Finanzjahres bei 13 Prozent des BIP liegen.28 Steigende Haushaltsdefizite, weitere hohe Kosten für Rettungspakete auf dem Finanzsektor und steigende Staatsschulden werden inflationär wirken und zu höheren Zinssätzen führen, die einer Erholung der privaten Nachfrage entgegenwirken. Insgesamt sieht Roubini die Spielräume für weitere konjunkturelle Anreize ständig kleiner werden. Paul Craig Roberts, unter Präsident Reagan stellvertretender Finanzminister und ehemaliger Kolumnist des «Wall Street Journal», fragte kürzlich mit Blick auf sein Land: «Welche Wirtschaft? Es ist nichts mehr übrig, was sich erholen könnte. Die produzierende US-Wirtschaft ist wegen der Verlagerung nach Übersee und der Ideologie des Freihandels verlorengegangen».29 Die bisherige Wirtschaftspolitik der beiden Regierungen Bush und Obama beurteilt er mit den vernichtenden Worten: «Keine der getroffenen Massnahmen ist geeignet, die eigentlichen Probleme zu lösen.» Und zu den Defiziten: «Es gibt nur einen Weg, sie zu finanzieren, nämlich durch Gelddrucken.»

Ein Bündnis auf Kosten von noch mehr Krisen und Kriegen

So sehen also die Kleider des Kaisers aus, mit dem sich die Broks der EU gegen unabwendbare geoökonomische und geopolitische Veränderungen noch enger verbünden wollen, deren Geschwindigkeit bestenfalls verzögert werden könnte. Selbst dies jedoch nur um den Preis ökonomischer Verwerfungen und der Gefahr weiterer militärischer Auseinandersetzungen in eurasischen Schlüsselregionen30. Das Dollarsystem ist auf mittlere Sicht nicht mehr zu halten, weil ihm seine Gläubiger zunehmend das Vertrauen entziehen und ihre Überschüsse nunmehr in die eigene Entwicklung investieren statt den US-Konsum zu finanzieren. Auf einer wegbrechenden Grundlage kann aber keine transatlantische Freihandelszone errichtet werden. Diesen Realitäten muss die Europäische Union, muss deutsche Politik endlich Rechnung tragen, anstatt sich an den Planken einer untergehenden Titanic festzuhalten. Der BND hat an diesem Punkt gekniffen.

Bleibt Europa durch transatlantische Wertegemeinschaft sediert?

Die USA werden als bisheriger Hauptprofiteur des auf den Dollar ausgerichteten Weltwirtschafts- und Weltfinanzsystems alles daransetzen, ihre Stellung zu behaupten. Dies hat ausserhalb Europas bereits zu Widerständen geführt, die zu konkreten Vereinbarungen und Gegenmassnahmen geführt haben.31 China fordert eine Weltleitwährung, die nicht von einer einzigen Nation kontrolliert wird.32 Nicht zuletzt Japans Exportumkehr in den asiatischen Raum zulasten des US-Marktes – 50 zu 20 Prozent – zeigt die sich anbahnenden Veränderungen, die das von der Finanz- und Wirtschaftskrise ausgelöste weltweite Chaos hervorbringt.33 Dieser Veränderungsprozess darf nicht sich selbst überlassen bleiben. Er muss in geordneten Bahnen verlaufen. Dazu ist der Aufbau neuer Strukturen für die Weltwirtschaft erforderlich, an der alle Staaten der Welt mitwirken müssen mit dem Ziel, eine gerechte Weltwirtschaftsordnung zu schaffen.34 Während sich Asiens Schlüsselstaaten einen neuen Wirtschaftsraum erschliessen, scheint Europa auf der Stelle zu treten, durch 50 Jahre «transatlantische Werte­gemeinschaft» sediert und überwiegend mit sich selbst beschäftigt zu sein. An einen möglichen Dollarkollaps von 40 oder 60 Prozent infolge der nicht mehr finanzierbaren US-Schulden und seine Folgen für die Weltwirtschaft denkt hier offensichtlich niemand.

Emanzipation vom grossen Bruder und gerechte Alternativen

Die einseitigen Massnahmen der BRIC-Staaten und anderer asiatischer Länder sind verständlich, jedoch das Gegenteil eines geordneten Übergangs. Die EU hat erkennbar nicht verstanden, welcher Verantwortung sie sich entzieht, wenn sie keine begehbaren Brücken für die künftige wirtschaftliche Kooperation auf gleicher Augenhöhe nach Russland, Zentralasien und Lateinamerika baut. Sie scheut davor zurück, den absehbaren Konflikt mit den USA auszutragen. Dieser besteht darin, dem Hauptverbündeten klarzumachen, dass er in einer künftigen Welt- und Weltwirtschaftsordnung bestenfalls primus inter pares sein kann und dass Europa nicht länger bereit ist, Amerikas Kriege zu führen. China ist da mutiger. Denn seine Forderung nach Ablösung des Dollars heisst ja auch: Wir sind nicht länger bereit, eure Kriege zu finanzieren.
Die EU hat auch nicht verstanden, dass das Ausspielen wirtschaftlicher Überlegenheit keine verlässlichen Partner schafft. Die unter Federführung Deutschlands laufenden Verhandlungen mit dem lateinamerikanischen Regionalbündnis CAN («Anden-Gemeinschaft») über ein Freihandelsabkommen atmen den sattsam bekannten Geist des imperialen «Teile und herrsche».35 Noch verwerflicher sind jedoch die politische und ökonomische Dummheit und Kurzsichtigkeit, die aus einer derartigen Verhandlungsführung sprechen: Dringend benötigte Verbündete für den Umbau der Weltwirtschaft werden verprellt. Völker haben jedoch ein kollektives historisches Gedächtnis. Wer sollte dies besser wissen als die Deutschen?
Wo bleibt angesichts historisch einmaliger globaler Herausforderungen die Linke in Europa? Wo bleiben ihre Vorstellungen über die aktive Rolle Europas und der EU im Kontext der gerade stattfindenden Umwälzungen, um Verwerfungen mit möglicherweise verheerenden Folgen für grosse Teile der Menschheit abzufedern? Beruft sie sich nicht stets auf den Internationalismus als Handlungsmaxime? Immerhin hat der ehemalige langjährige Vorsitzende der Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke (GUE/NGL), der Kommunist Francis Wurtz, in seinen 30 Jahren als Abgeordneter des Europäischen Parlaments die Erkenntnis gewonnen: «Europa macht sich viel zu klein in der Welt. Wir sollten mit unserem Gewicht eine viel grössere Rolle spielen».36 Doch wie in der Studie des BND fehlen auch in der europäischen Linken bislang die Handlungsempfehlungen. Empfehlungen und Forderungen an den einzigen Akteur, auf den sie Einfluss entwickeln kann: Die Europäische Union. «Kömmt» es nicht darauf an, die Welt zu verändern?37

1 www.internationalepolitik.de/ip/archiv/jahrgang-2009/juni2009/metamorphose-dergeopolitik.html
www.dhm.de/lemo/html/biografien/HaushoferKarl/index.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Geopolitik
4 Wenn auch lückenhaft: http://de.wikipedia.org/wiki/Halford_Mackinder
5 Vgl. sein Buch «The Grand Chessboard» http://www.sandiego.indymedia.org/media/2006/10/119973.pdf, Zitat Seite 39: Geopolitics has moved from the regional to the global dimension, with preponderance over the entire Eurasian continent serving as the central basis for global primacy.
http://en.wikipedia.org/wiki/War_and_Peace_Studies
http://de.wikipedia.org/wiki/Bretton-Woods-­System
8 http://de.biz.yahoo.com/29052009/345/ent­taeuschte-boersianer-us-bip-zahlen-trueben-­euphor.html
9 http:www.amazon.de/Imperium-verf%C3%A4llt-endet-Amerikanische-Jahrhundert/dp/389667109X
10 www.authorsden.com/visit/viewwork.asp?AuthorID=3473&id=17161 und www.authorsden.com/jameswcumes
11 www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/0520214749/o/qid=977701789/sr=2-1/102-4888843-1948159 sowie
http://reorient.net/index.html
12 www.mahbubani.net/
13 http://sandimgetriebe.attac.at/4947.html
14 http://de.wikipedia.org/wiki/BRIC-Staaten
15 Bereits vor den Rettungspaketen waren die USA auf den täglichen Zufluss von 2 Mia. Dollar angewiesen, Vgl Richard Haass (Vors. d. Council on Foreign relations in Newsweek vom 3.11.2008: «We require 2 bn a day just to stay afloat» www.newsweek.com/id/165648/output/print
16 http://de.wikipedia.org/wiki/George_F._Kennan, siehe «Zitate»
17 http://en.wikipedia.org/wiki/New_International_Economic_Order
18    Derzeit machen T-Bonds rund die Hälfte der chinesischen Währungsreserven von über 2 Billionen Dollar aus. Siehe auch: www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=13969
19    www.handelsblatt.com/finanzen/breakingviews/wer-soll-nur-all-diese-us-staatsanleihenkaufen; 2152349
20    http://en.wikipedia.org/wiki/Shanghai_Cooperation_Organisation
21    Vgl. Michael Hudson, De-Dollarization: Dismantling America’s Financial-Military Empire, www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=13969
22    Nordamerika, EU, Australien, Neuseeland, Japan
23    http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_W%C3%A4hrungsfonds#Konditionalit.C3.A4t
24    www.bpb.de/presse/E5HFUQ,0,Chinas_Engagement_in_Afrika:_eine_unmoralische_Beziehung.html
25    Atlantikbrücke, Aspen-Institut, Atlantische Initiative, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik. Vgl. auch: www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28513/1.html
26    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Bruttoinlandsprodukt
27    www.ftd.de/wirtschaftswunder/index.php?op=ViewArticle&articleId=2060&blogId=16
28    www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E05AA2DDF664744E598E 87F57F85384D1~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell
29    www.counterpunch.org/
30    Vgl. Zbigniew Brzezinski, The Grand Chessboard
31    Siehe Anmerkungen 20 und 21 sowie www.handelsblatt.com/politik/international/asiatenbauen-gemeinsamen-krisenfonds-aus;2263811
32    www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,615369,00.html
33    «Exporte retten Japan», Financial Times Deutschland vom 22.7.2009
34    Vgl. Elmar Altvater «Stosst den Dollar vom Thron», in: Freitag vom 9.7.2009 sowie Joseph Stiglitz, «Lasst die Armen mitentscheiden», in: ­Financial Times Deutschland vom 21.7.2009
35    Vgl. «Eine neue Kolonisation» www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57580
36    Zitiert nach «Die drei aus dem Versuchslabor», Süddeutsche Zeitung vom 29.5.2009
37    Karl Marx, «Thesen über Feuerbach», 1845

6 Antworten to “«Wir sind nicht länger bereit, eure Kriege zu finanzieren»”

  1. […] «Wir sind nicht länger bereit, eure Kriege zu finanzieren» « lupo … […]

  2. abraham said

    Es ist doch zum verzweifeln. Man sieht eine Riesenflut auf sich zurasen und man kann doch nichts

    anderes machen als zuzusehen, wie man in absehbarer zeit von dieser flut erfasst wird…

    Wie sieht denn die Alternative aus?

    Politiker werden?

    Auf die Straßen gehen?

    Ich frage mich was besser ist… In der „Matrix“ zu bleiben und in seiner „heilen“ Welt zu leben

    bis man von der Flut erfasst wird, oder in Angst dahin zu vegetieren und auf den Exodus zu warten

    • Nein Abraham es ist weder zum Verzweifeln noch zum Angst haben.
      Angst ist dämlich. Gewalt ist unangebracht.
      Wir müssen das Fundament des Systems – den Antisemitismus- sprengen, dann stürzt alles wie die Twin-Towers in sich zusammen, dazu schreibe ich gerade was.

  3. xxlkillababe said

    Zitat Josef Pulitzer:

    Es gibt kein Verbrechen, keinen Kniff, keinen Trick, keinen Schwindel, kein Laster, das nicht von Geheimhaltung lebt. Bringt diese Heimlichkeiten ans Tageslicht, beschreibt sie, macht sie vor aller Augen lächerlich, und früher oder später wird die öffentliche Meinung sie hinwegfegen. Bekanntmachung allein genügt vielleicht nicht; aber es ist das einzige Mittel, ohne das alle anderen versagen.

    Das Ende der Kreditexzesse, Gelderschaffung ohne Wertschöpfung, Spekulation statt Produktion, zukünftiger Rohstoff- und Energiemangel (Peak Oil-Gas-Uranium) und ein dramatischer Klimawandel als deutliche Warnungen vor einem „Weiter so“! „Jeder der glaubt, dass exponentielles Wachstum in einer endlichen Welt für immer weitergehen kann, ist entweder verrückt oder ein Wirtschaftswissenschaftler.“ Kenneth Boulding

  4. Heinz said

    Über dieses Interview „CIA und Mossad verübten 11.September“ des ehemaligen Präsidenten von Italien, Francesco Cossiga (1985-1992) habe ich bisher nirgendwo etwas lesen können:

    http://www.aliasinfo.ch/Politik%20und%20Wirtschaft/cossiga-cia-und-mossad-veruebten-11.september.htm

    Gefunden bei: http://therealstories.wordpress.com/2010/03/12/wolfgang-eggert-francesco-cossiga-der-mossad-und-der-11-september/

    Das könnte vielleicht ein Bindeglied zum Thema ZIONISMUS sein und von Dir mit benutzt werden.

  5. Schlüter said

    Ja, wann werden die europäischen Länder endlich lernen, was das US-Imperium mit der Welt – und auch mit Europa – vorhat?! Sie sind dabei, sich vom „großen Bruder“ in die Luft sprengen zu lassen!
    “Von Nine Eleven zur Sprengung Europas?” https://wipokuli.wordpress.com/2015/09/30/von-nine-eleven-zur-sprengung-europas/
    Und es wird mit der nächsten US-Regierung keineswegs besser werden, auch, wenn Blinde dann vielleicht jubeln: „oh, die erste Frau an der Spitze der USA!“
    In der Tat ist es so, dass bei allem Erschrecken über Trumps Auftritte als offener weißer “Suprematist” von vielen übersehen wird, dass “Killary” die Speerspitze der Neocons in der “demokratischen” Partei ist. Und die Neocons haben den “Biologischen Rassenkrieg” sozusagen “im Köcher”: “USA: Sanders wäre bitter nötig, aber es bleibt wohl nur die Wahl zwischen HIV und Ebola!” https://wipokuli.wordpress.com/2016/02/28/usa-sanders-waere-bitter-noetig-aber-es-bleibt-wohl-nur-die-wahl-zwischen-hiv-und-ebola/
    Andreas Schlüter
    Soziologe
    Berlin

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