12 Comments

  1. 6

    Ostfront

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    Der „Weise von Jasnaja Poljana”
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    Kaum war vor einem Menschenalter in unserer abendländichen Welt der Graf Leo N. Tolstoi bekannt geworden, als sehr bald, in beständig zunehmendem Masse und in stetig wachsendem Umfange, seine Schriften Beachtung fanden; heute sind sie bereits zu internationalen Gemeingute, und ist Graf Tolstoi zu einer internationalen Grösse geworden: alle Nationen Europas besitzen seine Werke in zahlreichen Uebersetzungen; jede neue Kundgebung des „Weisen von Jasnaja Poljana”, kaum trotz aller Censurhindernisse in Moskau verbreitet, erscheint fast gleichzeitig in allen Hauptstätten Europas und gilt überall als ein Ereigniss; die Schriften über Tolstoi bilden bereits eine ansehnliche Litteratur; in allen Schichten der abendländischen Gesellschaft ist Tolstois Name zum Gegenstande lebhafter, ja erregter Erörterung geworden, — freilich in gar verschiedenem Sinne.

    Den Einen ist Graf Leo N. Tolstoi der Verkünder und Anbahner einer herrlichen Zukunft des Menschengeschlechtes, gleichsam eines goldenen Zeitalters, eines ewig währenden Reiches beständigen Friedens in Liebe und Freiheit; — Anderen dagegen gilt Graf Tolstoi als verworren krankhaftes Erzeugniss unserer dekadenten Zeit — noch Andere erblicken in ihm den frechen Verführer, den Sendboten des Bösen, den Antichrist; — und wer sich, den Lehren Tolstois gegenüber, zu entschiedener Stellungsnahme nicht entschließen vermag, kann doch zumeist nicht umhin, in ihm einen gewaltigen Dichter von ganz ausserordenlicher Grösse anzustaunen, oder einen tiefen Denker und Förderer der Wahrheit, — oder doch zum mindesten einen durchaus ungewöhnlich excentrischen Sonderling.

    In einem aber stimmen fast Alle überein: dass nämlich in der Geschichte der Menschheit Graf Leo N. Tolstoi insofern beispiellos dastehe, als noch nie vorher ein Privatmann im Laufe weniger Jahre unter Millionen= Hunderten von Menschen zu so allgemeiner Notorietät gelangt sei. — Allenfalls, ist gesagt worden, liesse sich der geistige Einfluss Rousseaus und Voltaires mit demjenigen Tolstois vergleichen; indessen habe sich doch der Einfluss dieser Letzteren lange nicht mit derselben Rapidität in weite Ferne verbreitet, wie es den Lehren Tolstois vergönnt gewesen ist, und, was besonders schwer ins Gewicht falle, — während Voltaire und Rousseau ihren Wirkungskreis ausschliesslich in den höchsten und gebildetsten Kreisen der Gesellschaft gefunden hätten, habe sich Tolstoi unmittelbar in den breiten Schichten des Volkes geltend gemacht.
    Somit ist Tolstoi´s Erscheinung in der That eine durchaus ungewöhnliche, eigenartige, ja verblüffende; und es kann nicht Wunder nehmen, wenn das Spüren nach dem tieferen Grunde der eigentlichen Bedeutung Tolstois in gar verschiedenartige Richtungen sich verläuft und Mühe hat, über den wirklichen Werth des Mannes sich genügende Rechenschaft zu geben.

    Keine einzige der Eigenschaften, welche Tolstoi auszeichnen, ist allein, an und für sich, dazu angethan, ihrem Träger so rasch und in dem Masse, als es thatsächlich geschehen ist, eine hervorragende, anscheinend noch nicht dagewesene Bedeutung zu verleihen; — das wird weiter unten eingehend und im Einzelnen dargethan werden; […]

    Auszug aus: Anti= Tolstoi. — Von H. von Samson= Himmelstjerna — Einleitung.

    Inhalt: [Seite]

    I. Einleitung: [1] — II. Die Persönlichkeit Tolstoi´s: [7] — III. Tolstoi als Künstler und Schriftsteller: [13] — IV. Tolstoi als Pädagog: [20] — V. Tolstoi alsTheosoph: [34] — VI. Tolstoi als Theolog: [52] — VII. Tolstoi als Moralphilosoph: [63] — VIII. Tolstoi als Politiker: [88] — IX. Tolstoi als Prophet: [112] — X. Schluss: [131] — Anhang: „Religion und Moral” von Graf Leo Tolstoi: [135]

    X. Schluss: [131]

    Bis hierzu waren die vorstehenden Anti= Tolstoi= Erörterungen gelangt, und es sollte zu den zusammenfassenden Schlussbetrachtungen geschritten werden, als sich dazu, durch einen Zufall, ein geeigneter Leitfaden darbot: im überaus wohlgesinnten und durchweg zutreffenden*) „Daheim”=Artikel von Th. H. Pantenius: „Graf Leo Tolstoi” [38. Jahrgang, No. 9]. Hieraus mögen einige Punkte herausgegriffen und erweitert werden.

    Mit vollem Rechte wird hervorgehoben: bis zuletzt sei Tolstoi zu bewundern als gottbegnadeter Erzähler und Dichter, dessen lebensvolle Gestaltungen, als Selbsterlebtes unvergesslich sich einprägen; und es wird als folgenschweres Verhängniss beklagt, dass Tolstoi, sozusagen, nicht als „Schuster bei seinem Leisten geblieben” sei, sondern sich habe hinreissen lassen, „unvorbereitet wie er sich hatte”, als Dilettant, als monomanisch Wahnsiniger, der Welt pädagogische, theosophische, theologische, moralphilosophische, politische und prophetische „Wahrheit” zu verkünden, bei totalem Mangel jeder Spur historischen Sinnes, — wodurch er, allen Halbgebildeten, Unfertigen, umstürzerisch Angehauchten gegenüber, zu ernster Gefahr geworden sei. —

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    durchweg zutreffenden*) : mit einziger Ausnahme der Behauptung: das Bild, welches den Kalabresen, als edelmüthigen Gelegenheitsräuber, höher stellt als den systematisch und hartherzig ausbeutenden Staat, — als stamme es von Tolstoi her, während dieser, in „Moderne Sklaven” S.101, die Ehre, es erfunden zu haben, Eugen Heinrich Schmitt zuerkennt.
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    Eine Gefahr aber ist — namentlich auf moralischem Gebiete — bedrohlich und wahrhaftig gefährlich nur solange, als sie als solche noch nicht erkannt wurde. Sobald eine Gefahr als solche erkannt wird, so findet der Wille, ihr auszuweichen, seinen Weg; und die überstandene Gefahr wird alsdann nicht als ein Missgeschick beklagt, sondern gepriesen als ein durch die Erfahrung bereicherndes Glück.

    [Gefahr erkannt = Gefahr gebannt.]

    Steht erst einmal Tolstoi vor Aller Augen als gefährlicher Irrlehrer da, so wird er niemanden mehr auf verderbliche Wege verlocken können, — und er wird sich, ohne es gewollt zu haben, das grosse Verdienst zuschreiben dürfen, für alle Zeiten denen als abschreckendes Beispiel zu dienen, welche die Neigung empfinden, die gleichen Wege, wie er, zu wandeln, — d.h. allen denjenigen, die noch dem Jenseiterthume anhängen.

    Denn es ist nicht schwer einzusehen, dass Tolstoi´s Grundfehler genau identisch ist mit der „fixen Idee”, von welcher das, verhältnissmässig jugendliche und unfertige, abendländische Jenseiterthum sich Jahrtausende hindurch hat missleiten lassen, — der fixen Idee des „Hungerleiders nach Unerreichlichem”*): die Lösung an sich unlöslicher Räthsel gefunden zu haben.

    Wie oft schon haben hochbegabte Philosophen und von der „Wahrheit” ihrer Lehre überzeugte Religionsstifter ihre Panacäe ausgerufen, deren Anwendung zu Friede und Freiheit und zu Wohlgefallen unter den Menschen führen werde, — und immer wieder hat sich erwiesen, dass auf dem Wege solcher fixen Ideen nur Scholastik und Völkerwahn**) hervorgingen, nur Unfriede und Knechtschaft und Missbehagen verewigt wurden. Noch hat sich das Abendland über das Verkehrte und Aussichtslose dieser Methode nicht belehren lassen, — es hat eben die Gefahr als solche noch nicht allgemein erkannt.

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    des „Hungerleiders nach Unerreichlichem”*): wie Walter Bormann die Geistesverfassung des früheren Goethe´schen Faust bezeichnet in „Beilage zur Allgemeinen Zeitung” 1902, No. 17.

    Scholastik und Völkerwahn**): wie z.B. die dreihundert Jahre lang grassirende Hexenverfolgungs= Epedemie. Vergl. Dr. Friedrich Paulsen: „Die Epedimie des Hexenwahns und die kirchlich= scholastische Philosophie” in [Wiener] „Zeit” XXX, No. 379.

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    Nun ist aber seit mehr als vierzig Jahren eine für das Abendland neue und aussichtsvolle Aera angebrochen, unter dem Vortritte in ihrer Nüchternheit glänzender Denker*), welche alle Metaphysik und Mystik abweisen, mit dem letzten Bollwerke der Mystik, dem Materialismus, aufgeräumt und nachgewiesen haben, dass man, um zu sicheren Ergebnissen zu gelangen, sowohl auf dem physikalischen, wie auch auf dem biologischen und psychologischen Gebiete, sich auf das Thatsächliche zu beschränken, und auf Erklärungen, die nur von dem Standpunkte vorgefasster Theorien verlangt werden, zu verzichten habe; dass künstlich geschaffene Probleme abzuweisen seien; dass man zu schweigen habe, wo die Wissenschaft im Stiche lasse; dass man auch unvollkommene Anschauung ertragen müsse u.s.w.

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    in ihrer Nüchternheit glänzender Denker*): Helmholz, Fechner, W. Thomson [Lord Kelwin], Mach, Wundt, Kirchhoff, Du Bois= Reymond, W. K. Clifford, J. B. Stallo, K. Pearson, Hertz, Avenarius, Schubert= Soldern, Leclair, H. Cornelius, Rickert u. A. [Vergl. Kleinpeter, Dr. Hans: „Phänomenalistische Natur= und Weltanschauung” in „Beilage zur Allgemeinen Zeitung” 1901, No. 206 u. 207, und von demselben: „Die Ignorabimusfrage”, ebendort 1900, 111.]

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    Schreitet das Abendland auf diesem einzig zuverlässigen Wege weiter fort, dann wird es schliesslich zu der nüchternen und wahrhaft beglückenden Lebensauffassung gelangen können, welche sich beim östlichen Drittheile der Menschheit seit Jahrtausenden, als Friede und Freiheit spendend, bewährt hat; — zu jener Lebensauffassung, deren ziel= zwecksetzende Moral freilich auch nicht umhin kann, nach dem wozu? des Lebens zu fragen, dafür aber keine über das irdische Dasein hinausdeutende, sondern fürs Leben selbst bestimmte Antwort hat —: um die „Bestimmung” zu erfüllen, um die „Menschlichkeit” zu mehren, — d.h. um in kindlicher Liebe nach dem Vorbilde der verehrten Vorfahren für die dankbaren Nachkommen noch mehr solid befestigten Frieden und noch mehr erweiterte Freiheit zu erlangen.

    Man darf wohl hoffen, dass das Abendland, welches vielfach bereits nur scheinbar dem Jenseitertum angehört, dereinst zur Einsicht solcher Lebensauffassung gelangen wird, trotz aller autoritativen Bemühungen, namentlich in der Schule Schwarz Trumpf bleiben zu lassen, und trotz aller noch obwaltenden Verwirrung der Gemüther, die der Prophet Tolstoi zu vermehren sucht. —

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    Quellenangabe: ↓

    Anti= Tolstoi — Von H. von Samson= Himmelstjerna — [Berlin 1902.] — Hermann Walther Verlagsbuchhandlung G. m. b. H. ↓

    https://archive.org/details/antitolstoi00samsgoog/mode/2up

    Auf dem Judenkirchhof in Prag. Von Sir John Retcliffe. [Verfasser des Romans Sebastopol.] ↓

    https://lupocattivoblog.com/2022/12/05/das-amerikanische-jahrhundert-war-gestern/#comment-275352

    Sebastopol. Historisch= politischer Roman aus der Gegenwart. Von Sir John Retcliffe. Vier Bände. Englische und deutsche Original-Ausgabe. Berlin, 1856. Verlag von Carl Nöhring. ↓

    https://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/abntrlit/primlit/reprints/retcliffe/index.htm

    Juda’s Ahnen= Saal oder die jüdischen Gauner in Deutschland ↓

    https://lupocattivoblog.com/2022/12/15/die-eu-will-ngos-finanzieren-die-gegen-die-ungarische-regierung-aktiv-werden/#comment-277277

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  2. 5

    Atlanter

    „The Israelite“ – 1855

    „Die Freimaurerei ist eine jüdische Institution, deren Geschichte, Grade, Gebühren, Passwörter und Erklärungen jüdisch sind von Anfang bis Ende.

    Dr. Issac M. Wise

    https://s20.directupload.net/images/221216/lbbzoys8.jpg

    Allesamt „Freimaurer“..in unserer heutigen Zeit, sie alle spielen ihre „Rolle“ & trotzdem sind sie alle, in ihrer „jüdischen Weltfreimaurer-Loge“ vereint im Kampf gegen die Völker!!!

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    1. 5.1

      Arthur Dunger

      Robert Schneider – Freimaurerei vor Gericht – 1936

      https://archive.org/details/DieFreimaurereiVorGericht/mode/1up

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  3. 4

    GvB

    Ein grosser Name,TOLSTOI…!
    Ein wirklich interressantes Interview.. Typisch die europäische Sichtweise der Dinge…
    Arrogant und einseitig…vom Sender und Moderator BFM TV .

    Pjotr Tolstoi:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Pjotr_Olegowitsch_Tolstoi
    Ahne:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Pjotr_Andrejewitsch_Tolstoi

    Reply
    1. 4.1

      GvB

      Diese Zitate über Freidenker stammen von Leo Tolstoi

      https://www.youtube.com/watch?v=cN1WnnS34VA

      Reply
  4. 3

    Stallbursche

    Bis zur Entnazifizierung bin ich gekommen, dann konnte nicht weiter gelesen werde.
    Überall sitzen die gleichen Leute, nur die Farbe ist eine andere.

    Reply
    1. 3.1

      Wolfgang Ernst

      Ashkenasi / Ashkenase / AshkeNAZI = Juden –> Nazi = Jude…

      Einen schönen Tag noch @Stallbursche

      Reply
      1. 3.1.1

        Stallbursche

        Also wird die Ukraine, vor den Juden gerettet.
        Was hat der Nationalist damit zu tun. Ein Nationalist will keinen Krieg, sondern Frieden. Und warum. Weil Krieg, der Nation schaden zufügt.

        Reply
        1. 3.1.1.1

          GvB

          Krieg ist ein Versagen der Diplomatie.
          Diplomatie in den falschen und unfähigen Händen erzeugt Krieg.

          Staaten haben keine Freunde, nur „Partner“….den es geht immer um knallharte Interessen.

          Macht in den falschen Händen, also von Gangstern, Psychopaten und Schizophrenen….
          bedeutet Chaos, die JENE wiederum für sich nutzen um ihre Macht zu festigen.

          Reply
        2. 3.1.1.2

          Wolfgang Ernst

          Grüße Dich @Stallbursche, so in etwa. Die Ukraine („Entnazifizierung“) ist nur ein Puzzleteil des sogenannten „Reset“. Die „Landesfarben“ der Ukraine sind Blau und Gelb. Diese wiederum sind die Farben der Medici / Orsini / Bourbon und auch mit Oppenheim / Oppenheimer – Rothschild alias Hahn / von Hahn verwandt bzw ein und die selbe Truppe. Ferner geht’s dort auch um Nahrung (Ukraine = „Kornkammer Europas“). Durch die Aktion der „Russen“ nahm der „Reset“ Fahrt auf, welcher bereits mit C-19 seinen Anfang nahm. Auch die „übertriebene“ Null-Covit Aktion der „Chinesen“ gehört genauso dazu wie „die Inflation“. Was ist wenn Rothschild und co sich das Geld von den „Menschen“ holt und jemand dann denen alles wieder wegnimmt? 😉

          Wenn Du / Ihr gestattet schreiben ich später dazu noch das ein oder andere.

          Habe jetzt ’ne Verabredung, deswegen wenig Zeit.

          Bis dahin Euch alles Gute und nicht locker lassen.

          Reply
  5. 2

    Anti-Illuminat

    Man macht einen Krieg nicht humaner indem man ihn in die Länge zieht weil man ja Zivilisten schützen will weil man dadurch den Feind die Möglichkeit zur Aufrüstung gibt. Gleichzeitig darf man NIEMALS vergessen das der Krieg genau dann vom Zaun gebrochen wurde als die Proteste gegen C zu groß wurden und durch die Länge des Krieges die Proteste jetzt vollkommen abgewürgt wurden.

    Es kann sein das Russland tatsächlich gemäß Irlmaier angreifft. Aber es zieht dann auch den Eintritt einer weiteren Macht auf sich. Die Erfolge dieser Macht sieht man jetzt schon indem russische Kampfjets einfach auf rätselhafte Weise über Sibirien abstürzen.

    Reply
  6. 1

    Gunnar von Groppenbruch

    Die Verlogenheit und Arroganz dieser West-Journaille ist beispiellos !!!

    Reply

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